In einem Bremer Seniorenheim ist es zu einem großen Ausbruch des Coronavirus gekommen, ein Wissenschaftler-Team will mit Abwasserproben frühzeitig Nachweise auf Corona finden und immer mehr Bürger klagen gegen die Corona-Maßnahmen in Deutschland. Alle Meldungen zum Coronavirus vom 8. Mai.

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  • 16:38 Uhr: Großer Corona-Ausbruch in Bremer Seniorenresidenz
  • 13:50 Uhr: Wissenschaftler-Team will mit Abwasserproben frühzeitige Hinweise auf Coronavirus finden
  • 11:28 Uhr: China unterstützt internationale Untersuchung globaler Corona-Reaktion
  • 11:15 Uhr: Mehr als 167.000 Corona-Nachweise in Deutschland
  • 09:36 Uhr: Corona-Infektionen im Kreis Coesfeld: Grenzwert überschritten

Großer Corona-Ausbruch in Bremer Seniorenresidenz

In einem Bremer Pflegeheim sind zahlreiche Corona-Fälle aufgetreten. (Symbolbild)

16:38 Uhr: Im Bremer Stadtteil Osterholz ist es in einer Seniorenresidenz vermutlich auch wegen großer Hygienemängel zu einem schweren Ausbruch mit Coronavirus-Infektionen gekommen. Über die zwölf bereits erkrankten Bewohner und einen Mitarbeiter hinaus sei "eine hohe Anzahl an Folgefällen" zu erwarten, erklärte Bremens Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) am Freitag. Stahmann erhob schwere Vorwürfe gegen die Verantwortlichen der besonders von Demenzkranken bewohnten Einrichtung.

Die Staatsanwaltschaft prüfe, ob die Versäumnisse so gravierend sind, dass ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden muss. Die ganze Seniorenresidenz sei unter Quarantäne gestellt worden. Der Sozialsenatorin zufolge ließ die Seniorenresidenz über das lange Maiwochenende hinweg mehrere Tage verstreichen, bevor sie Betroffene mit Symptomen den Behörden meldete.

Grüne fordern gesetzliche Regelung für Corona-App

15:35 Uhr: Die Grünen fordern eine gesetzliche Regelung für die geplante Corona-Warn-App. Das sei "dringend notwendig, um Transparenz zu erhöhen und für die notwendige Rechtsklarheit zu sorgen", sagte der stellvertretende Fraktionschef Konstantin von Notz der Deutschen Presse-Agentur. Die Grünen brachten einen entsprechenden Antrag im Bundestag ein.

Die Bundesregierung plante bisher keine eigene gesetzliche Grundlage für die App, wie aus einer Antwort von Donnerstag auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten hervorgeht. Dort heißt es, dies erscheine nicht notwendig, da die App geltendes Recht unter anderem bei Datenschutz und Informationssicherheit einhalten müsse. "Es bedarf auch keiner wie auch immer gesetzlich verankerten Absichtserklärung, die eine freiwillige Nutzung betont."

Notz hingegen ist der Ansicht, dass eine eigene gesetzliche Regelung für die App für mehr Vertrauen nötig sei. Die Bundesregierung habe durch zunächst intransparentes Vorgehen "dringend benötigtes Vertrauen unnötig verspielt", kritisierte er.

Spahn mahnt: Corona-Epidemie noch nicht vorbei

15:27 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat davor gewarnt, die Corona-Pandemie in Deutschland bereits als erledigt zu betrachten. In manchen Wortbeiträgen der Bundestagsdebatte habe er am Donnerstag den Eindruck gehabt, es gebe das Gefühl, "wir sind durch", sagte Spahn am Freitag in Saarbrücken. "Aber ich will ausdrücklich sagen: Das ist nicht der Fall."

Man habe es zwar zusammen geschafft, die Ausbreitung des Virus' so zu verlangsamen, dass man umgehen könne mit der Zahl der Neuinfektionen, was das Gesundheitswesen anbetreffe. "Aber wir werden weiter mit diesem Virus leben müssen", erklärte Spahn. Und man werde miteinander lernen müssen, mit diesem Virus zu leben, um ihm die Ausbreitung so schwer wie möglich zu machen.

