• Die wichtigsten Corona-News vom 4. Januar in der Nachlese
  • 21:55 Uhr: Johnson verkündet neuen nationalen Lockdown für England
  • 20:12 Uhr: Spahn setzt weiter auf Corona-Impfangebot für alle Deutschen im Sommer
  • 20:01 Uhr: Arzneimittelbehörde EMA verschiebt Entscheidung zu Moderna-Impfstoff
  • 15:31 Uhr: Intensivmediziner lehnen Lockerung von Corona-Einschränkungen ab
  • 14:14 Uhr: Robert-Koch-Institut: Fast 265.000 Impfungen bundesweit gemeldet

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Top-News: Johnson verkündet neuen nationalen Lockdown für England

Wegen der deutlich steigenden Zahl an Corona-Infektionen hat die britische Regierung die Maßnahmen erneut stark verschärft. "Wir müssen in England einen Lockdown verhängen, um die neue Corona-Variante in den Griff zu bekommen", sagte Premierminister Boris Johnson am Montagabend in einer Fernsehansprache. "Das bedeutet, dass Sie zu Hause bleiben müssen." Das Haus dürfe nur noch für notwendige Aktivitäten wie Arztbesuche oder die Arbeit verlassen werden. Schulen müssen schließen. Johnson sagte, die Maßnahmen sollen bis Mitte Februar aufrechterhalten werden.

Zuletzt hatte Großbritannien immer neue Rekorde bei Neuinfektionen und Patienten verkündet. Zuletzt habe es 20 Prozent mehr Todesfälle gegeben, sagte Johnson. Er machte vor allem die in Großbritannien entdeckte Mutante des Coronavirus verantwortlich. Sie sei 50 bis 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form. "Bleiben Sie zu Hause, schützen Sie den (Gesundheitsdienst) NHS, retten Sie Leben", sagte Johnson.

Die weiteren Corona-Meldungen des Tages im Überblick:

Spahn setzt weiter auf Corona-Impfangebot für alle Deutschen im Sommer

20:12 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat ein Corona-Impfangebot für alle Interessierten im Sommer in Aussicht gestellt. "Das Ziel ist und bleibt es, allen Deutschen im Sommer ein Impfangebot zu machen", erklärte Spahn am Montag. Zuvor hatte die Tageszeitung die "Welt" unter Berufung auf Teilnehmer berichtet, dass Spahn auf einer digitalen Fraktionssitzung der Union ein Angebot "wohl im zweiten Quartal 2021" in Aussicht gestellt habe.

Arzneimittelbehörde EMA verschiebt Entscheidung zu Moderna-Impfstoff

20:01 Uhr: Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat die Entscheidung über die Empfehlung eines zweiten Corona-Impfstoffes für die EU auf Mittwoch verschoben. Das teilte die EMA am Montagabend in Amsterdam mit. Der Expertenausschuss der EMA war bereits am Montag und damit zwei Tage früher als geplant zusammengetroffen und hatte über die Zulassung des Impfstoffes des US-Herstellers Moderna beraten. Dabei seien einige Fragen offen geblieben, sagte der niederländische Vertreter in dem Ausschuss. Die EMA hatte bereits zuvor nicht ausgeschlossen, dass eine Entscheidung erst bei der planmäßigen Sitzung des Ausschusses am Mittwoch fallen könnte.

Der Impfstoff von Moderna ist bereits in den USA und Kanada zugelassen. Bei einer positiven Empfehlung der EMA muss noch die EU-Kommission zustimmen. Das gilt als Formsache und könnte in kürzester Zeit geschehen. Es wäre nach dem Präparat der Hersteller Pfizer und Biontech der zweite Impfstoff gegen COVID-19, der in den EU-Mitgliedsstaaten zugelassen würde. Die EU hat bei Moderna bereits 160 Millionen Dosen des Impfstoffes bestellt.

Neue Coronavirus-Mutationen nun auch in Österreich nachgewiesen

17:47 Uhr: Nach Deutschland und einer Reihe weiterer europäischer Länder hat nun auch Österreich erste Infektionen mit neuen, offenbar ansteckenderen Varianten des Coronavirus gemeldet.

In vier am Flughafen Wien-Schwechat genommenen Proben konnte das Erbgut der erstmals in Großbritannien entdeckten Virus-Variante nachgewiesen worden, teilte Gesundheitsminister Rudolf Anschober am Montag vor den Medien mit. Unter den Infizierten waren demnach auch drei Kinder.

Bei einer 30-jährigen Österreicherin sei nach ihrer Rückkehr aus einem Südafrika-Urlaub am 6. Dezember zudem das mutierte Virus entdeckt worden, das sich vermutlich in Südafrika entwickelt habe, berichtete die Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf einen Vertreter der Gesundheitsbehörde.

Auf Druck der Opposition ließ die Regierungskoalition aus ÖVP und Grünen unterdessen ihre Pläne für ein vorzeitiges "Freitesten" aus dem bis zum 24. Januar dauernden Lockdown fallen. Die Pläne sahen vor, dass Handel, Gastronomie und Tourismus bereits ab dem 18. Januar wieder für Teilnehmer von Massentests mit negativem Ergebnis offen gestanden hätten. Alle anderen hätten eine Woche länger zu Hause bleiben müssen.

Giffey pocht auf Vorrang für Kinder bei Lockerungen

16:32 Uhr: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) pocht auf einen Vorrang für Kinder bei Lockerungen in der Coronakrise.

Wenn es zu Lockerungen komme, müssten die Einrichtungen der Kindertagesbetreuung die ersten sein, in denen das realisiert werde, sagte Giffey am Montag im Anschluss an Gespräche des Corona-Kitarats in Berlin vor Journalisten.

Unter den Vertretern von Kitas, Eltern, Gewerkschaften und Politik sei aber angesichts der Infektionslage Konsens gewesen, dass derzeit nicht der Zeitpunkt für breite Lockerungen sei.

Mit Blick auf die kommenden Monate sei es wichtig, dass mit den Bundesländern eine möglichst gemeinsame Linie verabredet werde. Derzeit seien in neun von 16 Bundesländern Kitas offen. "Man muss jetzt abwarten, wie sich die nächsten Tage gestalten", sagte Giffey.

EMA stellt Entscheidung über Moderna-Impfstoff noch für Montag in Aussicht

16:06 Uhr: Die europäische Arzneimittel-Agentur EMA könnte noch am Montag und damit zwei Tage früher als erwartet grünes Licht für eine Zulassung des Corona-Impfstoffs des US-Konzerns Moderna geben.

