• 17:42 Uhr: Etliche Sicherheitskräfte Trumps infizierten sich auf Wahlkampf-Tour
  • 15:30 Uhr: Regierung will Nebenwirkungen einer Corona-Impfung mit App erfassen
  • 12:23 Uhr: Umfrage: Fast die Hälfte zweifelt an Wirksamkeit des Teil-Lockdowns

Top-News: Etliche Sicherheitskräfte Trumps infizierten sich auf Wahlkampf-Tour

Das Coronavirus hat einen größeren Teil der Sicherheitskräfte des US-Präsidenten außer Gefecht gesetzt. Trotz Corona-Pandemie war Donald Trump im Wahlkampf durch die Vereinigten Staaten getourt, im Endspurt mit fünf öffentlichen Auftritten täglich. 130 Mitarbeiter des Secret Service, die Trumps Reisen absichern, infizierten sich dabei mit dem Virus oder mussten in Quarantäne, weil sie in Kontakt mit angesteckten Mitarbeitern standen. Das berichtet die "Washington Post" am Freitag.

Demnach sei etwa jeder zehnte Mitarbeiter des Kernteams der Sicherheitsbehörde betroffen gewesen, etliche Kollegen hätten deswegen Überstunden leisten müssen. Angesteckt hätten sich die Mitarbeiter nicht nur während Trumps Wahlkampf-Veranstaltungen, sondern auch im Weißen Haus selbst. Die Mitarbeiter der US-Regierung verzichteten weitgehend auf das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes – entgegen offizieller Empfehlung der US-Gesundheitsbehörden.

Anfang Oktober war Trump nach einer Infektion mit dem Coronavirus im Krankenhaus behandelt worden. Anschließend verkündete er, er sei nun immun. Nach Bekanntwerden von Trumps Infektion waren mehrere Menschen aus seinem Umfeld ebenfalls positiv auf das Virus getestet worden.

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Hygiene schützt: Die wichtigsten Regeln in der Corona-Zeit

Abstand halten, Hände waschen, Maske richtig verwenden - Hygiene ist das beste Mittel in der Coronakrise. Auch vor Erkältungs- und Grippeviren vermag sie uns zu schützen. Welche Regeln zum Alltag gehören und bei welchen Symptomen Sie lieber zu Hause bleiben sollten.

Alle weiteren Corona-Meldungen des Tages im Überblick:

Niederlande verbietet wegen Coronakrise Silvesterfeuerwerk

16:23 Uhr: In den Niederlanden wird diesmal alles Silvesterfeuerwerk verboten. Damit soll verhindert werden, dass die wegen der Coronakrise stark beanspruchten medizinischen Notdienste sich auch noch um Verletzungen durch Feuerwerkskörper kümmern müssen.

Die Branche werde mit insgesamt rund 40 Millionen Euro entschädigt, teilte die zuständige Staatssekretärin Stientje van Veldhoven am Freitag mit. Die Mittel sollen Händlern zugute kommen, die sich schon mit Raketen und anderen Feuerwerkskörpern eingedeckt haben, berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP.

Neuer Höchststand: 23.542 Corona-Fälle in 24 Stunden gemeldet

16:13 Uhr: In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 23.542 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Damit ist am Freitag ein neuer Höchststand erreicht worden, wie aus den Angaben des RKI vom Morgen hervorgeht. Am vergangenen Samstag war mit 23.399 verzeichneten Fällen der bisherige Spitzenwert erreicht worden. Im Vergleich zum Donnerstag stieg die Zahl der neu gemeldeten Fälle am Freitag um knapp 1700.

Am Freitag und Samstag gibt es in der Regel besonders hohe Zahlen. Am Sonntag und Montag sind sie hingegen recht niedrig - unter anderem, weil am Wochenende weniger getestet wird. Experten gehen davon aus, dass die Zahl der Neuinfektionen insgesamt zwar weiter steigt, aber nicht mehr so schnell. Dass die wöchentlichen Sprünge kleiner werden, zeigt sich auch diesmal: Am Freitag der Vorwoche betrug die Zahl 21.506, eine Woche zuvor waren es 18.681.

Umfrage: Fast die Hälfte zweifelt an Wirksamkeit des Teil-Lockdowns

15:36 Uhr: Nur eine knappe Mehrheit der Deutschen geht laut einer Umfrage davon aus, dass der Teil-Lockdown im November den Anstieg der Corona-Infektionszahlen wirksam begrenzt. 55 Prozent der Befragten glauben daran, 43 Prozent nicht, wie aus dem am Freitag veröffentlichten ZDF-"Politbarometer" hervorgeht.

