Das geschah am 9. November

Der 9. November ist ein schicksalsträchtiger Tag in der deutschen Geschichte. Besonders den Opfern der gewalttätigen Übergriffe von SA- und SS-Truppen auf jüdische Bürger während der Novemberpogrome 1938 wird in der Bundesrepublik an dem Datum gedacht. Auch weltweit ereignete sich an dem Tag einiges.

Das Anfang vom Ende der Märzrevolution wurde mit dem Tod des Demokraten Robert Blum eingeleitet. Er war Vizepräsident des Frankfurter Vorparlaments 1848 und Mitglied des Verfassungsausschusses in der Nationalversammlung. Am 9. November 1848 um 9 Uhr wurde der deutsche Politiker in Wien von Truppen der Gegenrevolution hingerichtet. "Es lebe die Freiheit", sollen seine letzten Worte gewesen sein.
70 Jahre später, zwei Tage vor dem Ende des Ersten Weltkrieges, rief der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann während der Novemberrevolution 1918 von einem Balkon des Reichstagsgebäudes die Republik aus. Das Datum? Der 9. November. 1919 wurde er zum Reichsministerpräsidenten gewählt, musste nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten jedoch fliehen und verstarb 1939 in Dänemark.
Der erste Anlauf der Machtübernahme durch die NSDAP - bereits fünf Jahre nach Ende des Ersten Weltkrieges am 9. November 1923 - scheiterte zunächst. Adolf Hitler und einige seiner Anhänger kamen ins Gefängnis, wo der spätere Diktator sein Buch "Mein Kampf" verfasste. 10 Jahre nach dem ersten Versuch, 1933, gelang die Machtübernahme schließlich und stürzte Deutschland wenige Jahre später in einen erneuten Weltkrieg.
Etwa ein Jahr vor Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde mit den Novemberpogromen die systematische Verfolgung jüdischer Bürger im Deutschen Reich eingeläutet. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 kam es zu zahlreichen gewalttätigen Übergriffen von SA- und SS-Truppen sowie Schaulustiger auf jüdische Menschen, deren Wohnungen und Geschäfte. Etwa 400 Menschen starben an diesem Tag, ca. 30.000 wurden in Konzentrationslagern inhaftiert.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde Deutschland von den Alliierten aufgeteilt. Zwischen Ost- und West-Berlin wurde 1961 eine Mauer errichtet. 28 Jahre nach dem Bau, am 9. November 1989, nach zahlreichen Protesten auf beiden Seiten, verkündete das DDR-Regime eine neue Reiseregelung und öffnete die Grenzübergänge der Stadt. Ein Jahr später, am 3. Oktober 1990, wurde Deutschland offiziell wiedervereinigt.
Nicht nur in Deutschland ist der 9. November ein geschichtsträchtiges Datum. Auch der Rest der Welt erlebte an diesem Tag einschneidende Ereignisse. So ging etwa der 9. November 1799 als Datum des Staatsstreiches, der das Ende der Französischen Revolution besiegelte, in die Geschichte ein. Napoleon Bonaparte wurde zum Ersten Konsul ernannt und regierte das Land als diktatorischer Alleinherrscher über ein Jahrzehnt bis zu seiner endgültigen Verbannung 1815.
Ebenfalls am 9. November, jedoch im 20. Jahrhundert, bekam Albert Einstein den Nobelpreis für Physik mit einem Jahr Verspätung verliehen. Ursprünglich hätte er den Preis 1921 entgegennehmen sollen. Wegen einer Reise nach Japan konnte er den Termin aber nicht wahrnehmen. Deshalb wurde ihm der Preis am 9. November 1922 verliehen. Er erhielt die Auszeichnung für seine Entdeckung des Gesetzes des photoelektrischen Effekts.
Noch ein geschichtsträchtiges Datum, das nicht ganz so weit zurückliegt, ist der 9. November 2016. An dem Tag besiegte der amerikanische Milliardär und Unternehmer Donald Trump im US-Wahlkampf die demokratische Kandidatin und frühere First Lady Hillary Clinton. Für viele Menschen kam sein Sieg unerwartet. Am 20. Januar 2017 wurde er als 45. Präsident der Vereinigten Staaten ins Amt eingeführt.
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