Die in Richtung Syrien ausgereiste 16-jährige Elif Ö. aus dem Münchner Vorort Neuried hatte bei ihrer Flucht offenbar Hilfe von einer deutsch sprechenden islamistischen Anwerberin in Syrien.

Dies geht aus handschriftlichen Aufzeichnungen der Schülerin und Aussagen aus deren Umfeld hervor, die "Süddeutscher Zeitung", WDR und NDR vorliegen. Demnach hat die Frau einer Bekannten von Elif angeboten, sie in Syrien aufzunehmen und die Reise zu finanzieren.

Elif stand dem Bericht zufolge zu der Frau in engem Kontakt und hat sie als diejenige bezeichnet, die sie anleitet. Aus den Unterlagen gehe auch hervor, dass Elif Ö. mit dem Islamischen Staat sympathisiert.

Die Spur des Mädchens verliert sich am Morgen des 1. März im türkischen Gaziantep, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" vom Dienstag. Am 8. März soll sich ihr Handy zum letzten Mal in das türkische Mobilfunknetz eingewählt haben. Ob auf türkischer oder syrischer Seite der Grenzregion, sei unklar. Ihre religiös motivierte Ausreise habe sie akribisch vorbereitet.

Die Eltern des Mädchens erheben indes schwere Vorwürfe gegen die deutschen Behörden, weil diese die 16-Jährige ungehindert in die Türkei haben fliegen lassen. "Wie kann es sein, dass ein 16-jähriges Mädchen wie meine Elif allein aus Deutschland ausreisen kann? Und keiner fragt, wo sie hin will und was sie vor hat", sagte Vater Atila Ö. der "SZ". (far)