Wie die in Amsterdam ansässige Behörde am Montag mitteilte, war noch für denselben Tag eine Sitzung des Ausschusses für Humanarzneimittel zum Moderna-Impfstoff angesetzt, bei der schon eine Entscheidung fallen könnte. Andernfalls würde sich der Ausschuss am Mittwoch erneut treffen.

Die EMA hatte auf Druck der EU-Länder zuvor bereits den Termin für eine mögliche Entscheidung vom 12. Januar auf den 6. Januar vorgezogen.

Kurz vor Weihnachten hatte die Behörde mit dem Mittel von Biontech und Pfizer erstmals grünes Licht für die Anwendung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus gegeben.

Die EU-Kommission formalisierte daraufhin dessen bedingte Zulassung innerhalb weniger Stunden. Kurz nach den Feiertagen starteten in den EU-Ländern die ersten Impfungen. Wegen Produktionsengpässen und logistischer Schwierigkeiten liefen die Impfkampagnen aber nur schleppend an.

Das Serum von Moderna weist in klinischen Studien einen ähnlichen Grad der Wirksamkeit auf wie das Mittel von Biontech/Pfizer, hat aber den logistischen Vorteil, dass es bei einer Temperatur von minus 20 Grad statt minus 70 Grad gelagert werden kann. In den USA wird der Moderna-Impfstoff bereits seit dem 21. Dezember verabreicht.

Großbritannien begann unterdessen am Montag erstmals Impfungen mit dem Wirkstoff des britisch-schwedischen Unternehmens AstraZeneca. Vergangene Woche hatte die EMA klargestellt, dass eine Zulassung dieses Impfstoffs in der EU noch im Januar "unwahrscheinlich" sei, da AstraZeneca noch gar keinen Zulassungsantrag gestellt habe.

FDP-Fraktion: Verlängerter Lockdown ist noch keine Strategie

15:44 Uhr: Anstatt die derzeit geltenden Lockdown-Regelungen unverändert zu verlängern, sollten Bund und Länder nach Ansicht der FDP-Fraktion auch neue Konzepte für Alte und Schulkinder entwickeln.

"Der Lockdown ist eine Notbremse und angesichts der Entwicklung der Pandemie nachvollziehbar. Er ersetzt aber keine dauerhaft durchhaltbare Strategie", kritisierte die FDP-Bundestagsfraktion am Montag.

"Die Zahlen zeigen, dass der jetzige Lockdown nicht wirkungsvoll ist", sagte der familienpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Grigorios Aggelidis. Leider habe man die vergangenen acht Monate aber nicht genutzt, um einen pandemiefesten Schulunterricht und genügend Schnelltests und Schutzmasken für Altenheime zu organisieren.

Auch in Kitas und Schulen könnten Schnelltests, Luftfilter, zusätzliche Räume und mehr Betreuungspersonal helfen. Kinder hätten schließlich ein Recht auf Bildung und auf soziale Teilhabe. Für ihre Entwicklung brauchten sie verlässliche Strukturen.

Statt nur den aktuellen Lockdown zu verlängern, sollten sich die Vertreter von Bund und Ländern daher bei ihren für Dienstag geplanten Beratungen besser darüber unterhalten, wie die Impfkapazität erhöht werden könne.

Intensivmediziner lehnen Lockerung von Corona-Einschränkungen ab

Angesichts weiter steigender Patientenzahlen auf deutschen Intensivstationen hat die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) vor Lockerungen der geltenden Corona-Einschränkungen gewarnt. Ein Effekt des geltenden Lockdowns sei normalerweise mit einer Verzögerung von zwei bis drei Wochen festzustellen, "aber derzeit ist noch gar nichts zu spüren", erklärte Divi-Präsident Gernot Marx am Montag.

Eine Lockerung der Maßnahmen, mehr Begegnungen und Öffnungen von Geschäften seien deshalb aus medizinischer Sicht undenkbar. Jeder Patient könne und müsse behandelt werden, erklärte Marx weiter. Dies sei jedoch nicht mehr in allen Fällen in Wohnortnähe möglich. "Auch deshalb ist eine Fortsetzung des Lockdowns unumgänglich: Die Stationen sind voll".

In den vergangenen zwölf Tagen sind nach Divi-Angaben deutschlandweit rund 7.400 neue Corona-Patienten in bedrohlichem Zustand auf Intensivstationen aufgenommen worden. Hinzu kämen rund 15.000 andere Intensivpatienten. Angesichts dieser Entwicklungen gebe es aus medizinischer Sicht "absolut keinen Spielraum für Diskussionen über mögliche Lockerungen".

Umfrage: Fast die Hälfte der Deutschen sieht Impfstrategie skeptisch

14:50 Uhr: Die Deutschen haben eine geteilte Meinung zur Verteilung des Impfstoffes gegen das Coronavirus. 44 Prozent seien nicht vom Impfkonzept der Bundesregierung überzeugt. Das ergab eine repräsentative Umfrage von Civey im Auftrag der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstag).

Knapp 40 Prozent hätten hingegen großes Vertrauen in die Verteilungsstrategie der Regierung, der Rest sei unentschieden.

Vor allem Menschen im Alter von 40 bis 49 Jahren stehen dem Impfkonzept laut Umfrage kritisch gegenüber. Jüngere Menschen von 18 bis 39 hingegen vertrauten meist auf die Strategie in Deutschland.

SPD und FDP kritisierten die aktuelle Corona-Impfstrategie der Bundesregierung. Sie forderten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, sich einzuschalten. Merkel solle im Bundestag erklären, wie das Impfen doch noch erfolgreich weitergehen soll, sagte FDP-Fraktionsvize Michael Theurer. Hintergrund ist Kritik an einer zu geringen Zahl an Impfdosen und ein langsames Tempo bei den Impfungen in Deutschland.

Schulen sollen voraussichtlich geschlossen bleiben

14:37 Uhr: Deutschlands Schulen sollen zur Eindämmung der Corona-Pandemie voraussichtlich länger als bislang geplant geschlossen bleiben. Das beschlossen die Kultusminister der Länder am Montag in einer Schaltkonferenz, wie die Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin mitteilte.

Aufgrund des Infektionsgeschehens müssten unter Umständen die im Dezember beschlossenen Maßnahmen in Deutschland oder in einzelnen Ländern fortgeführt werden. Sollte es die Situation in einzelnen Ländern erlauben, sei die Wiederaufnahme des Schulbetriebs in Stufen möglich.

