Anders als andere osteuropäische Staaten verhängt das EU-Land Rumänien kein Importverbot für Getreide und andere Lebensmittel aus der Ukraine. Dies erklärte der rumänische Landwirtschaftsminister Petre Daea am Freitag nach einem Treffen mit seinem ukrainischen Amtskollegen Mykola Solski.

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Seit dem vergangenen Wochenende haben Polen, Ungarn, die Slowakei und Bulgarien den Import von Getreide aus der Ukraine vorläufig verboten. Die osteuropäischen Länder begründeten dies mit der Verzerrung ihrer eigenen Binnenmärkte wegen der billigen ukrainischen Produkte. Diese genießen derzeit infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Zollfreiheit in der EU. Die Slowakei begründete ihre Maßnahmen außerdem mit einem über EU-Normen liegenden Pestizid-Gehalt in einigen ukrainischen Getreideproben.

"Wir erwarten eine schwierigere Situation für das Land, da andere ihre Grenzen geschlossen haben", zitierte die Nachrichtenagentur Mediafax den rumänischen Minister Daea am Freitag. Zugleich nehme man in Bukarest die Testergebnisse aus der Slowakei ernst. Deshalb würde der rumänische Zoll nun bei Transitladungen aus der Ukraine Proben entnehmen, die Fahrzeuge plombieren und ihren Weg durch elektronische Datenerfassung verfolgen. Sein ukrainischer Kollege Solski habe Verständnis für die Maßnahmen gezeigt, fügte er hinzu.

Zugleich kämpfen auch Rumäniens Landwirte mit Problemen durch den Import von billigem ukrainischem Getreide. Die Regierung in Bukarest beschloss deshalb am Donnerstag eine Erhöhung der diesbezüglichen Kompensationszahlungen. Durch Osteuropa verlaufen wichtige Transitrouten für die ukrainischen Getreideexporte. Deren Bedeutung erhöhte sich, weil der bisherige Transport auf Schiffen über das Schwarze Meer wegen russischer Blockaden nur eingeschränkt nutzbar ist.  © dpa

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