Einige Begriffe fallen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie immer wieder – aber nicht jeder weiß sofort, was sie bedeuten. Wir haben die wichtigsten übersichtlich zusammengestellt.

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Aerosol

Aerosole sind sehr kleine Tröpfchen, die nicht so schnell zu Boden sinken wie "normale“ Speicheltröpfchen. Sollten sie bei der Übertragung von SARS-CoV-2 eine Rolle spielen, wäre ein Abstand von 1,5 m nicht genug - das ist aber noch nicht geklärt.

Antigen

Antigene sind in der Regel körperfremde Proteine oder andere Stoffe. Sie können sich etwa auf Viren befinden, werden von Antikörpern erkannt, können von ihnen gebunden und somit unschädlich gemacht werden.

Antikörper

Antikörper sind Proteine, die das Immunsystem gegen Krankheitserreger wie Viren bildet. Sie bekämpfen den Erreger gemeinsam mit dem Immunsystem, indem sie dessen Antigene binden - und schützen auch danach noch einige Zeit vor einer neuen Infektion.

Befallsrate (auch: Attack rate)

Um die Befallsrate zu ermitteln, wird überprüft, wie viele Kontaktpersonen von Infizierten in einem bestimmten Zeitraum krank geworden sind. Das gibt Aufschluss über die Infektiosität eines Erregers, aber auch über die Wirksamkeit von Gegenmaßnahmen.

Cluster

In der Infektionsforschung ist damit eine Häufung von Krankheitsfällen gemeint. So ein Cluster kann ein Hinweis auf eine Epidemie sein, muss es aber nicht.

Contact Tracing

Beim Contact Tracing geht es darum, alle Personen zu finden, die Kontakt mit einem infizierten Menschen hatten oder mit jemandem, der vielleicht infiziert ist. Wenn diese Kontaktpersonen sich schnell zurückziehen, können Infektionsketten unterbrochen werden.

Corona-Warn-App

Mit der Corona-Warn-App der Bundesregierung, die im Juni 2020 an den Start ging, sollen Infektionsketten unterbrochen werden. Über die App werden Nutzer gewarnt, sobald sie Kontakt mit einer nachweislich infizierten Person hatten.

Coronavirus

Das Coronavirus ist eine Familie von Viren, die Atemwegserkrankungen verursachen kann. Coronaviren (corona, lat. = Krone oder Kranz) heißen so, weil sie unter dem Elektronenmikroskop aussehen, als wären sie von einem Kranz umgeben.

COVID-19

Manche Menschen, die sich mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizieren, erkranken an COVID-19 (Coronavirus Disease 2019). Symptome sind häufig Fieber, trockener Husten und Atemnot, manchmal auch Geruchsverlust; mitunter verläuft die Krankheit tödlich, es gibt aber viele leichte Verläufe.

Dispersion

Dispersion ist ein anderes Wort für Ausbreitung. Der Dispersionsfaktor spielt bei Infektionsausbrüchen insofern eine große Rolle, als er ungefähr zeigen kann, wie wichtig oder unwichtig sogenannte Superspreader bei einer Epi- oder Pandemie sind.

Durchseuchung

Wenn von Durchseuchung gesprochen wird, ist damit die Verbreitung einer Infektionskrankheit gemeint. Gezählt werden infizierte sowie genesene Menschen und die Zahl dann ins Verhältnis zur Gesamtbevölkerung in einem bestimmten Gebiet gesetzt.

ELISA-Test

ELISA steht für Enzyme-linked Immunosorbent Assay, also für einen Antikörper-Test. Er wurde für SARS-CoV-2 entwickelt und soll zeigen, ob jemand mit dem Virus infiziert ist beziehungsweise war.

Epidemie

Von einer Epidemie ist die Rede, wenn eine Erkrankung über einen bestimmten Zeitraum plötzlich sehr häufig auftritt. Anders als eine Pandemie ist die Epidemie auf bestimmte Regionen, zum Beispiel ein Land oder eine Gruppe von Ländern, beschränkt.

