Weil Millionen Menschen wegen der Coronakrise nicht mehr täglich zur Arbeit fahren, gehen die Fahrgastzahlen der Bahn zurück. Mit einem neuen und flexibleren Ticket will das Verkehrsunternehmen wieder mehr Kunden für sich gewinnen.

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Nach den drastischen Einbrüchen der Fahrgastzahlen in der Coronakrise will die Deutsche Bahn die Nachfrage mit einem neuen Pendler-Ticket ankurbeln. Dieses solle für 20 Fahrten und eine ausgewählte Strecke gelten, berichtete die "Wirtschaftswoche" laut Vorabmeldung vom Freitag unter Berufung auf Angaben der Bahn.

"Das 20-Fahrten-Ticket ist bis zu 33 Prozent günstiger als die vergleichbare Monatskarte auf der gleichen Strecke", heißt es demnach bei der Bahn.

Mit dem Ticket wolle der Konzern jenen entgegen kommen, die "nicht mehr jeden Tag zu ihrem Arbeitsplatz" fahren, sondern einen oder zwei Tage pro Woche von zu Hause aus arbeiten. "Diese Kunden brauchen Flexibilität, und die bieten wir mit dem 20-Fahrten-Ticket.

Experten erwarten dauerhaften Rückgang des Pendlerverkehrs

Die Corona-Pandemie hat Millionen Menschen ins Homeoffice gedrängt. Nach Ansicht von Experten, könnte es gut sein, dass davon etwas bleibt. Im Auftrag des Bundesumweltministeriums haben das Wuppertal Institut und die Unternehmensberatung EY Daten gesammelt, um die Auswirkungen der Pandemie auf den Umwelt- und Klimaschutz zu untersuchen.

"Es erscheint unserer Ansicht nach realistisch, dass dauerhaft zehn Prozent aller Pendlerverkehre durch eine Ausweitung des Homeoffice und dreißig Prozent aller Geschäftsreisen durch virtuelle Meetings ersetzt werden können", heißt es in der Zwischenbilanz. "Insgesamt würde dies zu einer Reduktion der Personenverkehre um acht Prozent führen."

Bahn rechnet mit schneller Erholung beim Fernverkehr

Trotz dieser Prognose erwartet die Bahn, zumindest im Fernverkehr, eine schnellere Erholung, als bislang angenommen. "Wir glauben, dass die Nachfrage bei den Privatkunden schneller wieder zurückkommt, als wir mitten in der Corona-Pandemie noch befürchtet haben", sagte Fernverkehrschef Michael Peterson der "Wirtschaftswoche".

Bislang ging das Unternehmen davon aus, bis Herbst dieses Jahres ein Nachfrageniveau von etwa 70 bis 80 Prozent in der zweiten Klasse zu erreichen. (afp/dpa/thp)