Nach der Absage der üblichen zentralen Parade wegen wirtschaftlicher Probleme ist im sozialistischen Kuba der Tag der Arbeit gefeiert worden - in kleinerem Umfang und wetterbedingt mit vier Tagen Verspätung. Zehntausende Menschen nahmen am Freitagmorgen (Ortszeit) an der Uferpromenade Malecón in der Hauptstadt Havanna an einer Kundgebung mit Musik und einer Rede von Gewerkschaftschef Ulises Guilarte teil. In der ersten Reihe vor der Bühne stand neben dem Staatspräsidenten Miguel Díaz-Canel auch dessen Vorgänger, der 91 Jahre alte Raúl Castro.

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Die traditionelle Parade auf dem Platz der Revolution war wegen des in Kuba herrschenden Spritmangels abgesagt worden. Die stattdessen für den 1. Mai geplanten kleineren Veranstaltungen wurden dann kurzfristig wegen schlechten Wetters verschoben.

Die Regierung sprach bei den Feiern am Freitag von mehr als 100 000 Teilnehmern. In sozialen Medien hatten Dissidenten spekuliert, die Regierung habe die Feierlichkeiten abgesagt, weil sie angesichts großer Unzufriedenheit nur noch wenige Anhänger mobilisieren könne und mögliche Proteste gefürchtet habe. Nach Massendemonstrationen in Kuba am 11. Juli 2021 waren Hunderte Teilnehmer zu teils langjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

Auch in anderen Städten des karibischen Einparteienstaates fanden Aufmärsche mit Tausenden Teilnehmern statt, wie im Staatsfernsehen zu sehen war. Der 1. Mai ist einer der wichtigsten Feiertage in Kuba. Hunderttausende Menschen marschieren üblicherweise über den Platz der Revolution in Havanna. Der langjährige Staatschef Fidel Castro hielt dort für gewöhnlich lange Reden.  © dpa

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