Ein junger Schweizer muss wegen Verbreitung von kinderpornografischem Material zum Arbeitsdienst antreten. Er hatte einen 20 Sekunden dauernden Film weiterverbreitet. Wer darauf zu sehen ist, bleibt unklar.

In St. Gallen ist ein Jugendlicher wegen des Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornografie verurteilt worden. Auslöser war ein Kurzfilm, der Ende Oktober in der Primarschule Grossacker kursierte.

Unklar ist, wer den Film gedreht hat, wo er aufgenommen wurde und wer genau darin zu sehen ist: Laut Staatsanwaltschaft St. Gallen konnte die Identität der Beteiligten nicht festgestellt werden.

Es wurde lediglich ein Jugendlicher ermittelt, der den Kurzfilm besaß und via WhatsApp anderen Jugendlichen weiterleitete. Er wurde daher "wegen des Besitzes und der Verbreitung von (Kinder-) Pornographie mit Strafbefehl zu einer Arbeitsleistung verurteilt", wie die Staatsanwaltschaft mitteilt.

In dem rund 20 Sekunden dauernden Film sind zwei unter 16-Jährige zu sehen, die Geschlechtsverkehr simulieren. Aufgenommen wurde die Sequenz im Freien in einem Treppenabgang.

Schulleitung hatte Polizei informiert

Beide Jugendlichen sind bekleidet und stehen hintereinander. Am Ende des Kurzfilms ist jedoch kurz der Penis des hinteren Knaben zu sehen. Ferner ist erkennbar, dass der vordere Knabe die Hose und Unterhose unter die Pobacke hinuntergezogen hat.

Die Jugendanwaltschaft des Kantons St. Gallen kam zu Schluss, dass der Kurzfilm sexuelle Handlungen unter Minderjährigen darstellt und deshalb unter den Tatbestand der Pornographie nach Artikel 197 des Strafgesetzbuchs (StGB) fällt.

Die Schulleitung der Primarschule Grossacker hatte die Kantonspolizei Ende Oktober darüber informiert, dass in einer WhatsApp-Gruppe ein Video mit mutmaßlich kinderpornografischem Inhalt aufgetaucht war. (ank)