• 19:10 Uhr: Berlin streicht Corona-Lockerungen über Weihnachten und Silvester
  • 17:43 Uhr: Schwedisches Königspaar positiv auf Coronavirus getestet
  • 15:55 Uhr: Laschet: Hotel-Übernachtung bei Familienbesuch Weihnachten möglich
  • 12:41 Uhr: Angela Merkel sieht Coronakrise als noch lange nicht überwunden an
  • 10:42 Uhr: Kanzleramtsminister Braun warnt: Einschränkungen bis März möglich
  • 09:41 Uhr: Frank Ulrich Montgomery warnt vor Weihnachtsfest "mit einem Todesrisiko"
  • 07:00 Uhr: Polizei löst Demonstration im Corona-Hotspot-Landkreis Hildburghausen mit Pfefferspray auf

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Top-News: Berlin streicht Corona-Lockerungen über Weihnachten und Silvester

Die Menschen in Berlin müssen Weihnachten und auch Silvester wegen der Corona-Pandemie im kleineren Kreis feiern. Denn die von Bund und Ländern verabredeten Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen für private Treffen über die Feiertage werden in der Hauptstadt nicht gelten. Darauf verständigte sich der Senat am Donnerstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur. Im Corona-Hotspot Berlin könne es keine derartigen Lockerungen geben, hieß es aus Senatskreisen.

Demnach sollen sich in Berlin über die Feiertage maximal fünf Personen zu privaten Zusammenkünften treffen dürfen, wobei keine Vorgaben gemacht werden, aus wie vielen Haushalten sie kommen. Hinzu kommen Kinder im Alter bis 12 Jahren. Bund und Länder hatten sich hingegen am Mittwoch für Treffen "im engsten Familien- oder Freundeskreis" vom 23. Dezember bis 1. Januar auf eine Obergrenze von zehn Personen plus Kinder bis 14 Jahren verständigt.

Der seit Anfang November geltende Teil-Lockdown wird in Berlin bis zum 22. Dezember verlängert, wie die dpa weiter erfuhr. Unter anderem Gaststätten und zahlreiche Kultur- und Freizeiteinrichtungen wie Museen, Theater und Schwimmbäder bleiben damit weiter geschlossen. Bund und Länder hatten sich darauf geeinigt, den Teil-Lockdown wegen der Infektionslage fortzusetzen - nach dem gemeinsamen Beschluss war allerdings vorgesehen, die Maßnahmen bis 20. Dezember zu befristen.

Auch die Maskenpflicht auf der Straße wird ausgeweitet. Sie werde künftig auf praktisch allen Straßen gelten, wo es viele Geschäfte und damit Begegnungen und Kontakte gebe. Schon jetzt gilt auf 35 Berliner Straßen und Plätzen eine Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Ein generelles Böllerverbot wird es in Berlin an Silvester jedoch nicht geben. Der Senat verständigte sich nach dpa-Informationen darauf, in dem Punkt den Bund-Länder-Beschluss unverändert umzusetzen. Dennoch sollen an belebten Plätzen, wo sich normalerweise zum Jahreswechsel besonders viele Menschen versammeln, Böllerverbotszonen ausgewiesen werden.

Alle weiteren Corona-Meldungen des Tages im Überblick:

Bericht: Mehr Schnelltests für Risikogruppen ohne Symptome geplant

22:20 Uhr: Corona-Schnelltests sollen nach einem Bericht bei besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen, die bislang keine Symptome zeigen, verstärkt zum Einsatz kommen. Das geht aus einem Verordnungsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums hervor, der dem Nachrichtenportal "ThePioneer" vorliegt. "Testungen sind von entscheidender Bedeutung für die Eindämmung von Corona-Infektionsketten und damit für die Verhinderung unkontrollierter Ausbruchsgeschehen", heißt es in dem Dokument, das derzeit zwischen den Ressorts der Bundesregierung abgestimmt wird und am 1. Dezember in Kraft treten soll. Ziel sei es, umfassender und einfacher als bisher, insbesondere Personen zu testen, bei denen es noch keine Symptome gebe, "bei denen aber dennoch eine Infektion naheliegend erscheint oder bei denen eine hohe Gefahr besteht, dass sie oder andere Personen in ihrem Umfeld bei einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besonders gefährdet wären".

