Weil die Lage "dramatisch" ist und Gesundheitsämter teilweise überfordert sind, berät sich Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits am Mittwoch erneut mit den Länderchefs. Laut eines Medienberichts will Merkel für weitere Einschränkungen werben. Alle Infos zur Pandemie im Live-Ticker.

  • 18:38 Uhr: Bericht: Merkel will den "Lockdown-Light"
  • 17:07 Uhr: Söder sieht entscheidende Woche im Kampf gegen Corona
  • 16:06 Uhr: Nürnberg sagt weltberühmten Christkindlesmarkt ab
  • 14:59 Uhr: Kanzlerin Merkel tagt am Mittwoch erneut mit den Ministerpräsidenten
  • 13:14 Uhr: Corona-Schnelltest für 133 Euro: Ergebnis in angeblich zwölf Minuten
  • 11:55 Uhr: Lockdown für den Landkreis Rottal-Inn beschlossen
  • 10:23 Uhr: Fauci kündigt für den November 2020 Impfstoff in den USA an

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Top-News: Bericht: Merkel will bei Ländern für weitere Beschränkungen werben

18:38 Uhr: Das Kanzleramt will nach "Bild"-Informationen bei der Bund-Länder-Runde am Mittwoch wegen der rasant zunehmenden Corona-Neuinfektionen für mögliche weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens werben. Im Gegensatz zum Lockdown im Frühjahr sollten Schulen und Kitas dann jedoch weiter geöffnet bleiben, außer in Regionen mit katastrophal hohen Infektionszahlen, berichtete die Zeitung am Montagabend. Auch der Einzelhandel solle mit neuen Einschränkungen offen bleiben. Laut "Bild" will das Kanzleramt vor allem bei Gastronomie und Veranstaltungen hart vorgehen.

Wegen der angespannten Corona-Lage beraten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder bereits am Mittwoch in einer Video-Konferenz über das weitere Vorgehen. Es gehe darum, was Bund und Länder gemeinsam tun könnten, um möglichst schnell den Trend zu brechen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag. Allen sei bewusst, "dass dabei jeder Tag zählt".

Bundeskanzlerin Angela Merkel bereitet Bundesbürger auf "sehr, sehr schwere Monate" vor

Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht auf Deutschland in der Corona-Pandemie "sehr, sehr schwere Monate" zukommen. Die Regierungschefin rechnet nicht damit, dass vor März 2021 größere Veranstaltungen möglich seien.

Alle weiteren Corona-Meldungen des Tages im Überblick:

Söder ruft "Entscheidungswoche" aus

17:03 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sieht den Kampf gegen Corona in einer entscheidenden Woche. "Ich glaube schon, dass es ziemlich ernst jetzt ist, und dass sich alle nochmal klar machen müssen, um was es geht", sagte Söder am Montag auf den Münchner Medientagen mit Blick auf die nächste Ministerpräsidentenkonferenz in wenigen Tagen. "Das ist die Entscheidungswoche."

Söder bekräftigte: "Wir haben klare Ziele: Wir wollen der Wirtschaft keinen Schaden zufügen, wir wollen Schule und Kitas so lange wie möglich offen halten."

Er verwies aber auch auf die bayern- und bundesweit immer weiter steigenden Corona-Zahlen. in diesem Zusammenhang begrüßte Söder auch die erneute Verschiebung des CDU-Wahlparteitags, hinter der Bewerber Friedrich Merz gar eine Verschwörung des Partei-Establishment vermutet.

Eine Präsenzveranstaltung mit etwa 1.000 Menschen "wäre kein gutes Signal gewesen", sagte der CSU-Chef. Er betonte: "Es geht ja nicht um die Karriere einzelner Personen, sondern um die Sorge um viele Menschen." Das allein stehe im Vordergrund.

Nürnberg sagt Christkindlesmarkt ab

16:06 Uhr: Der weltberühmte Christkindlesmarkt in Nürnberg fällt in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. Das teilte die Stadt Nürnberg mit Blick auf die steigenden Corona-Fallzahlen am Montag mit. "Uns fällt diese Entscheidung sehr schwer. Der Christkindlesmarkt mit seiner großen Tradition gehört zu Nürnberg", sagte Oberbürgermeister Marcus König (CSU).

