Knapp zehn Monate nach dem gewaltsamen Tod einer Kunsthistorikerin im Berliner Tiergarten ist ein 18-Jähriger wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Das Landgericht Berlin sah es am Montag als erwiesen an, dass der aus Tschetschenien stammende Vorbestrafte die 60-Jährige im September 2017 auf ihrem Heimweg erdrosselt und ausgeraubt hatte.

Der Mann wurde des Mordes in Tateinheit mit Raub mit Todesfolge schuldig gesprochen, wie eine Gerichtssprecherin sagte. Das Gericht wandte bei dem Heranwachsenden nicht das mildere Jugendstrafrecht an.

Ilyas A. soll die 60-Jährige laut Anklage im vergangenen September erwürgt haben, um einen Raub zu verschleiern. Das Gericht folgte mit seinem Urteil der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Wehrloses Opfer heimtückisch getötet

Die Anklage warf dem aus Tschetschenien stammenden 18-Jährigen vor, die arg- und wehrlose Susanne F. heimtückisch getötet zu haben.

Der Fall vom vergangenen Herbst hatte für großes Aufsehen gesorgt. Die Kunsthistorikerin war am Abend auf dem Heimweg aus einem Biergarten in Berlins größtem Stadtpark überfallen worden.

Ihr Leichnam konnte erst nach drei Tagen in einem Gebüsch gefunden werden, wo sie ihr Mörder versteckt haben soll.

Weil der Angeklagte kein Aufenthaltsrecht hat, löste der Fall eine Debatte über die Abschiebepraxis aus. (mwo/dpa/afp)