Einige Städte haben sie bereits eingeführt, nun hat es Sachsen als erstes Bundesland flächendeckend beschlossen: eine Maskenpflicht. Wo ab sofort ein Mundschutz getragen werden muss.

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Sachsen hat als erstes Bundesland für den öffentlichen Nahverkehr sowie für den Einzelhandel eine Maskenpflicht beschlossen. Die Regelung gelte von Montag an, sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer am Freitag nach einer Sitzung des Landeskabinetts in Dresden.

Zur Abdeckung von Nase und Mund müsse es keine teure FFP2-Maske sein, es reiche auch ein einfaches Tuch oder ein Schal, betonte der Regierungschef. Wenn man in so vielen Bereichen zusätzliche Kontakte von Menschen zulasse, sei eine Maskenpflicht "die richtige Antwort", erklärte der CDU-Politiker.

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Mundschutz-Pflicht ab Montag in Sachsen

Von Montag an sollen in Sachsen einige Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gelockert werden. Es sei daher ein "zumutbares Instrument" für die größeren Bewegungsmöglichkeiten, die die Menschen in Sachsen nun hätten.

Einen solchen Schutz gebe es mittlerweile in vielfältiger Weise, man könne ihn selbst nähen oder kaufen. "Ich denke, wir sind an einem Punkt, wo wir das verpflichtend vorgeben können", sagte Kretschmer.

Die sächsische Regierung rief die eigenen Bürger auch dazu auf, außerhalb von Läden und Verkehrsmitteln einen Behelfsschutz zu tragen, um das Infektionsrisiko zu reduzieren. Dies wird aber nur "dringend empfohlen", ist also nicht verpflichtend.

Einen Mund-Nasen-Schutz selber nähen

Scheuer schließt Maskenpflicht für Fahrgäste nicht aus

Auch bundesweit ist eine Maskenpflicht in einigen öffentlichen Bereichen denkbar. So schließt Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) auf dem Weg zu einer weiteren Lockerung der Corona-Auflagen eine Maskenpflicht in Zügen nicht aus. "Natürlich ist diese Pflicht ein Thema, wenn wir wieder höher fahren", sagte Scheuer am Donnerstag.

Die Deutsche Bahn hat derweil schon empfohlen, insbesondere im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sogenannte Alltagsmasken zu tragen. Dies werde auch den Bahnmitarbeitern dringend empfohlen, Masken würden auf Wunsch zu Verfügung gestellt.

Beim Tragen von Gesichtsmasken im Alltag setzt Gesundheitsminister Jens Spahn hingegen weiter auf Freiwilligkeit und lehnt eine Pflicht vorerst ab. Immer mehr Menschen würden einen Mund-Nasen-Schutz tragen, sagte der CDU-Politiker. Die Bundesregierung empfiehlt dies beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr.

Jena war bei Maskenpflicht vorgeprescht

Als erste deutsche Stadt hatte Jena bereits ab 6. April Mundschutz im öffentlichen Nahverkehr und Gebäuden mit Publikumsverkehr verpflichtend vorgeschrieben, eine Woche später auch an allen Arbeitsplätzen. Seitdem hatten sich etliche Orte dem Vorbild angeschlossen, darunter der Thüringer Landkreis Nordhausen, Hanau in Hessen sowie das baden-württembergische Sulz am Neckar.

In Dresden mussten Kunden und Händler schon seit mehr als einer Woche einen Mundschutz tragen, wenn sie auf den größten Wochenmarkt der Stadt wollen. Menschen können dort eigene Bedeckungen für Mund und Nase mitbringen oder eine nehmen, die vor Ort kostenlos ausgegeben wird, hieß es aus Dresden. (mf/dpa/AFP)

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