Zuerst sollten dann die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen eins bis sechs an die Schulen zurückkehren. Durch eine Halbierung der Klassen solle dann für die höheren Klassen Wechselunterricht ermöglicht werden.

Abschlussklassen sollen ausgenommen sein, so dass sie sich angemessen auf Prüfungen vorbereiten können. Ursprünglich war ein Lockdown für die Schulen bis Ende dieser Woche vorgesehen.

EU-Kommission: Zahl der Corona-Impfstoffe reicht aus

14:33 Uhr: Nach heftiger Kritik an fehlenden Corona-Impfstoffen hat die EU-Kommission ihre Strategie zur Beschaffung der Mittel erneut verteidigt.

"Die Zahl der Impfstoffe, die wir haben, reicht aus", sagte Kommissionssprecher Eric Mamer am Montag in Brüssel. Die Mittel müssten nun aber erst produziert und verteilt werden.

"Wir beurteilen diese Kampagne, als wäre sie schon vorbei, doch die Kampagne beginnt erst", sagte Mamer. Schon im Herbst habe man gesagt, dass die Auslieferung der Impfstoffe ab Jahresende 2020 schrittweise ausgebaut werde und große Lieferungen im April zu erwarten seien.

"Deshalb ist es ziemlich erstaunlich zu sehen, dass wir uns jetzt umdrehen und sagen: 'Warum sind noch nicht alle Impfstoffdosen auf dem Markt?'" Das sei von Anfang an klar gewesen.

Die Kommission bekräftigte die Ankündigung vom Wochenende, dass mit den Herstellern Biontech und Pfizer über zusätzliche Lieferungen verhandelt werde - über die von ihnen bereits bestellten 300 Millionen Dosen hinaus. Deren Impfstoff ist der bisher einzige in der EU zugelassene. Der Impfstoff des US-Herstellers Moderna dürfte demnächst folgen.

Robert-Koch-Institut: Fast 265.000 Impfungen bundesweit gemeldet

14:14 Uhr: Mehr als 264.000 Menschen in Deutschland sind bislang gegen COVID-19 geimpft worden. Bis Montag (Stand 12:00 Uhr) wurden insgesamt 264.952 Impfungen an das Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldet.

Im Vergleich zum Vortag stieg die Zahl dort erfasster Geimpfter um 22.234, wie aus den RKI-Angaben hervorgeht. Diese Zahl könne allerdings auch Nachmeldungen enthalten und spiegele nicht die Zahl der an einem Tag tatsächlich Geimpften wider, betont das RKI.

Die meisten Impfungen pro 1.000 Einwohner wurden vom RKI bisher für Mecklenburg-Vorpommern (7,1) erfasst, gefolgt von Sachsen-Anhalt (6,1) und Hessen (5,3). Die wenigsten Impfungen im Verhältnis zur Einwohnerzahl wurden bisher aus Thüringen (0,4), Niedersachsen (0,7) und Sachsen (1,2) gemeldet. Der Bundesschnitt liegt bei 3,2 Impfungen pro 1000 Einwohner.

Unter den Geimpften sind rund 114.300 Bewohner von Pflegeheimen. Etwa 122.400 Menschen erhielten die Impfung aus beruflichen Gründen. Darunter fällt medizinisches Personal mit sehr hohem Ansteckungsrisiko sowie Personal in der Altenpflege. Insgesamt 62.805 Menschen wurden wegen ihres hohen Alters über 80 Jahre geimpft. In knapp 8.000 Fällen gab es einen medizinischen Anlass. Pro Person kann es mehr als einen Grund für die Impfung geben.

Die Werte, die den Behörden der einzelnen Bundesländer vorliegen, können deutlich höher liegen als die vom RKI gemeldeten, da die Meldungen zum Impfgeschehen teilweise mit einigem Verzug an das Institut übermittelt werden.

Oberhofs Bürgermeister will Stadt vor Biathlon-Weltcup abriegeln

14:04 Uhr: Angesichts eines riesigen Ansturms von Ausflüglern auf den Thüringer Wintersportort Oberhof will Bürgermeister Thomas Schulz die Stadt kurz vor Beginn des Biathlon-Weltcups weitgehend abriegeln.

"Es sollen nur noch Leute Zugang haben, die hier wohnen oder arbeiten oder ein berechtigtes Interesse daran haben, hierher zu kommen", sagte Schulz am Montag auf Anfrage. Er habe dies dem Thüringer Innenminister Georg Meier (SPD) bereits unterbreitet.

Am Wochenende waren in Oberhof Straßen zugeparkt, Feuerwehrzufahrten versperrt und Rettungswege blockiert gewesen.

Oberhof bereitet sich derzeit trotz enorm hoher Corona-Infektionszahlen in Thüringen auf die Rennen der Skijäger vor, die an diesem Freitag beginnen.

Die Durchführung des Weltcups soll nach dpa-Informationen vom Montag durch die geplanten Maßnahmen nicht beeinflusst werden. An insgesamt acht Wettkampftagen bis zum 17. Januar sind ohnehin keine Zuschauer zugelassen. Es gelten strenge Hygieneregeln - auch für die Athleten.

Nicht mehr Personen als nötig dürfen sich rund um die Arena am Rennsteig aufhalten. Er sehe die Sperrung der Stadt als alternativlos an, sagte Schulz derweil. Es habe sich gezeigt, dass es nicht ausreiche, auf die Vernunft der Menschen zu setzen.

Das Problem würde sich potenzieren, wenn die Biathlon-Fans entgegen aller Ratschläge und Bitten nach Oberhof reisen würden, so Schulz. Die Veranstalter appellierten bereits an die Anhänger, auf den Weg nach Thüringen zu verzichten. Es gebe rund um das Wettkampfgelände keine Möglichkeiten, einen Blick auf das Geschehen zu bekommen.

NRW: Impfungen für Beschäftigte in Krankenhäusern ab 18. Januar

13:50 Uhr: In Nordrhein-Westfalen werden ab dem 18. Januar Corona-Schutzimpfungen für alle Beschäftigten in Krankenhäusern angeboten, die nah an COVID-Patienten arbeiten.

Das kündigte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Montag in Düsseldorf an. Bis zum 24. Januar werde es für alle rund 90.000 Beschäftigten dieser Gruppe in den Krankenhäusern ein Angebot geben.

