Mehrfach gaben sich Gäste auch in Schleswig-Holstein auf Kontaktlisten als Mickey Mouse oder Darth Vader aus. Dafür sind künftig bis zu 1.000 Euro Bußgeld möglich. Volker Bouffier und Malu Dreyer haben einer bundesweiten Höchstteilnehmerzahl für Privatfeiern eine klare Absage erteilt. Alle Infos zur Corona-Pandemie im Live-Blog.

  • 19:15 Uhr: Gut 2.000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert
  • 17:32 Uhr: Bouffier und Dreyer stellen sich gegen Höchstteilnehmerzahl bei Privatfeiern
  • 15:35 Uhr: Falsche Kontaktdaten sollen künftig mit Bußgeld bestraft werden
  • 12:59 Uhr: Kretschmann plädiert für schärfere Regeln bei privaten Feiern
  • 10:30 Uhr: Coronakrise lässt Friseurbesuch wesentlich teurer werden
  • 09:57 Uhr: Pandemie treibt öffentliche Schulden in die Höhe
  • 08:53 Uhr: Mehr als 2.000 neue Corona-Infektionen in Deutschland

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Gut 2.000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

19:15 Uhr: Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 2.089 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstagmorgen mindestens 287.421 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 29.9., 0.00 Uhr).

Top-News: Streit über Höchstteilnehmerzahlen bei privaten Festen

17:32 Uhr: Bund und Länder wollen angesichts anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen Feiern in öffentlichen oder angemieteten Räumen auf maximal 50 Teilnehmer beschränken.

Dies gelte, wenn in einem Landkreis innerhalb von sieben Tagen mehr als 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner auftreten. Das erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstag nach dem Treffen mit den Ministerpräsidenten der Länder.

Wenn es in einem Landkreis innerhalb von sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gibt, seien weitere Maßnahmen zu erlassen. Insbesondere solle die Teilnehmerzahl auf höchstens 25 in öffentlichen oder angemieteten Räumen festgelegt werden.

In privaten Räumen soll es hingegen keine Vorschriften zur Teilnehmerzahl geben. Wie Merkel sagte, werde aber dringend empfohlen, in privaten Räumen keine Feierlichkeit mit mehr als 25 Teilnehmern durchzuführen.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hatten sich Hessens Regierungschef Volker Bouffier (CDU) und die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) gegen eine fest definierte Regelung für Privatpartys gestellt.

Alle weiteren Corona-Meldungen des Tages im Überblick

Bis zu 1.000 Euro Bußgeld bei Falschangaben in Schleswig-Holstein

17:57 Uhr: Wer in einem Restaurant oder anderen Gastwirtschaften in Schleswig-Holstein falsche Angaben zu seiner Person macht, dem droht künftig ein Bußgeld von bis zu 1.000 Euro.

Dies kündigte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Dienstag an. Zuvor hatten die Ministerpräsidenten der Länder bei ihrer Videoschalte mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ein Mindestbußgeld von 50 Euro beschlossen.

Bund und Länder: Herbstferienreisen in Risikogebiete unterlassen

16:24 Uhr: Bund und Länder haben angesichts der beginnenden Herbstferien an Bürgerinnen und Bürger appelliert, Reisen in Risikogebiete zu unterlassen. Zudem wollen sie mehr Schnelltestverfahren einführen und damit die bisherige Teststrategie erweitern.

Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag von Teilnehmern des Treffens von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder.

So sollen zusätzlich zu den bisherigen Labortests in geeigneten Fällen vermehrt Schnelltests eingesetzt werden, hieß es in einer entsprechenden Vorlage für die Beratungen.

In welchen Bereichen dies sinnvoll sei, werde in dem von der Ministerpräsidentenkonferenz angeforderten Bericht des Bundesgesundheitsministeriums dargestellt und in der jetzt anstehenden Fortschreibung der Teststrategie berücksichtigt, hieß es dort weiter.

Verschärfte Strafen für falsche Kontaktdaten beschlossen

15:53 Uhr: Bürgerinnen und Bürger, die in einem Restaurant oder anderen Gastwirtschaften falsche Angaben zu ihrer Person machen, müssen künftig mit einem Mindestbußgeld von 50 Euro rechnen.