Anspruch auf Testung sollen nach ärztlicher Anordnung Kontaktpersonen haben. Dabei geht es um Personen, "die in den letzten zehn Tagen insbesondere in Gesprächssituationen mindestens 15 Minuten ununterbrochen oder durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten engen Kontakt zu einer mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Person hatten". Wer mit einer infizierten Person in einem Haushalt lebe oder in den letzten zehn Tagen gelebt hat, zählt ebenfalls zu dieser Kategorie.

Anspruch auf einen Schnelltest soll demnach auch erhalten, wer zum Beispiel bei Feiern, gemeinsamem Singen und beim Sport in Innenräumen in der Nähe eines Infizierten war. Das Gleiche gilt, wenn man sich in den letzten zehn Tagen "für eine Zeit von über 30 Minuten in relativ beengter Raumsituation oder schwer zu überblickender Kontaktsituation" mit einem Infizierten aufgehalten hat. Als Beispiele hierfür werden explizit Schulklassen und Gruppenveranstaltungen genannt.

Laut Verordnungsentwurf sollen Mitarbeiter und Patienten in Krankenhäusern, Heimen und Reha-Einrichtungen, in denen es zu Infektionen gekommen ist, auch dann Schnelltests bekommen, wenn sie (noch) keine Symptome zeigen. Außerdem regele die Verordnung, dass Kosten für die Testungen Einreisender aus Risikogebieten ab dem 1. Dezember 2020 nicht mehr übernommen werden.

US-Forscher: Mehr als eine Million Corona-Infektionen in Deutschland

20:20 Uhr: Die Gesamtzahl der bislang nachgewiesenen Corona-Infektionen in Deutschland hat US-Forschern zufolge die Marke von einer Million überschritten. Das ging am Donnerstag aus Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) in Baltimore hervor. Rechnerisch wäre damit fast jeder 80. Deutsche bereits infiziert worden.

Die Daten der Forscher werden regelmäßig aktualisiert und zeigen daher häufig einen höheren Stand als offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder der betroffenen Länder. In manchen Fällen wurden die Zahlen aber auch nachträglich korrigiert.

Das Robert Koch-Institut (RKI) zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 983.588 nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 26. 11., 0 Uhr). Das RKI schätzt, dass rund 676.100 Menschen inzwischen genesen sind. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Donnerstag um 389 auf insgesamt 15.160.

Italien: Erneut über 800 COVID-Tote an einem Tag

18:45 Uhr: In Italien sind erneut mehr als 820 Menschen an einem Tag im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. Damit verzeichneten die Behörden eine der höchsten Opferzahlen seit Beginn der Pandemie im Februar. Zugleich vermeldete das Gesundheitsministerium in dem 60-Millionen-Einwohner-Land am Donnerstag für die vergangenen 24 Stunden rund 29.000 Neuinfektionen. Dieser Wert lag zwar über den Vortagen, aber rund 7.000 Fälle unter dem Wert vor einer Woche.

Ende März hatte das Mittelmeerland seinen bisherigen Höchstwert von fast 1000 Corona-Toten an einem Tag verzeichnet. Insgesamt starben bislang insgesamt fast 53.000 Menschen mit oder an dem Virus Sars-CoV-2. Seit Beginn der Pandemie wurden in Italien über 1,5 Millionen Corona-Fälle erfasst.

Schwedischer Prinz Carl Philip positiv auf Corona getestet

Der schwedische Prinz Carl Philip (41) und seine Frau Prinzessin Sofia (35) sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte das schwedische Königshaus am Donnerstag mit.

Der jüngere Bruder von Kronprinzessin Victoria und seine Gattin hätten sich bereits am Mittwoch mit leichteren Krankheitssymptomen gemeinsam mit ihren Kindern in häusliche Quarantäne begeben. Im Anschluss sei ihre Corona-Infektion festgestellt worden. Den beiden gehe es den Umständen entsprechend gut.