Bis zum Montagvormittag seien in NRW bereits 81.300 Menschen geimpft worden - fast alle in Pflege-Einrichtungen, sagte Laumann. Bis zum Ende dieser Woche werde alles verimpft, was NRW bislang an Dosen zur Verfügung gestellt bekommen habe.

Ab Februar würden die Impfzentren in Betrieb genommen, um unter anderem den über 80-Jährigen im Land eine Impfung anzubieten, kündigte Laumann an. Die Betroffenen bekämen in den nächsten Tagen einen entsprechenden Brief.

In dieser zweiten Welle werde auch Mitarbeitern in ambulanten Pflegediensten ein entsprechendes Angebot gemacht. Laumann rechnet damit, dass die Impfungen der über 80-Jährigen den Februar und März in Anspruch nehmen.

Bislang habe NRW 280.000 Impfdosen bekommen. Eine Hälfte davon werde für die zweite Impfung zurückbehalten. Mit der Zweit-Impfung werde am 18. Januar begonnen. Bis zum 15. Februar werde NRW rund 920.000 zusätzliche Dosen erhalten.

Damit könnten dann weitere 460.000 Menschen geimpft werden. Derzeit werde nicht mehr bloß mit fünf Dosen pro Ampulle gerechnet, sondern bereits mit 5,5, sagte Laumann.

Dreyer tritt für Lockdown-Verlängerung bis Ende Januar ein

13:17 Uhr: Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat sich am Montag für eine Verlängerung der Corona-Maßnahmen bis zum Monatsende ausgesprochen.

"Ich bin der Auffassung, dass wir durchaus verlängern müssen bis Ende Januar", sagte Dreyer in einem Interview mit SWR Aktuell Radio. "Das ist, glaube ich, auch die Mehrheit der Kollegen", fügte die Regierungschefin vor den für Dienstag geplanten Bund-Länder-Beratungen hinzu.

"Wir haben leider noch nicht die Zahlen, die wir brauchen", sagte Dreyer mit Blick auf die Entwicklung der Corona-Infektionen. Nach den Feiertagen zu Weihnachten und zum Jahreswechsel gebe es zurzeit wenig Klarheit zur tatsächlichen Entwicklung.

"Wir können im Moment eigentlich nicht richtig abschätzen, wie die Situation ist, auch weil weniger getestet worden ist, weniger Ärzte offen hatten".

Bis Ende des Monats müsse es aber auch "sehr klare Vorschläge" geben, wie es im Februar weitergehen solle, sagte Dreyer dem SWR. "Da muss man wieder Schritt für Schritt in ein öffentlicheres Leben kommen".

Es sei nicht vorstellbar, "dass wir dauerhaft in einer solchen Shutdown-Situation bleiben". Hoffnung gebe die jetzt begonnene Impfaktion. Sie wünsche sich, "dass wir perspektivisch auch mehr Impfstoff haben, so dass wir noch stärker in die Vollen gehen können."

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Post-COVID-Selbsthilfegruppen - "Riesenwelle" für Gesundheitssystem

12:42 Uhr: Knapp ein Jahr nach den ersten Corona-Fällen in Deutschland gründen sich erste Selbsthilfegruppen von Post-COVID-Patienten. Vor allem gehe es darum, über das Erlebte zu sprechen, sich gegenseitig bei der Genesung zu unterstützen und fachliche Informationen zu sammeln, sagte Karl Baumann, der eine der ersten Gruppen bundesweit in Regensburg gegründet hat.

Am Mittwoch wollte sich die Gruppe zum zweiten Mal treffen. Dabei soll gleich eine weitere entstehen: Das Interesse sei groß, 20 Betroffene seien dabei - zu viel für ein Online-Treffen.

"Es kommt eine Riesenwelle auf unser Gesundheitssystem zu", ist Baumann überzeugt. Die Behandlungskosten seien noch gar nicht absehbar. Der 52-jährige Unternehmer aus Wenzenbach bei Regensburg, zuvor vollkommen gesund, war im März erkrankt.

Er hing an der Herz-Lungen-Maschine, erlitt im Koma einen Schlaganfall und überlebte nur knapp. "Damals hat kaum einer daran geglaubt, dass ich wieder zurückkomme", sagt er heute. "Es ist viel aufzuarbeiten." Wann und ob er wieder voll arbeiten könne, sei offen.

Bei Baumann waren mehrere Organe betroffen, neben der Lunge auch Herz, Nieren und Leber. "Es ist eine Systemerkrankung." Bis heute seien nicht alle seine Werte normal. Und es gehe auch um die Psyche.

"Man muss das Trauma aufarbeiten. Das ist langwierig." Seine Frau leide trotz milden Verlaufs wie er an Erschöpfung, Konzentrations- und Wortfindungsschwierigkeiten. Wenn er sich mit ihr unterhalte, sei es manchmal "wie im Komödienstadel", sagt er.

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"Staatsskandal" und "Fiasko": Ärger über Impfstart in Frankreich

12:07 Uhr: In Frankreich wächst der Ärger über den extrem langsamen Impfstart im Kampf gegen das Coronavirus. Es handle sich um einen "Staatsskandal", sagte der Präsident der an Deutschland grenzenden Region Grand Est, Jean Rottner, dem Sender France 2 am Montag.

"Alles wird von Paris aus entschieden", monierte er. Die Regionen würden nicht richtig eingebunden. Sich impfen zu lassen, sei komplizierter als der Kauf eines Autos. Die Region Grand Est ist schwer von der COVID-19-Pandemie getroffen.

Der grüne Europa-Abgeordnete Yannick Jadot bezeichnete den Impfstart als "Fiasko". "Frankreich hat die gleiche Anzahl von Dosen pro Million Einwohner wie Deutschland", schrieb er auf Twitter. Wenn man sie verspätet einsetze, sei das die Schuld von Präsident Emmanuel Macron.

Die Präsidentin der französischen Behörde für Gesundheitsfragen verteidigte das Vorgehen der Regierung. "Unser Hauptziel ist es, die Zahl der Todesfälle zu reduzieren und die Zahl der Krankenhausaufenthalte zu verringern", sagte sie dem Sender BFM TV. Deshalb würden zuerst die Älteren vor Ort in den Heimen geimpft - man wolle sie nicht in Impfzentren schicken, um dort Schlange zu stehen.