Exponentielles Wachstum

Mathematiker sprechen davon, wenn ein Wert sich von einem Zeitpunkt zum nächsten immer verdoppelt. Gäbe es also am 1. Tag einen Corona-Fall und am 2. Tag zwei, wären es bei exponentiellem Wachstum am 3. Tag vier, am 4. Tag acht, am 5. Tag 16 usw.

Fallsterblichkeit (auch: Letalität)

Die Fallsterblichkeit (auch: der Fall-Verstorbenen-Anteil) einer Krankheit ist das Verhältnis der Todesfälle zu den diagnostizierten Krankheitsfällen. Ist sie hoch, ist auch die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Betroffene an der Krankheit sterben.

Falsch-negativ

Ein falsch-negatives Ergebnis bei einem (Corona-)Test bedeutet, dass die getestete Person angeblich nicht infiziert ist, es in Wirklichkeit aber doch ist. Solche Fehler können zum Beispiel passieren, wenn die Probe falsch genommen oder transportiert wurde.

Falsch-positiv

Ein falsch-positives Ergebnis bei einem (Corona)-Test bedeutet, dass die getestete Person angeblich infiziert ist, es in Wirklichkeit aber nicht ist. Solche Fehler kommen bei Tests immer wieder vor, weil nicht alle Verfahren zu 100 Prozent genau sind.

FFP-Maske

FFP steht für Filtering Face Piece, also für Masken, die Partikel aus der Luft filtern. Es gibt sie in drei Schutzklassen: FFP1, FFP2, FFP3. Um sich vor Aerosolen zu schützen, ist mindestens eine FFP2-Maske nötig.

Grundimmunisierung

Bei einer Impfung gegen eine Infektionskrankheit wie zum Beispiel Mumps entsteht zunächst eine sogenannte Grundimmunisierung. Meist hält sie aber nur eine bestimmte Zeit und muss nach einigen Jahren aufgefrischt werden.

Herdenimmunität (auch: Bevölkerungsimmunität)

Sie entsteht, wenn so viele Menschen in der "Herde" gegen eine Krankheit immun sind, dass der Erreger sich nicht weiter ausbreiten kann - dadurch werden auch die nicht Immunen geschützt. Erreicht wird sie durch hohe Durchseuchung oder Impfungen.

Infektionskette (auch: Infektkette)

Der Begriff Infektionskette beschreibt den Übertragungsweg eines Krankheitserregers von Wirt zu Wirt. Um Infektionsketten zu unterbrechen, werden unter anderem Kontaktpersonen von infizierten Menschen nachverfolgt (Contact Tracing).

Infektionssterblichkeit

Bei der Infektionssterblichkeit werden die Todesfälle mit allen mutmaßlich infizierten Menschen (nicht wie bei der Fallsterblichkeit mit den diagnostizierten Fällen) ins Verhältnis gesetzt. Da die Infiziertenzahl nicht vollständig ist, handelt es sich um eine Annäherung.

Infektiosität

Ein Virus ist dann ansteckend, also infektiös, wenn es die Möglichkeit bekommt, in einen Wirt einzudringen, dessen Zellen zu kapern und sich auszubreiten. Die Infektiosität eines Virus hängt unter anderem davon ab, wie leicht oder schwer es übertragen wird.

Inkubationszeit

Als Inkubationszeit wird der Zeitraum bezeichnet, der zwischen der Ansteckung mit einem Erreger und dem Auftreten erster Krankheitssymptome liegt. Bei COVID-19 sind das im Schnitt fünf bis sechs Tage.

Kontaktinfektion

Dabei wird der Erreger durch direkten Kontakt, etwa das Berühren einer infizierten Person, übertragen - oder das Berühren kontaminierter Gegenstände wie Türklinken. Diese Art der Übertragung wurde früher auch als "Schmierinfektion“ bezeichnet.

