Trump will nun doch an der Arbeitsgruppe des Weißen Hauses zur Corona-Krise festhalten. Polen verschiebt die für den 10. Mai geplante Präsidentenwahl und die Fußball-Bundesliga darf am 15. Mai wieder starten. Alle News zum Coronavirus vom 6. Mai zum Nachlesen.

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  • 23:00 Uhr: Polen verschiebt Präsidentenwahl
  • 22:00 Uhr: Fußball-Bundesliga: Saison geht am 15. Mai weiter
  • 19:55 Uhr: Länder öffnen unter Auflagen Kneipen und Restaurants
  • 17:06 Uhr: Mega-Knatsch bei Telefonschalte: Merkel war "kurz davor, aufzugeben"
  • 15:16 Uhr: Politik erlaubt Geisterspiele der Fußball-Bundesliga ab Mitte Mai
  • 11:07 Uhr: EU-Prognose: Wirtschaft in Eurozone bricht um 7,75 Prozent ein
  • 10:52 Uhr: Tourismusbeauftragter: Urlaub auf Mallorca noch nicht abschreiben
  • 09:59 Uhr: RKI: Mehr als eine halbe Million Teilnehmer bei "Datenspende"-App
  • 06:22 Uhr: Söder verliert an Popularität

Polen verschiebt Präsidentenwahl auf späteres Datum

23:00 Uhr: Polen wird die für den 10. Mai geplante Präsidentenwahl verschieben. Die Wahl solle an diesem Tag nicht stattfinden - und der Oberste Gerichtshof solle sie anschließend für ungültig erklären, teilte der Vorsitzende der nationalkonservativen Regierungspartei PiS, Jaroslaw Kaczynski, laut Nachrichtenagentur PAP am Mittwochabend in einem gemeinsamen Statement mit dem ehemaligen Vize-Ministerpräsidenten Jaroslaw Gowin mit. Danach solle die Parlamentspräsidentin einen neuen Termin festlegen.

Damit wurde offenbar eine Lösung für den seit Wochen tobenden Konflikt um die polnische Präsidentenwahl gefunden. Weil sich das nationalkonservative Regierungslager und die Opposition sehr heftig bekämpfen, hatten es beide Seiten beim Ausbruch der Coronavirus-Epidemie versäumt, sich gemeinsam Gedanken darüber zu machen, was mit der Wahl des Staatsoberhaupts unter diesen Bedingungen geschehen soll.

Die Opposition verlangte die Verlegung der Abstimmung, da wegen der Stilllegung des öffentlichen Lebens kein Wahlkampf möglich sei. Die PiS beharrte darauf, den Wahltermin am 10. Mai zu retten. Alle Umfragen sehen den von ihr gestellten Kandidaten, Amtsinhaber Andrzej Duda, mit großem Vorsprung vor seinen Kontrahenten.

Fußball-Bundesliga: Saison geht am 15. Mai weiter

22:00 Uhr: Die Deutsche Fußball Liga will die Saison in der Bundesliga am 15. Mai fortsetzen. Über diesen Beschluss des DFL-Präsidiums seien die 36 Proficlubs am Mittwochabend informiert worden, bestätigte der Dachverband der Deutschen Presse-Agentur. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung berichtet. Am Donnerstag sollen in einer Mitgliederversammlung mit den Clubs der 1. und 2. Liga noch die Details der Fortsetzung der seit Mitte März unterbrochenen Spielzeit beraten werden.

Trump: Doch keine Auflösung der Corona-Arbeitsgruppe im Weißen Haus

20:45 Uhr: US-Präsident Donald Trump will nun doch an der Arbeitsgruppe des Weißen Hauses zur Corona-Krise festhalten. Trump kündigte am Mittwoch an, die Runde werde weiterarbeiten, bis sie nicht mehr gebraucht werde. Die "Task Force" solle sich vermehrt um die Rückkehr zum Normalbetrieb im Land kümmern und um zwei oder drei neue Mitglieder ergänzt werden. Am Dienstag hatten Trump und sein Stellvertreter Mike Pence noch gesagt, man prüfe die Auflösung der Runde - was auf Kritik stieß. Trump begründete seinen Kursschwenk damit, dass ihm nicht bewusst gewesen sei, wie angesehen die Gruppe sei.

Die US-Regierung hatte die "Task Force" als hochrangig besetztes Expertengremium unter Leitung von Vizepräsident Pence als Reaktion auf die rasante Ausbreitung des Coronavirus ins Leben gerufen. Pence hatte am Dienstag überraschend erklärt, man erwäge die Auflösung der Gruppe. Dies könne Ende Mai oder Anfang Juni geschehen und sei ein Zeichen des "enormen Fortschritts" im Kampf gegen das neuartige Coronavirus.

Trump selbst hatte am Dienstag bei einem Besuch im Bundesstaat Arizona erklärt, die Arbeitsgruppe solle von einem neuen Team abgelöst werden, das sich auf die sichere Wiedereröffnung der Wirtschaft konzentriere.

Die Ankündigung, sich von der Experten-Arbeitsgruppe zu verabschieden, stieß auf Kritik. "Die Task Force jetzt aufzulösen, ist eine schrecklich Idee", sagte etwa der Harvard-Mediziner Ashish Jha dem Sender CNN. Die USA seien noch mitten in der Pandemie und es würden noch viele Menschen infiziert werden und sterben.

Der Präsident machte am Mittwoch im Weißen Haus keinen Hehl aus seinem Kurswechsel mit Blick auf die Gruppe. "Ich dachte, wir könnten sie früher auflösen, aber ich wusste bis gestern nicht, wie beliebt die Task Force ist." Er habe nach seiner Ankündigung mehrere Anrufe respektabler Personen erhalten, die ihn aufgerufen hätten, an der Arbeitsgruppe festzuhalten.

Der Schwerpunkt der Experten soll sich zunehmend zur Wiedereröffnung der US-Wirtschaft verlagern. Man könne das Land nicht über Jahre geschlossen halten, sagte Trump.

