Friedrich Merz zählt zu den schärfsten Kritikern von Angela Merkel. Doch nun stellt sich der Bewerber um den CDU-Vorsitz hinter den Kurs der Kanzlerin und ihrer Koalition und lobt das Krisenmanagement der Bundesregierung. Er selbst habe die Coronavirus-Infektion mittlerweile überstanden.

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Nach seiner überstandenen Coronavirus-Infektion hat sich der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz demonstrativ hinter die Arbeit der Bundesregierung gestellt. "Es gab ja eine sehr schwierige Phase vor der Krise. Es gab sehr schlechte Wahlergebnisse", sagte der 64-jährige Kandidat für den CDU-Parteivorsitz am Dienstag in der RTL-Sendung "Guten Morgen Deutschland". Aber das sei jetzt vorbei: "In der Krise muss die Bevölkerung hinter der Regierung stehen. Und das gilt für mich auch."

"Als Bürger dieses Landes kann man trotz Krise gut schlafen"

Demonstrativ stellt sich Merz hinter die Position von Bundeskanzlerin Angela Merkel, wonach eine rasche Rückkehr zur Normalität in Deutschland nicht möglich sei. Nach Einschätzung der Mediziner stehe die Welle der Infektionen noch bevor. "Das heißt, wir werden noch sehr lange mit Schutzmaßnahmen leben müssen, und dann kann man sich nur ganz langsam zurückwagen in den Alltag."

Daher halte er es auch für richtig, wenn die Kanzlerin sage, es werde noch länger dauern, bis die gegenwärtigen Einschränkungen gelockert werden könnten. Er selbst gehe davon aus, dass frühestens am 20. April entsprechende Schritte zur Öffnung möglich seien.

Merz lobt Arbeit der Bundesregierung "in ihrer ganzen Breite"

Mit Blick auf die Wirtschaft sei zunächst das Wichtigste, dafür zu sorgen, dass gesunde Unternehmen in der Krise nicht insolvent gingen - und das tue die Regierung aktuell. "Ich finde, dass die Bundesregierung in ihrer ganzen Breite die Arbeit im Augenblick wirklich gut macht. Als Staatsbürger dieses Landes kann man trotz der Krise gut schlafen", urteilte Merz. Noch im Herbst hatte er das Erscheinungsbild der Bundesregierung als "grottenschlecht" bezeichnet.

Zugleich forderte Merz weitere Maßnahmen zur Stützung der Wirtschaft. Nach der akuten Krise müsse "die Eigenkapitalbasis der Unternehmen" gestärkt werden und die mittelständischen Firmen brauchten Nachfrage. "Insofern wird da ein ganzes Maßnahmenbündel notwendig werden", sagte der frühere Unionsfraktionschef voraus.

Bereits am Sonntag hatte Merz das Krisenmanagement in Deutschland in einem Interview mit der "Westfalenpost" gelobt. "Ich finde, dass die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten ihre Sache gut machen", sagte Merz und lobte damit auch indirekt seinen Kontrahenten im Rennen um den CDU-Vorsitz, Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.

Auf die Frage, ob die Kanzlerin nicht zu spät auf die Corona-Pandemie reagiert habe, sagte Merz: "Frau Merkel gehört zu den Politikern, die erst nachdenken und dann reden, und das ist mir gerade in einer solchen Situation sympathischer als umgekehrt."

Merz geht nach Corona-Infektion wieder joggen

Merz selbst ist nach einer Coronavirus-Infektion wieder vollständig genesen. Seit gut einer Woche sei er wieder gesund, sagte Merz bei "Guten Morgen Deutschland". "Ich hab' das Gefühl, ich hab's hinter mir". Wie zum Beweis postete er am Montag ein Foto auf seinem Instagram-Account, das ihn nach einer Joggingrunde im Wald zeigt.

Er habe eine leichte bis mittelschwere Grippe gehabt, mit Symptomen, wie er sie bisher nicht gekannt habe, berichtete Merz. "Es hat länger gedauert als eine normale Grippe." Zum Schluss habe ihn noch "ein lästiger Schnupfen" geplagt.

Mitte März wurde er positiv auf das Coronavirus getestet. Danach hatte er sich mit seiner Ehefrau und seiner jüngsten Tochter in seinem Haus in Arnsberg im Sauerland in Quarantäne begeben. Er zeigte sich erleichtert, dass er von den 80 Menschen, die er als Kontaktpersonen an die Gesundheitsbehörden melden musste, offenbar niemanden angesteckt habe. Auch seine Familie sei gesund geblieben, einschließlich seiner Eltern, die er in der Inkubationszeit noch gesehen habe. (jwo/dpa/afp)

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