• 18:40 Uhr: ➤Fauci hält US-Empfehlung zu Auffrischungsimpfung nicht endgültig
  • 16:08 Uhr: Lauterbach sieht Après-Ski in der kommenden Wintersaison kritisch
  • 14:12 Uhr: Kritik an Kassenärzte-Chef, der Ende von Corona-Maßnahmen fordert
  • 10:06 Uhr: Frankreich: Mann schießt im Streit um Gesundheitspass auf Sicherheitsmitarbeiter
  • 09:03 Uhr: RKI registriert 7.337 Corona-Neuinfektionen: Inzidenz bei 70,5
  • 08:51 Uhr: Spahn: Impfaktionswoche war Erfolg - Steuerliche Anreize für Firmen

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➤ Fauci: US-Empfehlung zu Auffrischungsimpfung ist nicht endgültig

Der US-amerikanische Immunologe Anthony Fauci sieht in der Experten-Entscheidung gegen allgemeine Corona-Auffrischungsimpfungen in den USA keinen Rückschlag für US-Präsident Joe Biden. Die Bewertung der Experten könne sich künftig auch noch ändern, sagte der Präsidenten-Berater Fauci. Die US-Arzneimittelbehörde FDA empfahl den dritten Piks am Freitag doch nur für bestimmte Risikogruppen, nachdem die US-Regierung zuvor trotz der noch ausstehenden FDA-Entscheidung schon einen Impfstart für alle für diesen Montag (20. September) angekündigt hatte.

Mit Blick auf die nun anderslautende Empfehlung der Arzneimittelbehörde FDA sagte Fauci: "Ich denke nicht, dass sie einen Fehler gemacht haben." Es würden weiter Daten geprüft. Die Menschen müssten sich im Klaren darüber sein, dass "buchstäblich täglich und wöchentlich neue Daten" einträfen. "Es ist noch nicht vorbei. Ich denke, die Menschen müssen verstehen, dass dies nicht das Ende der Geschichte ist."

Die US-Regierung hatte bereits Mitte August die Pläne vorgestellt, wonach die amerikanische Bevölkerung ab dem 20. September mit Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus versorgt werden soll. Die Regierung hatte jedoch betont, dies stünde noch unter Vorbehalt von Prüfungen der FDA. Ein Expertengremium der FDA empfiehlt nun aber nur für ältere Menschen und Risikogruppen die Auffrischungsimpfungen mit dem Mittel von Biontech/Pfizer. Biden hatte sich hingegen für eine weitere Dosis für alle ausgesprochen, deren Zweitimpfung schon mehr als acht Monate her ist.

Die weiteren Corona-News des Tages:

Lauterbach sieht Après-Ski in der kommenden Wintersaison kritisch

16:08 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat kritisch auf den Vorstoß des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz reagiert, der eine sichere Wintersaison in dem Alpenland versprochen und Après-Ski nur für Geimpfte in Aussicht gestellt hatte. "Wie die nächste Wintersaison aussehen wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt niemand seriös vorhersagen - auch nicht der österreichische Bundeskanzler", sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Lauterbach erklärte, er würde aus heutiger Sicht "eher davon abraten, unter Ischgl-ähnlichen Bedingungen zu feiern" und verwies auf Impfdurchbrüche. "In Innenräumen haben wir jetzt schon viele Ansteckungen auch unter Geimpften. Diese Fälle werden noch zunehmen, wenn der Impfschutz nachlässt." Ob Après-Ski überhaupt möglich sein werde, hänge nicht zuletzt von Booster-Impfungen oder von weiterentwickelten Impfstoffen ab, merkte der Gesundheitsexperte an.

Kurz hatte den Zeitungen der Funke Mediengruppe gesagt, dass er eine sichere Wintersaison inklusive Après-Ski für möglich halte. Falls sich die Corona-Situation weiter verschärft, würden anstatt der aktuell geltenden 3G-Regel nur noch Geimpfte Zugang zu Après-Ski-Lokalen erhalten, kündigte er an. "In Österreich sind über 70 Prozent der impfbaren Bevölkerung geimpft. Die überwiegende Masse der Touristen, die zu uns kommen wollen, sind ebenfalls geimpft. Insofern steht einem sicheren Urlaub in Österreich nichts im Wege."

Der österreichische Party- und Skiort Ischgl war voriges Jahr zum Corona-Hotspot geworden. Am Freitag wurde in Wien ein Schadenersatz-Prozess gegen den Staat Österreich verhandelt. Die Kläger sind Hinterbliebene eines Corona-Toten, der in Ischgl Urlaub verbrachte. Ihr Anwalt argumentierte, dass Kurz mit seiner unvorbereiteten Ankündigung der Quarantäne für Ischgl für ein Ausreise-Chaos mit weiteren Infektionen verantwortlich war. Die Republik weist die Vorwürfe von sich.

