Pünktlich zum Martinsfest ist er wieder in zahlreichen Bäckereien und Konditoreien in ganz Deutschland zu finden – der Weckmann oder Stutenkerl. Doch woher stammt eigentlich die Tradition des Teigmännchens, dessen Markenzeichen die Tonpfeife ist?

Der Weckmann ist ein sogenanntes Gebildegebäck. Darunter fallen alle Backwaren, die durch eine bildhafte Form gekennzeichnet sind. Im Bäcker- und Konditorhandwerk hat Gebildegebäck eine lange Tradition. Gleiches gilt für den Weckmann: Seine Geschichte reicht mehrere hundert Jahre zurück.

Mit unserem Rezept ist der Getränke-Klassiker einfach zubereitet.

Ursprünglich symbolisierte er den Heiligen St. Nikolaus. Um den Kindern eine Freude zu machen, schenkte man ihnen zum Nikolaustag die Leckerei, die für die damaligen Verhältnisse teure Zutaten enthielt: Zucker und Butter. Da es sich bei dem Heiligen Nikolaus um einen Bischof handelte, wurde das Gebäck mit einem kleinen Bischofsstab verziert. Wie kam der Weckmann aber zu seiner Pfeife? Überlieferungen zufolge gingen einem Bäcker im 18. Jahrhundert die kleinen Bischofsstäbe aus. In der Not ersetzte er diese durch kleine Pfeifen aus dem benachbarten Tabakladen, die verkehrt herum angebracht der Insignie ähnelten.

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Heute gehört die Pfeife zur festen Ausstattung jedes Teigmännchens, der je nach Region als Weckmann, Stutenkerl, Weggbopp, Maddinsmändl oder Piefekopp bezeichnet wird. Doch nicht nur das wichtigste Accessoire des Männleins hat sich verändert, auch seine Identität hat sich gewandelt. So wurde aus dem Heiligen St. Nikolaus der Heilige St. Martin. Dies erklärt auch, warum er spätestens zum Martinstag, der jährlich am 11. November gefeiert wird, in den Bäckereien ausliegt.

Frisch und lecker – so backen Sie einen Weckmann selbst

Am besten schmeckt er, wenn er ganz frisch ist. Was liegt also näher, als den Weckmann selber zu backen? Frischer kann man ihn wirklich nicht genießen. Mit unserem klassischen und einfachen Rezept für den Stutenkerl gelingt das Wintergebäck garantiert:

Einkaufsliste für 10 Weckmänner:

  • 1 kg Mehl
  • 500 ml Milch
  • 250 g Butter
  • 160 g Zucker
  • 2 Würfel Hefe
  • 2 Eier (Größe XL)
  • 2 Eigelb
  • 1 Prise Salz
  • Schale einer Zitrone
  • Wasser zum Bestreichen
  • Rosinen, Hagelzucker und Mandelspalten zum Dekorieren

Zubereitung – so können Sie Weckmänner selber backen:

Milch erwärmen und lauwarm mit der Hefe vermischen. Danach mit Mehl, flüssiger Butter, Zucker, Zitronenschale, Eiern und Salz verkneten und etwa eine Stunde ruhen lassen. Der Teig sollte etwa auf die doppelte Menge aufgehen.

Den Backofen auf 180 °C Umluft vorheizen. Während des Aufheizens die Teigmasse in 10 gleichgroße Teile zerlegen und auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech zu Weckmännern formen:

Für die einfache Variante die Teigstücke zu etwa 20 Zentimeter langen Rollen formen und diese zum Oval plattdrücken. An einem Ende den Kopf gestalten. Arme und Beine seitlich einschneiden und zurechtformen. Sind keine Tonpfeifen für die Weckmänner zur Hand, diese einfach aus Teig rollen.

Möchten Sie einen Weckmann selber machen, können Sie diesen auch mit mehr Details versehen. Formen Sie zum Beispiel eine Mütze, verwirbelte Knopfleisten, Bart und Haare. Bei aller gestalterischen Liebe sollten Sie jedoch nicht vergessen, dass das Teigmännchen im Ofen weiter aufgeht und allzu filigrane Einzelheiten leicht verschwinden.

Das Eigelb mit Wasser verrühren und die Teigmännchen damit bestreichen. Das Gesicht wird mit den Rosinen gestaltet. Den Körper nach Belieben ebenfalls mit Rosinen, Hagelzucker und Mandelspalten verzieren.

Die Weckmänner maximal 15 Minuten im Ofen backen und bei Bedarf auch schon früher herausnehmen. Sie sollten eine goldgelbe Farbe haben. Servieren Sie die winterliche Köstlichkeit frisch aus dem Ofen. Lauwarm und leicht mit Puderzucker bestäubt sind sie ein echter Genuss.

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