Seit knapp einer Woche herrscht Ausnahmezustand in München. 16 Tage lang dreht sich beim Oktoberfest alles um Bier, Schweinshaxen, Riesenräder und Co. Aber wer verdient eigentlich wie viel an der Wiesn? Und wer zahlt sogar noch drauf?

Sechs Millionen Besucher - so viele sollen auch in diesem Jahr die Theresienwiese für zwei Wochen zum Wirtschaftszentrum Münchens machen. Traditionell spült das Oktoberfest dabei ordentlich Geld in die Kassen der Wiesn-Wirte und Tourismus-Betreiber.

Wie viel Geld wird beim Oktoberfest insgesamt umgesetzt?

Laut Fremdenverkehrsamt wird der Gesamtwirtschaftswert des Oktoberfests auf eine Milliarde Euro beziffert.

Wie viel Geld machen die einzelnen Wiesn-Wirte?

Sie bekommen rund die Hälfte davon als direkte Einnahmen. Im Schnitt gaben die Wiesn-Besucher im vergangenen Jahr 74 Euro für Bier, Hähnchen, Karussellfahrten und Co. aus. In diesem Jahr könnte diese Summe sogar noch etwas steigen, denn allein für die Maß müssen Besucher nun mehr als zehn Euro zahlen. Insgesamt fließen so rund 465 Millionen Euro in die Kassen der Betreiber der Fahrgeschäfte, der 95 Gastronomiebetriebe und der Verkaufsstände.

Wer verdient sonst noch an dem Riesen-Spektakel?

Auch Taxifahrer, Restaurantbetreiber und natürlich Hoteliers verdienen an dem Volksfest kräftig mit. Sage und schreibe 300 Millionen Euro zahlen die Touristen in dieser Zeit insgesamt für ihre Hotelaufenthalte. Kein Wunder, schließlich steigen die Preise für die rund 50.000 Hotelbetten in dieser Zeit kräftig an - um bis zu 300 Prozent. So betrug der durchschnittliche Preis für eine Hotelübernachtung im vergangenen Jahr zu Spitzenzeiten 239 Euro.

Welche Bedeutung hat das Volksfest für den Münchner Arbeitsmarkt?

Der Wiesn-Boom kommt auch Menschen auf Jobsuche zugute, zumindest für zwei Wochen: Insgesamt 13.000 Arbeitskräfte werden in dieser Zeit benötigt: neben 8.000 Festangestellten noch rund 5.000 Aushilfen. Angesichts der hohen Trinkgelder ist die Arbeit besonders attraktiv. So kann ein Kellner auf dem Oktoberfest bis zu 10.000 Euro verdienen. Die meisten Servicekräfte erreichen durchschnittlich rund 5.000 Euro Verdienst in den zwei Wochen.

Und wie viel nimmt die Stadt München ein?

Obwohl die Standmieten auch in diesem Jahr bei 50.000 bis 170.000 Euro liegen, geht die Stadt komplett leer aus. Schlimmer noch: Sie zahlt sogar drauf. Denn die Infrastruktur, die sie für das Volksfest bereitstellen muss, kostet: Kanäle müssen gegraben, Strom- und Wasserleitungen verlegt, Laternen aufgestellt und Wege geteert werden. Dazu kamen im vergangenen Jahr noch die Kosten für 2.205 Polizeieinsätze. 2014 standen den Erlösen in Höhe von 3,85 Millionen Euro Ausgaben von 4,2 Millionen Euro gegenüber.