Nach neuem Corona-Dekret: Deutlich mehr Impf-Anmeldungen in Italien

15:35 Uhr: Nach der Ankündigung eines neuen Corona-Dekrets wollen sich in Italien mehr Menschen als davor impfen lassen. Im Vergleich zur Vorwoche stiegen die Anmeldungen für eine Erstimpfung landesweit zwischen 20 und 40 Prozent. Das teilte der außerordentliche Kommissar für den Corona-Notfall, Francesco Figliuolo, am Wochenende mit. Allein am Samstag hätten sich 35 Prozent mehr Menschen gemeldet als am Samstag davor, um sich impfen zu lassen. In Italien sind rund 75 Prozent der Menschen über zwölf Jahren durchgeimpft.

Diese Entwicklung bei den Impf-Anmeldungen war von der Regierung um Ministerpräsident Mario Draghi erhofft worden. Das Kabinett hatte in der vorigen Woche beschlossen, dass vom 15. Oktober an alle Beschäftigten im privatwirtschaftlichen wie öffentlichen Sektor einen "Grünen Pass" haben, also geimpft oder getestet sein müssen. Weil Tests nicht mehr kostenlos sind, hofft die Regierung, dass sich noch mehr Leute impfen lassen, um weiter zur Arbeit gehen zu können.

Kritik an Kassenärzte-Chef, der Ende von Corona-Maßnahmen fordert

14:12 Uhr: Zum Ende der bundesweiten Aktionswoche zur Corona-Impfung debattiert die Politik das Impftempo, den Umgang mit den zahlreichen Ungeimpften und ein mögliches fixes Datum für das Ende der Eindämmungsmaßnahmen.

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, forderte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) einen baldigen Stopp der Maßnahmen. Nötig sei "eine klare Ansage der Politik: In sechs Wochen ist auch bei uns 'Freedom Day'", sagte er der Zeitung mit Verweis auf das entsprechende Vorgehen in Großbritannien im Juli. Am 30. Oktober sollten alle Beschränkungen aufgehoben werden. Er würde darauf wetten, dass dann die Impfquote bei mindestens 70 Prozent liege.

Diese Forderung kritisierte der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen. "Jetzt so zu tun, als sei die Pandemie ein Privatvergnügen und Ungeimpfte letztlich selbst dran Schuld, und wir könnten uns jetzt von allen Schutzmaßnahmen verabschieden, das halte ich für zynisch", sagte Dahmen auf NDR Info. Für eine Lockerung der Maßnahmen bräuchte es eine Impfquote bei den über 60-Jährigen von deutlich über 90 Prozent, in der Gesamtbevölkerung bei den impffähigen Personen von über 80 Prozent. Ähnlich äußerte sich der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach.

Auch aus den Bundesländern kam Kritik an Gassens Forderung. Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) sagte der NOZ: "Wir müssen die Impfbereitschaft weiter erhöhen. Daran müssen wir arbeiten, nicht an einem 'Freedom Day'". Die niedersächsische Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) sagte, Gassens Idee sei mit Blick auf den bevorstehenden Herbst und Winter "noch zu leichtsinnig".

Lauterbach zum "Freedom Day"-Vorschlag: "Nicht ethisch vertretbar"

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach spricht sich klar gegen einen „Freedom Day“ aus. Diesen hatte KBV-Chef Andreas Gassen zuvor gefordert. Lauterbach bezeichnete diesen Vorschlag bei Twitter als "nicht ethisch vertretbar".

Frankreich: Mann schießt im Streit um Gesundheitspass auf Sicherheitsmitarbeiter

Ein Polizist in Chambéry. (Symbolbild)

10:06 Uhr: In Frankreich hat ein Mann, der wegen eines fehlenden Corona-Gesundheitspasses nicht zu einer Veranstaltung zugelassen wurde, auf zwei Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes geschossen. Die Mitarbeiter hätten dem "stark betrunkenen" Mann am Samstag den Zutritt zu einem Park im ostfranzösischen Chambéry verwehrt, in dem ein Brustkrebs-Wohltätigkeitslauf stattfand, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Kurz darauf sei er mit einem Revolver bewaffnet zurückgekehrt und habe zwei Mal auf die Sicherheitsbediensteten gefeuert. Eines der Opfer wurde am Finger, das andere am Unterleib verletzt. Nach der Tat flüchtete der Schütze in Richtung Bahnhof, wo er festgenommen wurde.

In Frankreich muss für viele Veranstaltungen und an vielen öffentlichen Orten ein Gesundheitspass vorgelegt werden. Er weist eine vollständige Corona-Impfung, eine Genesung von COVID-19 oder einen negativen Coronatest nach. Seit Wochen demonstrieren jeden Samstag im ganzen Land tausende Menschen gegen die Maßnahme.

RKI registriert 7.337 Corona-Neuinfektionen: Inzidenz bei 70,5

Das COVID-19-Dashboard des Robert-Koch-Instituts am Sonntag.

09:03 Uhr: Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland ist am sechsten Tag in Folge gesunken. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit 70,5 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 72,0 gelegen, vor einer Woche bei 80,2. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 7.337 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.13 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 7345 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 38 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es acht Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.142.116 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 1,89 an (Mittwoch: 1,87). Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen einer hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich.

Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.888.900 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.958.

RKI meldet 7.337 Corona-Neuinfektionen: Inzidenz bei 70,5

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist am sechsten Tag in Folge gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit 70,5 an.

