Im Prozess um einen versuchten Brandanschlag auf die Synagoge im bayerischen Ermreuth in Oberfranken hat die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von drei Jahren für den Angeklagten gefordert. Der 22-Jährige habe die Synagoge brennen sehen wollen, sagte der Vertreter der Generalstaatsanwaltschaft München am Freitag vor dem Amtsgericht Bamberg.

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Der Angeklagte habe seine rechtsradikale Gesinnung selbst eingestanden und es mit seiner Tat geschafft, vor allem bei jüdischen Mitbürgern wieder eine lange nicht erlebte Angst zu wecken: Dass Synagogen in Deutschland brennen könnten. Der Verteidiger sprach sich für eine Bewährungsstrafe von maximal zwei Jahren und Auflagen aus - darunter ein Alkoholverbot und Gespräche zur Deradikalisierung.

Der Angeklagte sagte, er habe erkannt, dass ihn seine Gesinnung im Leben nicht weiter bringe, sondern ins Gefängnis. Der junge Mann hatte die Tat vor Gericht eingeräumt.

In der Nacht auf Neujahr 2023 soll er eine Scheibe der Synagoge von Ermreuth (Landkreis Forchheim) eingeschlagen haben. Ein Überwachungsvideo zeigt, wie er versuchte, ein Feuerwerk anzuzünden und es in die Synagoge zu werfen. Als dies misslang, ging er weiter. In dem Gebäude befanden sich zu der Zeit keine Menschen. Ihm wird versuchte schwere Brandstiftung und gemeinschädliche Sachbeschädigung vorgeworfen.  © dpa

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