Schwedens König Carl XVI. Gustaf (74), Königin Silvia (76), Victoria (43) und ihr Gatte Prinz Daniel (47) wurden noch am Donnerstag ebenfalls getestet, weil sie Carl Philip und Sofia am vergangenen Freitag bei der Beerdigung von Silvias älterem Bruder Walther Sommerlath getroffen hatten. Die Tests seien negativ ausgefallen, teilte der schwedische Hof am späten Nachmittag mit.

Entwarnung gibt es auch im benachbarten Norwegen: Dort sind die Corona-Tests von König Harald V. (83) und Königin Sonja (83) ebenfalls negativ ausgefallen. Die beiden verlassen damit nach Angaben des norwegischen Königshauses ihre Quarantäne, in die sie wegen eines bestätigten Corona-Falls am Hof vor einer Woche gegangen waren. Ab Freitag ist das Königspaar auch offiziell zurück im Dienst.

Ärztevereinigung in Türkei zweifelt weiter an offiziellen Zahlen

17:17 Uhr: Trotz der Änderungen, die das Gesundheitsministerium verkündet hat, zweifelt die Ärztevereinigung in der Türkei weiterhin die offiziellen Corona-Fallzahlen an. Die von der Regierung veröffentlichten täglichen Fälle spiegelten nicht die Wahrheit wieder, sagte Sebnen Korur Fincanci, Vorsitzende der Türkischen Ärztevereinigung (TTB), am Donnerstag nach einem Bericht des Online-Portals Gazete Duvar.

Basierend auf Erhebungen der TTB von vergangener Woche gehe sie von täglich mindestens 50.000 neuen Fällen aus. Nehme man die falsch-negativ Getesteten hinzu, komme man auf eine noch deutlich höhere Zahl.

Nach monatelanger Kritik hatte die türkische Regierung entgegen der bisherigen Praxis am Mittwochabend die täglichen Fallzahlen der positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen im Land bekanntgegeben. "Heute beträgt die Zahl der Fälle 28.351", sagte Gesundheitsminister Fahrettin Koca.

Die Zahl lag weit über den bisher bekanntgegebenen Werten. Seit Ende Juli waren dem Minister zufolge nur die Infizierten mit Symptomen als Corona-Fälle gemeldet worden - nicht aber die komplette Zahl der täglichen neuen Fälle. Das hatte unter anderem die Vereinigung immer wieder scharf kritisiert.

Fincanci sagte, allein in Ankara gebe es täglich rund 5.000 neue Fälle. Man habe immer gewusst, dass die tatsächlichen Zahlen über den von der Regierung veröffentlichten lägen. "Ich wünschte, wir hätten nicht Recht gehabt."

Heybet Aslanoglu, Vorsitzender der Vereinigung der Radiologietechniker in der Türkei, sagte der Deutschen Presse-Agentur, das Gesundheitssystem sei aufgrund der steigenden Zahlen von COVID-19-Patienten bereits ausgelastet. "In vielen Provinzen finden wir keine Intensivbetten mehr", die Intensivstationen von fast jedem Krankenhaus seien "randvoll". Experten hatten schon vor Monaten vor einem Zusammenbruch des Gesundheitssystems gewarnt.

Thüringen bleibt bei Ferienbeginn am 23. Dezember

16:47 Uhr: Anders als andere Bundesländer zieht Thüringen seinen Ferienbeginn nicht auf einen einheitlichen 19. Dezember vor, sondern bleibt beim 23. Dezember. Ältere Schüler sollen aber in den Tagen vor Weihnachten zu Hause bleiben und dort Distanzunterricht erhalten.

Das hatte Bildungsminister Helmut Holter (Linke) dem Kabinett am Donnerstag vorgeschlagen, nun soll es so umgesetzt werden, wie ein Sprecher des Bildungsministeriums bestätigte. Zuhause bleiben sollen Schüler ab der Klassenstufe 7 ab 21. Dezember und bis zum 10. Januar.

Die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten sich am Mittwoch bei einer Schalte darauf verständigt, dass bereits der 18. Dezember der letzte Schultag sein soll. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte bei dem Thema aber zu Protokoll gegeben, dass er diesen Punkt noch mit seinem Kabinett abstimmen wolle.

