Der Dienstag war ein extrem stürmischer Tag für Deutschland, zumindest was die Wetterlage betrifft. Zunächst gab es Höchsttemperaturen von örtlich bis zu 27 Grad, dann zog von Norden her ein schweres Gewitter auf und vertrieb die Sommerhitze. Teilweise kam es sogar zur Bildung von Tornados. Das Wetter in den nächsten Tagen entfernt sich von solchen Extremen und normalisiert sich bei Temperaturen um 20 Grad. Erst kommende Woche wird es wieder richtig heiß.

Auf die schwüle Hitze vom Vormittag folgte am Dienstag vielerorts ein heftiges Unwetter, das zahlreiche Bäume entwurzelte und auch für die Menschen zur Gefahr wurde. Verantwortlich dafür war das Tief "Zoran", das eine Kaltfront nach Deutschland brachte. Selbst Tornados suchten Deutschland heim, vor allem die Kleinstadt Bützow in Mecklenburg-Vorpommern. Dort wurden zahlreiche Menschen verletzt. In Hamburg kam bei den heftigen Unwettern sogar ein Mensch ums Leben.

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Deutschland ist ein "Tornadoland"

In Zukunft und vor allem in den Sommermonaten dürfte es immer häufiger zu solch extremen Wetterereignissen wie am Dienstag kommen. Dominik Jung vom Portal wetter.net bezeichnet Deutschland sogar als "Tornadoland" und "Tornado-Hochburg in Europa". Im Schnitt sei hierzulande mit 40 bis 50 Tornados pro Jahr zu rechnen. Sie sind jedoch in der Regel weniger verheerend als in den USA. Trotzdem: Die meisten Beobachtungen von Tornados in Europa kommen aus Deutschland. Ob das daran liegt, dass hier solche Unwetter gewissenhafter gemeldet würden, vermag der Wetterexperte allerdings nicht einzuschätzen.

Dienstag war dabei erst der Auftakt: Die Tornado-Saison beginnt in Deutschland eigentlich erst im Juni und dauert bis in den August hinein. Die Gewitter treten häufig in unbewohnten Gebieten auf, wenn sie aber in Städten und Dörfern wüten, sind die Schäden katastrophal.

So verhalten Sie sich bei Tornados richtig

Die Vorhersage gestaltet sich bei Tornados schwierig, da sie kurzfristig und kleinräumig auftauchen. Schwächere Tornados mit geringen Auswirkungen werden oft weder vom Wetterradar noch von Satelliten entdeckt. Stattdessen nutzt der Deutsche Wetterdienst (DWD) rotierende Gewitterwolken, sogenannte Superzellen, als Hinweisgeber für aufziehende Tornados. Allerdings erzeugen maximal zehn Prozent aller Superzellen Tornados. Auch unabhängig von diesen rotierenden Wolken können kleinere Tornados entstehen.

Massive Steinhäuser und Kellerräume bieten den besten Schutz, wenn ein Tornado aufzieht. Wer sich im Freien befindet, sollte stets auf eine Distanz von einem Kilometer zum Tornado ausweichen. In dieser Entfernung ist man in der Regel sicher. Wer keine Zeit hat, um sich in Sicherheit zu bringen, legt sich am besten flach auf den Boden und wartet, bis der Sturm weitergezogen ist. Auf der Erde liegend ist die Gefahr am geringsten, von umherfliegenden Gegenständen getroffen zu werden. Die US-Wetterbehörde NOAA sagt Deutschland einen wechselhaften Sommer voraus, es kann also durchaus zu weiteren Tornados kommen.

So wird das Wetter in der kommenden Woche

In den kommenden Tagen entspannt sich die Wetterlage wieder. Die Temperaturen sind nicht mehr so hoch wie am Dienstag und auch die Sonne wird sich zeigen. Bis zum Ende der Woche bleibt es freundlich, zum Wochenende hingegen kündigen sich erneut Niederschläge an. Diese werden laut Prognose aber weniger extrem als zuletzt.

Donnerstag: 13 bis 20 Grad, im Süden recht schön, im Norden wieder Schauer.

Freitag: 18 bis 25 Grad, angenehmes Frühsommerwetter, lokal abends im Südwesten Gewitter.

Samstag: 15 bis 25 Grad, im Osten noch mal warm, sonst viele Wolken, Regen oder Schauer.

Sonntag: 11 bis 18 Grad, immer wieder Schauer dazwischen auch mal Sonnenschein.

Montag: 16 bis 25 Grad, wieder ein deutlicher Sprung nach oben, das Wochenende ist vorbei und die Sonne kehrt im ganzen Land zurück.

Dienstag: 22 bis 29 Grad, vielleicht reicht´s wieder knapp für einen Hitzetag, freundlich und weitgehend trocken.

Mittwoch: 12 bis 21 Grad, die Temperaturen stürzen wieder ab, es gibt kräftige Regenfälle und auch einzelne Gewitter.

(sag)