Braunschweiger Forscher melden wichtigen Schritt im Kampf gegen Corona

20:30 Uhr: Einem Forscherteam um den Braunschweiger Virologen Luka Cicin-Sain ist nach eigenen Angaben ein wichtiger Schritt im Kampf gegen das Coronavirus gelungen. "Wir sind auf dem richtigen Weg für die Entwicklung eines Medikaments gegen Covid-19", sagte Cicin-Sain der "Braunschweiger Zeitung". Sein Team habe Antikörper nachgewiesen, der das neuartige Coronavirus am Eindringen in Zellen hindern könnten. Die Forschung steht jedoch erst ganz am Anfang. Einen Versuch mit Patienten gibt es noch nicht.

Niederlande und Bulgarien eröffnen Cafés

20:15 Uhr: Die Niederlande lockern die Corona-Maßnahmen: Ab der nächsten Woche dürfen Friseure, Kosmetiksalons und Massagepraxen wieder öffnen. Das kündigte Ministerpräsident Mark Rutte am Mittwochabend in Den Haag an. Ab 1. Juni dürfen demnach auch Restaurants, Cafés, Museen, Kinos und Theater unter bestimmten Bedingungen den Betrieb wieder aufnehmen und es werden alle Schulen wieder geöffnet. Die Regierung macht auch Mundschutzmasken im öffentlichen Nahverkehr verpflichtend.

In Bulgarien haben Freiluftlokale nach einer weiteren Lockerung der Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus wieder geöffnet. Seit Mittwoch müssen sie allerdings zahlreiche Auflagen einhalten - wie etwa Desinfektion von Tischen und Stühlen für jeden neuen Kunden, Schutzmasken für das Personal und einen Mindestabstand zwischen den Tischen von 1,5 Metern. Beliebte Lokale im Zentrum der Hauptstadt Sofia waren an dem Nationalfeiertag am 6. Mai recht gut besucht. Die Lockerung der seit 13. März geltenden Schutzmaßnahmen betrifft allerdings nur die Außenbereiche von Restaurants, Gaststätten oder Cafés.

Länder öffnen unter Auflagen Kneipen und Restaurants

19:55 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern hatte bereits angekündigt, dass die Gastronomie bereits am kommenden Samstag wieder öffnet, und zwar von 6:00 bis 21:00 Uhr, unter Auflagen zum Gesundheitsschutz und mit Beschränkungen bei der Zahl der Gäste.

In Niedersachsen können Restaurants, Gaststätten, Cafés oder Biergärten vom 11. Mai an ebenfalls unter Auflagen wieder öffnen.

In Nordrhein-Westfalen dürfen Gaststätten vom 11. Mai an wieder öffnen. Die Erlaubnis werde für den Innen- und den Außenbereich gelten, kündigte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) an. Hotels dürfen vom 21. Mai an auch wieder für Touristen öffnen. Voraussetzungen sind die Einhaltung des Sicherheitsabstands sowie ein Hygiene- und Infektionsschutzkonzept.

Auch Bayern hatte nach wochenlanger Zwangspause bereits Termine genannt: Außenbereiche von Gaststätten dürfen am 18. Mai öffnen, Speiselokale im Innenbereich am 25. Mai, Hotels am 30. Mai.

In Berlin können Restaurants und Gaststätten am 15. Mai mit Auflagen wieder öffnen und Hotels am 25. Mai. Darauf verständigte sich der Senat am Mittwoch nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur.

Brandenburg will voraussichtlich von Mitte Mai an wieder den Besuch von Gaststätten ermöglichen, auch in Hessen sollen diese noch im Mai wieder öffnen dürfen.

In Sachsen sollen vom 15. Mai an Beherbergungsbetriebe wie Hotels und Ferienwohnungen wieder öffnen. Sachsen-Anhalt will sieben Tage später nachziehen und dann auch gleichzeitig Restaurants und Cafés öffnen.

Spanien verlängert Corona-Alarmzustand bis 24. Mai

18:55 Uhr: Trotz heftigen Gegenwinds der Opposition hat sich Spaniens Regierung am Mittwoch im Parlament mit ihrem Antrag auf eine weitere Verlängerung des umstrittenen Corona-Notstands durchgesetzt. Es handelt sich um die vierte Ausdehnung des Mitte März ausgerufenen "Alarmzustands", der nun noch bis zum 24. Mai gelten soll. Die Maßnahme erlaubt es Ministerpräsident Pedro Sánchez, die strengen Ausgangsbeschränkungen für die knapp 47 Millionen Spanier weiter beizubehalten. Schrittweise Lockerungen wurden aber bereits in den vergangenen Tagen eingeleitet.

So dürfen Spanier seit dem Wochenende zu bestimmten Uhrzeiten wieder Sport treiben, zudem konnten kleinere Geschäfte auf Terminbasis wieder öffnen. Von Montag an beginnt die zweite Phase des Plans. Dann können in vielen Regionen Lokale im Freien den Betrieb aufnehmen, wenn auch mit begrenzter Kundenzahl. Auch sollen Treffen von Gruppen bis zu zehn Personen wieder erlaubt sein.

Niedersachsen will bei Anstieg von Neuinfektionen früher reagieren

18:50 Uhr: Niedersachsen will bei einem erneuten Anstieg der Corona-Neuinfektionen schneller reagieren als von Bund und Ländern vereinbart. "Ich kann Ihnen sagen, dass wir in Niedersachsen schon deutlich früher entsprechende Maßnahmen ergreifen werden", sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Mittwoch in Hannover. Einzelheiten nannte er nicht. Bund und Länder hatten vereinbart, dass in Kreisen oder kreisfreien Städten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen sofort wieder Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

WHO: Corona-App allein löst Problem neuer Ansteckungen nicht

18:45 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat zu hohe Erwartungen an die Corona-Warn-Apps gedämpft. Auch beim Einsatz solcher Hilfsmittel seien weiterhin Menschen nötig, die nachverfolgen, mit wem Infizierte in letzter Zeit Kontakt hatten, um sie zu warnen und in Quarantäne zu bringen, sagte WHO-Expertin Maria van Kerkhove am Mittwoch in Genf. "Solche Apps können nicht die Menschen ersetzen, die Kontakte überprüfen", sagte sie.