Die derzeit geltenden Einschränkungen finden 58 Prozent der Befragten gerade richtig. 26 Prozent sind für noch weitergehende Maßnahmen, 14 Prozent halten sie für übertrieben.

Nur zehn Prozent der 1.347 Befragten gaben an, von der Coronakrise persönlich überhaupt nicht belastet zu sein. Der Rest gab an, "nicht so stark" (43 Prozent), "stark" (35 Prozent) oder "sehr stark" (12 Prozent) belastet zu sein.

Finanzielle Sorgen spielen dabei offenbar nicht die Hauptrolle: Lediglich bei 8 Prozent hat sich die wirtschaftliche Situation "sehr stark" oder "stark" verschlechtert, bei 19 Prozent "nicht so stark", 72 Prozent beklagen überhaupt keine finanziellen Beeinträchtigungen.

Die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen fanden 86 Prozent der Befragten nicht gut, 12 Prozent befürworten sie. Am geringsten war die Unterstützung bei Anhängern von CDU/CSU (5 Prozent), SPD (7) und Grünen (3) - gut fanden die Proteste 15 Prozent der Linke-Anhänger, 18 Prozent der FDP-Anhänger sowie 54 Prozent der AfD-Anhänger.

Die Umfrage zum Politbarometer wurde von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 10. bis 12. Oktober 2020 bei 1.347 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland.

Regierung will Nebenwirkungen einer Corona-Impfung mit App erfassen

15:30 Uhr: Die Bundesregierung plant, Nebenwirkungen eines möglichen Impfstoffs gegen COVID-19 mithilfe einer App zu erfassen. Die App werde Teil der vom Bundesgesundheitsministerium veröffentlichten Nationalen Impfstrategie sein, erklärte eine Sprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) in Langen und bestätigte damit einen Bericht des "Tagesspiegel".

Weitere Angaben könne sie derzeit nicht machen. Das PEI ist als Bundesbehörde unter anderem für die Zulassung von Impfstoffen und deren Sicherheit zuständig.

Nach Informationen des "Tagesspiegels" handelt es sich dabei um eine Anwendung, in deren Rahmen bereits geimpfte Personen in Echtzeit mögliche Symptome an die zuständigen Behörden übermitteln können. "Die Anwendung soll uns dabei helfen, mögliche Probleme in einer Langzeitanalyse zentral zu erfassen und auszuwerten", sagte Reinhold Schmidt, Leiter des wissenschaftlichen Beirats des PEI, der Zeitung.

Experten erwarten Anfang kommenden Jahres die vorläufige Zulassung eines ersten Impfstoffs gegen das Coronavirus in Europa und den USA, nachdem das Mainzer Unternehmen Biontech und der US-Pharmakonzern Pfizer von einem hohen Wirkungsgrad des von ihnen gemeinsam entwickelten Impfstoffes berichtet hatten. Mit der App sollen weitere Daten gewonnen werden, um festzustellen, wie verträglich der Impfstoff wirklich ist, wie lange seine Wirksamkeit anhält und ob es Langzeit-Nebenwirkungen gibt.

Die mit der App erhobenen Daten könnten dann in einem zweiten Schritt einer finalen Bewertung des PEI und der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) zugrunde gelegt werden, die darüber entscheidet, ob ein Präparat eine generelle Zulassung erhält, erklärte Schmidt weiter.

Schweden wieder mit deutlich höchsten Corona-Zahlen in Skandinavien

14:48 Uhr: Das in der Coronakrise mit recht freizügigen Maßnahmen vorgehende Schweden verzeichnet mittlerweile wieder die mit Abstand höchsten Neuinfektionszahlen in Nordeuropa. Wie am Freitag aus den Vergleichswerten der EU-Gesundheitsbehörde ECDC hervorging, lag die Zahl der bestätigten Corona-Fälle in Schweden in den vergangenen 14 Tagen bei knapp 485 pro 100.000 Einwohner. Das sind auf die Bevölkerung heruntergerechnet neunmal so viele Fälle wie in Finnland (54) und auch deutlich mehr als in Island (124), Norwegen (140) und Dänemark (257).

