Syriens Präsident Baschar al-Assad hat nach Rückkehr seines Landes in die Arabische Liga von einer "historischen Gelegenheit" für die Region gesprochen. Wegen der gewaltsamen Niederschlagung von friedlichen Massenprotesten und schweren Menschenrechtsverstößen war Syrien seit 2011 weitgehend isoliert. "Ich hoffe, dass dieser Gipfel den Beginn einer neuen Phase arabischen Handelns in Solidarität markieren wird", sagte Assad beim Gipfel der Organisation am Freitag im saudischen Dschidda.

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Ziel sei "Frieden in unserer Region für Entwicklung und Wohlstand statt Krieg und Zerstörung", sagte Assad. Die Länder hätten nun die Chance, ihre "Angelegenheiten neu zu ordnen - weg von ausländischer Einflussnahme".

Es war Assads erste Rede bei einem großen internationalen Treffen seit mehr als zehn Jahren. Beim Gipfel wirkte er entspannt. Er traf unter anderem Tunesiens Präsident Kais Saied zu Gesprächen. Assad unterhielt sich auch mit Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi sowie dem irakischen Premierminister Mohammed Schia al-Sudani, wie Bilder im saudischen Staatsfernsehen zeigten.

Der prominente syrische Oppositionelle George Sabra sagte, die Opposition fühle sich "verraten" von den arabischen Anführern. Assad und seine Verbündeten Iran und Russland würden "immer noch täglich töten", sagte Sabra der Deutschen Presse-Agentur. "Es ist, als würden sie diesem Mörder ein Unschuldszeugnis ausstellen, während die ganze Welt immer noch fordert, ihn für die begangenen Verbrechen gegen das syrische Volk vor Gericht zu stellen."

Assads Regierung ging gegen Proteste in Syrien 2011 und im darauffolgenden Bürgerkrieg mit äußerster Härte gegen die Bevölkerung vor. Im bis heute andauernden Krieg wurden rund 14 Millionen Menschen vertrieben, mehr als 350 000 kamen ums Leben. Dem Machthaber werden Kriegsverbrechen wie der Einsatz von Giftgas und massenhaft Folter vorgeworfen. Assad war seit 2011 international lange Zeit stark isoliert. Inzwischen treiben mehrere arabische Länder aber eine Normalisierung voran, mit der Syrien nach mehr als zehn Jahren nun auch wieder in die Arabische Liga aufgenommen wurde.


  © dpa

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