Eine solche App für das Handy soll in Deutschland und vielen anderen Ländern zum Einsatz kommen. Solche Apps erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind. Sie können dann Nutzer warnen, wenn sich später herausstellt, dass in ihrer Umgebung eine infizierte Person war. Die Nutzer könnten dann in Quarantäne gehen. Experten nehmen an, dass etwa 60 Prozent der Bevölkerung die App auf ihrem Handy nutzen müssen, damit der Schutz vor Infektionen funktioniert. In Deutschland und den meisten anderen Ländern soll die Teilnahme freiwillig sein oder ist sie bereits.

Hessen: Veranstaltungen mit bis zu 100 Teilnehmern wieder möglich

17:32 Uhr: Veranstaltungen in Hessen mit bis zu 100 Teilnehmern sollen unter Auflagen wieder zugelassen werden. Diese Zahl solle die Richtschnur sein, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier am Mittwoch in Wiesbaden. Das hessische Corona-Kabinett will an diesem Donnerstag über konkrete Lockerungen der Corona-Regeln beraten.

Knatsch bei Telefonschalte: Merkel "kurz davor, aufzugeben"

17:06 Uhr: Lange mussten die anwesenden Journalisten auf den Start Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel warten. Das hatte offenbar einen guten Grund: In der Telefonschalte mit den Ministerpräsidenten soll es kräftig gekracht haben.

Die Kanzlerin soll schwer genervt von den Debatten um Lockerungen der Kontaktbeschränkungen gewesen sein, berichtet unter anderem der "Spiegel". Sie sei "kurz davor, aufzugeben", wurde sie zitiert.

"Gute Nachricht": DFL nach Neustart-Entscheidung erleichtert

16:50 Uhr: Die Spitze der Deutschen Fußball Liga (DFL) hat mit großer Erleichterung auf das grüne Licht der Politik für einen Saison-Neustart reagiert. "Die heutige Entscheidung ist eine gute Nachricht für die Bundesliga und die 2. Bundesliga", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert: "Sie ist verbunden mit einer großen Verantwortung für die Klubs und ihre Angestellten, die medizinischen und organisatorischen Vorgaben diszipliniert umzusetzen."

Zuvor war bei der Videokonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Weg für den Wiederbeginn der seit Mitte März unterbrochenen Spielzeit ab Mitte Mai freigemacht worden. (siehe Eintrag um 15:16 Uhr). Ab wann genau die Geisterspiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf dem Programm stehen, ist noch offen. Die DFL, die am Donnerstag die 36 Klubchefs virtuell versammelt, visierte zuletzt den 15. Mai an. Noch neun Spieltage stehen aus.

"Spiele ohne Stadion-Zuschauer sind für niemanden eine ideale Lösung. Es ist in einer für einige Klubs existenzbedrohenden Krise allerdings die einzige Möglichkeit, den Fortbestand der Ligen in ihrer jetzigen Form zu bewahren", sagte Seifert: "Mein Dank gilt an diesem Tag den politischen Entscheidungsträgern aus Bund und Ländern für ihr Vertrauen."

Johnson: Corona-Beschränkungen könnten nächste Woche gelockert werden

16:34 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson hat für nächste Woche eine mögliche Lockerung der Corona-Beschränkungen in Aussicht gestellt. Er werde jedoch nichts tun, wodurch das Land einen erneuten Anstieg der Infektionsfälle riskiere, sagte der Regierungschef am Mittwoch bei seinem ersten Parlamentsauftritt nach seiner Corona-Erkrankung. Eine zweite Infektionswelle "wäre eine wirtschaftliche Katastrophe für dieses Land", betonte Johnson.

Am Tag zuvor hatte Großbritannien Italien als am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenes Land Europas abgelöst. Bis Ende April starben im Vereinigten Königreich mehr als 32.300 an der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19, wie die britische Statistikbehörde ONS mitteilte. Weltweit verzeichnen nur die USA mehr Todesfälle durch das Coronavirus.

"Jeder Tod ist eine Tragödie", sagte Johnson. Die Statistiken seien "entsetzlich". Insbesondere die mehr als 6.000 Todesfälle in Pflegeheimen bedauere er "bitterlich". Die Lage in den britischen Pflegeheimen gilt als besonders verheerend.

Inzwischen sinkt die Zahl der Neuinfektionen. Johnsons Kabinett wird deshalb am Donnerstag über eine schrittweise Lockerung der strengen Corona-Beschränkungen beraten. Den genauen Fahrplan will der Premierminister am Sonntag vorstellen.

"Falls es uns möglich ist, wollen wir am Montag mit einigen Lockerungen beginnen. Ich denke, es wäre eine gute Sache, wenn die Menschen eine Vorstellung davon hätten, was kommt", sagte er. Johnson kündigte zudem an, dass die Zahl der Coronavirus-Tests bis Ende Mai von derzeit 100.000 auf 200.000 pro Tag steigen soll.

Russische Kulturministerin mit Coronavirus infiziert

16:10 Uhr: Die russische Kulturministerin Olga Ljubimowa ist als drittes Mitglied der Regierung in Russland positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie ihr Ministerium am Mittwoch mitteilte, leidet sie an einer "milden Form" der Krankheit und kann von zu Hause aus arbeiten. Zuvor hatten sich bereits Ministerpräsident Michail Mischustin sowie Bauminister Wladimir Jakuschew mit dem Virus angesteckt. Präsident Wladimir Putin zufolge ist Mischustin "auf dem Weg der Besserung" und nimmt weiter Teil an der Regierungsarbeit.