Fußballverband Westfalen kritisiert geplante Lockerungen: "Voreilig, unausgegoren und hoch riskant"

15:08 Uhr: Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) sieht die in Nordrhein-Westfalen geplanten weitgreifenden Lockerungen im Sport äußerst kritisch. "Ich war von dieser weitgehenden Öffnung des Sportbetriebs völlig überrascht", sagte FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski am Freitag: "Wohl niemand hat ernsthaft damit gerechnet. Für mich fühlt es sich an, wie ein öffentlich stattfindender 'Öffnungs-Überbietungswettbewerb' unter dem Motto: Alles was du kannst, kann ich viel besser."

Das Land NRW war am Donnerstag als erstes Bundesland vorgeprescht und hatte ab dem 30. Mai überraschend sämtlichen Sport mit Körperkontakt sowie Wettkämpfe im Amateursport erlaubt. "Was sich spontan als frohe Botschaft ausgibt, entpuppt sich bei gründlichem Überdenken aus meiner Sicht als voreilig, unausgegoren und hoch riskant", erklärte Walaschewski.

US-Arbeitslosenquote wegen Corona-Krise auf 14,7 Prozent gestiegen

14:42 Uhr: Die Arbeitslosenquote in den USA ist im April infolge der Coronavirus-Pandemie auf 14,7 Prozent angestiegen. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen nach dem Zweiten Weltkrieg, wie die US-Regierung am Freitag mitteilte. Vor Beginn der Krise im Februar hatte die Arbeitslosenquote noch bei 3,5 Prozent gelegen, im März war sie auf 4,4 Prozent gestiegen.

Abwasserproben sollen frühzeitig Hinweise auf Corona geben

Wasser fliesst durch ein Becken der Kläranlage in Kamp-Linfort.

13:50 Uhr: Mit Abwasserproben will ein Team aus Wissenschaftlern und Kläranlagen-Betreibern Erkenntnisse über den Infektionsgrad der Bevölkerung in Deutschland mit dem Coronavirus gewinnen. Dazu sollen ab Mitte Mai aus etwa 20 Kläranlagen täglich Proben entnommen werden, um die Reste menschlicher Fäkalien auf das Coronavirus zu untersuchen, teilte die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) am Freitag in Hennef bei Bonn mit.

Ziel sei es, so nähere Aufschlüsse über die Dunkelziffer der Infizierten zu bekommen. "Das große Ziel ist es, so zu einem Frühwarnsystem zu kommen", erläuterte DWA-Fachreferent Christian Wilhelm. Wenn sich in einem Kläranlagen-Bereich der Anteil der positiven Abwasser-Proben erhöhe, könne dies Rückschlüsse auf einen Anstieg der Infektionszahlen unter den Menschen in dem Einzugsgebiet zulassen.

Neuer Corona-Brennpunkt: Auch Landkreis im Norden über Obergrenze

13:23 Uhr: Auch in Schleswig-Holstein hat jetzt ein Landkreis die von Bund und Ländern festgelegte Obergrenze neuer Corona-Infektionen gerissen.

Mit 87 bestätigten Infektionen liegt der Kreis Steinburg über dem Grenzwert von 50 Neuinfizierten je 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche, wie aus Angaben des Kreises vom Freitag hervorgeht. Der Landkreis hat 131.000 Einwohner, der Wert liegt den Angaben zufolge damit bei 66 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner.

Überschritten ist die festgelegte Grenze bisher auch im Landkreis Greiz in Thüringen und im nordrhein-westfälischen Kreis Coesfeld. Bund und Länder hatten sich am Mittwoch auf weitreichende Lockerungen der Corona-Auflagen verständigt, zugleich aber eine Obergrenze festgelegt, bei deren Überschreitung wieder strikte Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie vorgesehen sind.

Festspiele Mecklenburg-Vorpommern ziehen Notbremse

13:15 Uhr: Die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, eines der publikumsträchtigsten Klassikfestivals in Deutschland, reduzieren wegen der Corona-Pandemie ihr Sommerprogramm massiv und planen ersatzweise erstmals einen Festspielwinter. Die Gesundheit der Künstler, des Teams und der Gäste habe Vorrang, betonte Intendant Markus Fein.