G20 bereiten Schuldenerleichterung für arme Länder vor

14:33 Uhr: Die Finanzminister der G20-Staaten haben sich auf erste Schritte zu Schuldenerleichterungen für arme Länder in der Coronakrise verständigt. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) erklärte am Freitag in Berlin, dies sei ein "starkes Signal internationaler Solidarität".

Damit sei die Grundlage für "weitreichende Schuldenerleichterungen" geschaffen. Der Beschluss fiel bei einem virtuellen Treffen der Finanzminister der G20, eines Kreises von Industrie- und Schwellenländern.

ECDC: Mehr als zehn Millionen Corona-Infektionen in Europa

13:43 Uhr: Die Anzahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in der EU und ihren wichtigsten europäischen Partnerstaaten hat sich innerhalb von nur dreieinhalb Wochen auf mehr als zehn Millionen verdoppelt. Bis zum Freitag wurden im Europäischen Wirtschaftsraum einschließlich Großbritannien insgesamt 10.124.110 Fälle gemeldet, wie aus einer täglich aktualisierten Übersicht des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hervorgeht. Das sind knapp 242.000 mehr als am Vortag. Erst am 20. Oktober war die Marke von fünf Millionen nachgewiesenen Infektionen überschritten worden.

Die meisten Infektionen sind der Übersicht zufolge mittlerweile in Frankreich (1.898.710) registriert worden. Auch Spanien (1.437.220), Großbritannien (1.290.195) und Italien (1.066.401) kommen auf siebenstellige Werte. Deutschland folgt mit mehr als 750.000 Fällen auf Rang fünf. In der gesamten Region hat es bislang rund 258.000 Todesfälle in Verbindung mit COVID-19-Erkrankungen gegeben.

Zum Wirtschaftsraum zählen neben den 27 EU-Staaten auch Norwegen, Island und Liechtenstein. Das ECDC schließt auch das frühere EU-Mitglied Großbritannien mit ein. Dafür wird die Schweiz mit ihren bislang rund 250.000 bestätigten Corona-Fällen nicht einbezogen.

Deutlich höher sind die europäischen Corona-Zahlen beim WHO-Regionalbüro Europa, das insgesamt 53 Länder zur europäischen Region zählt. Die Zahl der bestätigten Infektionen lag bei der WHO für die Region am Freitag bei knapp 14,2 Millionen, die Todeszahl bei fast 330.000.

Bundesregierung will Einschränkungen wegen Corona nicht lockern

13:20 Uhr: Nach der Halbzeit des Teil-Lockdowns zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Deutschland will die Bundesregierung an den Einschränkungen absehbar festhalten. "Für die Bundesregierung kann ich sagen, dass bei diesem Stand der Dinge für Montag jedenfalls keine Lockerungen von Einschränkungen zu erwarten sind", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin.

"Die kann es noch nicht geben." An diesem Montag beraten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten über die seit Anfang vergangener Woche geltenden Einschränkungen. Bereits bislang war geplant, dass diese den ganzen November über aufrecht erhalten bleiben. Mit den Worten Seiberts bleibt nun zunächst weiter unklar, ob weitere Maßnahmen für nötig gehalten werden und wie es danach weitergeht.

Seibert wies darauf hin, dass sich weiter immer mehr Menschen mit dem Virus anstecken. "Der Anstieg der Zahlen hat sich abgeflacht, aber sie steigen eben immer noch an."

Er sagte, es müsse abgewartet werden, wie die Maßnahmen wirken. "Jeder Tag zählt." Es sei zu früh für ein abschließendes Urteil. Mit Lockerungen würde das Land steigende Infektionszahlen riskieren, sagte Seibert.

Das Ziel sei die Annäherung an eine Sieben-Tage-Inzidenz von 50. Diese Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche liegt seit Tagen deutlich über 130. Erst bei der Größenordnung um die 50 sei es aber wieder möglich, dass die Gesundheitsämter einzelne Kontakte von Infizierten nachvollziehen könnten, sagte Seibert.

Bundesregierung stuft Schweden und Kanada als Risikogebiete ein

13:02 Uhr: Wegen steigender Infektionszahlen hat die Bundesregierung ganz Schweden und ganz Kanada ab Sonntag als Corona-Risikogebiete eingestuft. Zudem wurden am Freitag Regionen in Griechenland, Großbritannien, Norwegen, Lettland, Estland und ein französisches Überseegebiet auf die vom Robert-Koch-Institut geführte Risikoliste gesetzt.