Seit Tagen registriert Russland die höchste Zahl täglicher Neuinfektionen in Europa. Im internationalen Vergleich steht Russland nun an sechster Stelle bei der Zahl der Corona-Fälle. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Fälle ist auf knapp 166.000 gestiegen, mehr als 1.500 Menschen starben bislang. Die russischen Behörden planen eine schrittweise Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen je nach Region ab dem 12. Mai.

Französische Firma entwickelt Lampe mit Desinfektionsfunktion

15:56 Uhr: Leuchtende Geschäftsidee in Zeiten der Corona-Pandemie: Das Unternehmen Dietal hat ein Leuchtmittel entwickelt, das tagsüber Licht spendet und nachts Büros und Geschäftsräume desinfizieren kann. Es handele sich um eine "Hybrid"-Lampe, sagte Didier Prouteau, Chef der Gruppe Dietal, die in Frankreich und Rumänien produziert.

"Das Problem der Desinfektion wird uns über Monate oder Jahre begleiten" und für Unternehmen, im öffentlichen Nahverkehr und öffentlichen Einrichtungen zu erheblichen Kosten führen, erklärte er. Daher habe sein Unternehmen die Lampe "Quadro UVC Covid" entwickelt: Das LED-Leuchtmittel ist mit einer Desinfektionstechnologie ausgestattet, die sich die keimtötende Wirkung von UV-C-Strahlen zunutze macht.

Die Technologie sei bereits seit langem bekannt und werde vor allem in Krankenhäusern verwendet. Dietal biete nun eine "echte Lösung dank der Hybrid-Funktion" aus Beleuchtung und Desinfektion, sagte Prouteau. Die Lampe kann automatisch gesteuert werden. Die für Menschen schädliche ultraviolette Strahlung kann über Bewegungsmelder ausgeschaltet werden.

Prototypen der Hybrid-Lampe durchlaufen derzeit das Zulassungsverfahren. Im Sommer soll eine Miniserie produziert werden. Erste Lieferungen sollen ab Ende August möglich sein.

Dietal beschäftigt 200 Angestellte in Rumänien und 140 im französischen Saint-Georges-De-Mons.

Politik erlaubt Geisterspiele der Fußball-Bundesliga ab Mitte Mai

Der Weg für eine Rückkehr der Bundesliga ab Mitte Mai ist frei.

15:16 Uhr: Die Fußball-Bundesliga kann in der zweiten Maihälfte ihren Spielbetrieb wieder aufnehmen. Dies kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch nach den Spitzenberatungen mit den Regierungschefs der Länder an. Der Beschlussvorlage zufolge sollen die Spiele zunächst ohne Publikum stattfinden. Damit erhält die Deutsche Fußball Liga als Dachorganisation der 36 Profiklubs der 1. und 2. Liga die lange erhoffte Genehmigung für Geisterspiele.

Womöglich könnte ab dem Wochenende am 16. und 17. Mai wieder der Ball in den Stadien rollen. Die Bundesliga-Saison ist seit Mitte März ausgesetzt, neun Spieltage sind noch zu absolvieren. Die DFL strebt an, diese bis zum 30. Juni durchziehen zu können. Sie hatte von ihrer "Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb" ein umfassendes Hygiene- und Sicherheitskonzept vorgelegt, um die Ansteckungsgefahr unter Spielern und Betreuern zu minimieren. In einer ersten Testreihe hatte es bei 1.724 Tests in der 1. und 2. Liga zehn Corona-Fälle gegeben.

Kern der Terminfrage ist eine vorgesehene vorgeschaltete Quarantäne der Mannschaften. In der Beschlussvorlage des Bundes hieß es am Mittwochmorgen: "Dem Beginn des Spielbetriebs muss, wie in dem geprüften Konzept vorgesehen, eine Quarantänemaßnahme, gegebenenfalls in Form eines Trainingslagers, vorweggehen." Die Profifußballer sind bei ihren Klubs weitgehend streng isoliert, aber noch nicht komplett in Quarantäne.

Für die Liga ist eine Fortsetzung der Saison von enormer Bedeutung, weil viele Vereine durch fehlende Einnahmen in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Bei einer Fortsetzung der Bundesliga wären zumindest die TV-Millionen gesichert.

Die DFL hat für Donnerstag eine Mitgliederversammlung anberaumt. Bei der Videokonferenz sollen mit den 36 Profivereinen, von denen die ersten bereits das uneingeschränkte Mannschaftstraining aufgenommen haben, die Ergebnisse des Polit-Gipfels erörtert werden.

Insgesamt neun "Mein Schiff"-Crewmitglieder mit Corona infiziert

Das Tui-Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 3" liegt im Hafen von Cuxhaven.

14:29 Uhr: Von den rund 2.900 Besatzungsmitgliedern auf dem Tui-Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 3" in Cuxhaven haben sich insgesamt neun mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte Tui Cruises am Mittwoch mit und verwies darauf, dass nun alle Testergebnisse vorlägen.

"Alle positiv-getesteten Besatzungsmitglieder befinden sich in Isolation, es geht ihnen gut und sie sind symptomfrei", sagte eine Sprecherin. Demnach hat auch das am 30. April als erstes positiv getestete Crewmitglied, das auf der Isolierstation einer Klinik in Cuxhaven liegt, keine Symptome mehr.

"Wir freuen uns über die guten Nachrichten und arbeiten weiter daran, der Besatzung die Rückreise in ihre Heimatländer zu ermöglichen", betonte die Vorsitzende der Geschäftsführung von Tui Cruises, Wybcke Meier. Über das genaue Vorgehen sollte voraussichtlich noch am Mittwoch entschieden werden.

Nach Kalou-Video: Berliner Senat will Hertha-Training kontrollieren

13:56 Uhr: Fußball-Bundesligist Hertha BSC muss sich auf unangemeldete Trainings-Kontrollen einstellen. "Wir haben das mit dem zuständigen Gesundheitsamt des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf so abgesprochen", sagte Martin Pallgen, Sprecher der Senatsverwaltung für Inneres und Sport, am Mittwoch dem "Kicker".

