Die Zahl der Arbeitslosen in den USA steigt stark an, Peter Altmaier rechnet durch die Coronakrise mit einem Konjunktureinbruch in Deutschland und ein französischer Politiker erhebt schwere Vorwürfe gegen die USA. Alle News zum Coronavirus im Live-Ticker.

Live-Ticker zum Coronavirus hier aktualisieren

  • 14:40 Uhr: Arbeitslosenzahl in den USA steigt massiv an
  • 13:57 Uhr: Altmaier spricht von einer bisher nie dagewesenen Krise
  • 12:26 Uhr: USA kaufen Masken auf - Politiker erhebt schwere Vorwürfe
  • 11:04 Uhr: Von der Leyen räumt Fehler der EU im Umgang mit Krise ein
  • 09:50 Uhr: Markus Söder fordert Marshallplan für Zeit nach der Krise
  • 08:30 Uhr: Überstandene Corona-Infektion sorgt wahrscheinlich für Immunität gegen Virus

Robert Koch-Institut ändert Einschätzung zu Mundschutz

15:19 Uhr: Das Robert-Koch-Institut hat in der Coronakrise seine Einschätzung für das Tragen von Mundschutz geändert.

Wenn Menschen - auch ohne Symptome - vorsorglich eine Maske tragen, könnte das das Risiko einer Übertragung von Viren auf andere mindern, hieß es auf der Internetseite der Bundesbehörde. Wissenschaftlich belegt sei das aber nicht. Zuvor hatte das RKI den Mundschutz nur Menschen mit akuten Atemwegserkrankungen empfohlen.

Nicht jeder, der mit Sars-CoV-2 infiziert ist, bemerke das auch, hieß es. Manche Infizierte erkrankten gar nicht, könnten den Erreger aber trotzdem weitergeben.

Regeln zum Husten- und Niesen, zur Händehygiene und zum Mindestabstand sollten auch mit Masken weiterhin eingehalten werden.

Außerdem gebe es keine hinreichenden Belege dafür, dass ein Mund-Nasen-Schutz oder eine selbstgenähte Maske einen selbst vor einer Ansteckung schützt.

Steinmeier dankt Kirchen für Arbeit in Coronakrise

15:10 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Kirchen für ihr Engagement im Kampf gegen die Corona-Pandemie gedankt. Sie hätten früh Maßnahmen zum Schutz der Menschen getroffen, unzählige Veranstaltungen und vor allem die herkömmlichen Gottesdienste abgesagt, sagte Steinmeier am Donnerstag in Berlin.

Zuvor hatte er mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, und dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, telefoniert.

"Das bedeutet – gerade auch in der anstehenden Osterzeit – einen beispiellosen Einschnitt in das religiöse Leben für viele Gläubige in unserem Land", betonte Steinmeier.

Gleichzeitig gebe es in den Gemeinden viele kreative Ideen, um den Menschen unter den widrigen Umständen geistliche Angebote zu machen und sie virtuell zusammenzubringen, zum Beispiel durch gestreamte Gottesdienste oder zeitgleiche gemeinsame Gebete.

6,65 Millionen neue Arbeitslosenmeldungen in den USA

14:40 Uhr: Die Coronavirus-Krise treibt die Arbeitslosenzahlen in den USA massiv in die Höhe. In der vergangenen Woche meldete sich eine Rekordzahl von knapp 6,65 Millionen Menschen zusätzlich arbeitslos, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte.

In der Vorwoche hatte es bereits rund 3,3 Millionen Erstanmeldungen gegeben.

Allgemeine Atemmaskenpflicht: Mehrheit der Deutschen laut Umfrage dafür

14:39 Uhr: 57 Prozent der Deutschen befürworten eine allgemeine Atemmaskenpflicht im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus. Dies geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Instituts Forsa für die RTL-Mediengruppe hervor. 35 Prozent lehnen dies ab.

Unter Frauen ist der Anteil derjenigen, die eine Anordnung begrüßen würden, mit 62 Prozent höher als unter Männern mit 52 Prozent.

Zugleich glaubt der Umfrage zufolge rund ein Viertel der Befragten (26 Prozent), dass sie sich durch Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auch selbst vor Infektionen schützen - dies ist Fachleuten zufolge aber nicht der Fall.

Einfache oder gar selbstgebastelte Atemmasken helfen allenfalls temporär etwas, indem sie das Risiko sogenannter Schmierinfektionen durch die eigenen Hände im Gesicht senken. Sie sollen aber in erster Linie etwaige Ansteckungen anderer verhindern.

In Deutschland wird derzeit kontrovers darüber diskutiert, ob eine Maskenpflicht eine sinnvolle Maßnahme im Kampf gegen Corona sein könnte. Ein Argument ist dabei unter anderem auch die ohnehin extrem gespannte Versorgungslage für Schutzausrüstung. So ist derzeit nicht einmal eine ausreichende Ausstattung in allen Bereichen des Pflege- und Gesundheitssystems gewährleistet.

Durch Coronakrise: Altmaier rechnet mit Konjunktureinbruch in Deutschland

13:57 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier rechnet infolge der Coronakrise mit einem Konjunktureinbruch in Deutschland. "Wir müssen mit tiefen Einschnitten beim Wirtschaftswachstum rechnen", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in Berlin.

Die Einschnitte würden mindestens so stark, wenn nicht stärker als in der Finanzkrise 2009. Damals war das Bruttoinlandsprodukt um 5,7 Prozent zurückgegangen.

Altmaier sagte, das Wirtschaftsministerium gehe davon aus, dass die Wirtschaft in einzelnen Monaten im Frühjahr mehr als 8 Prozent einbrechen könne - der Höhepunkt der Krise werde voraussichtlich im April und Mai sein. Es gebe aber Hoffnung, das sich die Lage dann im zweiten Halbjahr wieder normalisiere.

