Ungewöhnliche Maßnahmen: Der skurrile Kampf gegen das Coronavirus

Das Coronavirus breitet sich noch immer auf der ganzen Welt aus. Einige Länder erproben deshalb innovative und bisweilen fragwürdige Ansätze zur Bekämpfung des Virus.

In Japan mobilisiert man inzwischen auch Fabelwesen für den Kampf gegen das Coronavirus. "Amabie" heißt die an Meerjungfrauen erinnerenden Figur mit drei flossenartigen Beinen, langen Haaren und einem schnabelähnlichen Mund. Im Zuge der Corona-Pandemie hat sie das japanische Internet im Sturm erobert.
Angelehnt an den Hollywood-Klassiker "Ghostbusters" gehen die "Corona-Buster" auf Virusjagd: Diese Freiwilligen im mexikanischen Tijuana ziehen durch die Straßen und versprühen eine Chlorlösung, die das Virus abtöten soll.
Geld nehmen die Männer für diese Arbeit nicht. Sie seien Bürger, Freunde und Familienväter, die aus Liebe für und Sorge um ihre Stadt diesen Dienst verrichteten, schreiben sie auf Facebook.
In Indien sind zur Zeit Polizisten mit ungewöhnlichen Kopfbedeckungen zu sehen. Die Helme im "Corona-Look" sollen die Bevölkerung für das Virus sensibilisieren und Aufmerksamkeit schaffen.
Auffällig sind die "Corona-Cops" auf jeden Fall. Fraglich ist allerdings, ob sie auch den gewünschten Effekt erzielen.
In Peru bekämpft man das Coronavirus unterdessen mit Geschlechtertrennung. Männer dürfen das Haus jeden Montag, Mittwoch und Freitag verlassen. An den anderen Tagen dürfen dann die Frauen raus. Sonntags gilt eine generelle Ausgangsperre.
Eine ähnliche Regelung gilt auch in Panama. Allerdings sind die Tage genau anders herum geregelt: Montag, Mittwoch und Freitag dürfen hier die Frauen aus dem Haus.
Auch auf den Philippinen greift man zu ungewöhnlichen Methoden. Die Regierung ließ Särge auf den Straßen aufstellen, um die Bevölkerung vor dem Coronavirus zu warnen.
An den Särgen sind Botschaften wie "Stay at home or stay inside" (Bleib zu Hause oder bleib im Sarg) angebracht.
In Turkmenistan bestreitet die Regierung um den autokratischen Präsidenten Gurbanguly Berdimuhamedov unterdessen die Existenz des Coronavirus. Personen, die öffentlich Gesichtsmasken tragen oder auf der Straße über das Coronavirus sprechen, droht Berichten zufolge die Festnahme durch Polizisten in Zivil.
In Chile verteilt die Regierung sogenannte "release cards" an genesene Coronapatienten. Mit diesen Karten können Bürger belegen, dass sie eine Infektion bereits überstanden haben.
Der ursprüngliche Plan eines "immunity passports" (Immunitätsausweis) wurde aufgrund von scharfer Kritik vorerst entschärft. Noch ist nicht klar, ob eine überstandene Infektion tatsächlich mit einer vorübergehenden Immunität einhergeht.