Das beschlossen die Ministerpräsidenten der Länder nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Dienstag bei ihrer Videoschalte mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Angesichts anhaltend hoher Infektionszahlen mit dem Coronavirus sollen demnach derzeit keine weiteren Öffnungsschritte zugelassen werden.

Gerade in der kalten Jahreszeit sollen zu der gültigen "AHA"-Formel für Abstand halten, Hygiene und Alltagsmasken zwei weitere Buchstaben hinzugefügt werden: "C" wie Corona-Warn-App und "L" wie Lüften.

"Regelmäßiges Stoßlüften in allen privaten und öffentlichen Räumen kann die Gefahr der Ansteckung erheblich verringern", heißt es in einer Vorlage.

Südafrikas Corona-Restriktionen drängen Millionen in Arbeitslosigkeit

14:29 Uhr: Während einer der weltweit striktesten Corona-Beschränkungen haben in Südafrika rund 2,2 Millionen Menschen ihre Arbeitsplätze verloren. Die offizielle Arbeitslosenquote für diese Zeit ging im zweiten Quartal zum Vorquartal von 30,1 auf nun 23,3 Prozent zurück, teilte die Statistikbehörde Stats SA am Dienstag mit.

Der Grund liegt in der Definition der Quote: Sie bezieht sich auf Menschen, die aktiv eine Arbeitsstelle suchen - was zeitweise unmöglich war. Die zweitgrößte Volkswirtschaft Afrikas erlebt zurzeit verheerende Auswirkungen der Corona-Beschränkungen auf die Wirtschaft, die sich schon vor der Virus-Krise in der Rezession befand.

Millionen Menschen kämpfen dort ums Überleben, die Armut ist in wenigen Wochen dramatisch angewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im Vergleich zum Vorquartal um mehr als 16 Prozent, hatte Stats SA zuvor bereits mitgeteilt.

Grünen warnen vor "Kaputtsparen" nach Coronakrise

13:55 Uhr: In der Debatte um die künftigen Bundesfinanzen haben die Grünen vor einem harten Sparkurs nach der Krise gewarnt. "Es darf kein Kaputtsparen nach Corona geben", betonte Haushälter Sven-Christian Kindler am Dienstag im Bundestag.

Man dürfe nicht bei sozialer Sicherheit und kommunaler Infrastruktur sparen, nur um ab 2022 wieder zur Schuldenbremse zurückzukehren. "Herr Scholz, Sie haben in der Krise die Bazooka ausgepackt. Sorgen Sie dafür, dass nicht nach Corona die Abrissbirne kommt", forderte Kindler.

Jetzt müsse mutig in die Zukunft investiert werden, etwa in Klimaschutz und Verkehrswende. Um das zu finanzieren, sollten einerseits starke Schultern mehr tragen, "denn sie können auch mehr tragen".

Zugleich aber solle die Schuldenbremse reformiert werden. Angesichts der wohl noch lange historisch niedrigen Zinsen sollten bestimmte Investitionen über Kredite finanziert werden. Das solle gelten, wenn neues Vermögen und positive Werte geschaffen würden.

Nach Corona-Ausbruch beim CFC Genua: Liga berät Konsequenzen

13:31 Uhr: Nach dem Coronavirus-Ausbruch beim CFC Genua will die italienische Fußball-Liga Medienberichten zufolge bei einem Krisengipfel über das weitere Vorgehen beraten. Die Gespräche sollten am späten Dienstagabend oder Mittwoch stattfinden, berichtete die "Gazzetta dello Sport".

Zur Debatte stehen demnach entweder die Verlegung einzelner Partien oder eine Unterbrechung der kompletten Serie-A-Saison für mehrere Wochen. Genua hatte bekannt gegeben, dass insgesamt 14 Spieler und Teambetreuer positiv getestet wurden.

Am Dienstag standen sowohl in Genua als auch bei der SSC Neapel, die am Sonntag 6:0 gegen Genua gewonnen hatte, weitere Corona-Testreihen an. Auch von den Ergebnissen dürfte abhängen, wie es in Italiens Fußball-Meisterschaft weitergeht.

Kretschmann für Obergrenzen bei privaten Feiern und strengere Regeln

12:59 Uhr: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat sich vor der Schalte der Länderregierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag für eine Festlegung auf eine Zahl an Teilnehmern bei privaten Feiern ausgesprochen. Die Infektionszahlen seien immer dann hoch, wenn die Zahl der Teilnehmer und ihrer Kontakte schwer zu kontrollieren sei, sagte der Grünen-Regierungschef am Dienstag.