Nach der Pandemie solle die Wirtschaft wieder "durchstarten". Dafür werde innerhalb der Bundesregierung an einem Konjunkturprogramm gearbeitet.

Infolge der Coronakrise mussten viele Geschäfte und Restaurants dicht machen, in vielen Fabriken wird nicht mehr produziert, weltweite Lieferketten sind unterbrochen. Altmaier sagte, der Gesundheitsschutz habe Priorität. Er sprach von einer Krise, die es in der Geschichte der Bundesrepublik bisher so nicht gegeben habe.

Mehr als 100 Corona-Patienten aus anderen EU-Ländern in Deutschland

13:11 Uhr: Deutsche Krankenhäuser haben inzwischen 119 mit dem Coronavirus infizierte Patienten aus EU-Partnerländern aufgenommen. 85 davon wurden aus überlasteten französischen Gebieten nach Deutschland gebracht, 32 aus Italien und zwei aus den Niederlanden.

Für Kranke aus Italien sind noch 49 weitere Betten reserviert, für Frankreich sind es noch 13. Das teilte das Auswärtige Amt der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit.

Die Patienten aus dem EU-Ausland wurden teils mit der Bundeswehr-Luftwaffe nach Deutschland transportiert. Im italienischen Neapel ist zudem seit Mittwoch ein Team aus Ärzten und Pflegern der Universitätsklinik Jena im Einsatz.

Nach Angaben des Auswärtigen Amts wurden bereits sieben Tonnen Hilfsgüter - darunter Beatmungsgeräte und Atemmasken - nach Italien geschickt. Weitere Lieferungen seien zugesagt. Zum konkreten Bedarf liefen aber noch Gespräche.

Deutschland hat auch Spanien angeboten, Intensivpatienten in deutschen Kliniken aufzunehmen. Die spanische Regierung sei auf dieses Angebot aber bisher nicht eingegangen, da der Fokus derzeit noch auf der Umverteilung der Patienten innerhalb Spaniens liege, hieß es aus dem Auswärtigen Amt.

Es gebe aber eine privatwirtschaftliche Hilfsinitiative der Klinikgruppe Helios, die am Montag ein Team aus fünf Ärzten und einer Pflegekraft sowie Beatmungsgeräte nach Madrid geschickt habe.

Schon mehr als eine halbe Million Corona-Infektionen in Europa

12:46 Uhr: In Europa sind mittlerweile bereits mehr als eine halbe Million Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus registriert worden. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag auf Grundlage von Behördenangaben berechnete, steckten sich auf dem Kontinent 508.271 Menschen nachgewiesenermaßen an, 34.571 der Infizierten starben.

Europa ist der am stärksten von der Pandemie betroffene Kontinent. Mit jeweils mehr als 100.000 Fällen ist die Lage in Italien und Spanien besonders ernst. In Italien starben bereits 13.155 Infizierte - so viele wie in keinem anderem Land der Welt.

Die Zahl der weltweiten Infektionen bewegt sich auf die Millionenmarke zu: 940.815 Infektionen wurden bislang nachgewiesen, zudem wurden weltweit 47.863 Corona-Tote registriert.

Weil Testkapazitäten beschränkt sind und vielfach Infizierte mit leichten oder fehlenden Symptomen nicht getestet werden, dürften die wirklichen Fallzahlen deutlich höher liegen.

Französische Politiker: USA kaufen Schutzmasken in China auf

12:17 Uhr: Die französische Corona-Krisenregion im Grenzgebiet zu Deutschland hat den USA vorgeworfen, ihr dringend benötigte Schutzmasken aus China wegzukaufen.

Der Präsident der Region Grand Est, Jean Rottner, sagte am Mittwoch dem Sender RTL, die Amerikaner kauften von Frankreich bestellte Masken "auf dem Rollfeld" in China auf. "Sie zücken Bargeld und zahlen drei oder vier Mal so viel wie unseren Bestellpreis", kritisierte Rottner.

"Wir müssen kämpfen", fügte der Regionalpräsident hinzu. Wie viele Masken die USA weggekauft hätten, sagte er nicht. Die Regierung in Paris bestätigte die Angaben zunächst nicht.

Frankreich hat wegen der Coronakrise eine Milliarde Schutzmasken in China bestellt. Präsident Emmanuel Macron will das Land durch das Ankurbeln der heimischen Produktion bis Jahresende aber unabhängig von der Volksrepublik machen.

Die Region Grand Est umfasst neben dem Elsass auch Lothringen und Champagne-Ardenne. Das deutsche Robert-Koch-Institut stuft sie als Krisenregion ein. Dort kamen offiziell 1585 Menschen durch die Lungenkrankheit Covid-19 ums Leben. Erstmals eingerechnet wurden nun auch 570 Tote in Altenheimen.

Aldi holt Pasta aus Italien mit Sonderzügen nach Deutschland

12:04 Uhr: Nudel-Nachschub per Bahn statt Lastwagen: Damit es auch künftig genug Pasta im Regal gibt, holt Aldi zusammen mit DB Schenker die Ware nun per Sonderzug aus Italien nach Deutschland.

"Mehrere Sonderzüge haben bereits in einer ersten Lieferung über 60.000 Pakete Fusilli, mehr als 75.000 Pakete Penne und weit über eine Viertelmillion Pakete Spaghetti aus Italien nach Nürnberg gebracht", heißt es in einer Mitteilung des Discounters vom Donnerstag.