Eine Region in Finnland wurde dagegen wieder gestrichen. Das skandinavische Land ist damit das einzige in Europa ohne Risikogebiet.

Die Einstufung als Risikogebiet und die damit automatisch verbundenen Reisewarnungen des Auswärtigen Amts bedeuten zwar kein Reiseverbot, sollen aber eine möglichst große abschreckende Wirkung auf Touristen haben. Das Gute für Urlauber: Sie können bereits gebuchte Reisen stornieren, wenn ihr Ziel zum Risikogebiet erklärt wird.

Das Schlechte: Rückkehrer aus den Risikogebieten müssen derzeit bis zu zehn Tage in Quarantäne, können sich aber durch einen negativen Test ab dem fünften Tag nach Einreise davon vorzeitig befreien lassen.

Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt, wenn ein Land oder eine Region den Grenzwert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschreiten. Auch ein Großteil Deutschlands ist nach diesen Kriterien Risikogebiet.

Gericht: Maskenpflicht im Freien in Tschechien unzureichend begründet

12:44 Uhr: Ein Gericht hat die allgemeine Maskenpflicht in Tschechien in allen Innenräumen und im Freien für unzureichend begründet erklärt. Der Gesetzgeber erhalte bis zum 21. November Zeit, die Verordnung nachzubessern, teilte eine Sprecherin des Stadtgerichts in Prag am Freitag mit. Andernfalls werde die Regelung nichtig.

Man wolle die Gefahren des Coronavirus keinesfalls verharmlosen, betonten die Richter. Im Text der Verordnung fehlten indes "konkrete, verständliche und mit Fakten untermauerte Überlegungen", welchen Nutzen die Verschärfung bringe. Die Maskenpflicht im Freien innerhalb bebauter Ortschaften und in allen Innenräumen war am 21. Oktober in Kraft getreten.

Derweil verzeichneten die tschechischen Behörden neue 7.874 Corona-Fälle innerhalb von 24 Stunden. Seit Beginn der Pandemie starben 5.755 Menschen in Verbindung mit einer COVID-19-Erkrankung.

Tschechien liegt laut der EU-Gesundheitsagentur ECDC mit statistisch gesehen 1.331,4 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von 14 Tagen EU-weit an der Spitze. Das Land hat knapp 10,7 Millionen Einwohner.

Stau-Sorge: Briten wollen Corona-Impfstoff notfalls einfliegen lassen

11:43 Uhr: Aus Sorge vor Verzögerungen durch Brexit-Staus will Großbritannien den möglichen Corona-Impfstoff notfalls einfliegen lassen. "Wir haben einen Plan für den Impfstoff, der in Belgien produziert wird", sagte Gesundheitsminister Matt Hancock am Donnerstagabend dem Sender BBC.

Zum Jahreswechsel, wenn die Brexit-Übergangsphase endet, werden an den britischen Grenzen lange Staus erwartet. "Wenn nötig, können wir den Impfstoff einfliegen lassen, um diese Probleme zu vermeiden", so Hancock.

Wie der Rest der Welt setzt das schwer von der Corona-Pandemie getroffene Großbritannien große Hoffnungen auf den vielversprechenden Corona-Impfstoff-Kandidaten der Unternehmen Biontech und Pfizer. Wirtschaftsminister Alok Sharma war zuvor am Donnerstag auf einer Pressekonferenz Fragen ausgewichen, ob die erwarteten Staus an den Grenzen für Verzögerungen beim Impfstoff sorgen könnten.

Großbritannien hat die Europäische Union zwar schon Ende Januar verlassen, befindet sich bis zum Ende des Jahres aber noch in einer Übergangsphase, in der weitgehend die gleichen Regeln gelten wie zuvor. Zum Jahreswechsel verliert das Land den freien Zugang zum EU-Binnenmarkt und zur Zollunion.

Derzeit ringen London und Brüssel noch um einen Handelspakt. Doch selbst wenn ein solches Abkommen noch zustande kommt, werden neue Kontrollen und Abwicklungsprozesse an der Grenze nötig, die die Abläufe erheblich verzögern werden.

Spahn verteidigt Teil-Shutdown - Lindner fordert Alternativen

10:31 Uhr: Ein besonderer Schutz für Corona-Risikogruppen kann nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nicht den derzeit geltenden Teil-Shutdown ersetzen. "Das ist keine Alternative, die Risikogruppen zu schützen oder jetzt die Zahlen im November runterzubringen - beides muss passieren", sagte Spahn am Freitagmorgen im ARD-"Morgenmagazin".

