Der vor dem Landgericht Hanau angeklagte ehemalige Wachmann des Konzentrationslagers Auschwitz ist wenige Tage vor Prozessbeginn gestorben. Das bestätigte das Gericht.

Bereits seit längerem war klar, dass der 95 Jahre alte ehemalige SS-Sanitäter aus dem KZ in Auschwitz krank war.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Rentner Beihilfe zum Mord in mindestens 3.681 Fällen vorgeworfen. Als SS-Sanitäter soll er ab Mitte August 1944 einen Monat in Auschwitz-Birkenau stationiert gewesen sein. In der Zeit seien dort 14 Deportationszüge mit Häftlingen angekommen. Von diesen seien mindestens 3681 Menschen in Gaskammern umgebracht worden.

Ähnliche Verfahren gegen ehemalige SS-Angehörige liefen beziehungsweise laufen in Lüneburg (Niedersachsen), Detmold (Nordrhein-Westfalen), Hanau (Hessen) und Kiel (Schleswig-Holstein). In dem Fall gegen den Mann aus der Nähe von in Neubrandenburg wurde seit zwei Jahren ermittelt. Die Kammer hatte ein Verfahren gegen den Rentner 2015 aus gesundheitlichen Gründen zunächst abgelehnt. Das Oberlandesgericht hatte die Verhandlung anhand eines neuen Gesundheitsgutachtens dann aber angeordnet.

(ska/dpa)