"Wir müssen aber schnell feststellen, orten und die Kontakte nachverfolgen können. Denn wenn das Virus außer Kontrolle gerät, werden wir zum Spielball des Erregers", sagte Kretschmann. Eine konkrete Zahl nannte er nicht.

Kretschmann hält auch neue Vorgaben für das Erfassen von Kontaktdaten in Gaststätten für notwendig, da die Angaben der Gäste derzeit zur Hälfte nicht brauchbar seien. "Wir werden das unter Umständen rigoros verschärfen müssen zum Beispiel durch die Vorlage des Personalausweises", sagte er.

Kein Corona an Bord: "Mein Schiff 6" darf bald weiterfahren

12:27 Uhr: Das Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 6" wird seine Reise fortsetzen können - vermeintliche Corona-Fälle bei zwölf Crew-Mitgliedern an Bord haben sich am Dienstag als Fehldiagnose des zuständigen Labors herausgestellt.

Die Seeleute waren am Dienstag erneut getestet worden, und zwar sowohl von der Reederei Tui Cruises als auch zwei Mal von den griechischen Behörden. Die Ergebnisse waren dabei stets negativ, teilte Tui Cruises mit.

Auch die Ergebnisse der abschließenden dritten Testreihe der griechischen Behörden stellten sich schließlich am Dienstagmittag als negativ heraus, wie das griechische Staatsfernsehen berichtete.

Am Montag war bekannt geworden, dass bei planmäßigen Tests unter 150 der insgesamt 666 Crew-Mitglieder zwölf Seeleute ein positives Ergebnis aufgewiesen hatten. Die Tests waren im Auftrag von Tui Cruises von einem griechischen Labor auf Kreta durchgeführt worden.

Der Kapitän brach darauf hin die Reise ab, die Betreffenden wurden isoliert und das Schiff fuhr direkt zum Hafen von Piräus. An Bord sind 922 Urlauber.

Ein Rätsel bleibt nach Ansicht von Experten, wie ein so hoher Anteil der Tests zunächst positiv und danach negativ ausfallen konnte. Dass es bei hohen Testzahlen vereinzelt so genannte "falsch positive" Tests gibt, ist bekannt; allerdings wäre eine Quote von 8 Prozent falscher Erbnisse extrem hoch.

Kretschmer will keine schärferen Corona-Regeln für Sachsen

12:01 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will keine verschärften Corona-Regeln für Sachsen. "Im Umgang mit Corona brauchen wir keine zusätzliche Verunsicherung. Wir brauchen Zuversicht und Umsicht", twitterte der Regierungschef am Dienstag.

Man wisse, wie die Krankheit übertragen werde. "Wenn wir uns an bestehende Abstands- und Hygieneregeln halten, kommen wir gut durch die nächsten Monate."

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Dienstag mit den Ministerpräsidenten über weitere Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus beraten. Insgesamt schlägt der Bund ein regional abgestuftes Vorgehen vor - keine pauschalen Maßnahmen.

Die Diskussion komme aus anderen Bundesländern, wo man teils die Erkrankungen nicht mehr nachvollziehen könne, sagte Kretschmer dem Radiosender "MDR Sachsen". Daher müsse dort mit anderen Maßnahmen gearbeitet werden. "Es ist kein Thema, was den Freistaat Sachsen betrifft. Deswegen wird es hier diese Verschärfungen auch nicht geben."

Sollte es in einer Region einen Ausbruch geben, seien punktuelle Maßnahmen nicht ausgeschlossen. Sachsen setze dabei aber vor allem auf die Eigenverantwortung der Menschen - vor Ort und in den Behörden, betonte Kretschmer im MDR.

Scholz: In der Krise muss man zeigen, wer man ist

11:27 Uhr: Mit einem engagierten Plädoyer hat Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) für mehr Solidarität in der Coronakrise geworben. Im Bundeshaushalt für 2021 gehe es um viel Geld, "aber es geht auch darum, wie wir eigentlich sein wollen", sagte der Finanzminister am Dienstag im Bundestag. "Denn in der Krise muss man zeigen, wer man ist."