Kontamination

Grundsätzlich bedeutet Kontamination einfach Verschmutzung. Wenn es um Infektionsschutz geht, sind damit Erreger und Keime auf Oberflächen gemeint, etwa auf Gegenständen, Kleidung, aber zum Beispiel auch im Wasser.

Quelle: The New England Journal of Medicine.

Lebendimpfstoff

Lebendimpfstoffe enthalten abgeschwächte Erreger, wie zum Beispiel bei einer Masernimpfung. Da die Reaktion des Körpers ähnlich der bei einer echten Infektion ist, hält die Immunisierung in der Regel länger als bei Totimpfstoffen.

Lockdown

Mit einem Lockdown ist eine Ausgangssperre oder die Sperrung eines Gebiets gemeint, allerdings wurde der Begriff auch hierzulande verwendet - obwohl jeder jederzeit die Wohnung oder das Haus verlassen durfte. Passender wäre hier der Begriff Shutdown gewesen, also ein Herunterfahren des öffentlichen Lebens wie das Schließen von Restaurants oder Museen.

MERS

Das Middle East Respiratory Syndrome wurde 2012 entdeckt und trat fast nur auf der Arabischen Halbinsel auf. Es wird durch ein Coronavirus, das MERS-CoV, ausgelöst und kann - ebenso wie COVID-19 - nahezu unbemerkt bis sehr schwer verlaufen.

Mund-Nasen-Schutz

Der Mund-Nasen-Schutz ist eine Art Maske und schützt andere Menschen vor Tröpfchen, die der Träger beim Atmen und Sprechen ausstößt. Unter dem Begriff werden derzeit sowohl medizinisch geprüfte OP- als auch Behelfsmasken zusammengefasst.

Mutation

Mutationen sind Veränderungen im Erbgut, die bei jedem Lebewesen und jeder Zellteilung ständig ablaufen. Auch Viren können mutieren und sich dadurch an eine neue Umgebung, etwa einen neuen Wirt, anpassen.

Pandemie

Bei einer Pandemie breitet sich eine Erkrankung schnell über viele Länder aus und erfasst - zumindest potenziell - die ganze Welt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat den COVID-19-Ausbruch Mitte März 2020 als Pandemie eingestuft.

PCR

PCR steht für Polymerasekettenreaktion und meint eine Methode, mit der sich DNA-Sequenzen im Labor vermehren lassen. Das kann unter anderem dazu genutzt werden, Virusinfektionen nachzuweisen - ein Beispiel dafür ist der PCR-Test für SARS-CoV-2.

Prädisposition

Eine Prädisposition ist ein schon länger bestehender Zustand, der bestimmte Erkrankungen oder (schwere) Krankheitsverläufe begünstigt. Das kann zum Beispiel durch eine genetische Veranlagung so sein.

Preprint

Ein Preprint ist ein wissenschaftlicher Beitrag, der veröffentlicht wird, bevor er die üblichen Begutachtungen durchlaufen hat. Die Ergebnisse sind dadurch vielleicht angreifbarer, sie kommen jedoch schneller an die Öffentlichkeit, als das sonst der Fall gewesen wäre.

Quarantäne

Bei einer Quarantäne werden Menschen von anderen isoliert, müssen also zum Beispiel zu Hause bleiben. In einer Pandemie sollen so Infektionsketten unterbrochen werden.

Remdesivir

Remdesivir ist das erste Arzneimittel, das in der EU eine Zulassung für die Behandlung von schwer an COVID-19 erkrankten Erwachsenen und Jugendlichen bekommen hat. Es soll ihre Überlebenschancen erhöhen und sie schneller wieder gesund machen.

Reproduktionszahl (R)

R gibt an, wie viele andere Menschen eine infizierte Person im Schnitt ansteckt, sie hilft somit bei der Vorhersage der Neuinfektionszahlen. Liegt R zum Beispiel bei 3, steckt eine infizierte Person drei weitere an, bei 1 bleibt die Zahl der Erkrankten in etwa gleich.