Anlass ist das Video des mittlerweile suspendierten Angreifers Salomon Kalou. Der Ivorer hatte am Montag unter anderem gefilmt, wie er in der Kabine mehrere Mitspieler abklatscht und somit die Abstandsregeln im Zuge der Coronakrise nicht einhielt.

"Das verstößt ganz klar gegen die von uns erteilte Ausnahmegenehmigung" zur Durchführung des Kleingruppentrainings, sagte Pallgen. Laut dem Sprecher laufe Hertha durch die Nichteinhaltung der Abstandsregelungen Gefahr, dass die Ausnahmegenehmigung wieder entzogen werde. Darum seien die angekündigten Kontrollen ausdrücklich "nicht nur als Drohkulisse" zu verstehen, unterstrich Pallgen.

"Das ist pervers": Top-Sportler kritisieren Fußball-Sonderrolle

12:48 Uhr: Prominente Spitzensportler abseits des Profi-Fußballs haben den möglichen Neustart der Fußball-Bundesliga zum Teil mit drastischen Worten moniert. "Ich finde es nicht schön, dass der Fußball eine Sonderrolle einnimmt und sich über alles hinwegsetzt, nur weil die Reibung zwischen Daumen und Zeigefinger stimmt", sagte Kugelstoßerin Christina Schwanitz der "Sächsischen Zeitung" (Mittwoch).

Auch Speerwerfer und Fußball-Anhänger Johannes Vetter kritisierte den möglichen Re-Start: "Wenn dem wirklich so ist, dann verkauft der Staat die Gesundheit des Volkes und der leidenden Menschen an den Fußball. Das ist pervers." Ruder-Olympiasieger Karl Schulze, der selbst Anhänger von Dynamo Dresden ist, fordert eine einheitliche Lösung: "Letztlich muss da eine politische Entscheidung fallen – entweder alle treiben wieder Sport oder gar keiner."

Auch andere Spitzensportler sehen einen möglichen Neustart der Fußball-Bundesliga als Ungleichbehandlung der Sportarten an. "Fußball ist nicht Nabel der Welt. Aber er scheint in Deutschland eine andere Priorität zu haben als Schulen und Kitas, wie ich als Familienvater gerade erfahre", sagte Kanu-Olympiasieger Ronald Rauhe der "Märkischen Allgemeinen" (Mittwoch).

Kanu-Olympiasieger Sebastian Brendel hofft dagegen auf eine Vorreiterrolle des Fußballs. "Vielleicht ist es ja ein gutes Zeichen, wenn der Fußball wieder rollt, damit andere Sportarten nachziehen können", sagte Brendel. Für den dreimaligen Olympiasieger selbst üben Geisterspiele aber keine Attraktivität aus: "Ich bin kein Fan von Wettbewerben ohne Zuschauer. Für mich wäre das wie ein Trainingswettkampf."

Auto-Neuzulassungen im April um mehr als 60 Prozent eingebrochen

11:52 Uhr: Die Zahl der Auto-Neuzulassungen ist im April wegen der Coronakrise dramatisch eingebrochen. Sie sank im Vergleich zum Vorjahresmonat um 61,1 Prozent, wie das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg am Mittwoch mitteilte. Einen Zuwachs erzielte einzig der US-Elektroautobauer Tesla mit rund zehn Prozent.

Bei allen deutschen Marken zeigten sich zweistellige Rückgänge, wie das KBA mitteilte. Sie reichen von einem Minus von 39,2 Prozent bei Mini von BMW bis zu einem Minus von 94,1 Prozent bei Smart von Mercedes.

Insgesamt neu zugelassen wurden laut Behörde im April lediglich 120.840 Pkw. Die meisten davon, nämlich 58 Prozent, wurden auf Unternehmen zugelassen, nur knapp 42 Prozent auf Privatkäufer.

Die Autoindustrie fordert angesichts des beispiellosen Einbruchs staatliche Kaufprämien für Neuwagen. Sie soll es nicht nur für Elektroautos und Plug-in-Hybride geben, sondern auch für Diesel und Benziner, so der Wunsch der Branche.

Karliczek: Zahl der Lehrstellen sinkt durch Coronakrise weiter

11:40 Uhr: Die Coronakrise beschleunigt nach Angaben von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek den Rückgang der Ausbildungsplätze in Deutschland. Derzeit werde ein Minus bei den angebotenen Lehrstellen von knapp acht Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnet, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch in Berlin.

Allerdings könne es laut Bundesagentur für Arbeit auch noch zu einem Aufholprozess im August und September kommen, wenn die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie besser abschätzbar seien.

Das Bundeskabinett hatte zuvor den jährlichen Berufsbildungsbericht beschlossen, der Auskunft über die Lage auf dem Lehrstellenmarkt im vergangenen Jahr gibt. Demnach boten die Betriebe 2019 rund 11.000 Ausbildungsstellen weniger an als 2018. Das Angebot lag bei knapp 578.000. Gleichzeitig sank aber auch die Zahl der Bewerber von 556.000 auf knapp 550.000, die Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge ging um 6.300 auf 525.100 zurück. Rechnerisch bestand damit weiterhin ein Überangebot. 100 Ausbildungsinteressierten hätten 105,2 Ausbildungsstellen gegenübergestanden, heißt es in dem Bericht.

"Der Rückgang ist im Wesentlichen auf das Handwerk sowie Industrie und Handel zurückzuführen", heißt es weiter. Das Bildungsministerium wies zudem auf den demografischen Wandel und eine geringere Zahl an Absolventen von allgemeinbildendenden Schulen hin.

Kabinett beschließt Mehrwertsteuer-Senkung für Gastronomie

11:26 Uhr: Restaurants und Cafés sollen wegen der Coronakrise vorübergehend weniger Steuern zahlen. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch in Berlin, dass die Mehrwertsteuer auf Speisen für ein Jahr von 19 auf sieben Prozent reduziert wird. "Wir geben Gaststätten und Restaurants einen kräftigen Schub, wenn sie wieder öffnen", erklärte die Parlamentarische Finanz-Staatssekretärin Sarah Ryglewski. Bundestag und Bundesrat müssen den Hilfen noch zustimmen.

