Großeinsatz der Rettung in Aschach (Eferding) in Oberösterreich: Wegen eines Säureaustrittes im Werk des Stärkeherstellers Agrana mussten 200 Mitarbeiter in Sicherheit gebracht werden. Dutzende wurden verletzt.

Im Werk Agrana im oberösterreichischen Aschach ist es laut der Polizei am Mittwoch zu einem Säureaustritt gekommen. Neun Personen dürften schwer, 37 leicht verletzt sein, berichten die "Oberösterreichischen Nachrichten".

Rund 40 Personen seien in Spitäler nach Linz und Wels eingeliefert worden, bestätigte Birgit Gitterle vom Roten Kreuz Eferding der APA. Die Betroffenen hätten großteils über Atemwegsprobleme geklagt, nachdem sie das Gas eingeatmet hatten.

Chlorgas und vermutlich Salzsäure ausgetreten

Vermutet wird derzeit, dass es sich bei dem ausgetretenen Gas um Chlorgas handle, zudem soll Salzsäure ausgetreten sein.

Seit kurz vor 8:00 Uhr sind drei Feuerwehren und drei Hubschrauber im Einsatz, außerdem seien das Rote Kreuz mit 20 Fahrzeugen und der Samariterbund Feldkirchen mit sechs Fahrzeugen an Ort und Stelle.

Die Sprecherin des Roten Kreuzes bestätigte gegenüber dem ORF, dass das gesamte Firmengelände vorsorglich evakuiert wurde.

"Wir wissen von einem Gasaustritt, einer Explosion am Werksgelände. Näheres ist noch nicht bekannt“, so ihre offizielle Aussage.

Handelte sich wohl um technisches Gebrechen

Auch die Ursache ist bisher unklar. Laut "Oberösterreichischen Nachrichten" kam es beim Abpumpen zu dem Vorfall.

Ein Agrana-Sprecher sagte auf APA-Anfrage, dass es sich um ein technisches Gebrechen gehandelt haben dürfte, was aber eben noch offen sei. Gleiches gelte für die Schadenssumme, die noch nicht erhoben ist.

Chlorgas ist ein stechend riechendes Gift. Wird es eingeatmet, greift es Atemwege und Lunge an. In hohen Konzentrationen führt es zu Atemnot und schließlich zum Tod.

Agrana hat 55 Standorte weltweit, 8600 Mitarbeiter und einen Umsatz von 2,6 Milliarden Euro. (af/fte/APA)