Der Website COVID Tracker zufolge wurden seit Impfstart vor gut einer Woche mehr als 500 Menschen geimpft. Es handelt sich dabei allerdings nicht um eine offizielle Seite der Regierung, der Betreiber erhält die Zahlen eigenen Angaben nach von den Gesundheitsbehörden. Zum Vergleich: In Deutschland wurden mit Stand Sonntag knapp 240.000 Corona-Impfungen offiziell erfasst.

Regierungssprecher Gabriel Attal hatte zuletzt angekündigt, dass Informationen zu den erfolgten Impfungen transparent veröffentlicht werden sollen. Frankreich mit seinen knapp 67 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern ist von der Corona-Pandemie schwer getroffen. Mehr als 65.000 Menschen starben, circa 2,6 Millionen infizierten sich mit dem Virus.

Experten: Neue Corona-Variante könnte Eindämmung schwieriger machen

11:50 Uhr: Die neue Corona-Variante B.1.1.7 könnte die Eindämmung der Pandemie schwieriger machen. Es erscheine anhand der verfügbaren Daten wahrscheinlich, dass die Variante bald auch in Deutschland dominierend sein werde, erklärte der Virologe Jörg Timm von der Uniklinik Düsseldorf der Deutschen Presse-Agentur.

"Ich halte eine Senkung der Fallzahlen grundsätzlich für eine nachhaltige Infektionskontrolle für notwendig. Wenn die Daten zur erhöhten Ansteckungsfähigkeit der neuen Variante stimmen - und davon gehe ich aus - dann wird die Aufgabe sicherlich schwieriger."

Adam Lauring, ein Experte für Evolution von RNA-Viren an der US-amerikanischen Universität Michigan, sagte in einem Podcast: "Entscheidungsträger werden darüber nachdenken, was sie mit Blick auf Corona-Regeln tun müssen."

Weil sich Varianten schneller ausbreiteten, müssten solche Maßnahmen strenger sein, um den gleichen Effekt bei der Eindämmung zu erzielen. "Wir müssen besser bei den Maßnahmen werden, um das Virus zu kontrollieren. Falls nicht, werden wir mehr Corona-Fälle sehen." Das bedeute dann auch mehr schwere Erkrankungen und mehr Tote.

B.1.1.7 war zuerst in Großbritannien nachgewiesen worden. Mittlerweile wurde die Variante auch in anderen Ländern bestätigt. In Deutschland sind bislang nur vereinzelt Fälle bekannt, etwa in Baden-Württemberg und in Nordrhein-Westfalen. Das Robert Koch-Institut erwartet aber, dass weitere Fälle hinzukommen. (Mehr zu diesem Thema finden Sie hier).

AfD lehnt Verlängerung der Anti-Corona-Maßnahmen ab

11:25 Uhr: Vor den Beratungen über künftige Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat sich die AfD strikt gegen eine Verlängerung der aktuell geltenden Kontaktbeschränkungen ausgesprochen.

Partei-Vize Stephan Brandner sagte am Montag: "Statt mit immer neuen Einschränkungen zu agieren und den sogenannten Lockdown ins Unendliche zu verlängern, muss der Schutz der Risikogruppen im Vordergrund stehen."

Kritik übte Brandner auch an Überlegungen des Thüringer Ministerpräsidenten, Bodo Ramelow (Linke), die Bewegungsfreiheit der Bürger im Freistaat einzuschränken.

Ramelow hat dem Kabinett vorgeschlagen, nach dem Beispiel von Sachsen den Bewegungsradius der Menschen im Freistaat auf 15 Kilometer im Umkreis ihres Wohnortes zu beschränken.

Entscheiden soll das Thüringer Kabinett am Dienstag nach der nächsten Gesprächsrunde der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Ramelow reagierte damit auch auf den Ansturm, den es am Wochenende auf die Wintersportgebiete im Thüringer Wald gab.

Brandner sagte, es sei falsch, gegen Familien vorzugehen, die versuchten, ihren unter den Beschränkungen leidenden Kindern ein paar frohe Stunden im Schnee zu ermöglichen. "Schikanen, Drangsalierungen, Einsperren", die Linkspartei handele hier in bester SED-Tradition, kommentierte der stellvertretende Parteivorsitzende.

Corona-Impfstoff: So wirkt das Vakzin von Biontech/Pfizer

Erste Testergebnisse deuten darauf hin, dass der Impfstoff von Pfizer und BioNTech zu mehr als 90 Prozent wirksam ist. Die Impfung hat eine andere Wirkungsweise als herkömmliche Impfstoffe, wie diese Animation zeigt.

Lettland: Rund 3.500 Verstöße gegen Corona-Ausgangssperre über Neujahr

10:53 Uhr: In Lettland hat die Polizei rund 3.500 Verstöße gegen die nächtliche Ausgangssperre registriert, die wegen der Corona-Pandemie über den Jahreswechsel verhängt worden war.

In fast weiteren 1.000 Fällen laufen noch die Untersuchungen, wie ein Polizeisprecher am Montag im lettischen Rundfunk sagte. Zudem seien mehrere Strafverfahren wegen Übergriffen auf Beamte eingeleitet worden.

Lettlands Regierung hatte angesichts steigender Corona-Zahlen die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie über Silvester und Neujahr verschärft: Die Bürger des baltischen EU-Landes durften ihre Wohnung von 30. Dezember bis zum 4. Januar von 22 Uhr abends bis 5 Uhr nur mit triftigem Grund verlassen. Die gleiche Regelung gilt nochmals vom 8. bis 10. Januar.

Wer aus dem Haus geht, muss eine Bescheinigung mit sich führen. Die Polizei kontrolliert die Einhaltung der Regeln - bei Verstößen drohen Geldbußen. Insgesamt seien während der Ausgangssperre mehr als 20.000 Menschen auf der Straße angetroffen und überprüft worden, sagte der Polizeisprecher.

Lettland kämpft seit dem Herbst mit einer zunehmenden Zahl an Corona-Neuinfektionen - die Entwicklung ist gegenwärtig schlechter als in Deutschland. Insgesamt wurden seit Beginn der Pandemie mehr als 42.000 Fälle in dem Baltenstaat erfasst, 680 Menschen starben.

Erster Brite mit heimischem Astrazeneca-Vakzin gegen Corona geimpft

10:12 Uhr: In England ist der erste Brite mit dem heimischem Impfstoff der Uni Oxford und des Pharmakonzerns Astrazeneca geimpft worden. Der 82 Jahre alte Dialyse-Patient Brian Pinker aus Oxford habe am Montagmorgen den schützenden ersten Piks in der dortigen Uniklinik erhalten, teilte der britische Gesundheitsdienst NHS mit.