Respiration

Respiration ist der medizinische Begriff für Atmen, also das Aufnehmen von Sauerstoff aus der Luft und das Abgeben von Kohlendioxid.

SARS

Es steht für Severe Acute Respiratory Syndrome (schweres akutes Atemwegssyndrom) und meint eine durch das Coronavirus verursachte Lungenentzündung. Das erste SARS-Virus verbreitete sich 2002 über mehrere Erdteile, konnte aber rasch eingedämmt werden.

SARS-2

Kurz für: SARS-CoV-2. Wird aber von offiziellen Stellen nicht so verwendet, da SARS die Bezeichnung für die Krankheit (nicht das Virus) ist und die Krankheit zu SARS-CoV-2 den Namen COVID-19 trägt.

SARS-CoV-2

Die Abkürzung steht für Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus 2 (schweres akutes Atemwegssyndrom Coronavirus 2). Weil es schon 2002/03 eine SARS-Epidemie gab, hat das neu aufgetretene Virus im Februar 2020 die 2 als Zusatz bekommen.

Sequenzierung

Das Erbgut besteht aus Molekülen, die in einer bestimmten Reihenfolge angeordnet sind. Bei einer Sequenzierung wird diese Reihenfolge abgelesen, zum Beispiel um Informationen über genetisch bedingte Krankheiten oder Viren zu gewinnen.

Social Distancing

Das Social Distancing, also das Abstandhalten und Kontakte meiden, soll die Ausbreitung von Infektionen verhindern.

Totimpfstoff

Ein Totimpfstoff enthält inaktivierte Erreger, Bestandteile von Erregern oder unschädlich gemachte Gifte. Sie müssen - anders als Impfungen mit Lebendimpfstoffen - regelmäßig aufgefrischt werden, wie zum Beispiel bei Tetanus.

Tröpfcheninfektion

Bei der Tröpfcheninfektion sitzt ein Erreger auf Tröpfchen oder Aerosolen, die ein Infizierter beim Sprechen, Husten oder Niesen verbreitet, und gelangt so zu anderen Menschen. Tröpfcheninfektion gilt bei SARS-CoV-2 als Hauptübertragungsweg.

Übersterblichkeit

Die Übersterblichkeit ist ein Maß dafür, wie stark eine Epidemie in einem Gebiet war. Denn sie zeigt an, wie viel mehr Menschen als üblich in einem bestimmten Zeitraum gestorben sind.

Vakzine

Vakzine sind Wirkstoffe, die zur Schutzimpfung eingesetzt werden, also Impfstoffe. Sie werden entweder als Lebend- oder als Totimpfstoffe verabreicht.

Virulenz

Die Virulenz beschreibt, wie aggressiv und schädlich ein Erreger ist - also ob er seinen Wirt tatsächlich krank macht. Das hängt unter anderem davon ab, wie gut er sich vermehren kann und welche schädlichen Stoffe er in welchem Maß abgeben kann.

Virus

Viren sind Gebilde mit einer Hülle und genetischen Informationen, die jedoch einen Wirt brauchen, um zu wachsen und sich zu vermehren. Sie gelten deswegen nicht als Lebewesen - anders zum Beispiel als Bakterien.

Viruskonzentration

Die Viruskonzentration oder Viruslast beschreibt die Anzahl an Viren im Blut von Patienten oder zum Beispiel auch bei Rachenabstrichen. Je höher die Viruslast, desto schwerer ist normalerweise auch die Infektion.

Verwendete Quellen:

Das Coronavirus befällt den ganzen Körper und raubt selbst Geheilten deren Lebensqualität

Vom Coronavirus geheilt zu sein, bedeutet keineswegs, gesund zu sein. Patienten klagen noch Monate danach über anhaltende Folgen der Infektion, die das tägliche Leben erschweren. Ärzte und Forscher suchen nach einer Erklärung. Eine führt zum sogenannten Fatigue-Syndrom. © BR