Das Thüringer Bildungsministerium gab am Donnerstag zudem bekannt, dass der Betrieb aller Schulen und Kitas ab Dezember eingeschränkt wird. Um Kontakte zu reduzieren, sollen dann feste Klassen und Kita-Gruppen von möglichst jeweils denselbenen Lehrern und Erziehern unterrichtet und betreut werden.

Weitere Verschärfungen sind für Landkreise mit einem Inzidenzwert von über 200 geplant. Ab der Klassenstufe 7 soll dann ein Mindestabstand von 1,5 Metern in den Klassen gelten. "Dadurch kommt es in der Regel zum Wechselbetrieb aus Präsenzunterricht und häuslichem Lernen", heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums.

Lettland und Estland mit Höchstständen bei Corona-Neuinfektionen

16:40 Uhr: Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Lettland und Estland haben einen neuen Höchststand erreicht. In Lettland wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörden vom Donnerstag 898 positive Tests innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, in Estland waren es 415. Die bisherigen Höchstwerte lagen bei 642 und 414.

Die beiden Baltenstaaten im Nordosten Europas standen anfangs in der Coronakrise durchaus gut da. Die Infektionszahlen waren im internationalen Vergleich eher gering.

Zuletzt haben sie aber deutlich zugenommen. Nach Angaben der EU-Behörde ECDC ist die Entwicklung in den beiden Ostseerepubliken aktuell noch leicht besser als in Deutschland.

Zur Eindämmung der Pandemie haben die Regierungen in Riga und Tallinn neue Schutzmaßnahmen erlassen. Beide Länder wollen weitere Corona- Einschränkungen in Erwägung ziehen, sollten sich die Infektionszahlen nicht wesentlich verbessern. Dies teilten Regierungsvertreter auf Pressekonferenzen in den beiden Hauptstädten am Donnerstag mit.

In Lettland gilt zum zweiten Mal ein rund einmonatiger Notstand bis zum 6. Dezember. Wie bereits im Frühjahr sind dadurch das öffentliche Leben und die wirtschaftlichen Aktivitäten eingeschränkt. Für mehrere Gemeinden mit lokalen Corona-Ausbrüchen wurden zudem spezielle Schutzmaßnahmen erlassen, ebenso wie für Bildungseinrichtungen.

In Estland gilt seit Dienstag eine Maskenpflicht. Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus wird zudem zum 28. November die Teilnehmergrenze für Veranstaltungen herabgesetzt.

Laschet: Hotel-Übernachtung bei Familienbesuch Weihnachten möglich

15:55 Uhr: Übernachtungen in Hotels bei Familienbesuchen über Weihnachten sind nach den Worten von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) trotz Corona-Beschränkungen möglich.

Touristische Reisen seien zwar derzeit untersagt, sagte Laschet am Donnerstag im Landtag in Düsseldorf. Wenn aber Familien sich besuchten und keine Übernachtungsmöglichkeit bei den Verwandten hätten, "ist es über die Weihnachtstage möglich, dass man auch in einem Hotel übernachtet".

Laschet betonte: "Das wird nicht unter touristischer Reise verstanden."

Kanzleramtsminister Helge Braun hatte am Donnerstag dagegen gesagt, wer über Weihnachten Verwandte besuche, solle nicht im Hotel übernachten können. Bei den Beratungen der Landesregierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch sei überlegt worden, ob man im Rahmen des Verwandtenbesuchs im Hotel übernachten könne, "damit das nicht auf der Couch zu Hause stattfindet", sagte Braun in der RTL-Sendung "Guten Morgen Deutschland".

"Aber wir sind dann zu der Überzeugung gekommen: Das kann man nicht kontrollieren. Und eben touristische Reisen dürfen auf keinen Fall stattfinden."

Zur Eindämmung der Corona-Infektionszahlen bleiben Hotels, Gastronomie, Kultur- und Freizeiteinrichtungen nach den Bund-Länder-Beschlüssen mindestens bis 20. Dezember geschlossen. Laschet hatte bereits angekündigt, dass diese Auflagen bis Anfang Januar verlängert werden sollten.

