Bundesparteitag der CDU: Annegret Kramp-Karrenbauer neue Parteichefin

Wochenlang wurde um die Nachfolge von Angela Merkel gekämpft, nun ist es so weit: Auf dem CDU-Parteitag in Hamburg stimmen 1.001 Delegierte über den neuen CDU-Vorsitz ab. Drei aussichtsreiche Kandidaten sind im Rennen. Die Bilder.

Die Ära von Angela Merkel als Parteivorsitzende endet am 7. Dezember auf dem CDU-Parteitag in Hamburg.
Nach 18 Jahren gibt die Bundeskanzlerin den Parteivorsitz ab. Ihre potenziellen Nachfolger haben sich bereits in Stellung gebracht.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist einer der potenziellen Nachfolger von Angela Merkel. Ihm werden laut den letzten Umfragen allerdings nur Außenseiterchancen eingeräumt: Spahn selbst stapelt auch tief: "Mein Ziel ist, dass ich im zweiten Wahlgang bin."
Wesentlich enger dürfte das Rennen um den CDU-Vorsitz zwischen Friedrich Merz ...
... und CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer werden. Auch der Fraktionschef der Union, Ralph Brinkhaus, kann zwischen den beiden keinen klaren Favoriten ausmachen: "Es wird ein ganz knappes Rennen."
Um 10:40 Uhr eröffnet Angela Merkel den Bundesparteitag, der über ihre Nachfolge entscheidet.
Die Delegierten begrüßen die Kanzlerin mit Applaus und Standing Ovations.
Viele Delegierte halten während der Eröffnungsrede Schilder mit der Aufschrift "Danke Chefin" in die Luft.
Die Delegierten hören noch zwei Eröffnungsworte und stimmen dann über den Tagesablauf ab.
Um 11:30 Uhr beginnt Merkel ihre letzte Rede als CDU-Parteivorsitzende. Sie resümiert die Erfolge der Partei während dieser Zeit, erwähnt auch die Kontroversen. Der wichtigste Punkt: Die Union müsse aufhören zu streiten. Es gehe um Zusammenhalt.
Nach rund 40 Minuten beendet Merkel ihre Rede: "Es war mir eine große Ehre". Daraufhin folgt minutenlanger Applaus.
Nach Merkel hat Volker Bouffier das Wort. Er würdigt die "außergewöhnliche Leistung" der Kanzlerin und legt nach: "Das ist ein ganz besonderer Tag, das ist ein berührender Tag, das ist ein Tag, an dem wir Danke sagen."
Volker Bouffier überreichte der Kanzlerin als kleines Geschenk einen Dirigentenstab des US-amerikanischen Dirigenten Nagano, mit welchem er ein Konzert in der Elbphilharmonie während des G20-Gipfels dirigierte.
Annegret Kramp-Karrenbauer tritt als erste der drei Kandidaten ans Mikrofon. "Wir brauchen eine CDU, die nicht beliebig ist. Wir sind kein politischer Gemischtwarenladen, aus dem sich jeder nach Wunsch bedienen kann", sagt die aktuelle CDU-Generalsekretärin in ihrer Bewerbungsrede.
Friedrich Merz fordert in seiner Rede erneut eine "Agenda für die Fleißigen". Diese richte sich an alle, "die ihr Leben selbst in die Hand nehmen und nicht zuerst nach Hilfe vonseiten des Staates rufen." Für seine Ausführungen erhält er viel Applaus von den Delegierten.
Jens Spahn führt in seiner Rede seine Visionen für Deutschland und auch Europa aus. Es geht dabei um Bildung, Arbeit und auch Patriotismus.
Und dann geht es ans Eingemachte: Die Delegierten geben ihre Stimme - gut abgeschirmt von einer sogenannten "Tischwahlkabine" - ab.
Wenig später wird die Entscheidung bekannt gegeben: Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz gehen in die Stichwahl um den Parteivorsitz. Jens Spahn (li. unten) dagegen bekommt am wenigsten Stimmen von den Delegierten und ist aus dem Rennen.
Und dann ist die Entscheidung gefallen: Annegret Kramp-Karrenbauer wird neue Parteichefin der CDU. Die 56-Jährige bekam 517 der 999 Delegierten-Stimmen (51,75%), ihr Konkurrent Friedrich Merz 482 (48,25%).
Der unterlegene Friedrich Merz hat sich als fairer Verlierer erwiesen. Er ruft seine Anhänger zur Unterstützung der neuen Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer auf. Er bitte darum, nun die ganze Kraft und volle Unterstützung der neuen Vorsitzenden zu geben, sagte Merz. Merz sagte zwar seine weitere Mithilfe in der CDU zu, ließ aber offen, ob er dies in einer führenden Position tun wolle.