In einer am Freitag verbreiteten Videobotschaft bat er um Verständnis für die Absage der Konzerte und Veranstaltungen, für die bereits ein Großteil der Karten verkauft worden war. Doch werde es auch im Sommer Konzerte geben, jedoch kleiner und zum Teil als Livestream im Internet.

"Auf keinen Fall werden wir den Festivaljahrgang 2020 sang- und klanglos ausfallen lassen", versicherte Fein.

"Corona-Rebell" sorgt im spanischen Fußball für Aufsehen

12:57 Uhr: Rafael Giménez wird zum "Corona-Rebell" in Spanien. Der 26 Jahre alte Fußball-Profi von Zweitliga-Tabellenführer FC Cádiz hat sich aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Virus geweigert, die Arbeit auf dem Trainingsgelände des Vereins wiederaufzunehmen.

"Ich denke vorerst nicht daran, wieder Fußball zu spielen. Und ich werde natürlich auch auf mein Gehalt verzichten", sagte der 26 Jahre alte Fußballer am späten Donnerstagabend in Interviews mit verschiedenen TV- und Radio-Sendern. Er habe "riesige Angst".

Er sei ein Mann "von Prinzipien", betonte Giménez. "Für mich haben meine Gesundheit und die Gesundheit meiner Töchter Vorrang." Er werde erst dann wieder Fußball spielen, wenn es einen Impfstoff oder ein Medikament für COVID-19 gebe. "Und wenn man mich deshalb im Fußball nicht haben will, dann arbeite ich halt in der Kneipe meiner Familie", sagte er.

Wirte in Mecklenburg-Vorpommern öffnen ihre Restaurants bundesweit als Erste

12:39 Uhr: Als erstes Bundesland gibt Mecklenburg-Vorpommern einigen Gastronomen von Samstag an die Möglichkeit, Gäste zu empfangen. Der Präsident des regionalen Branchenverbands Dehoga MV, Lars Schwarz, geht davon aus, dass am Wochenende etwa ein Drittel der Wirte diese Gelegenheit nutzen wird.

"Es ist richtig, dass wir als Tourismusland die Ersten sind, die wieder aufmachen", sagte Schwarz auch mit Blick auf die bundesweit niedrigsten Corona-Infektionszahlen im Nordosten. Er rechnete gleichzeitig nicht damit, dass Restaurants in den Urlaubshochburgen durchgängig geöffnet haben, solange Gäste noch nicht ins Land dürfen. Dies soll erst vom 25. Mai an möglich sein.

In allen NRW-Schlachtbetrieben werden Mitarbeiter auf Corona getestet

12:10 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch unter den Beschäftigten einer fleischverarbeitenden Firma in Coesfeld sollen die Mitarbeiter aller Schlachtbetriebe in Nordrhein-Westfalen auf das Virus getestet werden. Das teilte Regierungssprecher Christian Wiermer am Freitag mit.

China unterstützt internationale Untersuchung globaler Corona-Reaktion

11:28 Uhr: China will nach eigenen Angaben eine von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geleitete Untersuchung der globalen Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie unterstützen.

Die Untersuchung solle in einer "offenen, transparenten und umfassenden Weise" geschehen, nachdem das Virus besiegt sei, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking am Freitag. Zuletzt war der internationale Druck auf Peking gestiegen, eine internationale Untersuchung zur Herkunft des Coronavirus in China zuzulassen.

Mehr als 167.000 Corona-Nachweise in Deutschland

11:17 Uhr: In Deutschland sind bis Freitagvormittag über 167.000 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.15 Uhr: mehr als 166.000 Infektionen). Mindestens 7.198 mit dem Erreger SARS-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 10.15 Uhr: 7.093).

Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Donnerstag bei 0,71. Das bedeutet, dass zehn Infizierte rund sieben weitere Personen anstecken.

Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 141.700 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Südtirol lockert viele Corona-Verbote im Alleingang

11:12 Uhr: Die italienische Provinz Südtirol öffnet die in der Coronakrise geschlossenen Lokale und Geschäfte schneller als von der italienischen Regierung geplant. Der gesamte Einzelhandel soll fortan wieder öffnen dürfen.

Am Montag dürfen Bars, Restaurants, Friseure, Museen und vieles mehr folgen. Diesen Beschluss fasste die Landesregierung in Bozen in der Nacht zum Freitag. Nach zwei Monaten der Corona-Sperren machen derzeit zahlreiche Regionen in Italien Druck auf Rom, um die Aufhebung der Beschränkungen zu beschleunigen.

Auch alle Südtiroler Betrieb von Industrie und Handwerk dürften ihre Tätigkeit wieder aufnehmen, hieß es. Ab dem 25. Mai könnten Hotels und Seilbahnanlagen loslegen.

Die Regierung von Ministerpräsident Giuseppe Conte hatte Ende April ihren Plan vorgelegt, nach dem Lokale und Friseure ab 1. Juni wieder öffnen sollen. Für große Teile des Einzelhandels ist der 18. Mai vorgesehen.

Brasiliens Wirtschaftsminister warnt vor "wirtschaftlichem Kollaps"

10:36 Uhr: Mit Blick auf die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie hat Brasiliens Wirtschaftsminister Paulo Guedes vor einem "wirtschaftlichen Kollaps" des Landes gewarnt. Bereits in 30 Tagen könne es dramatische Lieferengpässe geben und die Produktion teilweise zum Erliegen kommen, sagte Guedes am Donnerstag bei einem gemeinsamen Auftritt mit dem ultrarechten Staatschef Jair Bolsonaro.

Dies könne zu einem "System des wirtschaftlichen Kollapses" und "sozialem Chaos" führen. Er fügte hinzu: "Dies ist ein ernsthafter Alarmruf."

Bolsonaro sagte, er verstehe das "Virus-Problem" und sei davon überzeugt, "dass wir Leben retten müssen". Jedoch sei seine Regierung zunehmend besorgt angesichts der Auswirkungen der Pandemie auf den Arbeitsmarkt. "Die Bekämpfung des Virus sollte keinen größeren Schaden anrichten als das Virus selbst", sagte Bolsonaro.

Dänen dürfen in einem Monat wieder ins Museum oder Kino gehen

10:08 Uhr: Dänemark will in einem Monat seine in der Coronakrise geschlossenen Kultureinrichtungen wieder öffnen. Ab dem 8. Juni sollen die Dänen somit zum Beispiel wieder ins Museum, Kino oder Theater gehen können, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Vereinbarung der dänischen Regierung mit den Parlamentsparteien hervorgeht.

Das derzeitige Versammlungsverbot für mehr als zehn Personen soll dann auf maximal 30 bis 50 Teilnehmer gelockert werden, was etwa für Hochzeiten und Konfirmationen eine größere Rolle spielen dürfte. Grundvoraussetzungen für diese Maßnahmen sind jedoch, dass die Zahl der Infektionen bis dahin nicht mehr als erwartet steigt und die Lockerungen gesundheitsmäßig vertretbar sind.

Bis zur vierten Phase der Öffnung im August sollen dagegen unter anderem Diskotheken, Fitnessstudios und Schwimmbäder geschlossen bleiben. Veranstaltungen mit mehr als 500 Teilnehmern sind bis mindestens zum 31. August untersagt.

Corona-Lockerung: Bierkonvoi rollt in Australien

10:05 Uhr: Die Menschen im australischen Bundesterritorium "Northern Territory" können sich nach überstandenem Lockdown auf reichlich Bier freuen. Eine Ladung Bierfässer mit 175.000 Litern sei auf der Autobahn in Richtung Darwin, der Hauptstadt des Territoriums, unterwegs, verkündete Premierminister Scott Morrison am Freitag.

Nirgends in Australien wird pro Kopf mehr Alkohol konsumiert als im "Northern Territory". Im Zuge einer am Freitag vom Premier angekündigten stufenweisen Lockerung der Ausgangsbeschränkungen bereiten sich die Bars und Pubs jetzt auf ihre ersehnte Öffnung vor.

