Berlin (dpa, ae) - Der mit 98 Jahren älteste Angeklagte Berlins ist wegen versuchten Totschlags zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Nach 52 Ehejahren hatte der Rentner seine Frau mit Schreckschusswaffe, Holzknüppel und Küchenmesser schwer verletzt. Anschließend hatte er versucht, sich das Leben zu nehmen. Das Gericht sprach von der Verzweiflungstat eines Mannes, der ansonsten ein tadelloses Leben geführt habe. Er habe seiner 74-jährigen Frau ein Leben alleine nicht zugetraut. Die Frau hat ihm inzwischen verziehen.

"Weißt du, wir wollen doch beide nicht mehr leben", soll der Angeklagte laut "süddeutsche.de" am 12. Juni 2010 zu seiner Frau gesagt haben. Danach habe er auf seine Frau geschossen. Da der Schuss keine Wirkung gezeigt haben soll, schlug er mit einem Holzknüppel zu. Anschließend verletzte er seine Frau mit einem Küchenmesser an Hand und Hals.

Da der Mann dachte, seine Frau sei tot, versuchte er im Anschluss, seine Pulsadern aufzuschneiden, um sich das Leben zu nehmen. Die von der Tochter alarmierte Polizei kam gerade noch rechtzeitig.

Der 98 Jahre alte Täter leidet seit Jahren an Asthma und einer Nierenerkrankung, die durch eine regelmäßige Dialyse behandelt wurde. Offensichtlich erwuchs aus diesem Gebrechen die Selbsttötungs-Idee.