Ein Löscheinsatz in einem Motorradladen in Sankt Augustin endet mit einer Tragödie: Zwei Feuerwehrleute kommen ums Leben. Mehrere Einsatzkräfte werden verletzt. Die ganze Stadt ist in Trauer und auch Ministerpräsident Hendrik Wüst zeigt seine Anteilnahme. Unterdessen gehen die Räumarbeiten vor Ort weiter.

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Nach einem Löscheinsatz in Sankt Augustin bei Bonn sind zwei vermisste Feuerwehrleute tot entdeckt worden. Ihre Leichen wurden am Montagmorgen während der Bergungsarbeiten gefunden, wie die Stadt per Facebook mitteilte.

Das Feuer in dem Motorradladen war am Sonntagmittag aus noch ungeklärter Ursache ausgebrochen. Die Ermittlungen zum Auslöser laufen. Weitere Hintergründe sind nach Angaben der Polizei vom Montagmorgen im Laufe des Tages zu erwarten.

Bei den beiden handele sich um einen Mann und eine Frau der Freiwilligen Feuerwehr, hatte Bürgermeister Max Leitterstorf noch am Sonntagnachmittag gesagt. "Dieses tragische Ereignis macht uns alle bestürzt und fassungslos", betonte er nach dem Fund der Leichen. "In erster Linie sind unsere Gedanken und unser Mitgefühl bei den Familien und Angehörigen der beiden sowie bei ihren Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Sankt Augustin", hieß es weiter. Die Stadt werde die beiden Mitglieder der Feuerwehr nie vergessen.

Brand in St. Augustin: Löscharbeiten sind inzwischen abgeschlossen

Die Löscharbeiten sind inzwischen zwar abgeschlossen. Wie ein Sprecher der Polizei am Montagmorgen mitteilte, dauern die Räumarbeiten jedoch noch mehrere Tage an. Ein Brandermittler werde sich vor Ort noch ein Bild machen müssen.

Nach Angaben der Stadt kommt es wegen der Arbeiten auch am Morgen noch zu Verkehrsbeeinträchtigungen in der Innenstadt des Stadtteils Niederpleis. Autofahrer werden gebeten, das Gebiet weiträumig zu umfahren. Ebenso bleibe ein Kindergarten geschlossen. Über die Räumarbeiten am Brandort hinaus sind die Stadt Sankt Augustin sowie das gesamte Bundesland Nordrhein-Westfalen in tiefer Trauer.

Hendrik Wüst äußert Anteilnahme am Tod der Feuerwehrleute

Auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) äußerte per Twitter seine Anteilnahme. "In tiefer Trauer gedenken wir der mutigen Feuerwehrleute, die heute ihr Leben bei einem Einsatz in Sankt Augustin verloren haben." Ihr selbstloser Einsatz verdiene den größten Respekt, schrieb er weiter. Seine Anteilnahme gelte den Hinterbliebenen.

Ebenso zeigte sich der Deutsche Feuerwehrverband betroffen. "Wir sind erschüttert!", schrieb Verbandspräsident Karl-Heinz Banse bei Twitter. Seine Gedanken seien bei den Familien der Verstorbenen.

Brand brach aus noch ungeklärter Ursache in einem Motorradladen aus

Mehr als 200 Einsatzkräfte waren vor Ort, um den Brand in dem Motorradgeschäft mit angrenzender Werkstatt zu löschen. Elf von ihnen seien verletzt worden, fünf der Verletzten in Krankenhäuser gebracht worden. Die Verletzungen hätten auch mit der großen Hitze am Sonntag zu tun. Die Brandursache war zunächst unklar.

Nach dem Vorfall sei die gesamte freiwillige Feuerwehr von Sankt Augustin außer Dienst gestellt worden, sagte Leitterstorf. Feuerwehrleute aus anderen Kommunen hätten die Löscharbeiten übernommen.

Die Feuerwehr war gegen 11:18 Uhr alarmiert worden. Der Brandort lag in einer zentral gelegenen Straße mit Wohnhäusern und Geschäften. Anwohnerinnen und Anwohner wurden gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten, wie der Sprecher sagte. Dafür sei unter anderem über die Warn-App "Nina" eine Meldung verschickt worden. (dpa/ank)

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