Er hatte einer schwangeren Syrerin medizinische Hilfe verweigert, worauf ihr Baby starb: Ein Schweizer Grenzwächter wurde jetzt zu einer bedingten Freiheitsstrafe verurteilt.

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Das Militärgericht in Bern hat einen Schweizer Grenzwächter zu einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen a 150 Franken verurteilt. Die Begründung: Fahrlässige Körperverletzung, versuchter Schwangerschaftsabbruch und mehrfaches Nichtbefolgen von Dienstvorschriften.

Die Staatsanwaltschaft hatte im Vorfeld bis zu sieben Jahre Haft gefordert. Der Beamte habe genauso wie ein Kollege "jegliche Menschlichkeit" vermissen lassen, hieß es.

"Willkürlich, unmenschlich, erniedrigend gehandelt"

Er habe gegenüber Frau in den Wehen willkürlich, unmenschlich und erniedrigend gehandelt. Der Grenzwächter habe vorgezogen, zu rauchen statt Hilfe zu holen.

Die im achten Monat schwangere Frau gehörte zu einer Gruppe von Flüchtlingen, die im Juli 2014 nach Italien zurückgebracht wurden. Der Ehemann der stark blutenden Syrerin habe den Grenzwächter mehrfach eindringlich auf Englisch um Hilfe gebeten.

Dieser habe aber alle Bitten mit dem Verweis ignoriert, die Familie sei selbst schuld, mit einer Schwangeren eine Reise anzutreten. Zudem habe die planmäßige Weiterfahrt der Gruppe nicht verzögert werden sollen.

Der Vorfall an einem Freitagabend hat laut Anklage den Feierabend des Angeklagten gestört. Bei der Ankunft in Italien war die Frau zusammengebrochen, das Baby tot zur Welt gekommen.

Die Staatsanwaltschaft vermisste Schuldbewusstsein des Grenzwächters vor Gericht. Der Mann sagte, er habe nicht erkannt, dass es sich um einen Notfall handle, seine Verteidiger forderten einen Freispruch.

(af mit Material der dpa)

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