17 Tote an einer Schule in Florida - das jüngste Blutbad in den USA nimmt selbst einen hartgesottenen Profi mit: Terrorexperte Philipp Mudd bricht bei CNN vor laufender Kamera in Tränen aus.

Ein Interview des US-amerikanischen Fernsehsenders CNN mit dem Terrorexperten Philipp Mudd berührt viele Menschen.

Der Sender sprach am Mittwoch mit Mudd über die Schießerei an einer Schule in Florida, die für mindestens 17 Menschen tödlich endete, darunter viele Kinder.

Mudd hat für das FBI gearbeitet und für die CIA. Er hat mit Terroristen gesprochen. Doch bei aller Professionalität - das Massaker in Florida nimmt ihn schwer mit, wie der von CNN veröffentlichte Ausschnitt der Sendung zeigt.

Auf die Frage des Moderators Wolf Blitzer hin, was ihm nach der tödlichen Schießerei durch den Kopf gehe, scheint es Mudd schwer zu fallen, einen klaren Gedanken zu fassen.

"Meine Nichten und Neffen reden über halbautomatische Waffen. Wir reden über die Gesetzgebung", sagt er. Und weiter, wobei ihm die Stimme bricht: "Ein Kind Gottes ist tot. Warum können wir in diesem Land nicht anerkennen, dass wir das nicht akzeptieren können." Dann beginnt er vor laufender Kamera zu weinen.

Viel Zuspruch auf Twitter

"Ich kann das nicht, es tut mir leid, Wolf", entschuldigt sich Mudd noch bei Moderator Blitzer. Der äußert Verständnis. Die Kamera wendet sich von Mudd ab.

Bis Donnerstagmittag mitteleuropäischer Zeit haben auf Twitter über 350.000 Menschen den von CNN veröffentlichten Ausschnitt der Sendung aufgerufen.

Terrorexperte Mudd erfährt viel Zuspruch. "Dies ist die einzig richtige Antwort auf diesen Wahnsinn", findet eine Nutzerin.

Ein Mann schreibt: "Wir sollten alle wie Phillip Mudd fühlen, es sei denn, mit uns stimmt etwas nicht. Danke für die Aufrichtigkeit und Menschlichkeit."

Auch andere bedanken sich. "Vielen Dank! Zum ersten Mal habe ich einen Mann gesehen, der sich so benommen hat, wie es unsere Anführer hätten tun sollen, als Columbine passierte", erinnert eine Frau an den Amoklauf an der Columbine High School in Colorado von 1999 mit 15 Toten.

Gleichzeitig entspinnt sich unter dem CNN-Tweet auch eine Diskussion um die Frage, ob die richtige Antwort auf die wiederkehrenden Schusswaffen-Massaker an US-Schulen denn nicht sei, die Lehrer zu bewaffnen. (mcf)