Im Prozess um den jahrelangen Missbrauch eines Kindes bei Freiburg hat das Landgericht ein Urteil gefällt. Der Angeklagte muss in Haft. Eine Sicherheitsverwahrung gibt es für ihn jedoch nicht.

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Im Aufsehen erregenden Fall des jahrelang missbrauchten Jungen im Raum Freiburg ist ein Bundeswehrsoldat zu acht Jahren Haft verurteilt worden.

Das Landgericht Freiburg ordnete am Mittwoch zudem die Zahlung von 12.500 Euro Schmerzensgeld an. Dieses Geld gehe an das Opfer der Taten: einen heute neun Jahre alten Junge aus Staufen bei Freiburg.

Beim Angeklagten handelt es sich um einen 50 Jahre alten Soldaten der Bundeswehr.

Auf Sicherungsverwahrung, wie sie die Staatsanwaltschaft und die Vertreterin der Nebenklage gefordert hatten, verzichtete das Gericht. Dafür fehle die rechtliche Grundlage, sagte der Vorsitzende Richter Stefan Bürgelin (Az.: 6 KLs 160 Js 33561/17).

Soldat hatte Missbrauch gestanden

Der Soldat hatte gestanden, den Jungen im vergangenen Jahr zweimal vergewaltigt und dafür Geld gezahlt zu haben.

Die Mutter des Jungen und der Stiefvater, alles Deutsche, seien dabei gewesen.

Auch sie missbrauchten das Kind, wie das Gericht feststellte. Die Taten wurden gefilmt und die Filme an andere weitergeleitet.

Verurteilt wurde der nicht vorbestrafte Soldat wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern, Vergewaltigung, Zwangsprostitution und wegen des Besitzes von Kinderpornografie.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die am Prozess Beteiligten haben nach Angaben des Gerichts eine Woche Zeit, Revision einzulegen.

Die Staatsanwältin hatte zwölf Jahre Haft und anschließende Sicherheitsverwahrung gefordert, der Verteidiger vier Jahre Haft ohne Sicherungsverwahrung. Die Anwältin der Nebenklage, die das Opfer vertritt, plädierte auf elf Jahre Gefängnis, Sicherungsverwahrung und 12.500 Euro Schmerzensgeld.

Zweites Urteil in dem Missbrauchsfall

Es ist das zweite Urteil in dem Missbrauchsfall, der vor vier Monaten bekannt wurde. Vor einem Monat hatte das Freiburger Landgericht einen 41 Jahre alten deutschen Gelegenheitsarbeiter zu zehn Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

Weitere Prozesse werden folgen. Insgesamt gibt es acht Tatverdächtige, jeder ist einzeln angeklagt.

Der Junge war mehr als zwei Jahre lang in Internet angeboten und Männern gegen Geld für Vergewaltigungen überlassen worden.

Seine Mutter (48) und ihr Lebensgefährte (39) sollen dafür verantwortlich sein. Der Lebensgefährte hat die Taten gestanden. Der Prozess gegen sie beginnt am 11. Juni in Freiburg. (ank/dpa)

Sie haben weltweit gefahndet, Filme ausgewertet sowie Verdächtige und das Opfer vernommen: Freiburger Polizisten ermitteln im Fall der schweren Kindesmisshandlung. Zwei Wochen nach Bekanntwerden des Verbrechens gewähren sie erstmals einen näheren Einblick.