Münchner Klinikchef: Planbare OPs verschieben

15:46 Uhr: Die München Klinik hat als Reaktion auf die steigenden Corona-Zahlen ihren OP-Betrieb auf Notfälle und besonders dringliche Eingriffe umgestellt - und ruft auch andere Kliniken dazu auf. "Um Patienten und Mitarbeitende nicht zu gefährden, brauchen wir die große Solidarität aller Krankenhäuser", sagte der Chef der München Klinik, Axel Fischer, am Donnerstag.

Die Lage sei ernster als während der ersten Welle, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung des bundesweit zweitgrößten kommunalen Klinikums. Deshalb appelliere er an andere Kliniken, ebenfalls nicht dringliche Operationen zu verschieben. Damit könnten besonders mit der Versorgung von Corona-Patienten beschäftigte Häuser - darunter die Uni-Kliniken - entlastet werden.

"Während in der ersten Welle durch den Lockdown mehr qualifizierte freiwillige Helfer zur Verfügung standen und durch den Katastrophenfall alle Kliniken zur Pandemiebekämpfung verpflichtet wurden, zerreißen sich unsere Mitarbeiter aktuell zwischen COVID-Intensivstation, der 100-jährigen COVID-Patientin mit Demenz und dem Herzinfarkt im Notfallzentrum" Hinzu komme saisonal bedingt ein höherer Krankenstand auch bei Klinik-Mitarbeitern.

Ohne Verteilung der Lasten "halten wir bis zum Frühjahr und den Reihenimpfungen nicht durch". Viele Pfleger und Ärzte hätten seit Januar keine Pause.

"Auch, wenn die Maßnahmen ein exponentielles Wachstum bremsen, sehen wir in Deutschland weiterhin tägliche Neuinfektionen im fünfstelligen Bereich", sagte Fischer. "Wir sehen heute in der Klinik die Infektionszahlen von vor drei Wochen und damit wissen wir auch, dass wir uns mindestens weitere vier Wochen auf steigende Patientenzahlen in den Kliniken einstellen müssen."

Polens Agrarminister: Doch keine Corona-Infektion bei Nerzen

15:41 Uhr: Erste Befunde von Wissenschaftlern, die erstmals in Polen einen Corona-Ausbruch bei Nerzen auf einer Pelztierfarm nachgewiesen hatten, haben sich nach Angaben des Agrarministeriums nicht bestätigt.

Untersuchungen des Veterinärinstituts in Pulawy hätten keine Infektion mit dem Erreger SARS-CoV-2 nachgewiesen, sagte Landwirtschaftminister Grzegorz Puda am Donnerstag in Warschau. Nur die Ergebnisse von Untersuchungen in Laboren dieser Behörde seien anerkannt.

Am Dienstag hatte die Medizinische Universität in Danzig (Gdansk) mitgeteilt, dass bei acht Tieren eines Zuchtbetriebs in der Wojwodschaft Pommern im Westen des Landes eine Infektion mit SARS-CoV-2 festgestellt worden sei. Insgesamt habe man 91 Nerze untersucht. Eine Sprecherin der Universität wollte die Äußerungen des Landwirtschaftsministers am Donnerstag nicht kommentieren.

Der Leiter des Veterinärinstituts in Pulawy betonte, gegenwärtig gebe es keinen Nachweis für einen Corona-Ausbruch auf polnischen Nerzfarmen. Die Situation werde aber genau beobachtet. In den vergangenen Wochen hat es in mehreren europäischen Ländern Fälle von Corona-Infektionen bei Nerzen gegeben, unter anderem in Dänemark, Schweden, Frankreich und den Niederlanden.

Achtjähriger an Premier Johnson: Kommt Weihnachtsmann trotz Corona?

15:23 Uhr: Kann der Weihnachtsmann in Zeiten der Corona-Pandemie überhaupt sicher durch das Land reisen und Geschenke verteilen? Das hat sich ein Junge in Großbritannien gefragt und einen Brief an Premier Boris Johnson geschrieben.

"Lieber Mr. Johnson, (...) Ich habe mich gefragt, ob Sie und die Regierung daran gedacht haben, dass der Weihnachtsmann dieses Weihnachten kommen kann", sorgte sich der achtjährige Monti in einem Brief, den Johnson bei Twitter veröffentlichte. "Wenn wir Hand-Desinfektionsmittel bei den Keksen lassen, kann er dann kommen?", schlug der Junge vor.

