Mexiko: Proteste und Gewalt nach Tod eines Mannes in Polizeigewahrsam

Wie in den USA wüten nun auch in Mexiko heftige Proteste, nachdem ein Mann in Polizeigewahrsam ums Leben gekommen ist. Autos brennen, Demonstranten und ein Polizist wurden festgenommen.

Wie in den USA wüten nun auch in Mexiko heftige Proteste.
Heftige Aufstände gab es vor dem Regierungspalast in Guadalajara, der Hauptstadt des Bundesstaates Jalisco.
Hintergrund der Aufstände ist der Tod von Giovanni Lopez, der nach seiner Festnahme bereits am 5. Mai in Polizeigewahrsam ums Leben gekommen war. Der Vorfall wurde nun bekannt.
Nach Angaben der örtlichen Polizei sei López wegen eines Verwaltungsvergehens und eines Angriffs auf Polizisten festgenommen worden, schrieb der Gouverneur von Jalisco, Enrique Alfaro, bei Twitter. Es sei aber eine "Gräueltat", was geschehen sei.
In einer Online-Petition mit mehr als 100.000 Unterschriften hieß es, Polizisten hätten López zu Tode gefoltert. Hinterher habe der Bürgermeister von Ixtlahuacán dessen Bruder 200.000 Peso - umgerechnet rund 8.000 Euro - geboten, um diesen zum Schweigen zu bringen.
In Jalisco hat das Kartell Jalisco Nueva Generación (CJNG) viel Macht. Auf das Konto von Kartellen und anderen Banden, die in Drogenhandel, Entführungen und Erpressung verwickelt sind, geht ein Großteil der Gewalt in Mexiko.
Die mexikanische Vertretung des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte verurteilte López' Tod und forderte eine unabhängige Untersuchung.