Die Regelung soll konkret vom 1. Juli an für ein Jahr gelten. Sie betrifft nur Speisen, keine Getränke. Zugleich beschloss das Kabinett, dass Zuschüsse des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld großteils steuerfrei gestellt werden. Das Finanzministerium geht davon aus, dass durch die Maßnahmen in diesem und kommendem Jahr rund 2,7 Milliarden Euro weniger Steuern eingenommen werden.

EU-Prognose: Wirtschaft in Eurozone bricht um 7,7 Prozent ein

11:07 Uhr: Die Wirtschaft der Eurozone könnte laut der EU-Frühjahrsprognose wegen der Corona-Krise dieses Jahr um 7,7 Prozent schrumpfen und sich auch im nächsten Jahr nicht vollständig erholen. Die Prognose legte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel vor.

Mehr als 164.800 Corona-Nachweise in Deutschland - über 6.900 Tote

11:05 Uhr: In Deutschland sind bis Mittwochvormittag über 164.800 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.15 Uhr: mehr als 164.000 Infektionen). Mindestens 6.943 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 10.15 Uhr: 6.808). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl lag nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) von Dienstag bei 0,71. Das bedeutet, dass zehn Infizierte gut sieben weitere Personen anstecken. Die Reproduktionszahl schwankte in den vergangenen Tagen zwischen 0,7 und 0,8.

Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 137.400 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 43.500 nachgewiesenen Fällen und mindestens 1.974 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 33.700 Fällen und mindestens 1.331 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 32.500 bestätigten Fällen und mindestens 1.482 Toten. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 333,4 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 198,3. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch.

Tourismusbeauftragter: Urlaub auf Mallorca noch nicht abschreiben

10:52 Uhr: Urlauber können nach Einschätzung des Tourismusbeauftragten der Bundesregierung im Sommer unter Umständen auch auf die Balearen oder die griechischen Inseln reisen. "Wenn es dort kaum noch Neuinfektionen gibt und die medizinische Versorgung funktioniert, könnte man auch über einen Sommerurlaub dort nachdenken", sagte Staatssekretär Thomas Bareiß (CDU) dem "Tagesspiegel".

Mit den Nachbarländern Deutschlands würden bereits Gespräche geführt. "Aber ich würde auch andere Regionen in Europa noch nicht abschreiben, etwa die Balearen oder die griechischen Inseln", so Bareiß. Fernreisen fielen in diesem Sommer wegen der Coronakrise hingegen aber vermutlich eher aus.

Zu einem möglichen Ansturm auf Urlaubsziele in Deutschland sagte Bareiß: "Deutschland ist groß. Mit etwas Kreativität findet in diesem Sommer jeder ein schönes Ziel, das er noch nicht kennt."

Sportmediziner warnt vor möglichen Corona-Folgeschäden bei Sportlern

10:29 Uhr: Eine Infektion mit dem Coronavirus könnte für Profisportler fatale Folgen haben. Davor warnt der Sportmediziner Wilhelm Bloch von der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) in einen Interview der ARD-"Sportschau" mit Blick auf den möglichen Wiederbeginn des Bundesliga-Spielbetrieb. "Ein Sportler sollte sich schon Gedanken darüber machen, dass eine Infektion das Karriereende sein kann", sagte Professor Bloch, der am Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin an der DSHS tätig ist.

Auch bei jungen Menschen ohne Vorerkrankungen könne Covid-19 einen schweren Krankheitsverlauf nehmen. Die Gründe würden derzeit von der Wissenschaft noch untersucht. Der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité habe laut Bloch schon Mitte März im NDR-Podcast "Coronavirus-Update" auf die Gefahr hingewiesen, die mit dem üblichen Infektionsverlauf zusammenhänge: Zunächst vermehre sich das Virus im Rachen, erst dann in der Lunge. Dadurch habe das Immunsystem normalerweise Zeit für eine Reaktion, die Chancen auf einen milden Verlauf steigen.

Im Gegensatz dazu sei es laut Drosten "denkbar, dass jemand sich nicht im Hals infiziert, sondern gleich eine hohe Dosis Virus aus der Luft einatmet in die Lunge, und dass die Infektion gleich in der Lunge losgeht". Bloch hält diese Überlegung für "sehr berechtigt" und insbesondere für den Sport relevant.

"Wenn man richtig am Schnaufen ist, erhöht sich der Gasaustausch um den Faktor 15 bis 20 - über die Atemfrequenz und dadurch, dass man 3,5 Liter Atemvolumen hat, Profisportler noch mehr. Das bedeutet, man atmet richtig tief in die Lunge hinein. Und dort ist direkt der Ort, an dem schwere Schädigungen stattfinden können."

Mit Blick auf die Pläne für das Mannschaftstraining und den Spielbetrieb warnte Bloch: "Man muss schon den Sportler schützen. Gehe ich also das Risiko ein auf eine schwerwiegende Infektion mit Lungenbeteiligung und möglicherweise dem Karriereende? Dieses ist ja zumindest nicht auszuschließen."

RKI: Mehr als eine halbe Million Teilnehmer bei "Datenspende"-App

Bereits rund 509.000 Nutzer machen bei der "Datenspende"-App des Robert-Koch-Instituts mit.

09:59 Uhr: Bei der "Datenspende"-App des Robert-Koch-Instituts, die Informationen aus Fitness-Trackern zur Eindämmung des Coronavirus sammeln soll, machen inzwischen gut 509.000 Nutzer mit. Ein wissenschaftliches Projekt mit der Teilnahme von Bürgern in dieser Größenordnung sei weltweit einzigartig, kommentierte das RKI den Stand von Dienstag in einem Blogeintrag.