"Ich verstehe, dass Sie sehr beschäftigt sind, aber könnten Sie und die Wissenschaftler bitte darüber reden", schrieb Monti.

Johnson kam der Bitte des Jungen sowie weiterer um das Fest besorgter Kinder nach und antwortete: "Ich habe am Nordpol angerufen und kann dir versichern, dass der Weihnachtsmann bereit ist und in den Startlöchern steht - ebenso wie Rudolph und die anderen Rentiere."

Niemandes Gesundheit sei in Gefahr, wenn der Weihnachtsmann sich wie gewohnt verantwortungsbewusst verhalte und schnell und sicher arbeite, schrieb der britische Premier in seiner am Mittwoch veröffentlichten Antwort weiter. Er lobte Monti für seine Idee: "Hand-Desinfektionsmittel zu den Keksen zu stellen, ist eine ausgezeichnete Idee, um dabei zu helfen, die Ausbreitung des Virus zu verhindern."

Großbritannien gilt mit mehr als 65.000 Toten mit COVID-19 auf dem Totenschein zu den am schwersten von der Pandemie getroffenen Staaten in Europa.

Auch SPD-Fraktion fordert: Bundesländer an Corona-Kosten beteiligen

15:14 Uhr: Nach der Union macht auch die SPD-Bundestagsfraktion eine stärkere Beteiligung der Bundesländer an den Kosten der Corona-Hilfsmaßnahmen zum Thema. "Die Verlängerung der Novemberhilfe in den Dezember ist richtig. Sollten auch im Januar solche massiven Hilfen nötig werden, stellt sich natürlich die Frage, ob der Bund weiter fast alleine die Kosten stemmt", sagte Parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Carsten Schneider, der "Welt" (Freitag).

Zuvor hatte Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus eine Beteiligung der Bundesländer an den Kosten gefordert. "Ich finde das nicht in Ordnung, wie die Lastenteilung im Bereich Finanzen zwischen Bund und Ländern ist", sagte er am Donnerstag im Bundestag. Die Länder bekämen über die Hälfte der Steuereinnahmen mit den Kommunen, und er erwarte, dass sie sich jetzt auch endlich finanziell in dieser Sache einbrächten.

Der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende Andreas Jung pflichtete Brinkhaus in der "Welt" bei: "Werden Maßnahmen gemeinsam vereinbart, müssen auch die Kosten zusammen getragen werden." Mit dem neuen Jahr brauche es auch eine neue Partnerschaft von Bund und Ländern bei der Finanzierung der Corona-Aufgaben.

Frankreich stellt sich auf schrittweise Corona-Lockerungen ein

15:01 Uhr: Frankreichs Premier Jean Castex hat die Menschen im Land auf etappenweise Lockerungen eingeschworen und weitere finanzielle Hilfen zugesagt. Es sei zu früh, um von einem Ende des Lockdowns zu sprechen, sagte Castex am Donnerstag in einer Pressekonferenz.

"Die winterlichen Wetterbedingungen und das Herannahen der Feiertage zum Jahresende sind zwei Hauptrisikofaktoren, die es im Frühjahr nicht gab." Präsident Emmanuel Macron hatte in einer TV-Ansprache am Dienstag schrittweise Lockerungen angekündigt.

Seit Ende Oktober gelten in ganz Frankreich strenge Ausgangsbeschränkungen. Diese sollen am 15. Dezember aufgehoben werden und durch nächtliche Ausgangssperren ersetzt werden.

Während Frankreich Anfang November fast 45.000 neue Fälle pro Tag zählte, sei die Zahl in den vergangenen sieben Tagen auf durchschnittlich 17.000 Fälle pro Tag zurückgegangen, sagte Castex. Gesundheitsminister Olivier Véran wies darauf hin, dass die Lage mit Blick auf die Neuinfektionen innerhalb einer Woche pro 100.000 Einwohner in Berlin derzeit schlechter sei als in Paris.

Staatliche Hilfe soll es nun unter Bedingungen etwa für Saison- oder Zeitarbeiter geben. Ihnen soll ein Einkommen von 900 Euro pro Monat garantiert werden.

