Er verkörpert das Böse, die Grausamkeit in Person: "Dschihadi John", der Mann, der auf Videos Geiseln des Islamischen Staats enthauptet. Medienberichten zufolge soll es sich um den Kuwaiter Mohammed Emwasi handeln, der in London aufwuchs. Mohammeds Vater bestreitet nun die Vorwürfe, dass es sich bei seinem Sohn um den brutalen IS-Henker handeln soll.

Der Vater von Mohammed Emwasi, Jasem Emwasi, ist fassungslos. Sein Sohn soll "Dschihadi John" sein, der Mann der Geiseln des Islamischen Staates enthauptete. Nun meldet er sich zu Wort. Nichts belege, dass sein Sohn tatsächlich "Dschihadi John", sagt er. "Es gibt nichts, das beweist, was in den Medien zirkuliert, besonders über Videoclips, die meinen Sohn Mohammed beschuldigen und ihn als angeblichen Henker von Daesch (arabische Abkürzung für IS, Anm. d. Red.) darstellen", sagte der Mann der kuwaitischen Zeitung "Al-Kabas".

"Ich habe eine Botschaft an das kuwaitische Volk: Viele dieser Gerüchte sind falsch", sagte Jasem Emwasi. Er habe einen Anwalt beauftragt, um gegen die Vorwürfe vorzugehen. Dieser kündigte seinerseits an, er werde am Sonntag Anzeige gegen jene erstatten, die in der Öffentlichkeit Vorwürfe gegen Jasem Emwasi und seine Familie erheben. Auch in Großbritannien, wo zahlreiche Medien seit vergangener Woche Berichte über Mohammed Emwasi und seine Familie veröffentlichten, vertritt ein Anwalt die Interessen der Familie.

Jasem Emwasi wurde laut "Al-Kabas" vom kuwaitischen Innenministerium ausführlich befragt und lebt derzeit an einem geheimen Ort. Emwasis Anwalt sagte der BBC, sein Mandant stand unter Schock, als er von den Offiziellen befragt wurde. Dem Bericht zufolge hätten die Eltern behauptet, ihr Sohn sei nach Syrien gegangen, um humanitäre Hilfe zu leisten. Das letzte Mal hätten sie 2013 mit ihm gesprochen.

Emwasi dachte zunächst, "Dschihadi John" sei sein Sohn

Offenbar dachte der Vater zunächst selbst, dass sein Sohn "Dschihadi John" sei. Das berichtete der britische "The Telegraph" unter Berufung auf ein Interview mit Jasem Emwasis Kollegen Abu Meshaal. Emwasi habe Meshaal am Telefon unter Tränen erklärt, weshalb er nicht zur Arbeit im Supermarkt nahe der kuwaitischen Grenze kommen könne. Demnach gab er als Grund die Enttarnung seines Sohnes an. "Er war sehr emotional und weinte die ganze Zeit", sagte Meshaal dem "The Telegraph".

"Mein Sohn ist ein Hund, ein Tier, ein Terrorist", soll der Vater am Telefon geschrien haben. Dass Mohammed Emwasi für die Enthauptung britischer, amerikanische und japanischer Geiseln verantwortlich sein soll, sei eine "Katastrophe" für die Familie. "Zur Hölle mit meinem Sohn", habe Emwasi gesagt.

Mehrere Medien berichteten Ende Februar, dass der berüchtigte Henker der Terrormiliz identifiziert wurde. Mohammed Emwasi, ein in Kuwait geborener britischer Bürger, sei demnach der Mann, der in mehreren Internetvideos dabei zu sehen ist, wie er schwarz vermummt mehrere westliche Journalisten und Entwicklungshelfer enthauptet. Wegen seines britischen Akzents wurde er "Dschihadi John" genannt.

(far/dpa/afp)