Insgesamt habe die Bahn-Logistiktochter Schenker mehr als 200 Tonnen Pasta in rund 300 Paletten geliefert. Von Nürnberg aus lieferten Lkw die Pakete an Filialen in Süddeutschland aus.

Wegen der Coronakrise fehlt es in Supermärkten immer wieder an Nudeln in den Regalen. Die Angst vor Versorgungsengpässen ist derzeit aber unbegründet.

Haltbare Lebensmittel wie Nudeln sind nach Aldi-Angaben in der Coronavirus-Krise stark gefragt. Gleichzeitig sei es schwieriger geworden, die Waren nach Deutschland zu transportieren. "Weil Transporte nach Italien aktuell rückläufig sind, fehlen dort Lkw und Züge für den Weg zurück." Mit der nun geschaffenen Alternative sei man nicht mehr nur von einem Spediteur abhängig und könne flexibel auf Engpässe reagieren.

Eine weitere Lieferung mit mehr als 250 Paletten ist laut Mitteilung bereits auf dem Weg. Momentan liefen Gespräche zwischen Aldi und Schenker, ob es solche Sonderzüge in Zukunft regelmäßig geben werde, sagte ein Sprecher des Logistikunternehmens.

Coronavirus breitet sich auch in Lateinamerika und der Karibik schnell aus

11:57 Uhr: Auch in Lateinamerika und der Karibik breitet sich das neuartige Coronavirus schnell aus. Bis Mittwoch stieg die Zahl der nachgewiesenermaßen Infizierten in der Region auf mehr als 20.000. Sie lag damit doppelt so hoch wie noch vor fünf Tagen.

In der ecuadorianischen Hafenstadt Guayaquil bargen Armee und Polizei im Zuge der Coronakrise binnen drei Tagen 150 Leichen aus Häusern, wie Regierungssprecher Jorge Wated erklärte. Wieviele der Toten tatsächlich an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 starben, teilte er nicht mit.

Die meisten Coronavirus-Infektionen in Lateinamerika wurden bislang in Brasilien registriert. Dort wurden offiziellen Angaben zufolge 5.717 Fälle nachgewiesen, 201 der Infizierten starben.

Kabinett für Gutscheine bei abgesagten Veranstaltungen und Reisen

11:40 Uhr: Die Bundesregierung will bei abgesagten Reisen sowie bei Veranstaltungen in den Bereichen Kultur, Sport und Freizeit eine Gutscheinlösung für Kunden - statt einer sofortigen Rückzahlpflicht.

Das "Corona"-Kabinett stimmte einer entsprechenden Lösung zu, wie die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Regierungskreisen erfuhr. Die Gutscheine sollen befristet sein bis Ende 2021.

Neben Deutschland wollten auf EU-Ebene viele weitere Mitgliedsstaaten eine solche Lösung. Die EU-Kommission muss dem noch zustimmen.

Söder: Brauchen in Deutschland am Ende Milliarden Masken

11:19 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder prognostiziert im Kampf gegen das Coronavirus in Deutschland auf lange Sicht einen Bedarf von Milliarden Masken.

"Wir werden auf Dauer enorm viel Masken brauchen. Ich glaube, dass wir am Ende in Deutschland Milliarden Masken brauchen", sagte der CSU-Chef am Donnerstag im niederbayerischen Weng (Landkreis Landshut).

Zuerst brauche man die Masken für das medizinische Personal und dann prioritär auch für Alten- und Pflegeheime, sagte Söder. Man brauche die Masken dann aber auch "in der breiten Entwicklung auch irgendwann, wenn es um den Arbeitsschutz geht, um das Miteinander".

Söder und Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) besuchten am Donnerstag einen Automobilzulieferer, der seinen Betrieb angesichts der Coronakrise auf die Produktion von Masken umstellt.

Üblicherweise werden in dem Werk der Firma Zettl Zubehörteile wie Sitzbezüge oder Türverkleidungen hergestellt. "Das sind Corona-Schutzmasken", sagte Söder. Diese seien höherwertiger als OP-Masken und "auf dem Weg zu einer FFP2-Maske".

Grundsätzlich unterscheidet etwa das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zwischen selbst hergestellten Masken, medizinischem Mund-Nasen-Schutz und sogenannten filtrierenden Halbmasken (FFP2 und FFP3).

Solche FFP2- und FFP3-Masken dienen auch dem Eigenschutz, die anderen vorrangig zum Schutz der anderen vor möglicherweise infektiösen Tröpfchen des Mundschutz-Trägers.

Von der Leyen räumt Fehler in Coronakrise ein - Milliardenhilfe

10:58 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat in der Coronakrise Fehler der Europäischen Union im Umgang mit Italien eingeräumt und Hilfen in Milliardenhöhe für Kurzarbeiter versprochen.

"Die Union wird bis zu hundert Milliarden Euro zugunsten der am stärksten betroffenen Länder, angefangen mit Italien, bereitstellen, um die Kürzung der Gehälter der Kurzarbeiter auszugleichen", schrieb von der Leyen in einem Beitrag für die Zeitung "La Repubblica" (Donnerstag). "Alle Mitgliedsländer werden dazu beitragen, dieses neue Instrument (...) zu ermöglichen."

Italien hat in der Krise so viele Tote wie kein anderes Land gemeldet, gefolgt von Spanien. Die wirtschaftlichen Schäden durch die strikten Ausgangssperren sind enorm.

Ursula von der Leyen hat eingeräumt, dass die EU im Umgang mit der Coronakrise Fehler gemacht hat.

"Es muss anerkannt werden, dass in den ersten Tagen der Krise angesichts der Notwendigkeit einer gemeinsamen europäischen Antwort zu viele nur an die eigenen Probleme dachten", schrieb von der Leyen.