FDP-Chef Christian Lindner hatte zuvor ebenfalls im "Morgenmagazin" erneut den Teil-Shutdown kritisiert. Auch in der Sendung "Frühstart" der Fernsehsender RTL und ntv schlug er alternative Maßnahmen vor. Man könne zum Beispiel besonders wirksame FFP2-Masken in Apotheken kostenlos an Ältere und Vorerkrankte verteilen lassen.

Lindner zweifelte zudem daran, dass die Schließung gastronomischer Betriebe sinnvoll sei. "Das hat keinen Effekt auf die Pandemie, zumindest keinen größeren Effekt auf die Pandemie im Verhältnis zu dem Schaden, der entsteht", sagte er in der ARD. Zu den Bereichen, in denen es kein Infektionsgeschehen gegeben habe, gehöre auch die Gastronomie, "wo auf Hygiene und Abstand geachtet werden kann".

Einer Studie von Forschern der US-Universität Stanford zufolge passiert ein Großteil der Coronavirus-Infektionen hingegen wahrscheinlich auch in Restaurants und Cafés. Die Forscher kamen allerdings auch zu dem Ergebnis, dass die Infektionen dort deutlich gesenkt werden könnten, wenn Restaurants nicht voll ausgelastet würden.

Mit Blick auf die seit Anfang November geltenden Beschränkungen sagte Gesundheitsminister Spahn, es sei noch zu früh, die Auswirkungen zu bewerten. "Wir sehen in den Zahlen, das Maßnahmen zeitverzögert wirken. Und jetzt sind gerade einmal zehn Tage her, seitdem die neuen Maßnahmen in Kraft getreten sind."

Die Ausbreitung des Virus steigere sich zwar weniger stark. "Aber wir müssen runter. Da sind wir eben noch nicht, wo wir hinmüssen."

Corona-Rekord in den USA: Über 150.000 Neuinfektionen an einem Tag

09:43 Uhr: Die USA haben einen weiteren Höchststand an Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Am Donnerstag wurden 153.496 Fälle registriert, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) vom Freitag hervorgeht.

Das sind rund 10.000 mehr als noch am Vortag. Damit verzeichneten die USA die höchste Fallzahl für Ansteckungen mit dem Virus binnen 24 Stunden seit Beginn der Pandemie.

Insgesamt wurden nach JHU-Angaben in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie rund 10,5 Millionen Coronavirus-Infektionen bestätigt. Etwa 242.400 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus - mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden Zahlen - auch die der Neuinfektionen binnen 24 Stunden - zuletzt auch nachträglich korrigiert.

Unions-Wirtschaftsflügel gegen weitere Umsatzausgleichszahlungen

08:26 Uhr: Der Chef des Unions-Wirtschaftsflügels hat sich dagegen ausgesprochen, Umsatzausfälle der vom Teil-Shutdown betroffenen Betriebe auch nach dem November noch auszugleichen. "Wir können im Dezember nicht nochmal 70 bis 75 Prozent Umsatzausfall übernehmen", sagte der Vorsitzende der CDU/CSU-Mittelstandsvereinigung, Carsten Linnemann, am Freitagmorgen im Deutschlandfunk.

"Wir müssen wieder zurückkommen, dass wir Kosten erstatten." Gerade bei Solo-Selbstständigen gehe es da auch um die Lebenshaltungskosten.

Bund und Länder hatten Zuschüsse von insgesamt rund 10 Milliarden Euro angekündigt für Betriebe, die vom coronabedingten Teil-Shutdown im November besonders betroffen sind, etwa Gastronomie- und Kultureinrichtungen. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte zuletzt eine weitere Aufstockung der dafür vorgesehenen Mittel angekündigt.

Am Donnerstag hatte sich SPD-Chef Norbert Walter-Borjans für weitere finanzielle Hilfen ausgesprochen für den Fall, dass die Beschränkungen in den Dezember hinein verlängert werden. "Wir haben jetzt in die Kasse gegriffen, und wenn man dieselben Auflagen wieder weiterführen würde, dann müssen wir natürlich dafür auch einspringen", hatte Walter-Borjans gesagt.

Neuer Höchststand: 23.542 Corona-Fälle binnen 24 Stunden gemeldet

06:34 Uhr: In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert-Koch-Institut (RKI) 23.542 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Damit ist am Freitag ein neuer Höchststand erreicht worden, wie aus den Angaben des RKI vom Donnerstagmorgen hervorgeht.