"Ich freue mich so, heute die COVID-19-Impfung zu bekommen und ich bin wirklich stolz, dass sie in Oxford erfunden wurde", sagte Pinker der Mitteilung zufolge. Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock bezeichnete den Impfstart mit dem Mittel als "unverzichtbaren Schritt" im Kampf gegen die Pandemie.

Großbritannien hatte dem Präparat in der vergangenen Woche eine Notfallzulassung erteilt. Nach dem Biontech/Pfizer-Impfstoff ist es das zweite Corona-Vakzin, das im Land zum Einsatz kommt.

Der große Vorteil: Das Mittel aus Oxford kann bei Kühlschranktemperaturen gelagert werden, was die Logistik deutlich vereinfacht. Zu Beginn stehen dem Land gut eine halbe Million Dosen zur Verfügung, die in Hunderten von Krankenhäusern und Arztpraxen ab dieser Woche gespritzt werden sollen. In der EU ist der Impfstoff noch nicht zugelassen.

Die Logistik bei der Impfstoffverteilung für die Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna.

Regierungskreise: Österreich wird Lockdown bis 24. Januar verlängern

09:47 Uhr: In Österreich wird nach Angaben aus Regierungskreisen der bis zum 18. Januar geplante Lockdown verlängert. Da das ursprünglich geplante Freitesten wegen Widerstands der Opposition nicht möglich scheine, werde die Schließung fast aller Geschäfte nun für alle bis zum 24. Januar dauern, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA am Montag erfuhr. Die Maßnahme betrifft auch die Gastronomie, viele Dienstleistungen und den Tourismus.

Ursprünglich war geplant, dass alle, die sich einem Corona-Test unterziehen, ab 18. Januar in die ab dann wieder geöffneten Geschäfte können. Für alle ohne Test sollte ein verlängerter Lockdown bis zum 24. Januar gelten.

Am Sonntag hatte die Opposition aus unterschiedlichen Gründen angekündigt, dem entsprechenden Gesetz die Zustimmung zu verweigern. Die Opposition könnte durch ihre Mehrheit in der Länderkammer die Novelle für zwei Monate auf Eis legen.

Bericht: Bundestagsabgeordneten droht wegen Corona erstmals Diäten-Senkung

09:36 Uhr: Den 709 Bundestagsabgeordneten droht einem Bericht zufolge wegen der Corona-Krise erstmals eine Senkung ihrer Diäten. Die "Bild"-Zeitung verwies am Montag darauf, dass die Nominallöhne laut Statistischem Bundesamt im zweiten und dritten Quartal 2020 um vier beziehungsweise 1,3 Prozent gesunken seien.

Da der Negativ-Trend auch im vierten Quartal wegen des erneuten Lockdowns anhalten dürfte, schlage sich das auch auf die Diäten nieder.

Die Diäten werden jeweils zum 1. Juli so angepasst, wie sich die Nominallöhne im Vorjahr entwickelt haben. 2020 stiegen die Löhne nur im ersten Quartal, und zwar um 2,1 Prozent.

Die Bundestagsabgeordneten hatten wegen des Corona-Wirtschaftseinbruchs bereits im vergangenen Jahr auf eine Erhöhung verzichtet. In dem im Mai verabschiedeten Diätengesetz legten sie jedoch fest, dass die Anpassung der Diäten "zum 1. Juli 2021 wieder entsprechend des dann ermittelten Nominallohnindex durchgeführt" werden soll.

Der Politologe Hans Herbert von Arnim sagte der "Bild"-Zeitung: "Millionen Beschäftigte sind wegen der Corona-Krise in Kurzarbeit oder arbeitslos." Die Einkommen seien zum Teil drastisch gesunken. "Es ist das Mindeste, dass deshalb auch die Diäten der Bundestagsabgeordneten im nächsten Jahr gesenkt werden, wie es das Gesetz vorsieht."

SPD-Generalsekretär beklagt Impf-Chaos - Merkel soll übernehmen

08:37 Uhr: SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat die aktuelle Corona-Impfstrategie der Bundesregierung kritisiert und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aufgefordert, sich einzuschalten.

Deutschland stehe im Vergleich mit anderen Ländern schlechter da, sagte er im ARD-"Morgenmagazin". Die Schuld hierfür gibt Klingbeil Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). (Mehr zu diesem Thema finden Sie hier.)

Kinderschutzbund beklagt fehlendes Gesamtkonzept für Schulen in Coronakrise

08:15 Uhr: Der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, hat ein fehlendes Gesamtkonzept für Schulen und Kitas in der Corona-Pandemie beklagt.

Das Treffen der Kultusminister an diesem Montag sei "die letztmalige Chance, für mehr Klarheit zu sorgen", sagte Hilgers dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Vor allem die Schulen bräuchten ein Gesamtkonzept, "das über das Hangeln von Feiertag zu Feiertag hinausgeht".

Die Diskussion um gesicherten Schulunterricht und zum Betreiben von Kitas in der Corona-Pandemie sei "seit dem Sommer kein Stück weitergekommen", kritisierte Hilgers. "Wenn wir das Vertrauen in die Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung nicht zerstören wollen, brauchen wir einen Plan."

Er sei sich der Probleme, vor denen die Politik stehe, bewusst, betonte der Kinderschutzbund-Präsident. Vorschläge lägen "dennoch zur Genüge auf dem Tisch". Es mangele an "Entschlossenheit zur Umsetzung".

Hilgers sagte, er empfinde es als "Bankrotterklärung", wenn Eltern in der Pandemie zum Teil an einem Sonntagabend erfahren hätten, dass die Kinder am nächsten Tag zu Hause bleiben sollten. Das verunsichere sowohl Kinder als auch Eltern.

Impfung

Eine Woche nach Corona-Impfstart: Wo es ruckelt und warum

Zu wenig Impfstoff, zu lahme Verteilung: Die Bundesregierung und auch die EU-Kommission müssen sich Kritik anhören. Lief da etwas schief? Die wichtigsten Antworten.

Südafrika will im Februar mit Corona-Impfungen beginnen

07:36 Uhr: Das schwer von der COVID-19-Krise betroffene Südafrika will im kommenden Monat mit den Impfungen gegen das Coronavirus beginnen. "Unser Ziel ist der Februar", sagte Gesundheitsminister Zweli Mkhize am Sonntag mit Blick auf die geplante erste Impfstoffdosen-Lieferung.