"Es war ein schädliches Verhalten, das hätte vermieden werden können." Inzwischen habe Europa aber das Tempo geändert. "Wir haben alles, was möglich ist, getan, um die europäischen Länder dazu zu bringen, wie ein Team zu handeln und eine koordinierte Antwort auf ein gemeinsames Problem zu gewährleisten", schrieb die deutsche Politikerin.

Von der Leyen will am Donnerstag ihren Plan zur Unterstützung von Kurzarbeitern in der Europäischen Union vorstellen. Die Initiative namens "Sure" soll den von der Coronakrise besonders betroffenen Staaten wie Italien und Spanien zugute kommen. Geplant sind Kredite, die mit Hilfe von Garantien aus allen Mitgliedstaaten finanziert werden sollen.

Mehr als 73.900 Corona-Nachweise in Deutschland - 879 Tote

10:49 Uhr: In Deutschland sind bis Donnerstagvormittag mehr als 73.900 Infektionen (Vortag Stand 10.15 Uhr: mehr als 67.100) mit dem neuen Coronavirus registriert worden.

Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert dabei von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige Bundesländer ihre Zahlen auch nicht immer zur gleichen Uhrzeit.

Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit mehr als 17.200 Fällen und mindestens 197 Toten und Bayern mit mehr als 17.100 nachgewiesenen Fällen und mindestens 241 Toten.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 132,4 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 89,0.

Mindestens 879 (Vortag Stand 10.15 Uhr: 701) mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Kind: Neustart nach Coronakrise ähnlich wie WM 1954 nach dem Krieg

10:38 Uhr: Mehrheitsgesellschafter Martin Kind von Hannover 96 hofft in der Coronakrise auch aus gesellschaftlichen Gründen auf eine schnelle Fortsetzung des Profifußball-Betriebs.

"Es wäre ein emotionales und positives Signal, das den Menschen Vertrauen und Hoffnung gibt, wenn wir wieder spielen", sagte der 75-Jährige dem "Sportbuzzer" (Donnerstag). "Es beginnt wieder, es geht wieder los." Das sei "ein klein bisschen wie nach dem Krieg mit der Weltmeisterschaft 1954".

Vorerst ist der Spielbetrieb in der Bundesliga und in der 2. Bundesliga bis zum 30. April ausgesetzt. Die Vereine hoffen primär aus wirtschaftlichen Gründen auf eine Fortsetzung der im März unterbrochenen Saison, weil ihnen ansonsten Einnahmeausfälle in Millionenhöhe drohen.

Griechenland riegelt Flüchtlingslager wegen Coronavirus-Infektionen ab

10:23 Uhr: Griechenland hat am Donnerstag ein Flüchtlingslager nahe Athen abgeriegelt, nachdem 21 Flüchtlinge positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden waren.

Der Zugang zum Ritsona-Lager werde für zwei Wochen eingeschränkt, teilte das Migrationsministerium mit. Zudem werde zusätzliches medizinisches Personal in die Region geschickt.

Eine Frau aus dem Lager war diese Woche nach der Geburt ihres Kindes in einem Athener Krankenhaus positiv auf das Virus getestet worden. Es war der erste nachgewiesene Infektionsfall in einem griechischen Flüchtlingslager.

Inzwischen seien auch 20 weitere Flüchtlinge positiv getestet worden, teilte das Ministerium mit. Mitarbeiter des Lagers hätten sich nicht infiziert. Insgesamt wurden 63 Menschen getestet.

In Griechenland sind bislang 1.415 Coronavirus-Infektionen nachgewiesen worden. 50 Infizierte starben. Die Sorge ist groß, dass sich das Coronavirus auch in den völlig überfüllten Flüchtlingslagern in Griechenland ausbreiten könnte.

Söder fordert europäischen Marshallplan wegen Coronakrise

09:50 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat einen "Marshallplan für ganz Europa" gefordert, um nach einer Überwindung der Coronakrise die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen. "Wir müssen die Wirtschaft gemeinsam in allen europäischen Ländern wiederaufbauen", sagte Söder dem "Handelsblatt". Gemeinsame europäische Anleihen, sogenannte Eurobonds, lehnte er aber erneut ab.

"Natürlich braucht es europäische Solidarität", betonte der Ministerpräsident. Diese sei auch im deutschen Interesse, denn "wir können uns nicht abkoppeln". Es werde darum gehen, ob Europa ökonomisch seinen Platz in der Welt behaupten könne.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, hat einen europäischen Marshallplan für die Zeit nach der Coronakrise gefordert.

"Corona-Bonds im Sinne einer europäischen Schuldenvergemeinschaftung kann es nicht geben", sagte Söder aber weiter. Stattdessen sollten bestehende Hilfsinstrumente wie der Euro-Rettungsfonds ESM genutzt werden, "um schnell und kraftvoll zu helfen". Anders als in der Finanzkrise solle dabei diesmal auf strikte Reformauflagen für betroffene Länder verzichtet werden.

Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen warnte allerdings davor, die EU als Ganzes durch einen Grundsatzstreit über Eurobonds in Gefahr zu bringen.

"Ein umstrittenes Instrument zum Glaubwürdigkeitstest für die EU zu machen, wie es Italien derzeit tut – das ist kein kluges politisches Verhalten", mahnte er einerseits.

Doch das "kategorische Nein aus anderen europäischen Ländern ist auch nicht förderlich für den europäischen Zusammenhalt", sagte Röttgen weiter ebenfalls dem "Handelsblatt".

Statistik: Deutschlands Versorgungsdichte mit Intensivbetten ist hoch

09:44 Uhr: Deutsche Krankenhäuser verfügen im internationalen Vergleich über eine hohe Versorgungsdichte mit Intensivbetten.

Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte, geht dies aus einem Vergleich der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) auf Grundlage verschiedener Erhebungen in zehn ihrer Mitgliedstaaten aus den Jahren 2013 bis 2020 hervor. Demnach kamen in Deutschland 33,9 Intensivbetten auf 100.000 Einwohner. In der aktuelle Coronakrise sollen die Kapazitäten aber erweitert werden.

Auch Österreich (28,9 Intensivbetten je 100.000 Personen) und die Vereinigten Staaten (25,8) weisen den Angaben zufolge eine vergleichsweise hohe Dichte auf.

Deutlich geringer waren die Kapazitäten in den gegenwärtig besonders stark von der Pandemie betroffenen Ländern Spanien mit 9,7 und Italien mit 8,6 Intensivbetten je 100.000 Einwohner.

Hamburg plant Bußgelder bis zu 25 000 Euro bei Corona-Verstößen

09:30 Uhr: In der Coronakrise will Hamburg mit Bußgeldern schnell und spürbar Verstöße gegen die Auflagen bestrafen. Das sagte Innensenator Andy Grote (SPD) am Donnerstag im Sender NDR 90,3. Die meisten Hamburger hielten sich sehr gut an die geltenden Regeln, aber es gebe täglich eine etwa dreistellige Zahl an Verstößen.

"Hier wollen wir einfach mit Bußgeldern jetzt dagegen noch etwas besser vorgehen können, weil das ist dann eine sehr schnelle spürbare Folge von Verstößen und damit versprechen wir uns dann noch bessere Durchsetzbarkeit", sagte Grote.

Der Hamburger Senat will laut NDR die neue Verordnung zur Corona-Pandemie mit den Bußgeldern noch am Donnerstag beschließen, sie könnte dann am Freitag in Kraft treten.

Laut "Bild" werden 150 Euro fällig bei Nichteinhalten des Mindestabstands von 1,5 Metern in der Öffentlichkeit oder beim Betreten von Spielplätzen. Wer sogenannte Corona-Partys abhalte, muss laut "Bild" dann 1.000 Euro zahlen. Ungenehmigte Ladenöffnungen würden demnach mit 2.500 Euro und die Öffnung von Speiselokalen mit 4.000 geahndet. Wer mehrfach erwischt werde, dem drohten Strafen von bis zu 25.000 Euro.

Experten: Nach überstandener Corona-Infektion wahrscheinlich immun

08:30 Uhr: Experten zufolge sind Menschen nach einer überstandenen Infektion mit Sars-CoV-2 wahrscheinlich zunächst immun gegen den Erreger. Stand heute wisse man, dass der Mensch nach der Ansteckung mit dem Coronavirus Antikörper bildet, erklärten die Virologin Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig und Friedemann Weber, Leiter des Instituts für Virologie an der Universität Gießen.

In Grenada in Spanien applaudiert das Klinikpersonal.

Es sei davon auszugehen, dass der Immunschutz nach der Infektion ein bis zwei Jahre anhält. Diese Annahme basiere auf der Erfahrung mit anderen humanen Coronaviren.

"Aller Voraussicht nach ist man nach Ansteckung mit dem Sars-CoV-2-Virus mindestens ein paar Jahre lang vor einer erneuten Infektion geschützt", sagte auch der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Thomas Kamradt. Nach allem, was man von ähnlichen Viren wisse, schützten die als Reaktion vom Körper gebildeten Antikörper vor einer erneuten Infektion. Wie lange dieser Schutz anhält, hängt Kamradt zufolge davon ab, in welchem Tempo die Konzentration der Antikörper im Blut, der sogenannte Antikörper-Titer, abnimmt.

Dem ärztlichen Direktor des Instituts für Laborationsmedizin am Marienhospital Stuttgart, Matthias Orth, zufolge lässt sich allerdings noch nicht gesichert sagen, ob die gebildeten Antikörper vor einer erneuten Infektion schützen. Noch sei unbekannt, ab welcher Konzentration von Antikörpern ein Schutz besteht und wie häufig doch erneute Infektionen auftreten.

Paket- und Kurierbranche leidet unter Wegfall von Geschäftspost

07:43 Uhr: Weniger Warenlieferungen aus Asien und Amerika und weniger Geschäftspost: Die Coronakrise wirkt sich auch auf die Kurier- und Paketdienste nach Angaben aus der Branche negativ aus - trotz geschlossener Einzelhandelsgeschäfte.

"Im Durchschnitt fällt deutlich mehr weg als dazu kommt", sagt Andreas Schumann, Vorsitzender des Bundesverbands der Kurier-Express-Post-Dienste (BdKEP). Diesem gehören unter anderem Subunternehmen der großen Paketdienste wie DHL und DPD an.

Problematisch sei für viele Dienstleister unter anderem, dass lukrative Fahrten von Unternehmenszentralen zu Filialen ausblieben. Dabei werden normalerweise gleich mehrere Pakete an dieselbe Adresse geliefert. Auch die geschlossenen Grenzen haben laut dem BdKEP einen negativen Effekt. "Das Weltpostsystem ist sehr stark heruntergefahren. Sendungen fehlen in den Mengenströmen", sagt Schumann.

Mann in London wegen Corona-Infektionsdrohung gegen Polizisten verurteilt

06:45 Uhr: In London ist ein Mann zu einer sechsmonatigen Haftstrafe verurteilt worden, weil er einen Polizisten angehustet und diesem mit einer Corona-Infektion gedroht hatte. Der 55-Jährige war von dem Beamten gestoppt worden, als er an den Türgriffen von geparkten Wagen herumgefingert hatte, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Der Mann habe daraufhin ausgerufen, dass er mit dem Coronavirus infiziert sei und den Beamten anstecken werde.

