Erleichterung beim BVB: Die Festnahme des Tatverdächtigen nach dem Anschlag auf den Bus hat für positive Reaktionen beim Klub gesorgt. Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière äußerte sich und verurteilt das "widerwärtige Tatmotiv".

Die Festnahme eines Tatverdächtigen zum Anschlag auf den Mannschaftsbus des BVB hat für Erleichterung und Dankbarkeit bei den Verantwortlichen des Klubs gesorgt.

Nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus des BVB hat die Polizei einen Verdächtigen ermittelt. Es handelt sich um einen 28-jährigen Deutsch-Russen.


"Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft, des Bundeskriminalamts und der nordrhein-westfälischen Polizei wurden sehr intensiv und mit Hochdruck geführt. Dafür bedanken wir uns in aller Form und hoffen, dass in dem Tatverdächtigen nun der Verantwortliche für den niederträchtigen Anschlag auf unsere Spieler und Staff-Mitglieder gefasst werden konnte", hieß es in einer Stellungnahme des Bundesliga-Klubs auf der vereinseigenen Homepage.

Hoffnung bei Marcel Schmelzer

Zudem hofft BVB-Kapitän Marcel Schmelzer, "dass wir die tatsächlichen Hintergründe des Anschlags erfahren. Für alle, die im Bus saßen, wären diese Informationen wichtig, denn sie würden den Verarbeitungsprozess deutlich erleichtern".

Der Verein richtet außerdem seinen Dank an alle, die ihnen in den letzten Tagen durch Worte und Taten unterstützt haben. "Der überwältigende Zuspruch hat uns viel Kraft gegeben", betont Klub-Chef Hans-Joachim Watzke.

Der fetsgenommene Mann besitzt nach Angaben der Bundesanwaltschaft die deutsche und russische Staatsangehörigkeit.

Ihm wird versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. NRW-Innenminister Ralf Jäger bezeichnete die Festnahme als "gute Nachricht für den Fußball".

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) wertet die Festnahme des Tatverdächtigen als Erfolg. De Maizière dankte am Freitag allen beteiligten Polizisten und mahnte: "Jetzt geht es darum, Beweise zu sichern und mögliche Hintergründe aufzuklären."

Thomas de Maizière: "Besonders widerwärtiges Tatmotiv"

Zum möglichen Motiv, wonach der mutmaßliche Täter wohl auf einen durch den Anschlag verursachten Kursverlust der BVB-Aktie gesetzt haben soll, um dadurch einen Millionengewinn einstreichen zu können, erklärte der Minister: "Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, wäre das ein besonders widerwärtiges Tatmotiv."

Nach der Festnahme des Tatverdächtigen dauert ein weiterer Polizeieinsatz in Baden-Württemberg am Freitagvormittag an.

Es gab Durchsuchungen in vier Städten. Dabei handelt es sich um Freudenstadt, Rottenburg, Tübingen und Haiterbach (Landkreis Calw), wie das Landes-Innenministerium am Freitag in Stuttgart mitteilte. Der 28 Jahre alte Tatverdächtige komme aus Freudenstadt.

Die Polizei sperrte ein Wohngebiet in Rottenburg am Neckar ab und durchsuchte ein Gebäude. Vor dem Haus, das in einer Sackgasse liegt, stehen mehrere Mannschaftswagen der Polizei. Auch Hunde sind im Einsatz.

Nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus des BVB und der Absage des Spiels soll schnell wieder Normalität einkehren. Deswegen muss die Mannschaft heute Abend wieder auf das Spielfeld. Wie können die Spieler nach diesem Schock damit umgehen? Wir haben mit dem Sportpsychologen Professor Jürgen Beckmann gesprochen.


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