In Deutschland bleibt das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften weiter Pflicht. Doch in etlichen europäischen Staaten wird das ganz anders gehandhabt. Wie die jeweiligen landesspezifischen Regelungen aussehen, zeigt unsere Übersicht.

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Vorerst bleibt in Deutschland alles beim Alten: In allen 16 Bundesländern besteht weiterhin eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Geschäften sowie in Bussen und Bahnen.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern sind sich einig, dass die verbindliche Mund- und Nasenbedeckung in Geschäften beibehalten werden soll. "Die aktuelle Debatte verunsichert unnötig", erklärte Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Die Linke) auf Anfrage unserer Redaktion. Die coronabedingte Maskenpflicht habe sich bewährt, Beispiele aus der ganzen Welt würden zeigen, dass die Pandemie nicht vorbei ist, betonte die Linken-Politikerin.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) plädierten für die Beibehaltung der Maskenpflicht. Einige europäische Länder handhaben das allerdings anders, wie unserer Übersicht zeigt.

Österreich

Die Alpenrepublik hat zum 1. Juli die Maskenpflicht gelockert. Ein Mund-Nasen-Schutz muss seitdem nicht mehr in Geschäften getragen werden, auch Personal im Gastgewerbe darf darauf verzichten. Die Pflicht besteht aber nach wie vor in öffentlichen Verkehrsmitteln, Taxis, Apotheken sowie bei Indoor-Veranstaltungen ohne feste Sitzplätze.

Wegen der zuletzt steigenden Infektionszahlen hat allerdings das Bundesland Oberösterreich am Sonntag die Schutzmaßnahmen gegen die Virusausbreitung wieder verschärft. So ordnete Regierungschef Thomas Stelzer ab Dienstag wieder Maskenpflicht in sämtlichen Amtsgebäuden an. Er rief die Städte und Gemeinden dazu auf, in ihren Wirkungsbereichen die Maskenpflicht ebenfalls vorübergehend wieder einzuführen und appellierte zudem eindringlich an alle Bürger in der Region, in geschlossenen Räumen wieder Masken zu tragen.

Schweiz

Erstmals seit Beginn der Corona-Krise gilt in der Schweiz seit Montag landesweit eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr. Das betrifft auch Flüge der Airline Swiss, wie ein Sprecher bestätigte. Bislang hatten Behörden und Verkehrsbetriebe nur das Maskentragen in Stoßzeiten empfohlen sowie dort, wo keine Abstände eingehalten werden können. Wichtig für Touristen: Mund-und Nasenschutz sind auch in Seilbahnen vorgeschrieben, nicht aber in Geschäften.

Die gemeldeten Infektionen waren in jüngster Zeit stark gestiegen. Der "Tages-Anzeiger" verglich am Wochenende für mehrere Länder die Zahl der Neuansteckungen über sieben Tage mit der Vorwoche. Unter den Ländern mit dem markantesten Anstieg lag die Schweiz hinter Luxemburg, Paraguay, Australien und Serbien an fünfter Stelle, mit plus 134 Prozent.

Italien

Vielerorts sind Mund-Nase-Schutz und Einweghandschuhe vorgeschrieben, darunter in Geschäften, Restaurants und Cafés sowie immer dort, wo der nötige Abstand von ein bis zwei Metern nicht eingehalten werden kann. In der norditalienischen Region Lombardei besteht zudem Maskenpflicht im gesamten öffentlichen Raum, zusätzlich Handschuh-Pflicht in Geschäften.

Frankreich

In Frankreich gilt für alle Menschen ab elf Jahren in Flugzeugen, Zügen, Bussen, Bahnhöfen, Flughäfen, Bushaltestellen, Taxis und Sammeltaxis in der Corona-Pandemie eine Maskenpflicht.

Je nach örtlichen Gegebenheiten kann eine Maskenpflicht auch im öffentlichen Raum angeordnet werden, beispielsweise für Parks, Strände oder andere hoch frequentierte Orte.

Spanien

In Spanien gilt auch nach dem Ende des Ausnahmezustands am 21. Juni weiter eine Maskenpflicht. In der Öffentlichkeit müssten noch so lange Masken getragen werden, bis das neuartige Coronavirus "definitiv besiegt" ist, sagte Gesundheitsminister Salvador Illa. Das sei erst der Fall, wenn "eine wirksame Therapie oder einen Impfstoff" gefunden worden sei.

Weiterhin muss jeder Mensch ab sechs Jahren in der Öffentlichkeit eine Gesichtsmaske tragen, wo ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zu Anderen nicht möglich ist – sowohl in geschlossenen Räumen als auch im Freien. Kindern zwischen drei und fünf Jahren wird das Tragen einer Maske empfohlen. Die Maskenpflicht gilt auch in Privatautos, es sei denn, die Insassen leben im selben Haushalt.

Schweden

In Schweden gibt es derzeit keine Masken- oder Handschuhpflicht. Allerdings bitten die Behörden eindringlich um die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln.

Dänemark

Wie in Schweden besteht auch in Dänemark derzeit keine Maskenpflicht, auch nicht im öffentlichen Nahverkehr.

Kroatien

Seit dem 25. Juni gilt in öffentlichen Verkehrsmitteln eine Maskenpflicht. Das Auswärtige Amt empfiehlt Reisenden auch außerhalb der Unterkunft einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Polen

Bis auf weiteres ist die Maskenpflicht laut der polnischen Regierung dort obligatorisch, wo kein Abstand von zwei Metern eingehalten werden kann – sowohl unter freiem Himmel als auch in geschlossenen Räumen.

Die Pflicht gilt insbesondere in Bussen, Straßenbahnen und Zügen, in Geschäften, auf Märkten, im Kino und im Theater, in Arztpraxen und Kliniken sowie allen öffentlichen Gebäuden. In Restaurants, Bars und Cafés darf die Maske erst nach dem Platznehmen an einem Tisches abgelegt werden.

Niederlande

Ab einem Alter von 13 Jahren besteht eine Maskenpflicht im öffentlichen Personennahverkehr sowie auf Fähren. (dpa/afp/mf)

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