Deutschland präsentiere sich als demokratische Land mit leistungsfähigem Föderalismus, das wisse, "wo es hingeht". Es gehe nicht nur darum, die Coronakrise zu bekämpfen, sondern weiter auch darum, den Klimawandel aufzuhalten, zusammenzuhalten und ein soziales Land zu sein.

Wirtschaftliches Wachstum dürfe nicht darauf gründen, dass es einigen im Land schlecht gehe, betonte Scholz. Alle Bürger müssten gute und ordentliche Arbeitsverhältnisse haben.

"Die Corona-Helden wollen von uns keine Orden, sie wollen einfach ein ordentliches Gehalt", sagte der Vizekanzler. "Das müssen wir sicherstellen."

Friseurbesuche wegen Corona deutlich teurer

10:30 Uhr: Während der Corona-Pandemie sind Friseurbesuche in Deutschland deutlich teurer geworden. Im August mussten die Kunden im Schnitt 6,3 Prozent mehr bezahlen als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden berichtete.

Gründe sind der erhöhte Mindestlohn sowie die zusätzlichen Kosten zur Umsetzung der Hygieneauflagen. Der Preisanstieg wird seit der Wiedereröffnung der Salons im Mai beobachtet.

Zudem dürfen keine Trockenhaarschnitte mehr angeboten werden, was wegen der zusätzlichen Haarwäsche insbesondere die durchschnittlichen Preise für Schnitte bei Kindern (+9,4 Prozent) und Männern (6,5 Prozent) nach oben trieb.

Frauen mussten 5,8 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor. Das Statistikamt hatte nach eigenen Angaben zuvor auch Trockenhaarschnitte in die Preisangabe einfließen lassen. Der Wegfall von Trockenschnitten habe insofern zu Preiserhöhungen geführt, erläuterte eine Sprecherin.

CDU-Generalsekretär Ziemiak: "Wir sind auch nicht die Spielverderber"

10:02 Uhr: CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat den Kurs der Bundesregierung zur Eindämmung des Coronavirus verteidigt. "Wir machen das ja nicht, weil wir jemanden ärgern wollen. Wir sind auch nicht die Spielverderber, sondern der Spielverderber ist das Virus", sagte Ziemiak im RTL/ntv-"Frühstart".

In einer Beschlussvorlage zum heutigen Treffen zwischen der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten der Bundesländer geht es insbesondere um den Rahmen, in dem private Feiern stattfinden dürfen und um ein mögliches Alkoholausschankverbot in besonders betroffenen Gebieten.

Für Ziemiak sei nun der richtige Zeitpunkt über solche Maßnahmen zu diskutieren. "Dort, wo ziemlich hart vorgegangen wird, also wo man schnell Maßnahmen ergreift und nicht nur herumdiskutiert, dort funktioniert es auch wieder, das Coronavirus in den Griff zu bekommen", sagte Ziemiak.

Wichtig sei, den Menschen zu erklären, dass das Vorgehen "keine politische Entscheidung" sei, sondern eher eine "wissenschaftlich fundierte Entscheidung, die dazu führen soll, dass wir nicht wieder zu den Maßnahmen zurückkehren, die wir schon vor ein paar Monaten hatten" sagte Ziemiak.

Gerade der Herbst und der Winter könnten Deutschland vor große Herausforderungen stellen.

Öffentliche Schulden wegen Corona-Pandemie auf Höchststand

09:57 Uhr: Die Coronakrise hat die Schulden von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherung bei Banken und Privatunternehmen auf einen Höchststand steigen lassen.

Die Summe betrug 2108,9 Milliarden Euro zum Ende des ersten Halbjahres 2020, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden unter Berufung auf vorläufige Ergebnisse mitteilte.

Dies sei der höchste ermittelte Stand in der Statistik seit Umstellung der Berechnungsmethode im Jahr 2010. Der Schuldenberg wuchs demnach im Vergleich zum Jahresende 2019 um rund elf Prozent oder 210,1 Milliarden Euro.

Der Anstieg sei "im Wesentlichen dadurch begründet, dass die öffentlichen Haushalte finanzielle Mittel für Maßnahmen zur Bewältigung der Coronakrise aufnahmen", erklärte das Bundesamt.

