Erst Hitze, dann Donnerwetter: Während die einen Hitze und Sonne genießen, werden die anderen von heftigen Unwettern mit viel Regen erwischt. Einige Regionen trifft es besonders hart. Auch Reisende waren betroffen.

Heftige Unwetter haben am Freitag für Großeinsätze der Rettungskräfte gesorgt - und auch Reiseplanungen durcheinandergewirbelt.


Am Hamburger Flughafen saßen am Freitagabend etwa 400 Reisende fest. Ihre Flieger konnten bei dem schlechten Wetter nicht abheben.

"Die Leute werden gut versorgt. Das Rote Kreuz ist die ganze Zeit im Einsatz", sagte ein Sprecher der Polizei. Helfer bauten Feldbetten auf, in denen die erschöpften Menschen die Nacht verbrachten.

Rund 1.500 Passagiere betroffen

"15 Abflüge und 14 Ankünfte von Maschinen mussten gestrichen werden", bilanzierte Flughafensprecherin Stefanie Harder am Samstagmorgen. Von den gestrichenen Abflügen waren demnach rund 1.500 Passagiere betroffen, die meisten seien aber wieder nach Hause gegangen oder hätten in Hotels übernachtet, sagte Harder.

Zeitweise mussten Passagiere während des Gewitters auch in gerade gelandeten Maschinen ausharren. "Wenn wir Blitzwarnungen haben, dürfen unsere Mitarbeiter nicht aufs Rollfeld und weiter abfertigen und die Fluggäste dürfen auch nicht aussteigen. Das ist zu gefährlich", sagte Harder.

Regionalzug in Thüringen entgleist

Am Freitagabend entgleiste ein Regionalzug in Ostthüringen. Er fuhr bei Stadtroda - zwischen Jena und Gera - in eine Geröll- und Schlammlawine, die nach einem Unwetter auf die Gleise gerutscht war, wie eine Bahnsprecherin mitteilte.

Nach Angaben des Lagezentrums der Thüringer Polizei wurden sieben Menschen leicht verletzt. Der Regionalexpress RE 1 war von Glauchau (Sachsen) nach Göttingen (Niedersachsen) unterwegs.

Der Verkehr auf der Bahnstrecke Hermsdorf-Klosterlausitz-Göschwitz wurde unterbrochen. Dort wurde am Samstagmorgen der Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

Die Bergung des verunglückten Regionalzuges bei Stadtroda in Thüringen soll am Samstagnachmittag beginnen. Ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte, ein Kran werde mittags an der Unfallstelle sein. Wann die Strecke wieder befahrbar sein soll, ist noch nicht klar.

Bildergalerie starten

Unwetter über Deutschland: Ein turbulenter Start in den Sommer

Harmloser Sommerregen? Sicher nicht! In Teilen Deutschlands kam es diese Woche zu ersten heftigen Unwettern mit Starkregen und Sturzfluten.

Bis zu 40 Liter pro Quadratmeter

Auch in anderen Teilen Thüringens sowie regional in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern oder auch dem Osten Niedersachsens und Hamburg gab es viel Regen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Abend berichtete.

Mitunter seien bis zu 40 Liter Regen pro Quadratmeter niedergegangen, auch Hagel. Zudem seien Sturmböen registriert worden.

Verkehrsbehinderungen auch in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt führten die Regenmassen in der Nacht zum Samstag zu Überschwemmungen. Wie die Polizeistellen mitteilten, wurde die Autobahn 38 bei Querfurt durch den Starkregen überspült. Wegen Schotter auf der Fahrbahn in Richtung Leipzig gab es eine Vollsperrung.

Auf der A14 bei Bernburg gelangte Schlamm auf die Fahrbahn. Zudem drückte der Regen im Magdeburger Raum einige Gullydeckel hoch und Bäume stürzten um.

Nach Angaben der Deutschen Bahn wurden außerdem die Bahngleise auf der Strecke zwischen Naumburg und Nebra unterspült. Der Zugverkehr zwischen Karsdorf und Nebra war bis auf weiteres unterbrochen.

Hagelkörner bis drei Zentimeter

Die Feuerwehren hatten auch im Raum München viel zu tun, das allerdings schon am Freitagnachmittag. Es blieb aber meist bei kleineren Schäden. Straßen waren kurzzeitig weiß von Hagel, Regenrinnen liefen über.

"Es war durchaus ein kräftiges Gewitter", berichtete ein DWD-Meteorologe. Die Hagelkörner seien bis zu drei Zentimeter groß gewesen.

Auch in anderen Regionen Oberbayerns und Niederbayerns, aber auch in Oberfranken gab es Unwetter.

Im Westen kühl, im Osten heiß

Insgesamt war das Wetter in Deutschland am Freitag zweigeteilt: Im Westen wurden nur etwa 15 bis 20 Grad erreicht, in der Osthälfte herrschten bei strahlendem Sonnenschein bis zu 30 Grad.

Laut DWD wurden im Osten für den Monat Mai extrem hohe Temperaturen gemessen - zum Beispiel 30,7 Grad in Berlin-Tegel, 30,5 Grad in Potsdam und 30,4 Grad in Cottbus.

Die Spannung angesichts der Temperaturunterschiede entlud sich dann in Unwettern.

Die Wolken begannen nachmittags im Südosten zu quellen. Es folgten lokal kräftige Gewitter mit heftigem Starkregen. So herrschte am Vormittag zum Beispiel in Südbayern noch der Sommer, doch dann kamen Unwetter mit Hagel, Wind und einem heftigen Temperatursturz. (cai/dpa)


Bildergalerie starten

Von Blutregen bis Wolkenloch: Verrückte Wetterphänomene

Blutregen, Wolkenloch, Vulkanblitz: Wenn bestimmte Wetter-Bedingungen zusammenkommen, entstehen außergewöhnliche Phänomene.