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen bewegt sich auch in Nürnberg in Richtung des Schwellenwerts von 100 und mehr Infektionen innerhalb von sieben Tagen. Zurzeit liegt dieser nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums bei 76,01. "Es ist davon auszugehen, dass die Schwelle noch in nächster Zeit über 100 steigt und die Corona-Ampel des Ministeriums auf dunkelrot umspringt", sagte König.

Ursprünglich hatte die Stadt geplant, den traditionellen Christkindlesmarkt dezentraler und mit einem strengen Hygiene-Konzept stattfinden zu lassen. Doch angesichts der steigenden Zahlen halte die Stadt dieses nun für ein falsches Signal, sagte König.

Zusammen mit dem Dresdner Striezelmarkt ist der Nürnberger Christkindlesmarkt einer der ältesten Weihnachtsmärkte in Deutschland. Diesen eröffnet traditionell das Christkind mit dem Prolog, dem meist Tausende Besucher auf dem Hauptmarkt lauschen. Welche Rolle das Nürnberger Christkind in diesem Jahr dennoch spielen könne, überlege die Stadt noch, hieß es.

Habeck sorgt sich um gesellschaftlichen Konsens

15:44 Uhr: Grünen-Chef Robert Habeck hat sich mit Sorge über den gesellschaftlichen Konsens in der Coronakrise geäußert. "Wenn es etwas gibt, was mich besorgt, dann ist es das Sich-Widersprechen, der Ton der Gereiztheit", sagte Habeck am Montag in Berlin. Man müsse größere bundeseinheitliche Verabredungen treffen und diese in den Ländern und Kommunen konkret umsetzen.

Ein ganz besonderes Augenmerk lege er darauf, Schulschließungen zu verhindern, führte Habeck aus. Die Schäden, die bereits durch vorangegangene Schließungen ausgelöst worden seien, zahlten aufs Leben ein. Eine Maßnahme, die dazu beitragen könne das zu verhindern, seien Luftreinigungsanlagen in den Schulen. "Das hätte schon längst passieren müssen", betonte Habeck.

Merkel berät Mittwoch mit Ministerpräsidenten über Corona-Pandemie

14:59 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am kommenden Mittwoch erneut mit den Ministerpräsidenten in einer Videokonferenz über die sich zuspitzende Entwicklung der Corona-Pandemie beraten. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin mit.

Seibert unterstrich, dass es eine ernsthafte Entwicklung gebe. Kontaktnachverfolgungen durch die Gesundheitsämter seien kaum mehr möglich. Die Intensivbetreuung von Corona-Patienten nehme wieder zu, die Kapazitäten nähmen entsprechend ab, machte Seibert deutlich. Vor dem digitalen Treffen der Ministerpräsidenten der Länder Ende dieser Woche wurden die Rufe nach schärferen und vor allem einheitlicheren Corona-Regeln lauter.

Französischer Wissenschaftsrat besorgt über Corona-Lage

14:33 Uhr: Die aktuelle Corona-Welle wird nach Einschätzung des wissenschaftlichen Rates der französischen Regierung "stärker sein als die erste". Er sei von der "Brutalität" der Zunahme der Neuinfektionen in den jüngsten 15 Tagen überrascht, sagte Jean-François Delfraissy, der Leiter des Beratungsgremiums, am Montag dem Radiosender RTL.

Delfraissy sprach von einer kritischen Lage und einer hohen Dunkelziffer bei den Neuinfektionen: "Es gibt wahrscheinlich mehr als 50.000 Fälle pro Tag. Der wissenschaftliche Rat schätzt, dass wir eher rund 100.000 Fälle pro Tag haben." Davon gehe der Rat angesichts der gemeldeten Neuinfektionen, aber auch der nicht diagnostizierten und asymptomatischen Fälle aus. Delfraissy schloss eine Ausweitung der bereits existierenden Ausgangssperren nicht aus.