Zunächst müssten jedoch die Verhandlungen mit den Impfstoff-Herstellern abgeschlossen werden. Gesundheitsexperten hatten die südafrikanische Regierung zuvor dafür kritisiert, noch nicht mit der Impfkampagne begonnen zu haben.

Um die Impfkampagne zu finanzieren, setzt Südafrika auf die Unterstützung der Privatwirtschaft sowie der Krankenkassen. Das Land nimmt zudem an der Covax-Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO) teil, die eine gerechte globale Verteilung von Corona-Vakzinen gewährleisten soll.

Die erste Impfstoff-Lieferung über das Covax-Programm würde voraussichtlich aber frühestens im zweiten Quartal dieses Jahres in Südafrika eintreffen.

Mkhize räumte ein, dass die zweite Infektionswelle Südafrika deutlich heftiger getroffen habe als die erste Welle. "Der einzige Weg, mit COVID-19 umzugehen, ist die Herstellung von Immunität durch Impfungen", sagte der Gesundheitsminister. Dies gelte nicht nur für Südafrika, sondern für die ganze Welt.

Mehr als eine Million der rund 59 Millionen Einwohner Südafrikas hat sich nach Angaben der Behörden seit Pandemie-Beginn mit dem Coronavirus infiziert. Es ist damit das am schwersten von der Krise betroffene Land Afrikas.

Kretschmer: Künftige Generationen nicht mit Corona-Folgen belasten

07:03 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sieht bei der Bewältigung der Corona-Pandemie und ihrer Folgen die heutige Generation in der Pflicht. Künftige Generationen dürften damit nicht belastet werden, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Dresden: "Das müssen wir selber schaffen."

"Wir brauchen einen Kassensturz, wenn das Gröbste überwunden ist. Dann sieht man, wer welche Kosten hatte. Dann haben wir zu schauen, wie Bund und Länder das am Ende gemeinsam tragen", erklärte der Regierungschef. Sachsen will zur Bewältigung der Krisenfolgen bis zu sechs Milliarden Euro Schulden aufnehmen.

Nach derzeitiger Verfassungslage müssten sie in einem Zeitraum von acht Jahren beglichen werden. Zuletzt waren Zweifel daran laut geworden, ob das in der Kürze der Zeit gelingt.

Lauterbach für "konsequenten" und nicht befristeten Lockdown

06:35 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat einen "konsequenten" und zeitlich nicht befristeten Lockdown gefordert. Er verwies dabei auch auf die Mutation des Coronavirus.

"Wir müssen die Neuinfektionen deutlicher reduzieren als bisher geplant", sagte er der "Passauer Neuen Presse" (Montag). "Ein Inzidenzwert von 50 reicht nicht aus, weil wir es in Zukunft wahrscheinlich mit einer Virus-Variante zu tun haben werden, die wesentlich ansteckender ist als die bisher in Deutschland verbreitete."

Die Rate der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen müsse auf 25 gesenkt werden. Am Sonntag lag sie in Deutschland bei 139,6. "Der Lockdown muss weitergehen und sollte nicht zeitlich befristet werden, sondern auf den Zielwert von 25 ausgerichtet werden", sagte Lauterbach.

Er forderte zudem eine "pragmatisch-intelligente" Impfstrategie. "Wir sollten umdenken und uns damit abfinden, dass wir zunächst einmal nicht mehr Dosen von den Impfstoffen der Hersteller Biontech und Moderna haben." Die Ständige Impfkommission müsse jetzt prüfen, ob eine vorgezogene Erstimpfung auch in Deutschland praktiziert werden sollte, ähnlich wie in England.

"Es gilt, in den nächsten zwölf Wochen so viele Menschen wie möglich mit der Erstimpfung zu versorgen. Die Zweitimpfung könnte dann danach erfolgen", meinte der SPD-Politiker.

An diesem Dienstag wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder über das Vorgehen in der Coronakrise über den 10. Januar hinaus entscheiden. Bis dahin gelten die aktuellen strikten Eindämmungsmaßnahmen.

9.847 Corona-Neuinfektionen und 302 neue Todesfälle gemeldet

06:15 Uhr: Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 9.847 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 302 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Montagmorgen bekanntgab.

Eine Interpretation der Daten bleibt weiter schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Der Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war am Mittwoch (30.Dezember) erreicht worden.

Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Montagmorgen bei 139,4. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Montag Sachsen mit 323,0 und Thüringen mit 251,4. Den niedrigsten Wert hatte Schleswig-Holstein mit 78,2.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.775513 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2 in Deutschland (Stand: 04.01., 00.00 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 34.574. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.401200 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Sonntag bei 0,91 (Samstag: 0,95). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 91 weitere Menschen anstecken.

Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI betont aber, dass der R-Wert wegen der Verzögerungen gegebenenfalls unterschätzt werde.

Analyse: Deutschland übertrifft wegen Corona das 2020-Klimaziel

05:44 Uhr: Als Folge der Coronakrise hat Deutschland Experten zufolge das Klimaschutz-Ziel für das Jahr 2020 übertroffen. Der Treibhausgas-Ausstoß habe im vergangenen Jahr 42,3 Prozent unter dem Wert von 1990 gelegen, ergab eine Analyse der Denkfabrik Agora Energiewende, deren Ergebnisse der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Das eigentlich schon abgeschrieben Ziel für 2020 sah 40 Prozent weniger Emissionen als 1990 vor.

Den Berechnungen zufolge gingen die Emissionen um über 80 Millionen Tonnen CO2 zurück auf rund 722 Millionen Tonnen. Zwei Drittel dieser Minderung seien aber eine Folge der Corona-Pandemie, ohne sie hätte der Rückgang nur bei etwa 25 Millionen Tonnen gelegen und das 2020-Ziel wäre verfehlt worden - die Minderung hätte dann 37,8 Prozent betragen.

Als Folge der Pandemie ist der Energieverbrauch im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Dazu kamen den Experten zufolge relativ hohe CO2-Preise in der EU, die vor allem die klimaschädliche Stromproduktion aus Kohle verteuern, sowie niedrige Gaspreise und ein milder Winter, in dem nicht so viel geheizt wurde.

"Echte Klimaschutzeffekte hat es 2020 nur im Stromsektor gegeben, denn hier gehen die CO2-Minderung auf den Ersatz von Kohle durch Gas und Erneuerbare Energien zurück", erklärte der Direktor von Agora Energiewende, Patrick Graichen.

