Investoren sollen sich nach dem Willen von Außenministerin Annalena Baerbock beim Bau von Offshore-Windparks in der Ostsee an der Bergung von Munitionsaltlasten beteiligen.

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Ähnlich wie es hierfür Beispiele bei der Nutzung von Truppenübungsplätzen an Land gebe, sollten Investoren beim Bau von Kraftwerken im Gegenzug für die Nutzung der Fläche für die Räumung von Minen und anderen Kampfstoffen aufkommen, sagte die Grünen-Politikerin am Freitag zum Abschluss des Ostseerats-Treffen in Wismar in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Ziel einer verstärkten Zusammenarbeit der Ostseeanrainer bei der Bergung und Beseitigung von Munition war eines der Kernthemen der zweitägigen Veranstaltung.

Auch die norwegische Außenministerin Anniken Huitfeldt und die finnische Außen-Staatssekretärin Johanna Sumuvuori sehen eine privatwirtschaftliche Beteiligung als wichtig an. Laut Huitfeldt liegt die Sicherheit am Meeresgrund in der gemeinsamen Verantwortung aller Staaten der Region - auch derer, die weniger Geld zur Verfügung hätten als Norwegen und Deutschland.

Baerbock machte grundsätzlich klar, dass gemeinsame Anstrengungen zur Munitionsräumung günstiger seien. Konkrete Zusagen, finanzschwächeren Ostseeländern finanziell zu helfen, machte sie jedoch nicht. Trotz des gemeinsamen Interesses sei jeder Staat für seine Hoheitsgewässer selbst zuständig, sagte die Grünen-Politikerin.

Nach Schätzungen des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung liegen in der Ostsee bis zu 400 000 Tonnen konventionelle Munition und etwa 40 000 Tonnen chemische Kampfstoffe, die nach den Weltkriegen versenkt wurden. Dem 1992 gegründeten Ostseerat mit Sitz in Stockholm gehören außer Deutschland auch Norwegen, Dänemark, Estland, Finnland, Litauen, Lettland, Polen, Schweden, Island und die EU an.  © dpa

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