Der Bundesrat hatte die Schließung von Schweizer Skigebieten aufgrund der Coronavirus-Ausbreitung angewiesen. Doch der Titlis hielt am Samstag den Skibetrieb noch aufrecht – was zahlreiche Wintersportler ausnutzten.

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Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus bringen zahlreiche Einschränkungen mit sich. Die Wintersportler müssen vielerorts die Skier in die Ecke stellen, viele Skigebiete haben ihren Betrieb eingestellt. Die Titlis-Bergbahnen konnten am vergangenen Samstag allerdings noch genutzt werden, wie die "Luzerner Zeitung" berichtet.

Laut Angabe von Norbert Pratt, CEO der Titlis-Bahnen, tummelten sich rund 4.000 Personen auf den Pisten – Das seien 25 Prozent weniger als an einem normalen Wochenende.

Kritik an Aufrechterhaltung des Skibetriebs

Bundesrat Alain Berset bezeichnete am Samstag im Interview mit dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) die Aufrechterhaltung des Betriebs als illegal, nachdem der Bund am Freitag die Einschränkungen wegen des Coronavirus verordnet hatte. "Das war eine schwierige Situation, der Bund hat unklar kommuniziert", erklärt Pratt dazu gegenüber der "Luzerner Zeitung".

In der Verordnung des Bundesrats heiße es klar, dass ein Skibetrieb möglich ist, schließlich sei ein Skibetrieb keine Veranstaltung. "Zudem unterstehen wir dem Bundesamt für Verkehr und sind somit ein Verkehrsbetrieb. Wir haben uns an die Verordnung gehalten, Bundesrat Berset hat dann aber etwas anderes gesagt, nämlich, dass auch der Skibetrieb eingestellt werden muss", so Pratt.

Kurzarbeit angekündigt

Am Samstagabend war jedoch Schluss: Die Titlis-Bahnen wurden nach regulärem Betrieb bis 17 Uhr eingestellt und werden mindestens den kompletten April über stillstehen.

Die Anlagen auf dem Titlis wären eigentlich bis 24. Mai geöffnet gewesen. "Nur im Mai zu öffnen, macht wenig Sinn", erklärt Pratt.

Das Unternehmen werde ein Gesuch für Kurzarbeit stellen, so der CEO. "Unsere Aufgabe ist es, den Betrieb geordnet herunterzufahren und unseren Verpflichtungen – etwa Lohnzahlungen – weiterhin nachzukommen."

Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung hätten die Rahmenbedingungen dafür festgelegt – "das heißt, jeder Mitarbeiter kann diesbezüglich beruhigt sein." (jom)  © 1&1 Mail & Media / SN

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