Ein Polizist fährt mit dem Fahrrad durch den St. James's Park in London.

Der Mann hustete den Angaben zufolge daraufhin in Richtung des Polizisten. Außerdem habe er dem Beamten ins Gesicht gespuckt und gedroht, diesen zu beißen. Der 55-Jährige wurde nun auf Grundlage eines Gesetzes verurteilt, das seit November 2018 in Kraft ist und bis zu einjährige Haftstrafen für Angriffe auf Sicherheitskräfte während Einsätzen in Notfallsituationen vorsieht.

Hygieniker werben für einfache Schutzmasken im Kampf gegen Corona - RKI: "Keine Evidenz"

06:03 Uhr: Deutschlands führende Hygieniker gehen davon aus, dass auch einfache, sogar selbst genähte Schutzmasken das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus verringern können. "Wer angehustet wird und einen Mund-Nase-Schutz (MNS) trägt, schützt sich vor dem größten Teil der Tröpfchen, die im Tuch oder Stoff hängen bleiben", sagte der Vorstandssprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH), Peter Walger, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag). Auch Privathaushalte sollten sich durchaus Masken aus Stoff nähen.

"Auch eingenähte Damenbinden können sinnvoll sein, sie erhöhen den Schutz und fangen zusätzlich Feuchtigkeit auf", sagte Walger. Durchfeuchtete Masken ließen sich rasch trocknen. "Bei 70 Grad in Mikrowelle oder Ofen sterben alle Viren ab." Walger sagte, wer etwa aus einem Meter von einem Infizierten angehustet werde, sei durch ein Tuch oder selbst einen Schal in einem hohen Maße davor geschützt, die Tröpfen einzuatmen, denn sie blieben im Schal hängen. Nur ein kleiner Teil würde durch die Poren hindurchfinden, und das auch nur bei großer Nähe zum Hustenden.

Auf der Straße sei das Tragen von MNS nicht unbedingt notwendig, sagte der DGKH-Sprecher weiter. An der frischen Luft oder in gut gelüfteten Räumen verteile sich die Tröpfchen-Wolke sofort in eine Verdünnung hinein, die das Risiko deutlich verringere. In nicht gelüfteten Räumen sei die Ansteckungsgefahr höher, werde aber auch dort durch einen einfachen MNS "erheblich" verringert. "Daher: Jede Maske schützt! Und je häufiger gelüftet wird, umso effektiver kann sie schützen."

Es sei "absolut ausreichend", bei Kontakten unter Nicht-Risikogruppen und im normalen sozialen Leben einen einfachen Mund-Nase-Schutz zu tragen. "Deswegen sollten jede Firma und jede Institution, die kann, Stoffmasken herstellen."

Das Robert-Koch-Institut teilt dagegen auf seiner Webseite mit, es gebe "keine hinreichende Evidenz dafür, dass das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person, die ihn trägt, signifikant verringert".

Coronakrise macht auch Schaustellern schwer zu schaffen

05:37 Uhr: Die Coronakrise macht auch den Schaustellern in Deutschland zu schaffen. "Dass die neue Saison jetzt nicht kommt, trifft uns hart", sagte Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes (DSB) und Präsident der Europäischen Schausteller-Union. Schließlich hätten die meisten seiner Kollegen seit den Weihnachtsmärkten kein Geld mehr verdient. Um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, wurden Volksfeste abgesagt, darunter etwa der Hamburger Dom oder die Frankfurter Dippemess.

Nötig seien nun schnelle unbürokratische Sofortzahlungen, so Ritter. Und was die Kredite betreffe - da sei es wichtig, diese mit zahlbaren Zinsen zu belegen.

Bundesweit gibt es nach DSB-Angaben mehr als 5.000 Schaustellerunternehmen, die auf etwa 9.750 Volksfesten und 3.000 Weihnachtsmärkten unterwegs sind. Die Bedeutung der Branche sei gerade in Zeiten wie diesen nicht zu unterschätzen, sagte Ritter. "Wir sind auch systemrelevant. Wir sind das größte Antidepressivum im Land. Wir müssen den Leuten nach der Krise wieder Lebensfreude anbieten und dafür sorgen, dass die Kinder wieder lachen können."

Mehr als 100 Corona-Patienten aus anderen EU-Ländern in Deutschland

05:07 Uhr: Deutsche Krankenhäuser haben inzwischen 113 mit dem Coronavirus infizierte Patienten aus EU-Partnerländern aufgenommen. 85 davon wurden aus überlasteten französischen Gebieten nach Deutschland gebracht, 26 aus Italien und zwei aus den Niederlanden. Für Kranke aus Italien sind noch 81 weitere Betten in neun Bundesländern reserviert, für Frankreich sind es weitere 13 Betten in acht Bundesländern. Das teilte das Auswärtige Amt der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit.

Italien ist mit mehr als 110.000 Infizierten das am stärksten von der Pandemie betroffene Land in der Europäischen Union. Frankreich hat nach Zählung der Johns Hopkins Universität in den USA knapp 58.000 Infizierte und ist damit hinter Italien, Spanien und Deutschland das Land mit den viertmeisten Fällen, die Niederlande haben knapp 14.000 Infizierte registriert.

Die Patienten aus dem EU-Ausland wurden teils mit der Bundeswehr-Luftwaffe nach Deutschland transportiert. Im italienischen Neapel ist zudem seit Mittwoch ein Team aus Ärzten und Pflegern der Universitätsklinik Jena im Einsatz. Nach Angaben des Auswärtigen Amts wurden bereits sieben Tonnen Hilfsgüter - darunter Beatmungsgeräte und Atemmasken - nach Italien geschickt. Weitere Lieferungen seien zugesagt. Zum konkreten Bedarf liefen aber noch Gespräche.

