New York ist auf dem vorläufigen Höhepunkt der Corona-Pandemie: Die Opferzahlen steigen kräftig, innerhalb eines Tages verlieren mehr als 700 Menschen ihr Leben. Um der Krise Herr zu werden, wird eine Kirche zum Behelfs-Krankenhaus. Gouverneur Andrew Cuomo sieht aber auch Licht am Ende des Tunnels.

Mehr aktuelle Informationen zum Coronavirus finden Sie hier

Auf dem vorläufigen Höhepunkt der Coronakrise in New York hat der besonders heftig getroffene US-Bundesstaat 731 Tote an nur einem Tag verzeichnet. Insgesamt lag die Zahl der Toten damit bei etwa 5500, wie Gouverneur Andrew Cuomo bei seiner täglichen Pressekonferenz sagte. In den vergangenen Tagen waren um die 600 Patienten in dem Staat gestorben.

Der Gouverneur machte aber wegen anderer, sinkender Zahlen - vor allem die neu eingelieferter Patienten - Hoffnung: "Soweit wir sehen, gibt es eine Abflachung (der Kurve) oder ein mögliches Plateau. Das liegt an dem, was wir tun. Und wir müssen es weiter tun." In New York mit seinen knapp 20 Millionen Einwohnern gelten seit Wochen strenge Ausgangsbeschränkungen.

Lesen Sie auch: Alle Entwicklungen rund um das Coronavirus in unserem Live-Blog

Kathedrale in New York wird in der Coronakrise zur Notfallklinik

Unterdessen werden in der gleichnamigen Millionenmetropole weiterhin alle möglichen Gebäude zu Notfallkliniken umfunktioniert, zum Beispiel die Kathedrale St. John the Divine. In dem knapp 200 Meter langen Kirchenschiff sollen Zelte für bis zu 200 Patienten aufgebaut werden, berichteten Lokalmedien am Dienstag unter Berufung auf Dekan Clifton Daniel. Auch die darunterliegende Krypta soll genutzt werden. Die rund 100 Jahre alte Episkopalkirche im Nordwesten Manhattans gilt als eines der größten gotischen Gotteshäuser der Welt.

Die New Yorker Kathedrale St. John the Divine wird in der Corona-Pandemie zum Behelfs-Krankenhaus.

Der Bundesstaat New York mit seinen insgesamt rund 19 Millionen Einwohnern ist in der Coronakrise derzeit das Epizentrum der USA. Die Fallzahlen dort sind um ein vielfaches höher als in anderen Staaten - auch, weil dort deutlich mehr getestet wird. Die Zahl der bestätigten Fälle liegt bei mehr als 138.000.

US-Medien betonten derweil, dass die Zahl der Todesopfer in New York City in der Krise die der Terroranschläge des 11. September überstiegen habe. Damals starben knapp 3000 Menschen. Auch im Nachbarstaat New Jersey sind laut Johns Hopkins University in Baltimore nun bereits mehr als 1000 Menschen gestorben.

Zwölf New Yorker Polizisten sterben nach Coronavirus-Infektion

Besonders betroffen sind auch die Polizisten von New York City. Mindestens zwölf Mitarbeiter seien bereits in Zusammenhang mit mutmaßlichen Coronavirus-Infektionen gestorben, berichtete der Nachrichtensender CNN am Dienstag. Mehr als 2000 weitere Mitarbeiter seien mit dem Erreger SARS-CoV-2 infiziert.

Bürgermeister Bill de Blasio betonte allerdings bei einer Pressekonferenz am Montagabend (Ortszeit), die Situation bessere sich allmählich. Immer mehr Polizisten würden sich nach überstandenen Krankheiten zurück zum Dienst melden. (dpa/mbo)

RKI veröffentlicht App: Soll Aufschluss über Verbreitung des Virus geben

Das Robert-Koch-Institutes (RKI) stellt die "Corona-Datenspende"-App kostenlos zum Download zur Verfügung. Mithilfe der App soll die Verbreitung von bestimmten Symptomen erfasst werden. Diese übermittelt zwar Vitaldaten, aber keinerlei persönliche Daten, wie Name oder Adresse des Nutzers.