Spahn: Impfaktionswoche war Erfolg - Steuerliche Anreize für Firmen

08:51 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat eine positive Bilanz der Aktionswoche zum Impfen gegen das Coronavirus gezogen. "Wir haben in der Aktionswoche insgesamt rund 500.000 der wichtigen Erstimpfungen geschafft, etwa die Hälfte dürfte auf Aktionen zurückgehen", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Vereine, Organisationen, Privat-Initiativen und Freiwillige hätten bundesweit rund 1500 Impfaktionen auf die Beine gestellt. Möglicherweise habe es noch deutlich mehr gegeben.

Dennoch zeigte sich Spahn besorgt über die große Gruppe Ungeimpfter in der älteren Bevölkerung: "Von den 24 Millionen Menschen im Alter über 60 Jahren sind knapp vier Millionen noch ungeimpft, das ist fast jeder sechste in dieser Risikogruppe", sagte der Minister. "Würde sich mit der sehr ansteckenden Delta-Variante ein Großteil dieser Gruppe innerhalb weniger Wochen infizieren, dann würden unsere Intensivstationen sehr unter Stress kommen", warnte Spahn.

Um das Impftempo zu erhöhen, sprach sich der Minister dafür aus, Unternehmen steuerlich zu fördern, die Mitarbeiter oder Kunden mit Rabattaktionen für das Impfen gewinnen wollen. "Dafür würde ich gern gemeinsam mit Olaf Scholz einen Vorschlag machen", sagte Spahn. Staatliche Prämien lehnte er aber ab.

Spahn: So ist die Aktionswoche zur Corona-Impfung gelaufen

Die Aktionswoche zur Corona-Impfung geht zu Ende. Eine Woche lang gab es bundesweit verschiedene Angebote, um sich von einer Impfung gegen COVID-19 überzeugen zu lassen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zieht Bilanz. Wie erfolgreich war die Aktion?

Fast jeder Dritte meidet seit Beginn der Pandemie Bus und Bahn

07:46 Uhr: Die Corona-Pandemie hat bei knapp einem Drittel der erwachsenen Deutschen dazu geführt, dass sie entweder seltener oder gar nicht mehr mit Bus und Bahn fahren. Das zeigen die Ergebnisse einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur. Danach nutzen elf Prozent der Erwachsenen seit dem Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 überhaupt keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr. 19 Prozent der Teilnehmer der repräsentativen Umfrage gaben an, sie seien seither seltener mit Bus und Bahn unterwegs. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass ein Teil der Beschäftigten während der Pandemie im Home Office arbeitet.

Für 28 Prozent der Deutschen hat sich in Sachen Mobilität durch Corona nichts geändert. Sie nutzen die öffentlichen Verkehrsmittel genauso häufig wie vor der Pandemie. Lediglich zwei Prozent der Befragten sagten den Meinungsforschern, sie seien seit Beginn der Corona-Krise noch häufiger mit Bus und Bahn unterwegs als zuvor. Immerhin 36 Prozent der Erwachsenen gaben an, sie nutzten - unabhängig von Corona - grundsätzlich keine öffentlichen Verkehrsmittel. Drei Prozent der Befragten konnten zu ihrem Mobilitätsverhalten keine konkreten Aussagen treffen.

Umfrage: Mehrheit für 2G-Regeln für Gastronomie und Veranstaltungen

07:12 Uhr: Eine Mehrheit der Menschen in Deutschland findet es richtig, wenn nur gegen das Coronavirus Geimpfte und davon Genesene (2G) ins Restaurant gehen oder Veranstaltungen besuchen dürfen. In einer Insa-Umfrage im Auftrag der "Bild am Sonntag" äußerten sich 57 Prozent dahingehend. 33 Prozent halten es für falsch, wenn Gastronomie und Veranstaltungen nur noch Geimpften und Genesenen offen stehen. Von den Befürwortern wünschen sich 66 Prozent, dass 2G-Regeln verpflichtend eingeführt werden, 31 Prozent meinen, dass die Einführung jedem Gastronom oder Veranstalter überlassen werden sollte.

Aus Sicht von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) müssen Impfunwillige Einschränkungen in Kauf nehmen. Jedem müsse klar sein, dass er nicht nur eine Verantwortung gegenüber sich selbst, sondern auch gegenüber anderen trage, sagte Schäuble dem Berliner "Tagesspiegel" (Sonntag). "Und da muss am Ende jeder, der sich nicht impfen lässt, weil er nicht überzeugt ist, mit möglichen Konsequenzen und Beschränkungen der eigenen Freiheit leben."

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Mit Material von dpa, afp, sid, reuters und apa.
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BioNtech, CureVac und Co.: Die Gesichter hinter den Impfstoffen

Man darf es ruhig so sagen, Impfstoffe sind wahre Wundermittel der modernen Medizin. Auch im Kampf gegen das Coronavirus werden sie eine elementare Rolle spielen. Doch woher stammen die Vakzine eigentlich? Wir zeigen ihnen die Unternehmen und Gesichter hinter den Impfstoffen.