Die Corona-Lage verschlechtert sich in dem Land mit 67 Millionen Einwohnern seit Wochen dramatisch. Die jeden Abend bekanntgegebene Anzahl der Neuinfektionen erreichte in der vergangenen Woche mehrmals Spitzenwerte. Am Sonntagabend wurden erstmals seit Beginn der großflächigen Testungen mehr als 52.000 Ansteckungen innerhalb von 24 Stunden erfasst.

Seit Samstag gilt in Frankreich die nächtliche Ausgangssperre für rund zwei Drittel der Einwohner, also rund 46 Millionen Menschen. Sie gilt in 54 Départements und im Überseegebiet Französisch-Polynesien. In den Nachtstunden dürfen die Menschen nur mit einem triftigen Grund vor die Tür.

Müller zum Corona-Testwirrwarr um Serge Gnabry: "Da kann auch mal was schiefgehen"

13:31 Uhr: Thomas Müller vom FC Bayern ist nicht überrascht, dass es bei den Auswertungen der vielen Corona-Tests zu Fehlern kommen kann. Müllers Teamkollege Serge Gnabry hatte in der vorigen Woche nach einem Befund in Quarantäne müssen - nach sechs weiteren, jeweils negativen Untersuchungen wurde der erste Test inzwischen als "falsch-positiv" gewertet.

"So klar es mir irgendwie erschien, dass wir auch irgendwann mal einen positiven Test bei uns dabei haben, so logisch ist es auch, dass dort, wo - weiß ich nicht - wie viele tausend Tests pro Tag reinkommen, dass da auch mal was schiefgehen kann", sagte Müller am Montag in München.

Der frühere Nationalspieler meinte, dass bei dem Prozedere um Gnabry "alles richtig gemacht" worden sei, "so wie ich es einschätzen kann und ich kann es in diesem Fall sehr schlecht einschätzen".

Müller fühlt sich aber nicht verunsichert von dem Verfahren. "Wenn ein positiver Test da ist, müssen die Maßnahmen durchgezogen werden. Wenn dann auch diese ganzen folgenden Negativtestungen vorhanden sind, ist es auch genau richtig, dass der Serge wieder dabei ist. Für mich ist das alles nachvollziehbar", sagte er.

Für 133 Euro: Corona-Schnelltest liefert Ergebnis angeblich in zwölf Minuten

13:14 Uhr: Die Pharmaziekette Boots will in den kommenden Wochen in Großbritannien Corona-Schnelltests anbieten, deren Ergebnisse schon in zwölf Minuten vorliegen. Der Kunde bekommt nach Unternehmensangaben noch am selben Tag das Ergebnis des Abstrich-Tests mitgeteilt. Der Service wird in ausgewählten Geschäften erhältlich sein, wie das Unternehmen in London mitteilte.

Das neue Angebot sei für Menschen ohne Symptome geeignet, die zum Beispiel vor einer Reise zu Verwandten vorsichtshalber testen lassen wollten, ob sie selbst ansteckend sein könnten. Es sei aber derzeit nicht als Nachweis bei Flugreisen ausreichend, sagte ein Unternehmenssprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Der Service kostet 120 Pfund (etwa 133 Euro).

Weshalb Schleswig-Holsteiner weiterhin nach Dänemark einreisen dürfen

13:06 Uhr: Schleswig-Holsteiner dürfen vorerst weiterhin nach Dänemark einreisen, obwohl die Zahl der Neuinfektionen pro
100.000 Einwohner binnen sieben Tagen in dem Bundesland seit dem Wochenende über 30 liegt. Für Montag - Stand Mitternacht - weist das Robert-Koch-Institut zwar einen Inzidenzwert von 36,33 aus.

Dänemark zählt allerdings etwas anders, um ein Land als sogenanntes Quarantäneland mit entsprechenden Einreisebeschränkungen einzustufen. Ein Quarantäneland wird ein Land, wenn dort 14 Tage lang im Schnitt die Zahl der Fälle bei mehr als 30 pro 100.000 Einwohner pro Woche liegt.

Vergangenen Donnerstag hatten die Dänen Deutschland als ein solches Quarantäneland eingestuft - mit der Ausnahme Schleswig-Holsteins. Auf der Webseite des dänischen Gesundheitsinstituts SSI hieß es am Montag, die wöchentliche Zahl der Corona-Neuinfektionen liege für das Land Schleswig-Holstein bei 16,2 pro 100.000 Einwohner.