Am vergangenen Samstag war mit 23.399 verzeichneten Fällen der bisherige Spitzenwert erreicht worden. Im Vergleich zum Donnerstag stieg die Zahl der gemeldeten Fälle am Freitag um knapp 1.700.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 751.095 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2 in Deutschland. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Freitag um 218 auf insgesamt 12.200. Am Donnerstag hatte diese Steigerung 215 Fälle betragen. Das RKI schätzt, dass rund 481.700 der registrierten Infizierten inzwischen genesen sind.

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,93 (Vortag: 0,89). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch etwa 93 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Corona-Neuinfektionen in Pakistan: Höchster Wert seit Monaten

06:20 Uhr: In Pakistan sind innerhalb eines Tages mehr als 2.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Die 2.304 Fälle sind der höchste Wert seit mehr als vier Monaten, wie die Regierung am Freitag bekannt gab.

Um die Ausbreitung des Krankheitserregers weiter einzuschränken, hatte die Regierung des südasiatischen Landes einige Viertel der Hauptstadt Islamabad erneut abgeriegelt und vereinzelt Bildungseinrichtungen geschlossen.

Bislang sind in Pakistan mehr als 352.000 Coronavirus-Infektionen und über 7.000 damit zusammenhängende Todesfälle nachgewiesen worden. Gut 4,8 Millionen der rund 220 Millionen Landesbewohner wurden getestet. Die Dunkelziffer bei den Infektionen könnte deutlich höher liegen.

Kritik an Spahn wegen Äußerungen zu infiziertem Gesundheitspersonal

05:30 Uhr: Unmittelbar vor der Präsentation aktueller Regierungspläne gegen den Pflegenotstand hat Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit Äußerungen zum Einsatz Corona-infizierter Pfleger Kritik auf sich gezogen.

"Corona-Infizierte weiterarbeiten zu lassen, ist der politische Offenbarungseid. Der Geist der Konzertierten Aktion wäre tot", sagte der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Spahn, Familienministerin Franziska Giffey und Arbeitsminister Hubertus Heil (beide SPD) wollen den Zwischenbericht zur Konzertierten Aktion Pflege an diesem Freitag in Berlin präsentieren.

Zum Abschluss des Deutschen Pflegetags hatte sich Spahn am Donnerstag zu möglichen Einsätzen von Beschäftigten des Gesundheitswesens in Kliniken oder Pflegeheimen geäußert, die sich mit dem Coronavirus angesteckt haben. Der beste Weg sei, dass ein Infizierter und die Menschen, die mit ihm in Kontakt standen, in Quarantäne bleiben, sagte Spahn.

"Wenn (...) wegen Isolation und Quarantänemaßnahmen so viele dann gar nicht mehr da sind, im Krankenhaus, in der Arztpraxis, in der Pflegeeinrichtung, dass die Versorgung zusammenbricht, muss man schauen, was ist neben der bestmöglichen Lösung die zweitbeste." Dann könne es nötig sein, dass die Kontaktpersonen mit täglichen Tests und FFP2-Masken weiter arbeiten.

Die "Rückfallrückfallposition" sei aber, "die positiv Getesteten mit ganz besonderen Schutzvorkehrungen auch arbeiten zu lassen". Nach Medienberichten kam dies bereits vereinzelt in Deutschland vor.

Mützenich: Alle Minister müssen bei Corona-Hilfen mitziehen

04:30 Uhr: SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich hat eine bessere Zusammenarbeit der Bundesregierung bei Hilfen zur Abfederung der Coronakrise gefordert. Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) habe den finanziellen Spielraum für solche Hilfen geschaffen.

"Der Finanzminister kann aber nur dann erfolgreich sein, wenn auch alle anderen Minister nicht nur öffentliche Ankündigungen machen, sondern durch belastbare Maßnahmen die Hindernisse aus dem Weg räumen, damit etwa die Novemberhilfen zügig bei den Betroffenen ankommen", sagte Mützenich der Deutschen Presse-Agentur. Staatliches Handeln müsse sich auch in Verlässlichkeit ausdrücken.

Am Donnerstag war bekanntgeworden, dass Firmen im Teil-Lockdown zunächst eine Abschlagszahlung für die geplanten Novemberhilfen erhalten sollen. Das Verfahren für die regulären Auszahlungen sei noch nicht bereit, teilten Wirtschafts- und Finanzministerium mit.

