In der WM-Stadt Moskau ist ein Taxifahrer in eine Menschenmenge gerast. Nach aktuellem Ermittlungsstand hat der Mann die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Acht Menschen wurden verletzt, darunter sollen auch Fans des morgigen DFB-Gegners Mexiko sein.

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Ein Taxifahrer hat am Auftaktwochenende der Fußball-Weltmeisterschaft im Moskauer Stadtzentrum mehrere Passanten angefahren. Auf Bildern einer Überwachungskamera war zu sehen, wie das Auto sich zunächst in der Nähe des Roten Platzes hinter anderen Fahrzeugen einreihte und dann abrupt auf den Bürgersteig zusteuerte. Dabei fuhr das Auto direkt in eine Gruppe Passanten. Als das Auto nach wenigen Metern stoppte, versuchten Anwesende den Taxifahrer festzuhalten. Dieser versuchte daraufhin zu flüchten, wurde jedoch nach Angaben der Moskauer Behörden vom Samstag kurz darauf festgenommen.

Insgesamt seien acht Menschen verletzt worden. Unter den Verletzten sollen auch Fußball-Fans aus Mexiko, wie die Botschaft in Moskau mitteilte. Keiner von ihnen befinde sich im kritischen Zustand.

Kontrolle über Fahrzeug verloren

Der Vorfall ereignete sich in der belebten Ilinkastraße, wenige Hundert Meter vom Kreml entfernt. Dort befinden sich zahlreiche Cafés und Restaurants, zudem feiern dort seit der WM-Eröffnung am Donnerstag besonders viele Fußball-Fans.

Nach offizieller Darstellung habe der Mann, der aus dem zentralasiatischen Land Kirgistan stammen soll, die Kontrolle über das Fahrzeug verloren. Das twitterte der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin am Samstag. Die Situation sei jedoch unter Kontrolle, alle Verletzte seien versorgt.

Zunächst kursierte das Gerücht, dass der Taxifahrer betrunken gewesen sein soll. Bei einer Blutuntersuchung sei jedoch kein Alkohol gefunden worden, sagte eine nicht näher genannte Quelle der Agentur Interfax.

Andere Versionen gehen davon aus, dass der Mann kurz eingeschlafen und mit dem Fuß auf das Gaspedal gekommen sei. Ein Terroranschlag wurde bislang ausgeschlossen.

Hohe Sicherheitsvorkehrungen

Die Sicherheitsvorkehrungen während der WM sind in den elf Austragungsorten extrem hoch, auch um einen möglichen Terroranschlag zu vermeiden. Tausende Polizisten und Einsatzkräfte sind unterwegs; Fans, Touristen und Einwohner werden an jeder Metrostation und öffentlichen Einrichtungen kontrolliert.

In Russland wurden in der Vergangenheit immer wieder Terroranschläge verübt. Im April 2017 hatte sich ein Mann aus Zentralasien in der Metro in St. Petersburg in die Luft gesprengt. Mehr als ein Dutzend Menschen waren dabei getötet worden. (mc/dpa)  © dpa