Er betraf demnach bis auf die Sozialversicherung alle Ebenen des öffentlichen Gesamthaushalts. Im zweiten Quartal 2020 erhöhten sich die Schulden im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres um knapp acht Prozent oder 153,5 Milliarden Euro.

Mit 13,7 Prozent auf 1351,5 Milliarden Euro stieg die Verschuldung des Bundes am meisten. Unter den Bundesländern war dies prozentual in Sachsen (plus 89,6 Prozent), Bayern (plus 30,6 Prozent) und Bremen (plus 20,4 Prozent) der Fall.

Den größten absoluten Zuwachs verzeichnet die Statistik für Nordrhein-Westfalen (plus 17,0 Milliarden Euro), Bremen (plus 6,1 Milliarden Euro) und Niedersachsen (plus 4,1 Milliarden Euro). Überwiegend sei auch hier die Corona-Pandemie Ursache gewesen, erklärte das Bundesamt.

In den Kommunen verlief die Entwicklung unterschiedlich. Die Schulden stiegen vor allem in Schleswig-Holstein, Hessen sowie Niedersachsen, sanken aber im Saarland, Sachsen und Thüringen. Im Saarland sei ein Entschuldungsprogramm des Landes Grund für den Rückgang.

Über 2.000 neue Corona-Infektionen binnen eines Tages in Deutschland

08:53 Uhr: Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 2.089 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Coronakrise haben sich nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Dienstagmorgen mindestens 287.421 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert (Datenstand 29.9., 0.00 Uhr).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.460. Das sind elf mehr als am Vortag. Rund 254.200 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Am Samstag war mit 2.507 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden.

Corona-Fälle träten besonders in Zusammenhang mit Feiern im Familien- und Freundeskreis auf, hieß es im aktuellen Lagebericht des RKI. Der Anteil der Reiserückkehrer unter den Fällen gehe zurück. Es würden wieder vermehrt Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen gemeldet.

"Mein Schiff 6" legt mit Corona-Infizierten im Hafen von Piräus an

07:53 Uhr: Das Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 6" mit mehreren Corona-Infizierten an Bord hat am frühen Dienstagmorgen in der griechischen Hafenstadt Piräus angelegt. Sofort gingen Experten der Gesundheitsbehörde (Eody) an Bord, wie das Staatsfernsehen (ERT) berichtete. Alle Reisenden und Crewmitglieder sollen einen Coronavirus-Test machen.

Die ersten Schnelltests seien negativ gewesen, berichtete das Staatsfernsehen. Die 922 Urlauber und die die 666 Besatzungsmitglieder müssten bis auf Weiteres an Bord bleiben.

Am Montag war bekannt geworden, dass zwölf Crewmitglieder an Bord positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Sie seien auf dem Schiff isoliert worden, teilte die Reederei Tui Cruises mit. Das Schiff war am Sonntagabend von der kretischen Hafenstadt Heraklion ausgelaufen.

Wo Deutschland in Europa als Corona-Risikogebiet gilt

07:06 Uhr: In der Corona-Pandemie gelten für Reisende aus Deutschland vielerorts Beschränkungen. Wegen steigender Infektionszahlen erklärten einige Länder auch Deutschland zum Risikogebiet. Ein Überblick über Europa:

  • Finnland: Hier ist die Einreise für Menschen aus Deutschland seit Montag wieder beschränkt. Freizeitreisen sind gar nicht erlaubt - nur die Rückkehr, der Transit auf dem Weg in andere Staaten, Dienstreisen und Reisen mit anderen triftigen Gründen. Wer begründet einreist, muss 14 Tage in Quarantäne. Mit zwei freiwilligen Coronatests lässt sich das abkürzen.
  • Norwegen: Wer aus Deutschland kommt, muss zehn Tage in Quarantäne. Das Außenministerium rät von nicht notwendigen Reisen in die Bundesrepublik ab.
  • Irland: Einreisenden aus Deutschland - und den meisten anderen Staaten - wird empfohlen, 14 Tage nach der Einreise ihre Bewegungen im Land stark einzuschränken.
  • Belgien: Das Außenministerium empfiehlt bei Einreisen aus einigen Regionen - darunter Köln, Düsseldorf, Hannover sowie weite Teile Bayerns und Baden-Württembergs - Corona-Test und Quarantäne.
  • Slowenien: Hier gilt Deutschland als Risikogebiet mittlerer Stufe. Wer kommt, muss einen negativen Test vorlegen - oder zehn Tage in Quarantäne.
  • Ungarn: Für die ungarische Regierung ist die ganze restliche Welt Risikogebiet. Ausgenommen von der Grenzsperre sind Ausländer mit einem Wohnsitz in Ungarn. Sie müssen bei einer Einreise zehn Tage in Quarantäne. Ausnahmen gelten auch für Geschäftsleute.
  • Bosnien-Herzegowina: Reisende aus Deutschland müssen hier einen Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Für den Transit gilt das nicht.