Mützenich betonte, der Weg zur Erholung von der Coronakrise bleibe steinig, besonders für die Menschen und Unternehmen, die von den neuen Einschränkungen betroffen seien. Zugleich aber zeigten Konjunkturprognose und Steuerschätzung, dass Deutschland die Pandemie wirtschaftlich bisher gut meistere.

Im kommenden Jahr werde das verfügbare Einkommen vieler Menschen durch den Abbau des Solidaritätszuschlags und Steuerentlastungen für Familien deutlich steigen. "Das schafft Konstanz für die Binnennachfrage und Zuversicht für das neue Jahr", sagte Mützenich.

Wegen Corona: Verbände warnen vor Generation der Nichtschwimmer

04:20 Uhr: Aufgrund der Corona-Pandemie fallen Tausende Anfänger-Schwimmkurse für Kinder aus, auch der schulische Schwimmunterricht ist vielerorts zum Erliegen gekommen. "Die Schwimmfertigkeit in Deutschland nimmt noch mal einen heftigen Knick nach unten, das ist eine dramatische Entwicklung", sagte der Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Achim Wiese, der Deutsche Presse-Agentur.

"Schon jetzt können nur 41 Prozent der Kinder, die die Grundschule verlassen, sicher schwimmen. Da haben wir einen riesigen Nachholbedarf nach Corona."

Der Vizepräsident des Deutschen Schwimmverbandes (DSV), Wolfgang Hein, sprach von einem "deutlichen Einschnitt". Die Kinder seien von der Bewegung entwöhnt.

"Es ist bequem, zu Hause zu sitzen auf dem Sofa oder am Schreibtisch und ein bisschen rumzudaddeln. Sie dürfen ja auch nichts." Nach dem Teil-Lockdown müssten die Bäder den Vereinen mehr Zeit für Schwimmkurse einräumen, auch an den Wochenenden oder in den Ferien, forderte Hein. Schon vor Corona gab es für Seepferdchen- oder Bronze-Kurse in vielen Regionen lange Wartelisten.

Die Schwimmbäder in Deutschland sind nach Angaben des DSV-Vizepräsidenten überwiegend geschlossen. Einige Länder erlaubten zwar weiterhin Schul- sowie privaten Schwimmunterricht, sagte Hein, der auch Präsident des niedersächsischen Schwimmverbands ist.

Weil aber der öffentliche Badebetrieb verboten ist, seien Kommunen und Betreiber oftmals der Auffassung, es lohne sich nicht, die Bäder offen zu halten. Das Land Niedersachsen etwa untersagte mit einem Erlass vom 5. November auch das Schulschwimmen.

Jeder dritte Deutsche hat Angst vor Corona

03:00 Uhr: Unmittelbar vor Beginn des aktuellen Teil-Lockdowns zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat sich mehr als jeder dritte Bundesbürger vor einer Ansteckung mit dem Virus gefürchtet. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Forsa-Instituts, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.

Das Forsa-Institut hatte die Umfrage am 29. und 30. Oktober im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit durchgeführt. 92 Prozent der Bürger ab 14 Jahre halten demnach laut eigenem Bekunden die Corona-Schutzregeln ein.

Besonders ältere Menschen sorgen sich laut der Umfrage wegen des Erregers und der von ihm ausgelösten Krankheit: Fast jeder Zweite ab 60 Jahren hat Angst vor COVID-19. Quer durch alle Altersgruppen sind es 37 Prozent.

Am meisten fürchten sich die Bundesbürger wie in früheren Erhebungen auch in diesem Jahr vor Krebs (72 Prozent). Dahinter folgen Alzheimer/Demenz und schwere Unfallverletzungen mit jeweils 55 Prozent.

Große Sorge besteht auch vor einem Schlaganfall (51 Prozent), einem Herzinfarkt (47 Prozent) und einer schweren Augenkrankheit bis hin zur Erblindung (45 Prozent). Dabei steigt mit zunehmendem Alter die Sorge, an Alzheimer oder Demenz zu erkranken und einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden.

Wohl vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie ist die Furcht vor einer schweren Lungenerkrankung deutlich ausgeprägter als in den vergangenen zehn Jahren. Jeder Dritte trägt aktuell diese Angst mit sich herum. 2019 waren es 21 Prozent.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.