Corona-Welle drückt Stimmung in der deutschen Wirtschaft

12:31 Uhr: Die anschwellende Infektionswelle dämpft die Stimmung in der deutschen Wirtschaft und dürfte den Aufstieg aus dem Corona-Tal ausbremsen. Der Aufwärtstrend beim Ifo-Geschäftsklima als wichtigem Konjunkturindikator ist vorerst gestoppt.

Im Oktober fiel das Ifo-Geschäftsklima im Vergleich zum Vormonat um 0,5 Punkte auf 92,7 Punkte und damit stärker als erwartet. Analysten hatten mit einem Rückgang auf 93,0 Punkte gerechnet.

"Angesichts steigender Infektionszahlen nehmen die Sorgen der deutschen Wirtschaft zu", stellte Ifo-Präsident Clemens Fuest am Montag fest. "Die Unternehmen blicken deutlich skeptischer auf die Entwicklung in den kommenden Monaten."

Nach Einschätzung der Bundesbank wird die deutsche Wirtschaft im laufenden Vierteljahr ihre Erholung zwar fortsetzen, "dabei jedoch eine erheblich langsamere Gangart einlegen". Die Notenbank schreibt in ihrem ebenfalls am Montag veröffentlichten Monatsbericht Oktober: "Das Vorkrisenniveau dürfte auch zum Jahresende noch deutlich unterschritten werden."

Angela Merkel nennt die Corona-Lage "dramatisch"

12:14 Uhr: Angesichts der hohen Zahl an positiven Tests auf das Coronavirus werden die Warnungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel eindringlicher. Am Sonntag hatte die Regierungschefin den Fraktionschefs der CDU in den Bundesländern in einer Schalt-Konferenz ihre Sorge vor "sehr, sehr schweren Monaten" mitgeteilt, vor denen Deutschland stehe, und "Disziplin" aller Bürger eingefordert.

Am Montag berichtet die "Bild"-Zeitung nun von einer noch deutlicheren Wortwahl Merkels, die sich an jene des Bundesinnenministers Horst Seehofer anlehnte. Dieser hatte vor dem Wochenende angesichts der gemeldeten Infektionsfälle gesagt: "Das wird jetzt sehr sichtbar, dass wir in einer wirklich ernsten, dramatischen Lage sind."

Merkel bezeichnete in CDU-Gremien die Situation ebenfalls als "dramatisch" und "hochdynamisch". Der Anstieg der Infektionszahlen müsse dringend gestoppt werden. Deutschland könne demnach bald in eine "schwierige Lage" kommen, wenn es um Intensivbetten gehe.

Landkreis Rottal-Inn reagiert auf extremen Anstieg der Corona-Zahlen

11:55 Uhr: Angesichts extrem gestiegener Corona-Zahlen gelten im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn ab Dienstag um 0:00 Uhr strikte Ausgangsbeschränkungen. Das teilte am Montag ein Sprecher des Landratsamtes in Pfarrkirchen mit.

Am Sonntag lag der Schwellenwert in dem Kreis laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bei etwa 228 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

Neben dem Landkreis Berchtesgadener Land ist Rottal-Inn aktuell der zweite Landkreis in Bayern mit Ausgangsbeschränkungen. In anderen Bundesländern gibt es bisher keine vergleichbar strikten Ausgangsbeschränkungen.

Fauci stützt Trumps Ankündigung - Impfstoff in den USA schon im November

10:22 Uhr: In Russland sind mit Sputnik-V und EpiVacCorona bereits zwei Impfstoffe gegen eine Infektion mit dem Coronavirus zugelassen. Schon im November wollen die USA nachziehen. Das zumindest kündigte Anthony Fauci in der "Andrew Marr Show" in der BBC an.

Der führende Immunologe des Landes und Direktor des Nationalen Instituts für Allergie und Infektionskrankheiten untermauerte die Ankündigung Donald Trumps. Der US-Präsident hatte im Rahmen seines zweiten TV-Duells mit Herausforderer Joe Biden betont, es sei nur noch eine Frage von Wochen, wann in den USA ein einsatzfähiger Impfstoff zur Verfügung stehe.