Das abgesperrte Bundesterritorium zählt lediglich 30 Infektionsfälle mit dem Coronavirus, so wenige wie sonst nirgends in Australien. Niemand kam in Folge der Lungenkrankheit COVID -19 dort ums Leben. Seit mehr als drei Wochen hat es keine Neuinfektionen gegeben.

Die örtliche Verwaltung hatte bereits angekündigt, dass Pubs, Bars, Restaurants und Cafés ab dem 15. Mai und damit eher als andere Bundesstaaten wieder Getränke anbieten dürfen. Alkohol darf aber nur zusammen mit einer Mahlzeit serviert werden.

Corona-Infektionen im Kreis Coesfeld: Grenzwert überschritten

09:36 Uhr: Dem besonders vom Coronavirus betroffenen Kreis Coesfeld drohen als erstem in Nordrhein-Westfalen neue Beschränkungen in der Pandemie. Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) ist der Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche überschritten worden. Er lag am Freitag (Stand: 0.00 Uhr) bei 52,7.

Bund und Länder hatten sich am Mittwoch darauf verständigt, dass zahlreiche im Zuge der Coronakrise verfügte Einschränkungen des öffentlichen Lebens wieder gelockert werden. Bei einer Überschreitung dieser Obergrenze aber umgehend wieder ein Beschränkungskonzept umgesetzt werden muss.

Das Virus hatte sich zuletzt vor allem in dem fleischverarbeitenden Betrieb Westfleisch in Coesfeld ausgebreitet. 129 Infizierte waren am Donnerstag nach Kreisangaben erfasst worden. Alle 1.200 Beschäftigten des Standortes sollten auf das Virus getestet werden.

Der Kreis Coesfeld erklärte am Morgen, dass die Situation fortlaufend bewertet und über Maßnahmen beraten werde.

SPD-Chef appelliert an Eigenverantwortung der Bürger

8:32 Uhr: SPD-Chef Norbert Walter-Borjans hat angesichts der deutlichen Lockerungen der Corona-Maßnahmen an die Verantwortung der Bevölkerung appelliert. Damit steige jetzt die Eigenverantwortung der Bürger, sagte Walter-Borjans am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". Insgesamt wiesen die beschlossenen Öffnungen aber den richtigen Weg.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder hatten sich auf Lockerungen der Corona-Regelungen in fast allen Bereichen verständigt. Die konkrete Umsetzung liegt dabei aber jeweils in den Händen der Bundesländer.

Walter-Borjans zeigte sich vor allem besorgt über die Situation an den Schulen. Dort sei die Lage am kritischsten, sagte er. In diesem Bereich sei "eine Zeitlang viel Unsicherheit verbreitet worden".

Deutschlands Exporte im März um 7,9 Prozent eingebrochen

8:10 Uhr: Deutschlands Außenhandel ist im Zuge der Coronakrise im März eingebrochen: Die Exporte gingen um 7,9 Prozent zum Vorjahresmonat zurück, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilte. Demnach waren die Importe um 4,5 Prozent geringer als im März vergangenen Jahres.

Forscher empfehlen Corona-Studien mit gezielt Infizierten

7:00 Uhr: Ein internationales Forscherteam hat sich dafür ausgesprochen, bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus auch Studien mit freiwillig infizierten Probanden vorzubereiten. "Angesichts der besonderen Umstände der Pandemie befürworten unser Rahmenmodell und unsere Analyse, eine Grundlage für SARS-CoV-2-Challenges zu legen", schreibt das Team um Erstautorin Seema Shah von der Northwestern University in Chicago im Fachjournal "Science".

Die Autoren betonen aber auch, dass Risiken für Studienteilnehmer, Personal und Dritte minimiert werden müssten. So sollten etwa junge, gesunde Menschen als Probanden ausgewählt und deren Gesundheitszustand langfristig beobachtet werden. Klinische Studien mit freiwillig Infizierten könnten in der Coronakrise "in mehrfacher Weise einen hohen sozialen Wert" haben, schreiben die Wissenschaftler.