Deutschland hat auch Spanien angeboten, Intensivpatienten in deutschen Kliniken aufzunehmen. Die spanische Regierung sei auf dieses Angebot aber bisher nicht eingegangen, da der Fokus derzeit noch auf der Umverteilung der Patienten innerhalb Spaniens liege, hieß es aus dem Auswärtigen Amt. Es gebe aber eine privatwirtschaftliche Hilfsinitiative der Klinikgruppe Helios, die am Montag ein Team aus fünf Ärzten und einer Pflegekraft sowie Beatmungsgeräte nach Madrid geschickt habe.

Partnersuche in der Krise: Institute leiden am meisten

05:00 Uhr: Die Coronakrise wirkt sich auch auf Partnervermittlungen und Singlebörsen in Deutschland aus. "Uns steht das Wasser bis zum Hals", sagt Simone Janssen, Pressesprecherin des Gesamtverbands der Ehe- und Partnervermittlungen, der bundesweit zehn Unternehmen mitsamt Filialen vertritt.

Es habe einen absoluten Einbruch bei den klassischen Instituten gegeben. Schwer haben es auch Partnerbörsen, die sich speziell an Corona-Risikogruppen wenden. Der hessische Anbieter Lebensfreude50.de etwa spricht Senioren an und muss nun mit einem deutlichen Umsatzrückgang kämpfen.

Bei der Hamburger Parship Group, zu der Parship und ElitePartner gehören, wurden bei Registrierungen oder Plattformaktivität bislang noch keine klaren Veränderungen festgestellt. Die Dating-App Tinder verzeichnet dagegen eine intensivere Nutzung ihres Angebots: Um zehn bis 30 Prozent habe sich die durchschnittliche Gesprächsdauer im März im Vergleich zum Vormonat verlängert.

Verband spricht von katastrophalen Corona-Folgen für Prostituierte

04:27 Uhr: Die Coronakrise mit dem derzeitigen Berufsverbot für Prostituierte hat laut dem Berufsverband für die Sexarbeiterinnen "katastrophale Folgen". "Die Frauen auf dem Straßenstrich trifft es am allerschlimmsten", sagte Nicole Schulze vom Vorstand des Berufsverbands erotische und sexuelle Dienstleistungen der Deutschen Presse-Agentur. Sie fielen durch alle Soforthilfen durch, da sie häufig gar nicht registriert seien. Auch Hartz IV könnten viele nicht beantragen, weil sie die Voraussetzungen nicht erfüllten.

Schulze, im Berufsverband für den Straßenstrich zuständig, sagte, sie bekomme jeden Tag zig Anrufe von Frauen, die kein Geld mehr für Lebensmittel hätten. Oft handele es sich um Migrantinnen, die nicht in ihre Heimatländer zurück könnten, weil Grenzen dicht seien. Nach Angaben von Schulze (40), die selbst seit 16 Jahren auf dem Straßenstrich arbeitet, sind Hunderte Frauen derzeit in einer kritischen Lage, weil Einnahmen weggebrochen sind.

Daher hat Schulze einen Spendenaufruf auf der Plattform Leetchi im Internet gestartet. Rund 2.000 Euro seien bisher zusammengekommen. Zudem habe sie die Beratungsstelle Ara in Trier (Rheinland-Pfalz) mit ins Boot geholt, an die auch gespendet werden könne. "Die Frauen brauchen schnell Hilfe", sagte Schulze. Ihnen drohe neben Hunger die Obdachlosigkeit.

Schulze, die im Raum Trier in einem Wohnmobil als Sexarbeiterin tätig ist, hat Hartz IV beantragen können. Auch sie überlegt, wie sie Geld verdienen kann, wenn die Krise noch lange anhalte. Auf Telefonsex oder Dienstleistungen über Webcam will sie nicht umsteigen. "Da geht es mir wie allen auf der Straße: Ich kenne mich mit Computertechnik nicht aus." Sie könne sich aber vorstellen, als Sexualassistentin für Behinderte zu arbeiten.

Bundesweit sind laut Schulze rund 38.000 Prostituierte angemeldet. Die tatsächliche Zahl liege aber deutlich höher.

Deutsche Firmen in China nehmen nur langsam Fahrt auf

04:00 Uhr: Nach dem Abflachen der Coronavirus-Epidemie in China sehen deutsche Unternehmen zwar eine Verbesserung ihrer Lage, jedoch werden noch immer große Herausforderungen ausgemacht. Das geht aus den am Donnerstag veröffentlichten Ergebnissen einer Befragung unter den Mitgliedern der Deutschen Handelskammer in China hervor. "Deutsche Unternehmen in China sind technisch in der Lage, fast auf Vorkrisenniveau zu produzieren", sagte Maximilian Butek, Mitglied des Vorstands der Deutschen Handelskammer in der Region, anlässlich der Veröffentlichung der Studie.

Die Ergebnisse der März-Umfrage zeigten, dass sich Personalquote, Produktionskapazitäten und die interne Logistik für die meisten Befragten normalisiert haben. Die eigentliche Geschäftstätigkeit sei aber noch kaum wieder aufgenommen worden. "Die wirtschaftlichen Auswirkungen auf Unternehmen sind nach wie vor gravierend", teilte die Kammer mit. Mehr als zwei Drittel der befragten Firmen prognostizierten demnach für das erste Halbjahr einen zweistelligen Umsatzrückgang.

