Der Fall Madeleine McCann: Eine Chronologie

Am 3. Mai 2007 verschwindet die damals dreijährige Madeleine McCann aus einer Ferienanlage im portugiesischen Praia da Luz. Bis heute wurde sie nicht gefunden. Die Chronologie des Falls Maddie.

Am 3. Mai 2007 gehen die Eltern von Madeleine McCann mit Freunden in einer Ferienanlage im portugiesischen Praia da Luz essen. Die Kinder, Madeleine und die Zwillinge Sean und Amelie, lassen sie in ihrer Ferienwohnung alleine schlafen, sehen jedoch alle halbe Stunde nach ihnen. Bei einem dieser Checks ist Maddies Bett leer. Die Dreijährige ist spurlos verschwunden.
Mit Madeleines Lieblingsstofftier in der Hand wenden sich ihre Eltern Kate und Gerry McCann in den folgenden Tagen immer wieder an die Öffentlichkeit und flehen mögliche Entführer an, ihr Kind freizulassen.
Die Eltern entschließen sich, vorerst in Portugal zu bleiben, während die Suche nach ihrer Tochter anhält. Inzwischen wird der Ort von Medienvertretern aus aller Welt belagert. Am 15. Mai präsentiert die Polizei einen ersten Verdächtigen: einen an der Algarve lebenden Briten. Eine Hausdurchsuchung bleibt jedoch ohne Ergebnis.
Die portugiesische Polizei steht unter gewaltigem Druck. Am 24. Mai 2007 veröffentlicht sie die Beschreibung eines Mannes, der in der Nacht von Maddies Verschwinden ein Kind vom Haus weggetragen haben soll. Die Spur verläuft jedoch auch im Nichts.
Am 29. Mai 2007 empfängt Papst Benedikt XVI. Kate und Gerry McCann am Rande einer Generalaudienz. Maddies Eltern reisen zudem unter anderem nach Deutschland und in die Niederlande, um die Aufmerksamkeit für die Suche nach ihrer Tochter hoch zu halten.
Immer wieder wird die Ferienwohnung der McCanns in Praia da Luz untersucht. Im August 2007 schlagen Medienberichten zufolge Leichenhunde in der Wohnung an. Die portugiesische Polizei hält es daher für wahrscheinlich, dass Maddie bereits in der Wohnung zu Tode gekommen sein könnte.
Im September 2007 erklärt die portugiesische Polizei Maddies Eltern offiziell zu "arguidos" - zu Verdächtigen. Die Ermittler vermuten, dass Maddie durch einen Unfall zu Tode gekommen sein könnte und die Eltern die Entführung vorgetäuscht haben könnten, um ihren Tod zu vertuschen.
Im September 2007 schießt ein Tourist in Marokko dieses Foto, das eine Frau mit einem kleinen Mädchen zeigt, das Madeleine McCann zum Verwechseln ähnlich sieht. Journalisten machen das Kind ausfindig. Es ist nicht Maddie.
Im Oktober 2007 veröffentlichen britische Zeitungen auf Bitten der McCanns das Phantombild eines Mannes, der in der Nähe der Ferienanlage mit einem Kind auf dem Arm gesehen wurde. Nach Angaben des Sprechers der Eltern, Clarence Mitchell, wurde das Phantombild von Privatdetektiven veranlasst, die die McCanns bei der Suche nach ihrer Tochter unterstützen.
Ein Jahr nach Maddies Verschwinden erinnern die Eltern in einem Gottesdienst an ihre Tochter. Die portugiesische Polizei stellt im Juli 2008 ihre Ermittlungen ein. Der Fall wird jedoch nicht zu den Akten gelegt.
Mai 2011: Kate McCann veröffentlicht das Buch "Madeleine", in dem sie das Verschwinden ihrer Tochter und die Zeit danach schildert. Der damalige britische Premierminister David Cameron bittet die britische Polizei, den Fall erneut aufzurollen.
Am 2. Mai 2012 halten die McCanns eine Pressekonferenz ab. Ihre Tochter ist nun seit fünf Jahren verschwunden. Weil die britische Polizei vermutet, dass Madeleine noch am Leben sein könnte, veröffentlicht sie eine Bildmontage, die das Kind im Alter von acht Jahren zeigen soll.
Im Juni 2014 intensiviert die britische Polizei die Suche in Portugal erneut. Schon im Jahr zuvor hatte man Tausende Handydaten ausgewertet, jedoch erneut keine belastbare Spur gefunden.
Die Polizei gräbt an drei verschiedenen Orten in Praia da Luz. Doch es tauchen keine verwertbaren Hinweise auf.
Zehn Jahre nach Maddies Verschwinden geben die Eltern der BBC ein Interview. Sie bekräftigen darin, dass sie die Suche nach ihrer Tochter weiterhin nicht aufgegeben hätten. Auch Scotland Yard hat den Fall noch nicht zu den Akten gelegt. Vier Beamte arbeiten immer noch daran, Madeleine McCann zu finden.
Am 3. Juni 2020 gibt das deutsche Bundeskriminalamt bekannt, man habe einen 43-jährigen Deutschen im Verdacht, Maddie entführt zu haben. Im Zuge dessen gibt die Polizei auch ein Bild des VW-Busses heraus, den der Mann bei einer möglichen Entführung verwendet haben könnte. Die Polizei bittet um Mithilfe der Bevölkerung.
Dass Maddie noch lebend gefunden wird, ist unwahrscheinlich. "Wir gehen davon aus, dass das Mädchen tot ist", erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig vor Journalisten. Gegen den 43-jährigen Deutschen, der zum Zeitpunkt von Maddies Verschwinden an der Algarve lebte, wird wegen Mordes ermittelt. Er sitzt derzeit aufgrund einer anderen Tat in Deutschland in Haft.