Der Großbritannien-Chef des Internetriesen Amazon hat vor zivilen Unruhen im Fall eines Scheiterns der Brexit-Verhandlungen gewarnt.

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Im schlimmsten Fall, einem Brexit ohne ein klärendes Abkommen über die künftigen Handelsbeziehungen des Landes, könne es binnen zwei Wochen nach dem Ausscheiden aus der EU "Bürgerunruhen" geben, sagte Doug Gurr laut der "Times" vom Montag.

Er äußerte sich demnach am Freitag bei einem vom neuen Brexit-Minister Dominic Raab organisierten Treffen.

Amazon wollte die Informationen der Zeitung weder bestätigen noch dementieren.

Einstellung auf "sehr unwahrscheinliche" Szenarien

Ein Sprecher sagte der "Times" lediglich, wie jedes andere Unternehmen auch stelle sich Amazon auf verschiedene und auch "sehr unwahrscheinliche" Szenarien ein. Nur so könne das Unternehmen Kunden und kleinere Unternehmen, "die auf Amazon zählen", weiter bedienen.

Amazon ist in Großbritannien stark vertreten und will dort bis zum Jahresende die Zahl der Jobs um 2500 Stellen auf 27.500 aufstocken.

Laut EU-Vertrag muss Großbritannien die EU am 29. März kommenden Jahres verlassen. Ein dafür nötiges Austrittsabkommen soll bis Ende Oktober stehen, zentrale Punkte sind jedoch noch ungeklärt. Eine entscheidende Hürde ist der grenzüberschreitende Handel.

Viele Firmen sorgen sich angesichts der Unsicherheit rund um den Brexit um ihre Zukunft in dem Königreich.

Der ehemalige britische Außenminister Boris Johnson hat Premierministerin Theresa May heftig wegen ihres neuen Brexit-Kurses kritisiert.