Trump rät Bevölkerung als Schutz vor Corona-Ansteckung zum Schal

01:52 Uhr: US-Präsident Donald Trump rät der Bevölkerung angesichts des Mangels an Atemschutzmasken in der Coronakrise, sich stattdessen mit einem Schal vor einer Ansteckung zu schützen. Schals oder Tücher würden von Experten sehr empfohlen und seien je nach Material "in gewisser Weise" sogar besser geeignet, sagte Trump am Mittwochabend (Ortszeit) im Weißen Haus in Washington. Genauer wurde er nicht. Er betonte aber: "Ich sehe nicht, wo das schadet." Wichtig sei, medizinischem Personal keine Masken wegzunehmen.

Bereits am Dienstag hatte Trump den Amerikanern dazu geraten, sie könnten statt eines Mundschutzes auch einen Schal benutzen. "Jeder hat einen Schal." Zum Schutz vor dem Coronavirus sei nicht zwingend eine Maske erforderlich.

Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus sind Schutzmasken auch in den USA zur Mangelware geworden. Die US-Regierung bemüht sich seit Tagen, die Produktion von Schutzmasken insbesondere für medizinisches Personal hochzufahren. Wegen des Mangels hatte die Lebens- und Arzneimittelbehörde der USA (FDA) am Wochenende eine Ausnahmegenehmigung erlassen, dass von Krankenhauspersonal verwendete Masken eines bestimmten Typs bis zu 20 Mal sterilisiert und wiederverwendet werden dürfen.

2.700 Besatzungsmitglieder verlassen US-Flugzeugträger

01:37 Uhr: Wegen der Ausbreitung des Coronavirus an Bord des US-Flugzeugträgers "USS Theodore Roosevelt" verlassen 2.700 Besatzungsmitglieder das Schiff. Rund 1.000 Soldaten seien bereits von Bord gegangen, in den kommenden Tagen sollen es insgesamt 2.700 sein, sagte der amtierende Marineminister Thomas Modly am Mittwoch (Ortszeit) im US-Verteidigungsministerium.

Es werde weiterhin nach Möglichkeiten gesucht, wo die Soldaten außerhalb des Schiffs untergebracht werden könnten, um sie zu isolieren. Der Flugzeugträger liegt derzeit vor der Pazifikinsel Guam vor Anker.

93 Besatzungsmitglieder seien positiv auf das Virus getestet worden, sagte Modley. 86 von ihnen zeigten Symptome, müssten aber nicht stationär behandelt werden. Nach und nach soll die gesamte Mannschaft auf das Virus Sars-CoV-2 getestet werden.

Ursprünglich bestand die Besatzung aus rund 5.000 Mitgliedern. Modly machte erneut deutlich, dass es nicht möglich sei, das hochgerüstete und nuklearbetriebene Schiff komplett zu evakuieren. Der Plan sei stets gewesen, so viele Crewmitglieder wie möglich von Bord gehen zu lassen, wie es die Sicherheit des Schiffs zulasse.

Es sei wichtig zu verstehen, dass der Flugzeugträger nicht mit einem Kreuzfahrtschiff verglichen werden könne, "nur weil er groß ist und schwimmt und viele Leute an Bord hat", sagte Modly. Der Chef der Marineoperationen, Michael Gilday, sagte, etwa 1.000 Soldaten müssten an Bord bleiben, um die Sicherheit und den Betrieb zu gewährleisten.

Restaurantkette Vapiano stellt Antrag auf Insolvenz

00:59 Uhr: Wegen der Coronavirus-Krise stellt die ohnehin angeschlagene Restaurantkette Vapiano beim Amtsgericht Köln einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Das habe der Vorstand der Vapiano SE entschieden, teilte das Unternehmen am späten Mittwochabend in Köln mit. Zugleich werde geprüft, ob Insolvenzanträge für Tochtergesellschaften der Vapiano-Gruppe gestellt werden müssten.

Das Unternehmen hatte am 20. März seine Insolvenz mitgeteilt und erklärt, der Insolvenzgrund der Zahlungsunfähigkeit sei aufgrund des drastischen Umsatz- und Einnahmenrückgangs eingetreten. Zugleich hatte das Unternehmen einen "dringenden Appell an die Bundesregierung zur schnellen Umsetzung der wirtschaftlichen Hilfen in der Covid-19-Krise" gerichtet. Damit hoffte der Vorstand, den innerhalb einer Frist von drei Wochen gebotenen Insolvenzantrag doch noch abwenden zu können.

Nun teilte Vapiano SE mit, es sei keine Lösung für den zuletzt aufgrund der Covid-19-Krise nochmals signifikant gestiegenen Liquiditätsbedarf von insgesamt zusätzlich ca. 36,7 Millionen Euro gefunden worden. "Insbesondere konnte keine abschließende Einigung mit den finanzierenden Banken und wesentlichen Aktionären über die Beiträge zu der angestrebten umfassenden Finanzierungslösung erzielt werden", schrieb Finanzvorstand Lutz Scharpe in der Pflichtmitteilung für die Börsen. Mangels Einigung über eine solche Finanzierungslösung hätten auch die in Aussicht stehenden Finanzmittel aus staatlichen Covid-19-Unterstützungsprogrammen nicht beantragt werden können.

Sämtliche durch die Vapiano SE betriebenen Restaurants blieben wegen der Coronakrise weiterhin bis auf Weiteres geschlossen, hieß es weiter. Deutsche und internationale Franchisenehmer seien aber von der Insolvenz der Vapiano SE unmittelbar nicht betroffen. Die Vapiano SE betreibt weltweit eigenen Angaben zufolge 230 Restaurants, in Deutschland 55.

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Mit Material von dpa, afp und apa.
Teaserbild: © Getty Images/Scott Olson