Israels Luftwaffe hat in der Nacht zum Donnerstag an der Grenze zum Gazastreifen einen Palästinenser getötet. Der Mann sei bewaffnet gewesen, teilte das israelische Militär mit. Das palästinensische Gesundheitsministerium bestätigte den Tod des 34-Jährigen.

Damit sind seit Freitag 20 Palästinenser bei Konfrontationen im Grenzbereich getötet worden. Für diesen Freitag planen Aktivisten im Gazastreifen neue Proteste. Dabei sollen Tausende Reifen verbrannt werden, um eine schwarze "Rauchwand" zu erzeugen. Auch der Einsatz von Spiegeln soll israelischen Scharfschützen die Sicht erschweren. Am vergangenen Freitag hatten Soldaten nach Angaben der Armee gezielt auf palästinensische Rädelsführer geschossen.

Die Protestkampagne soll bis zum 15. Mai dauern. Anlass sind die Feiern zum 70. Jahrestag der Gründung Israels. Die Palästinenser begehen den 15. Mai als Nakba-Tag (Tag der Katastrophe), weil im ersten Nahost-Krieg 1948 rund 700 000 Palästinenser flohen oder vertrieben wurden. Am 14. Mai - dem Jahrestag der Gründung Israels - wollen die USA zudem die US-Botschaft in Jerusalem eröffnen.

Die im Gazastreifen herrschende Hamas will mit der wochenlangen Kampagne ihren Anspruch auf ein "Recht auf Rückkehr" für palästinensische Flüchtlinge und deren Nachkommen in das Gebiet des heutigen Israel untermauern. Israel lehnt eine Rückkehr in das eigene Staatsgebiet ab. Die Hamas wird von den USA, der EU und Israel als Terrororganisation eingestuft. Sie bestreitet das Existenzrecht Israels und fordert die gewaltsame Errichtung eines islamischen Palästinas vom Mittelmeer bis zum Jordan.  © dpa