Geplant ist auch mehr Unterstützung für geschlossene Unternehmen. "Unser Ziel ist es, Unternehmen, die nicht vor dem 20. Januar wieder eröffnen können, in die Lage zu versetzen, alle ihre Kosten zu decken und mit allen Mitteln zu vermeiden, dass sie aus dem Geschäft gedrängt werden", sagte Castex. Es ist geplant, dass Restaurants und Bars erst dann wieder ihre Türen öffnen können.

Ab Samstag darf zunächst der Einzelhandel im Land wieder öffnen - es gelten allerdings strenge Hygienevorschriften, pro Kunde müssen acht Quadratmeter zur Verfügung stehen. Die Bewegungseinschränkungen für Sport und Spaziergänge werden gelockert.

Statt einer Stunde im Radius von einem Kilometer um die Wohnung sind dann drei Stunden und ein 20-Kilometer-Radius erlaubt. Castex machte deutlich, dass diese Lockerung nicht dazu genutzt werden dürfe, Freunde zu besuchen.

Ärzte mahnen zu verantwortlichem Umgang mit Corona-Lockerungen

14:50 Uhr: Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat zu einem vorsichtigen Umgang mit gelockerten Corona-Beschränkungen über Weihnachten aufgerufen. "Wir müssen die Ausnahmeregeln an den Feiertagen verantwortlich nutzen und uns wie auch unsere Mitmenschen vor Ansteckung schützen", sagte der Chef der Bundesärztekammer am Donnerstag.

Wenn Regeln zu Abstand, Hygiene und Masken weiter befolgt würden, seien die zeitlich begrenzten Lockerungen vertretbar und aus psychosozialen Gründen sogar geboten. Gerade für Ältere, die wohl am meisten unter Isolation und Einsamkeit im Teil-Lockdown litten, sei es wichtig, die Feiertage im Kreis der Familie verbringen zu können.

Reinhardt betonte zugleich, die von Bund und Ländern beschlossene Verlängerung des Teil-Lockdowns sei epidemiologisch vernünftig und mit Blick auf die angespannte Lage in den Kliniken leider notwendig. Anzuerkennen sei dabei das Bemühen, mögliche negative psychosoziale Auswirkungen der Kontaktbeschränkungen so gut es geht zu minimieren.

Bund und Länder hatten am Mittwochabend beschlossen, die seit November geltende Schließung zahlreicher Einrichtungen bis 20. Dezember zu verlängern und Kontaktregeln teils zu verschärfen. Vom 23. Dezember bis 1. Januar sind aber Lockerungen vorgesehen.

Bayerns Kabinett: Quarantänepflicht für Tagestouristen ins Ausland

14:48 Uhr: Wintersportler und andere Tagestouristen, die auch nur kurz in ein Risikogebiet im Ausland reisen, sollen in Bayern künftig verpflichtend in Quarantäne müssen.

Eine Ausnahmeregelung für Aufenthalte unter 24 Stunden soll nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe gelten, insbesondere Arbeit, Schule, Arztbesuche, familiäre Angelegenheiten und Geschäfte des täglichen Bedarfs. Das hat das bayerische Kabinett nach Angaben der Staatskanzlei am Donnerstag in München beschlossen.

Edeka übt scharfe Kritik an neuen Corona-Auflagen

13:56 Uhr: Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka hat scharfe Kritik an der Verschärfung der Corona-Auflagen für den Einzelhandel geübt. "Wir halten die Begrenzung der Kundenzahl ab 800 Quadratmetern Verkaufsfläche für kontraproduktiv und nicht nachvollziehbar", sage Edeka-Chef Markus Mosa am Donnerstag. Die hohe Nachfrage gerade im Weihnachtsgeschäft lasse sich so nicht bedienen.

Der Hinweis der Politik, dass die Verbraucher ihre Einkäufe auf die Wochentage verteilen sollten, sei auch nicht hilfreich, denn das täten die Kunden bereits seit dem ersten Lockdown, meinte Mosa. "Auch bei einer weiteren Verteilung der Kundenströme könnten wir die hohe Nachfrage gerade im Weihnachtsgeschäft nicht bedienen."