Johns-Hopkins-Universität bestätigt: Mehr als eine Million Corona-Tote

06:47 Uhr: Seit Beginn der Corona-Pandemie sind US-Wissenschaftlern zufolge weltweit bereits mehr als eine Million Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das ging am Montagabend (Ortszeit) aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor.

Mehr als 33,2 Millionen Infektionen wurden nachgewiesen. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Rund ein Fünftel aller erfassten Todesfälle beklagen die USA, wo mehr als 205.000 Menschen starben. In Brasilien sind mehr als 142.000, in Indien mehr als 95.000 Menschen gestorben.

Die Opferzahl in den USA, wo rund 330 Millionen Menschen leben, ist weltweit die bislang höchste in absoluten Zahlen. Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Toten jedoch in einigen europäischen Ländern höher.

In den USA starben den Daten der Johns-Hopkins-Universität zufolge rund 63 Menschen pro 100.000 Einwohner, in Großbritannien liegt dieser Wert ein wenig höher. In Spanien kommen 67 Tote auf 100.000 Einwohner, in Deutschland 11.

Trump-Regierung verteilt 150 Millionen Corona-Schnelltests

05:58 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat die Verteilung von 150 Millionen Coronavirus-Schnelltestsätzen durch seine Regierung angekündigt. 50 Millionen der Testsätze sollen an Altenheime, Einrichtungen zum betreuten Wohnen und andere besonders durch das Virus gefährdete Institutionen ausgegeben werden, wie Trump am Montag mitteilte.

Die übrigen 100 Millionen Sätze sollten an US-Bundesstaaten und andere Regionalbehörden gehen, um diesen die Aufhebung von Restriktionen des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens zu erleichtern, kündigte der Präsident an. Jeder Testsatz kostet die US-Bundesregierung fünf Dollar (4,30 Euro). Die Schnelltests stammen vom US-Pharmakonzern Abbott Laboratories. Sie liefern Ergebnisse innerhalb von 15 Minuten.

Präsident des Städtetags unterstützt Markus Söders "Corona-Ampel"

05:27 Uhr: Vor den Bund-Länder-Beratungen an diesem Dienstag über neue Corona-Maßnahmen hat der Deutsche Städtetag sich für eine bundesweite Warnampel zu dem Virus ausgesprochen.

Städtetags-Präsident Burkhard Jung von der SPD unterstützte in der "Passauer Neuen Presse" vom Dienstag den entsprechenden Vorstoß des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. "Eine Ampel schafft erste Orientierung für die Menschen. Das ist gut", sagte der Leipziger Oberbürgermeister.

Wie Söder plädierte auch Jung dafür, die Ampel mit bundesweit einheitlichen Corona-Regeln zu verknüpfen. Bund und Länder müssten sich darüber verständigen, "was passiert, wenn die Grenze von 20, 30, 40 und 50 Infektionen je 100.000 Einwohnern überschritten wird". Derzeit gehe "noch zu viel durcheinander". Jung forderte aber auch, den Bundesländern "Entscheidungsspielraum" zu lassen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel berät ab 14 Uhr mit den Regierungschefs der Länder. In der Runde dürfte es unter anderem darum gehen, welche Corona-Maßnahmen bundesweit gelten und welche regional unterschiedlich eingesetzt werden sollen.

Coronavirus: Anhaltende Erschöpfung als Corona-Folge wohl recht verbreitet

Einer Studie zufolge könnte anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung eine recht häufige Folge überstandener COVID-19-Erkrankungen sein. Frauen seien dabei häufiger betroffen als Männer, berichten Forscher um Liam Townsend vom Trinity College in der irischen Hauptstadt Dublin.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.