"Verkehr und Industrie werden wieder mehr Treibhausgase ausstoßen, sobald die Wirtschaft wieder anzieht." Für 2021 rechne er insgesamt wieder mit mehr Emissionen. "Nur durch schnelles klimapolitisches Handeln kann man dem entgegensteuern."

Christian Drosten

Christian Drosten: Erste Jahreshälfte wird kompliziert

Der Virologe Christian Drosten erwartet, dass die erste Jahreshälfte "sehr kompliziert" werden wird. Generell schaue er aber optimistisch auf das neue Jahr. Er geht davon aus, "dass ab der zweiten Jahreshälfte eine Entspannung eintreten könnte".

Ägypten will Touristen mit "sicheren Korridoren" vor Corona schützen

04:10 Uhr: Ägypten will deutsche Touristen spätestens im Sommer mit einem speziellen Corona-Sicherheitskonzept wieder in die Urlaubsgebiete am Roten Meer locken. "Wir wollen sichere Korridore schaffen, in denen es vollständige Sicherheit für Touristen gibt", sagte der ägyptische Botschafter in Berlin, Khaled Galal Abdelhamid, der Deutschen Presse-Agentur.

Das Konzept werde eine ganze Reihe von Maßnahmen von einer Begrenzung der Passagierzahlen in den Flugzeugen bis zu verpflichtenden Tests bei Ein- und Ausreise beinhalten.

Starten wolle man mit den auch bei deutschen Touristen beliebten Urlaubsorten Hurghada und Scharm el-Scheich. "Wir hoffen damit im Sommer zu beginnen, vielleicht aber auch schon im April oder Mai."

Ägypten ist nach dem asiatischen Teil der Türkei das zweitbeliebteste Urlaubsgebiet der Deutschen außerhalb Europas. Seit März vergangenen Jahres gilt auch für das bevölkerungsreichste nordafrikanische Land wegen der Corona-Pandemie eine Reisewarnung.

Für Ägypten sind die Deutschen die wichtigste Urlaubergruppe aus der EU. Im vergangenen Jahr sind Botschafter Abdelhamid zufolge zwischen 1,8 und 1,9 Millionen Deutsche nach Ägypten gekommen. Der Tourismus mache zwölf Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung aus.

Ägypten hat der WHO bisher 139.471 Corona-Infektionen und 7.687 Todesfälle gemeldet (Stand 3. Januar). Das ist deutlich weniger als in Deutschland, obwohl Ägypten mehr Einwohner hat.

Das Auswärtige Amt weist in seinen Reisehinweisen aber darauf hin, dass aufgrund der Teststrategie in Ägypten "von einer hohen Dunkelziffer sowie von unverändert hohen Infektionszahlen auszugehen" sei.

Spahn ruft Mitarbeiter im Gesundheitswesen zur Corona-Impfung auf

03:04 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Mediziner und Pflegekräfte im Gesundheitswesen dazu aufgerufen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

"Es ist ein Gebot der Vernunft und der Solidarität, dass diejenigen, die im Gesundheitswesen arbeiten, sich ebenfalls impfen lassen, zu ihrem eigenen Schutz und dem Schutz der ihnen anvertrauten Patienten", sagte Spahn der "Rheinischen Post" (Montag).

Er selbst werde sich sofort impfen lassen, wenn er an der Reihe sei. "Und ich möchte auch mit meiner Impfung davon überzeugen, dass es ein sicherer Impfstoff ist." Zahlreiche Mitarbeiter im Gesundheitswesen hatten erklärt, sich nicht impfen lassen zu wollen.

Saarlands Regierungschef warnt vor vorschnellen Lockerungen

02:33 Uhr: Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat vor vorschnellen Lockerungen in der Corona-Pandemie gewarnt - und dabei auch auf die neue Mutation des Virus verwiesen.

Bund und Länder dürften keine weiteren Risiken eingehen, insbesondere mit Blick auf die neue Virus-Mutation B.1.1.7 mit ihrer erhöhten Ansteckungsgefahr, sagte Hans den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag).

"Unsere Krankenhäuser sind an der Grenze ihrer Belastbarkeit, und ohne eine Verlängerung des Lockdowns bekommen wir die Lage nicht dauerhaft in den Griff." Am Dienstag wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder über das Vorgehen in der Coronakrise über den 10. Januar hinaus entscheiden. Bis dahin gelten die aktuellen strikten Eindämmungsmaßnahmen.

Die in Großbritannien entdeckte Virus-Mutation war Ende des vergangenen Jahres auch in Deutschland nachgewiesen worden. Sie ist nach Einschätzung von Wissenschaftlern deutlich ansteckender als die bisher bekannte Version.

Hans sagte, um eine dritte Corona-Welle zu verhindern, müsse man an einem "harten Lockdown" festhalten. "Vorschnelle Lockerungen können uns wieder im Kampf gegen die Pandemie zurückwerfen, das ist die leidvolle Lehre aus den Erfahrungen des vergangenen Jahres."

Um das Infektionsgeschehen überall möglichst gering zu halten, sei auch ein Regelbetrieb an Schulen und Kitas im Januar in der derzeitigen Lage kaum denkbar.

Oliver Pocher bittet Fans: Auf Urlaub in Corona-Pandemie verzichten

02:00 Uhr: Ob Sonne tanken in Dubai oder Skifahren in Winterberg: Comedian Oliver Pocher hat in den sozialen Netzwerken seine Follower gebeten, derzeit auf solche Aktivitäten zu verzichten. "Leute... niemand hat etwas gegen Urlaub oder Schnee... auch ich war schon einmal im Skiurlaub oder auch in der Sonne und in Dubai... nur einfach sich nochmal ein paar Monate zurückhalten und seinen Egoismus hinten anstellen", schreibt er.

Und: Wer es doch tue, solle dies für sich behalten und nicht im Netz "zur Schau stellen". Unter dem Beitrag postete er ein Foto aus dem sonnigen Dubai und eines aus einem verschneiten Wald, mit kopierter Ortsmarke von Winterberg und dem Kommentar: "Gefühlt ganz Instagram zur Zeit."

In Winterberg in Nordrhein-Westfalen hatte es am Wochenende wie in anderen verschneiten deutschen Ausflugsgebieten einen Ansturm von Ausflüglern gegeben. In Winterberg gilt ein Betretungsverbot.

Alle Corona-Meldungen vom 3. Januar zum Nachlesen finden Sie hier.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.
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