• R. Kelly steht erneut vor Gericht.
  • Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Ex-Popstar schwere Vorwürfe erhoben.
  • Neben der Anklage der Vergewaltigung von Minderjährigen geht es auch um die Herstellung von Kinderpornografie.

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Zum inhaltlichen Start des neuen Prozesses gegen Ex-Popstar R. Kelly hat die Staatsanwaltschaft schwere Vorwürfe gegen den 55-Jährigen erhoben. "Der Angeklagte Robert Kelly hatte Sex mit mehreren Kindern. Er machte Videobänder von sich selbst beim Sex mit kleinen Kindern", sagte Ankläger Jason Julien am Mittwoch (Ortszeit) dem TV-Sender CNN zufolge in seinem Eröffnungsplädoyer in Chicago. Julien kündigte außerdem an, dass ein mutmaßliches Opfer Kellys aussagen werde: Die damals 14-Jährige war demnach in einem vor über 20 Jahren gedrehten und weltbekannt gewordenen Video zu sehen. Darin soll der Musiker sie sexuell missbraucht und auf sie uriniert haben.

Nur wenige Wochen nach seiner Verurteilung zu 30 Jahren Haft wegen des Missbrauchs Minderjähriger ist Kelly in Chicago in 13 Punkten angeklagt: Unter anderem wegen der Herstellung von Kinderpornografie in mehreren Fällen, der Verleitung Minderjähriger zu sexuellen Handlungen und der Behinderung der Justiz. Auch zwei seiner früheren Angestellten sind angeklagt.

R. Kelly vor Gericht

Missbrauchsprozess: Sänger R. Kelly für schuldig befunden

Der einstige Pop-Superstar R. Kelly hat alle Missbrauchsvorwürfe immer wieder zurückgewiesen. Jetzt aber wurden sie vor einem Gericht noch einmal detailliert vorgetragen - und die Jury befand Kelly für schuldig. Eine lange Strafe droht.

R. Kelly: Im Prozess zu dem Fall 2008 freigesprochen

Das Video mit der damals 14-Jährigen wird in dem Prozess eine zentrale Rolle spielen. Kelly war in einem früheren Prozess zu dem Fall 2008 freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm nun vor, das Opfer damals unter Druck gesetzt zu haben, damit sie nicht in dem Prozess aussagt.

Kellys Anwältin Jennifer Bonjean betonte bei ihrem Eröffnungsplädoyer gegenüber den zwölf Geschworenen in Anwesenheit Kellys, dass die angekündigte Aussage der Zeugin im Widerspruch mit ihren Darstellungen in der Vergangenheit steht: "In den letzten 22 Jahren hat sie unerbittlich bestritten, dass sie es in diesem Video war. Bevor es zu strafrechtlichen Ermittlungen kam, hat sie es bestritten. Sie hat es wiederholt gegenüber Staatsanwälten bestritten, sie hat es gegenüber Sozialarbeitern und Polizeibeamten bestritten. Sie hat es unter bestritten Eid vor einer Grand Jury."

Der Prozess soll etwa einen Monat dauern. Kelly drohen erneut Jahrzehnte in Haft. (dpa/sap)  © dpa