Tausend Eilanträge gegen Corona-Auflagen: Richterbund sieht schwindende Akzeptanz der Maßnahmen

Die Zahl der Eilanträge gegen die verhängten Corona-Maßnahmen steigt. (Symbolbild)

6:26 Uhr: Immer mehr Bürger klagen gegen die Corona-Auflagen in Deutschland. Bundesweit seien inzwischen rund tausend Eilanträge im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie bei den Gerichten eingegangen, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Richterbundes, Sven Rebehn, den Zeitungen der Funke Mediengrupe. Täglich kämen neue Eilanträge hinzu. Dies zeige, dass "die allgemeine Akzeptanz für tiefgreifende Corona-Einschränkungen allmählich schwindet und der Wunsch nach Lockerungen wächst".

Die Gerichtsverfahren betreffen laut Richterbund etwa die Maskenpflicht, Versammlungsverbote, Reisebeschränkungen, Gottesdienst-Auflagen oder Regelungen für Geschäftsöffnungen. In den meisten Fällen werden die Auflagen den Angaben zufolge allerdings für rechtmäßig erklärt. Nur "zu einem kleinen Teil" hätten die Gerichte den Anträgen ganz oder teilweise stattgegeben, sagte Rebehn.

Weitreichende Lockerungen der Corona-Restriktionen wurden allerdings bereits in ganz Deutschland in die Wege geleitet. Entsprechende Vereinbarungen waren am Mittwoch zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Regierungschefs der Bundesländer getroffen worden.

Ärzte in Gesundheitsämtern kritisieren Corona-Notbremse-Kriterium

5:00 Uhr: Der Bundesverband der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) hat die in den Lockerungsplänen von Bund und Ländern vereinbarte Infektionsobergrenze als viel zu hoch kritisiert. "Wie die Gesundheitsämter damit klar kommen sollen, ist mir ein Rätsel. Das ist nicht zu schaffen", sagte die
Verbandsvorsitzende Ute Teichert dem Redaktionsnetzwerk Deutschland
(RND). "Die Gesundheitsämter werden ohne dauerhafte Personalunterstützung in die Knie gehen."

Die Obergrenze hatten Bund und Ländern als "Notbremse" im Lockerungskonzept vereinbart. Die Länder sollen laut Beschluss sicherstellen, dass in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen sofort wieder ein konsequentes Beschränkungskonzept umgesetzt wird.

Teichert sagte dem RND weiter: "Die Zahl 50 ist eine mir nicht bekannte Zahl. Uns ist schleierhaft, wo sie herkommt." Sie betonte, die Gesundheitsämter hätten in den vergangenen Wochen die Arbeit nur geschafft, weil das Personal unter anderem durch Medizinstudenten und viele Freiwillige verdrei- bis vervierfacht worden sei. "Und dennoch sind alle Mitarbeiter der Gesundheitsämter in den vergangenen Wochen auf dem Zahnfleisch gekrochen."

Die Aushilfskräfte seien nun teilweise schon wieder weg, weil sie ins Studium oder in ihren eigentlichen Job zurückgekehrt seien. Ein ins Parlament eingebrachter Gesetzentwurf der großen Koalition sieht insgesamt 50 Millionen Euro für die bundesweit 375 Gesundheitsämter vor, um vor allem die Digitalisierung von Prozessen voranzubringen.

Kim Jong Un gratuliert China zum Erfolg im Kampf gegen Corona

4:30 Uhr Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un hat Chinas Präsident Xi Jinping zum Erfolg im Kampf gegen das Coronavirus gratuliert. Kim unterstrich nach Angaben der Staatsagentur KCNA vom Freitag in seiner Botschaft vor allem seine Wertschätzung dafür, dass Xi "die Chance zum Sieg im Krieg gegen die beispiellose Epidemie ergriffen und zugleich die strategische und taktische Kontrolle über die allgemeine Lage behalten" habe, während er gleichzeitig Volk und Partei geführt habe.

Der nordkoreanische Staatschef war während der Coronakrise lange Zeit nicht in der Öffentlichkeit aufgetreten. In dieser Zeit gab es Spekulationen über eine mögliche Erkrankung, offizielle Angaben dazu gab es jedoch nicht.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.

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