Die Idee hinter der App ist, dass sich Coronavirus-Symptome auch von Vitaldaten wie Puls ableiten lassen könnten. Solche Informationen werden routinemäßig von Computer-Uhren sowie vielen Fitness-Armbändern erfasst. Die Hoffnung ist, dass man anhand der Daten die Zahl der Erkrankten besser einschätzen und mögliche Infektionsschwerpunkte frühzeitig erkennen kann.

Ob die Rechnung aufgeht, ist bisher offen. "Wenn alles klappt!", schränkt das RKI selbst in dem Blog ein. Bisher wurden Karten veröffentlicht, die die Verteilung der Datenspender und den durchschnittlichen Ruhepuls bezogen auf deutsche Landkreise zeigen - beides gibt noch keinen Aufschluss über das eigentliche Ziel des Projekts. Die Datenschutz-Umsetzung der App war von Experten des Chaos Computer Clubs kritisiert worden, die unter anderem bemängelten, dass die Daten erst auf den Servern des RKI pseudonymisiert würden.

Corona-Notruf aus Amazonas-Hauptstadt an Deutschland

09:55 Uhr: In der Coronakrise kommt ein Notruf aus Brasilien an Deutschland: Die Hauptstadt des Bundesstaats Amazonas, Manaus, bat Bundeskanzlerin Angela Merkel und 20 weitere Staats- und Regierungschefs dringend um Hilfe. Nur mit medizinischer und finanzieller Unterstützung der Weltgemeinschaft könnten "die Leben derjenigen gerettet werden, die den Regenwald schützen", sagte Bürgermeister Arthur Virgilio in einer Videobotschaft.

Seinen Hilferuf richtete Virgilio unter anderem auch an US-Präsident Donald Trump und den französischen Präsident Emmanuel Macron. Zuvor hatte er bereits die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg um Unterstützung angerufen.

Im Bundesstaat Amazonas sind nach offiziellen Angaben 649 Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben. Als besonders gefährdet gelten die Ureinwohner in dem Gebiet. Die nur 50 Intensivbetten in der 1,7-Millionen-Einwohner-Stadt Manaus sind seit Wochen belegt, auf Friedhöfen wurden Massengräber angelegt.

In Brasilien stieg die Zahl der Corona-Todesopfer auf mehr als 7.900 und die der Infektionen auf knapp 115.000. Drei Städte im Nordosten des Landes kündigten für diese Woche Kontaktsperren an: Neben Belém sind dies die Millionenstädte São Luis und Fortaleza.

Spahn fordert "klares Durchgreifen" bei Verstößen in der Bundesliga

09:19 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat im Falle einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Bundesliga ein konsequentes Handeln bei Verstößen gegen die Corona-Auflagen gefordert. "Wir haben in den letzten Tagen gesehen, bei dem einen oder anderen muss das Verständnis dafür, dass es hier um etwas geht, offensichtlich noch geweckt werden", sagte Spahn am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". Deswegen sei "ein klares Durchgreifen" der Deutschen Fußball Liga und der einzelnen Teams "ganz, ganz wichtig".

Aufträge in der Industrie in Coronakrise brechen drastisch ein

8:52 Uhr: Das Neugeschäft der deutschen Industrie ist in der Corona-Krise so stark eingebrochen wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe fiel im März saison- und kalenderbereinigt um 15,6 Prozent gegenüber dem Vormonat Februar, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. Dies sei der stärkste Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1991, so die Wiesbadener Behörde. Der Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe fiel zum Februar laut der vorläufigen Zahlen um 11,5 Prozent.

Der Einbruch der Industrie-Aufträge zog sich demnach durch alle Regionen. Während die Order aus Deutschland um 14,8 Prozent fielen, sanken die Auslandsaufträge um gut 16 Prozent. Beim Neugeschäft in der Eurozone stand gar ein Rückgang von fast 18 Prozent. Während Hersteller von Investitionsgütern einen Einbruch um mehr als ein Fünftel hinnehmen mussten, war das Minus bei Konsumgütern nur gering.

Braunschweiger Forschern gelingt Durchbruch

8:26 Uhr: Wissenschaftlern des Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) ist es gelungen Antikörper nachzuweisen, die verhindern, dass das Coronavirus an Zellen andocken kann. Damit ist den Forschern ein wichtiger Schritt bei der Suche nach einem Medikament gegen COVID-19 gelungen.

Braunschweiger Forscher entdecken Corona-Blocker

Braunschweiger Forschern ist es gelungen Antikörper nachzuweisen, die verhindern, dass das Coronavirus an Zellen andocken kann. "Das ist eindeutig ein Durchbruch, der zeigt: Wir sind auf dem richtigen Weg für die Entwicklung eines Medikaments gegen COVID-19", sagte der Virologe Luka Cicin-Sain vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) der "Braunschweiger Zeitung".

Schulen in Wuhan öffnen teilweise wieder

08:06 Uhr: Nach monatelangen Schulschließungen hat in der zentralchinesischen Metropole Wuhan der Unterricht teilweise wieder begonnen. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen kehrten die Abschlussjahrgänge von 121 Oberschulen am Mittwoch zurück in ihre Klassensäle.

In Wuhan war das neuartige Coronavirus Ende vergangenen Jahres erstmals aufgetreten. Im Januar riegelten die Behörden die Millionenstadt vollständig ab, das öffentliche Leben kam zum Erliegen.

Im Internet äußerten sich Schüler erleichtert über die schrittweise Schulöffnung. "Dies ist das erste Mal, dass ich mich so sehr darauf freue, in die Schule zurückzukehren", schrieb ein Nutzer im Online-Dienst Weibo.

China hat die Coronavirus-Ausbreitung nach eigenen Angaben unter Kontrolle bekommen und verzeichnet kaum noch Neu-Infektionen. Allerdings befürchtet die Regierung in Peking ein Wiederaufflammen der Pandemie durch aus dem Ausland eingeschleppte Infektionsfälle.