Fauci sagte nun: "Ende November, Anfang Dezember werden wir Gewissheit über einen sicheren und wirkungsvollen Impfstoff haben." Anschließend aber sei das Problem zu lösen, diesen Impfstoff allen Menschen verfügbar zu machen, "die ihn so schnell als möglich brauchen". Dies werde Monate in Anspruch nehmen, fügte Fauci an.

Er verlieh aber seiner Hoffnung darüber Ausdruck, dass der Impfstoff in Verbindung mit dem Tragen von Schutzmasken und dem Beachten der Abstandsregeln das öffentliche Leben in den USA schon Mitte des Jahres 2021 zu einer "gewissen Form der Normalität" zurückführen könne.

Polizei-Gewerkschaft beklagt unnötige Einsätze: "Die Gesellschaft ist gereizt"

11:32 Uhr: Angesichts der sich zuspitzenden Corona-Lage hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) die Menschen zu mehr Eigenverantwortung aufgerufen. "Wir merken immer wieder, wie gereizt die Gesellschaft im Augenblick ist", sagte GdP-Vize Jörg Radek der "Rheinischen Post" vom Montag. "Bei der kleinsten Gereiztheit wird nach der Polizei gerufen."

Jeder Kneipenwirt könne selbst ein Verbot aussprechen, wenn sich ein Gast nicht an die Sperrstunde halte oder die Corona-Liste nicht korrekt ausfülle. Er müsse nicht sofort die Polizei benachrichtigen. "Ich vermisse hier mehr Eigenverantwortung", unterstrich Radek.

Dazu zähle auch, dass sich jeder an die Corona-Auflagen halte. Radek forderte zugleich von der Verwaltung, widerspruchsfreie Auflagen zu formulieren. Sonst werde die Arbeit der Polizei "unnötig erschwert".

An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

Lehrerverband verteilt für Corona-Management der Kultusminister die Note Fünf

11:05 Uhr: Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hat den Kultusministern der Bundesländer für ihr Corona-Management die Note Fünf gegeben. "Das Krisenmanagement der Kultusminister in der Coronakrise war in zahlreichen Fragen – von der Erstreaktion über die Vorbereitung des Schuljahres bis hin zu klaren praktikablen Hygieneschutzmaßnahmen – nicht ausreichend", sagte Meidinger den Zeitungen des Redaktionsnetzwerk Deutschland von Montag. "Das ist dann, so leid es mir tut, in einer Note ausgedrückt eine Fünf."

Meidinger verglich das Verhalten der Minister mit dem eines schlechten Schülers. "Die Kultusminister erinnern mich an einen Schüler, der zu spät angefangen hat zu lernen, sich dann panisch endlich hinsetzt – und, aus der Überforderung heraus, dann sagt: Augen zu und durch, Mut zur Lücke, es wird schon irgendwie reichen, um durchzukommen."

Der Lehrer-Präsident warf den Kultusministern vor, auch in der jetzigen Phase der Coronakrise mit stark steigenden Infektionszahlen anscheinend zu hoffen, "dass alles wie von selbst gut geht."

Neue Corona-Regeln: Tausende Schüler kehren aus den Herbstferien zurück

09:22 Uhr: Nach zwei Wochen Herbstferien kehren Schüler aus mehreren Bundesländern zurück in den Unterricht - teils mit neuen Corona-Auflagen. Wie diese aussehen:

  • Nordrhein-Westfalen: Jungen und Mädchen müssen nun etwa ab der fünften Klasse auch im Unterricht wieder eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Die Maskenpflicht soll zunächst bis zu den Weihnachtsferien am 22. Dezember gelten.
  • Rheinland-Pfalz: Stoßlüften und bei Corona-Warnstufe Rot Maske tragen. Warnstufe Rot bedeutet mindestens 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Dann soll die Maskenpflicht auch auf den Unterricht ausgeweitet werden.
  • Saarland: Maskenpflicht im Unterricht bereits für alle Schülerinnen und Schüler ab der zehnten Klasse für zwei Wochen verpflichtend.
  • Niedersachsen und Bremen: Zum Schulstart keine generelle Maskenpflicht im Unterricht. Das Kultusministerium empfiehlt diese allerdings Mädchen und Jungen ab der fünften Klasse, wenn ihre Schule in einem Corona-Hotspot liegt.
  • Berlin: In der Hauptstadt müssen Schüler der Oberstufe sowie aller Berufsschulen und Oberstufenzentren eine Maske im Unterricht tragen.
  • Brandenburg: Maskenpflicht in allen Bereichen der Schulen wie Fluren und Essenräumen, aber nicht im Unterricht und auf dem Pausenhof.
  • Sachsen-Anhalt: Unter anderem sind vorerst Klassenfahrten ins Ausland gestrichen, zudem muss in vielen Bereichen der Schulgebäude eine Maske getragen werden.

Monatelanger Lockdown endet: Menschen in Melbourne dürfen wieder raus

07:45 Uhr: Der Bundesstaat Victoria im Südosten Australiens hebt nach Monaten seinen strikten Corona-Lockdown auf. Ab Mittwoch dürften in der Hauptstadt Melbourne und den anderen Teilen der Region Geschäfte, Bars, Cafés und Restaurants wieder öffnen, teilte Regionalregierungschef Daniel Andrews mit. Auch dürfen die Bürger wieder uneingeschränkt ihre Häuser verlassen.

Die strengen Auflagen galten seit Anfang August. Jedoch dürfen sich die 4,9 Millionen Einwohner Victorias weiterhin nur maximal 25 Kilometer von ihren Häusern entfernen - diese Regel wird erst am 8. November aufgehoben. Am Montag hatte der Bundesstaat zum ersten Mal seit dem 9. Juni keine Neuinfektion registriert.

Die Zentralregierung in Canberra hatte die extrem strengen Regeln zuvor scharf kritisiert. So galt zwei Monate lang ein nächtliches Ausgehverbot. Erste Ende vergangener Woche hatten Hunderte Menschen in Melbourne gegen die Einschränkungen protestiert. Dabei kam es auch zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Lauterbach plädiert für Teil-Lockdown: "Das Fenster schließt sich"

06:57 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sprach sich in der "Passauer Neuen Presse" für einen "sehr kurzen, zeitlich eng begrenzen Teil-Lockdown" zur Eindämmung des Virus aus.

"Weniger Freunde treffen, weniger Restaurantbesuche, weniger ins Kino und zu Sportveranstaltungen gehen. Die Einhaltung von Abstand, Hygiene und das Tragen von Masken allein, ohne die Zahl der Kontakte zu begrenzen, reicht nicht mehr aus. Die Bürgerinnen und Bürger sollten auf größere Treffen und Feiern in ihren Wohnungen verzichten", sagte Lauterbach. "Zum jetzigen Zeitpunkt könnten wir den deutlichen Anstieg der Infektionszahlen noch eindämmen. Das Fenster schließt sich aber deutlich", sagte Lauterbach.

Habt weniger Kontakte - das predigt auch die SPD-Spitze. "Wir appellieren eindringlich an die Bevölkerung, Kontakte so weit wie möglich zu reduzieren und sich an die bekannten Hygienemaßnahmen zu halten", erklärten die Parteichefs Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans sowie Lauterbach in einem gemeinsamen Statement gegenüber dem RND.

Schulen, Kitas und Betriebe müssten offen bleiben. "Damit das gelingt, müssen auch hier die Kontakte so weit wie möglich begrenzt werden, in den Schulen durch reduzierte und entzerrte, digital gestützte Unterrichtsmodelle und im Beruf durch verstärktes Homeoffice."

Steigende Corona-Zahlen: Lauterbach hält erneuten Lockdown in wenigen Wochen für möglich

Düstere Zukunftsprognose des SPD-Gesundheitsexperten Lauterbach: Ohne eine strikte Beschränkung persönlicher Kontakte sei ein zweiter Lockdown kaum zu vermeiden - und mitunter schon in wenigen Wochen notwendig. (Vorschaubild: imago/Reiner Zensen)

Zahl der Neuinfektionen sinkt wieder in den vierstelligen Bereich ab

06:36 Uhr: In Deutschland sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) innerhalb eines Tages mehr als 8.600 neue Coronavirus-Infektionsfälle gemeldet worden. Wie das RKI am Montagmorgen unter Berufung auf die Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden am Vortag insgesamt 8.685 neue Fälle registriert.

Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen sank damit erstmals seit vier Tagen wieder unter die Schwelle von 10.000. Insgesamt wurden seit dem Beginn der Pandemie in Deutschland 437.866 Ansteckungsfälle erfasst.

Die Zahlen der Neuinfektionen in Deutschland liegen seit Tagen deutlich über den bisherigen Höchstständen vom Frühjahr. Allerdings sind die Zahlen schwer vergleichbar, da inzwischen deutlich mehr auf das neuartige Virus getestet wird als damals. Die Zahl der Tests aber ist seit Ende August bereits stabil.

Zudem liegen die Fallzahlen an Sonntagen und Montagen erfahrungsgemäß niedriger, weil an Wochenenden weniger getestet wird. Am Montag der Vorwoche (19. Oktober) hatte die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden bei 4.325 gelegen.

Die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus im Zusammenhang stehenden Todesfälle in Deutschland stieg mittlerweile auf 10.056, wie das RKI am Montag ebenfalls mitteilte. Dies sind 24 Verstorbene mehr als am Vortag. Die Zahl der Genesenen lag dem Institut zufolge bei etwa 321.600.

Slowakei zieht positives Zwischenfazit seiner Massentestung

05:47 Uhr: In der Slowakei ist am Sonntagabend die erste Phase einer beispiellosen Testung fast der gesamten slowakischen Bevölkerung auf das Coronavirus zu Ende gegangen.

Seit Freitag wurden unter der Regie des Verteidigungsministeriums in vier besonders stark betroffenen Bezirken an der Grenze zu Polen alle mehr als zehn Jahre alten Bewohner einem Antigen-Schnelltest unterzogen. An den beiden nächsten Wochenenden soll der Rest des Landes folgen - immerhin rund fünf Millionen Menschen. Die Regierung in Bratislava sieht dieses Projekt als Beispiel, dem auch andere Länder Europas folgen könnten.

Regierungschef Igor Matovic wertete die Pilotphase gegenüber dem TV-Sender TA3 als Erfolg. Schon in dieser ersten Phase seien "schätzungsweise an die 6.000 potenziellen Verbreiter des Virus entdeckt worden, die unter normalen Umständen gar nicht hätten auffallen können", erklärte Matovic.

Infektionsketten nachvollziehen: So kann ein Kontakt-Tagebuch helfen

Um Infektionsketten besser nachzuvollziehen zu können, könnte ein Kontakt-Tagebuch helfen - auch Epidemiologe Hajo Zeeb rät dazu, so ein Tagebuch zu führen.

Japans Kinder lassen sich bei ihren Eltern durch Roboter ersetzen

05:35 Uhr: Kleine Roboter erfreuen sich in Japan während der Corona-Pandemie wachsender Nachfrage als Ersatz für zwischenmenschlichen Kontakt. So kauften immer mehr Japaner für ihre oft weit entfernt in der Provinz lebenden Eltern, die sie aus Sorge vor einem Ansteckungsrisiko derzeit nicht besuchen könnten, mechanisches Spielzeug wie Sonys Roboterhund Aibo, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Montag.

Dank der Spielzeuge könnten sie sicherstellen, dass die Eltern wohlauf seien. So hatte Sony die neueste Version von Aibo so konzipiert, dass der Roboterhund im Haushalt auf Patrouille gehen kann. Besitzer können Bereiche im Haus festlegen, auf die Aibo zu bestimmten Zeiten aufpassen soll.

Roboter wie dieser hätten in Corona-Zeiten auch eine gewisse "heilende" Funktion, so Kyodo. So nimmt Aibo ein Lächeln oder lobende Worte und dank Sensoren auch Streicheln an Kopf oder Rücken wahr. Zudem kann der Mini-Roboter dank künstlicher Intelligenz sein Verhalten an die Reaktionen der Menschen anpassen.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.
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