Ein 73 Jahre alter Pensionist ist an einem Cocktail aus Potenz- und Schlafmitteln verstorben. Gegen seine Geliebte wurde nun Anklage erhoben.

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Im Juni 2017 hatten Beamte der Polizei die Leiche eines 73-Jährigen in einer Plastiktonne gefunden. Gegen seine 61 Jahre alte Lebensgefährtin ist nun Anklage erhoben worden. Der Deutschen werden Körperverletzung mit Todesfolge und noch weitere Delikte zur Last gelegt.

Die Beschuldigte soll den Pensionisten im Frühjahr 2017 "kennen und lieben" gelernt haben, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Salzburg am Donnerstag aus der Anklageschrift zitierte. Danach soll sie in sein Haus am Mattsee gezogen sein.

Anfang Juni sei es dann zu einem verhängnisvollen Liebesspiel gekommen, nach dem der 73-Jährige verstarb. Die beiden nahmen der Anklageschrift zufolge Alkohol zu sich, der Mann zusätzlich noch Potenzmittel.

Als die Beschuldigte genug hatte, soll der Verstorbene jedoch aufgrund des Alkohols und Potenzmittels noch "aufgedreht" gewesen sein.

Der Staatsanwaltschaft zufolge löste die 61-Jährige daraufhin sechs Tabletten des Schlafmittels Halcion in einem Getränk auf und gab es ihrem Lebensgefährten zu trinken. Anschließend sei dieser bewusstlos geworden und letztlich gestorben.

Laut Anklageschrift hatte die 61-Jährige dem Pensionisten nicht mitgeteilt, dass sich Schlafmittel in seinem Getränk befanden.

"Sie hat den Mann außer Gefecht setzen wollen und dabei in Kauf genommen, dass sie ihn an der Gesundheit schädigt, wobei der Tod fahrlässig eingetreten ist", sagte die Staatsanwaltschaftssprecherin.

Die Frau bestreitet den Vorwurf: Ihr Lebensgefährte habe die Lösung freiwillig getrunken.

Leiche in Plastiktonne gesteckt

Als sie den 73-Jährigen am folgenden Tag tot im Bett vorfand, soll die Deutsche den Leichnam ihres Lebensgefährten mit Plastiksäcken umwickelt und in eine Tonne in der Garage abgelegt haben.

Die Ex-Frau des Verstorbenen sowie ein Nachbar wunderten sich laut Staatsanwaltschaft über das Verschwinden des Mannes und alarmierten die Polizei. Diese fanden seine Leiche am 27. Juni stark verwest in der Tonne.

Eine Obduktion ergab, dass der Tote 0,82 Promille Alkohol im Herzblut hatte sowie Spuren von Triazolam, Wirkstoff des Schlafmittels Halcion.

Seither sitzt die Beschuldigte in Untersuchungshaft. Die Anklage lautet auf Körperverletzung mit tödlichem Ausgang sowie Störung der Totenruhe, schweren Diebstahl, Urkundenunterdrückung und Entfremdung unbarer Zahlungsmittel.

Beschuldigte stand bereits 15 Mal vor Gericht

Die zweifach geschiedene Frau hatte in Deutschland bereits 15 Mal vor Gericht gestanden, elf Mal wegen Vermögensdelikten. So soll sie einem ehemaligen Lebensgefährten den Pass und einem weiteren Mann zwei Goldketten entwendet haben.

Auch dem 73 Jahre alten Verstorbenen habe sie sein Mobiltelefon und seine Kreditkarten gestohlen, hieß es vonseiten der Staatsanwaltschaft.

Zudem soll sie versucht haben, seinen Pkw für 4.500 Euro zu veräußern, und in seinem Namen Bestellungen getätigt haben, bei denen sie sich als seine Witwe ausgab. Diese Taten blieben laut Staatsanwaltschaft jedoch beim Versuch.

Die Anklage der Staatsanwaltschaft Salzburg ist noch nicht rechtswirksam, da deutsche Behörden einen Auslieferungsantrag für die Frau gestellt haben. Die Beschuldigte hat in Augsburg noch eine Haftstrafe wegen Vermögensdelikten zu verbüßen. (arg)