Der IS betreibt weiter seine "kultureller Säuberung". Im irakischen Mosul vernichtete die Terrormiliz unersetzliche Kulturgüter, darunter eine jahrtausendealte Figur. In dem vom IS kontrollierten Gebiet befinden sich fast 1.800 der 12.000 im Irak registrierten Ausgrabungsstätten. Diese Kulturgüter gibt es nicht mehr.

Die Radikalsunniten folgen einer besonders strengen Auslegung des Korans. Um einen Heiligenkult zu verhindern, zerstören sie außer Denkmälern anderer Religionen und Kulturen auch bestimmte islamische Gotteshäuser und Grabstätten. Daneben finanziert sich die Terrormiliz auch aus dem illegalen Verkauf von Kulturgütern.

US-Außenminister John Kerry hatte bereits Ende September 2014 angesichts des IS-Vandalismus "vom größten Angriff auf die Kultur seit 1945" gesprochen: "Wenn die Islamisten Jahrhunderte alte Moscheen sprengen, Gräber schänden und 3.000 Jahre alte Statuen dem Erdboden gleichmachen, ist das eine Tragödie."

Bildwerke aus der Antike: Der IS zertrümmerte bedeutende Bildwerke aus der Antike in Mosul und in der Grabungsstätte Ninive. Bereits zerstört wurde Statuen des abbasidischen Dichters Abu Tammam (788–845) sowie des irakischen Musikers und Lyrikers Mulla Uthman al-Mawsili (1854–1923). Den Terroristen zum Opfer fielen auch die Marienstatue auf dem Turm der chaldäisch-katholischen Erzdiözese. Neuestes Opfer der kulturellen Säuberung: eine assyrische Türhüterfigur, die mehr als 2.600 Jahre alt ist. Diese sei eine "Ikone der altorientalischen Bildkunst", sagte Markus Hilgert, Direktor des Vorderasiatischen Museums in Berlin. "Das ist so, als würde jemand die Sphinx in Ägypten zerstören."

Bibliothek geplündert: Im Januar hatten IS-Kämpfer die Zentralbibliothek von Mosul geplündert, rund 2.000 Bücher mitgenommen und nur islamische Texte zurückgelassen. Später überfielen IS-Anhänger die Universitätsbibliothek von Mosul und verbrannten Hunderte Bücher vor den Augen der Studenten.

Grabstätten: Im Juli 2014 wurde die Moschee des Propheten Jonas in Mosul zerstört, religiöse Statuen und Monumente in Mosul sowie assyrische Paläste. Über Twitter verbreitete der Iraker Hayder al-Khoei ein Video, dass die Zerstörung der Moschee zeigt. Es wurde auf YouTube veröffentlicht. Auch vor der Grabstätte des Historikers Ibn al-Athīr (1160–1223) machten die Milizen keinen Halt. (far/dpa)