Bundesliga darf auf Neustart hoffen

7:06 Uhr: Die 36 Profifußball-Vereine aus der Bundesliga und 2. Bundesliga können sich Hoffnung auf einen Neustart der Bundesliga machen. Aus der Beschlussvorlage des Bundes geht hervor, dass er den Ligen die notwendige Genehmigung geben will.

Markus Söder muss Popularitätseinbußen hinnehmen.

"Dem Beginn des Spielbetriebs muss eine zweiwöchige Quarantänemaßnahme, gegebenenfalls in Form eines Trainingslagers, vorweggehen", heißt es in der Vorlage.

Als voraussichtliches Datum für den Beginn der Geisterspiele ohne Zuschauer gelten die Wochenenden um den 16. oder der 22. Mai - ein genauer Termin ist in der Beschlussvorlage offen gelassen.

Diese Lockerungen sollen kommen

7:00 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel berät heute erneut mit den Regierungschefs der Länder über einen weiteren Fahrplan in der Coronakrise. Aus dem Beschlusspapier, das der dpa vorliegt, geht hervor, dass der Bund die Verantwortung für weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen in Deutschland weitgehend den Ländern überlassen will. Er besteht aber auf einer Obergrenze von Neuinfektionen, ab der wieder härtere Beschränkungen greifen müssen.

Eine Übersicht über weitere Maßnahmen und Lockerungen finden Sie hier.

Bund verteilt Schutzmasken

06:56 Uhr: Der Nachschub an Schutzausrüstung für das medizinische Personal in der Corona-Krise kommt weiter in Gang. Inzwischen wurden über den Bund rund 121 Millionen Schutzmasken beschafft und an die Länder und die Kassenärztlichen Vereinigungen ausgeliefert.

Das geht nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus einer Übersicht des Gesundheitsministeriums mit Stand von Montag (4. Mai) hervor. Zusammen mit weiteren Masken, die noch nicht ausgeliefert sind, hat sich der Bund demnach inzwischen mehr als 306 Millionen Schutzmasken gesichert. Darin ist auch Material für Bundesbehörden enthalten.

Markus Söder verliert an Popularität

06:22 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder muss in der anhaltenden Coronakrise Popularitätseinbußen hinnehmen. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der "Augsburger Allgemeinen" geben 59,8 Prozent der Bayern an mit der Arbeit von Söder zufrieden zu sein. Vor drei Wochen zeigten sich noch 71,1 Prozent zufrieden mit dem Ministerpräsidenten.

Dazu kommt, dass der Anteil der Unzufriedenen innerhalb der vergangenen drei Wochen von 10,7 Prozent auf 31,1 Prozent gestiegen ist. 9,1 Prozent sind unentschieden.

Söders Höhenflug, den er zu Beginn der Coronakrise erlebte, scheint vorerst gestoppt. Sein hartes Durchgreifen scheint nicht mehr überall gut anzukommen. Dass Söder nun auch in Bayern die Beschränkungen deutlich gelockert hat, könnte ihm jedoch wieder bessere Werte bescheren.

Trump: "Coronakrise bringt mich um den Schlaf"

06:15 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat den Angehörigen von Opfern in der Corona-Pandemie sein Mitgefühl ausgesprochen.

Auf die Frage, was er betroffenen Familien mitteilen wolle, sagte Trump am Dienstagabend (Ortszeit) dem Sender ABC: "Ich will sagen, ich liebe euch. Ich will sagen, dass wir alles tun, was wir können."

Er fügte mit Blick auf die inzwischen mehr als 70.000 Toten in den USA durch das Virus hinzu: "Ich schlafe nachts nicht, weil ich darüber nachdenke. Es gibt niemanden, der es schwerer nimmt als ich."

Mann trägt Ku-Klux-Klan-Maske als Atemschutz

04:43 Uhr: In den USA hat ein Mann beim Einkauf die berüchtigte weiße Kapuze des rassistischen Ku Klux Klan (KKK) als Schutz gegen das Coronavirus benutzt. Die Polizei im südkalifornischen San Diego teilte am Dienstag mit, sie habe eine Untersuchung des Vorfalls eingeleitet.

Von einem anderen Einkäufer aufgenommene Bilder von dem Mann mit der den ganzen Kopf verdeckenden KKK-Kapuze verbreiteten sich in den Onlinenetzwerken und sorgten für Entrüstung.

Bundesregierung rechnet mit deutlich höheren Hartz-IV-Zahlen

03:06 Uhr: Die Bundesregierung rechnet als Folge der Corona-Krise offenbar mit einem deutlichen Anstieg der Zahl der Hartz-IV-Bezieher. Das Arbeitsministerium erwarte in den kommenden sechs Monaten bis zu 1,2 Millionen zusätzliche sogenannte Bedarfsgemeinschaften, heißt es nach Informationen der Zeitungen der Funke Mediengruppe in einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag.

Bei einem sechsmonatigen Bezug der Leistungen rechnet das Ministerium demnach mit staatlichen Mehrausgaben von 9,6 Milliarden Euro. Der erwartete Anstieg bei den Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften bedeute einen Zuwachs um rund 40 Prozent im Vergleich mit dem März: In diesem Monat habe laut einer Berechnung der Bundesagentur für Arbeit die Zahl der Bedarfsgemeinschaften bei rund 2,83 Millionen gelegen.

Bund will schrittweise Rückkehr aller Schüler ermöglichen

00:51 Uhr: Der Bund will allen Schülern angesichts der positiven Entwicklung der Infektionszahlen in der Corona-Krise schrittweise unter Auflagen bis zu den Sommerferien eine Rückkehr an die Schulen ermöglichen.

Schüler mit besonderem Unterstützungsbedarf etwa wegen der häuslichen Situation oder der technischen Ausstattung sollten "möglichst umgehend gezielte pädagogische Präsenzangebote an den Schulen erhalten", heißt es in der der dpa vorliegenden Beschlussvorlage des Bundes für die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder an diesem Mittwochmittag.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.