Zudem verzerre der Beschluss den Wettbewerb, klagte der Edeka-Chef. Supermärkte mit Bedientheken und einer dadurch höheren Verweildauer der Kunden seien extrem benachteiligt im Vergleich zu Konkurrenten, die nur auf Selbstbedienung setzten. "Das wird einen weiteren Schub geben in Richtung SB-Formate mit ausschließlich preisorientierten Angeboten", prognostizierte der Händler.

Merkel zur Coronakrise: Auf absehbare Zeit noch Einschränkungen

12:41 Uhr: Für Angela Merkel ist die Coronakrise noch lange nicht überwunden. Derzeit sei es das Wichtigste, die Ausbreitung des Virus einzudämmen, sagte sie am Donnerstag bei einer Videoschalte zur Mitgliederversammlung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Das Gesundheitssystem dürfe nicht überfordert werden. "Deshalb werden wir auch auf absehbare Zeit noch mit Einschränkungen leben müssen."

Es sei in den vergangenen Wochen gelungen, die exponentielle, also sehr starke Dynamik bei den Infektionen zu stoppen und zu einer "Seitwärtsbewegung" zu kommen. "Aber das reicht eben nicht aus", sagte Merkel. Man könne leider nicht von einer Trendumkehr sprechen. Eine solche aber sei auch im wirtschaftlichen Interesse.

Angela Merkel wirbt für die Schließung aller Skigebiete in Europa

Angela Merkel hat dafür geworben, alle Skigebiete in Europa zu schließen. Auch Ministerpräsident Markus Söder sprach sich zuvor dafür aus. Allerdings könnten dabei einige Länder nicht mitziehen.

Modellrechnung zeigt "Weihnachtseffekt" im Pandemieverlauf

12:19 Uhr: Das Verhalten der Menschen an den Weihnachtstagen hat bei den angekündigten Lockerungen erheblichen Einfluss auf den Verlauf der Corona-Pandemie. Mitarbeiter des Forschungszentrums Jülich und des Frankfurt Institutes for Advanced Studies haben in Modellen Szenarien errechnet.

Sie kommen zu dem Schluss: "Mögliche vermehrte Kontakte zu Weihnachten und Silvester könnten als neue Quellen zusätzlich zur Ausbreitung des Virus beitragen." Die Ausweitung der Kontakte durch Besuche von Familien und Bekannten - womöglich über das ganze Land hinweg - könnten die Infektionen weiter verteilen. Damit wären auch Regionen mit niedrigen Fallzahlen wieder verstärkt betroffen, der Anstieg der Neuinfektionen nähme Fahrt auf.

Diesen "Weihnachtseffekt" vergleichen die Wissenschaftler mit einer schon zweimal in diesem Jahr beobachteten Entwicklung: den Zuwächsen bei Neuinfektionen zur Zeit der Winter- und Sommerferien vor allem durch Reiserückkehrer. "Über Weihnachten und Silvester könnte Ähnliches passieren, wenn Besuche innerhalb Deutschlands die Infektion bundesweit verteilen, selbst wenn Reisen in stärker betroffene Gebiete im Ausland gar nicht stattfinden", schreiben sie.

Weiterer Schalke-Spieler positiv getestet

11:57 Uhr: Beim Bundesligisten FC Schalke 04 ist ein weiterer Profi positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Der nicht namentlich genannte Spieler befindet sich seit Mittwoch in häuslicher Isolation und steht im Bundesliga-Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach am Samstag (18:30 Uhr/Sky) nicht zur Verfügung. Das teilte der Revierklub am Donnerstag mit. Damit verschärfen sich die ohnehin großen Personalprobleme des Tabellenletzten.

Kanzleramtsminister Braun hält Corona-Einschränkungen bis in den März für möglich

10:42 Uhr: Nach Aussage von Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) müssen sich die Bundesbürger womöglich bis in den März auf Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie einstellen. "Vor uns liegen schwierige Wintermonate. Das geht bis März", sagte Braun am Donnerstag in der RTL-Sendung "Guten Morgen Deutschland".

Nach dem März könnten wahrscheinlich immer mehr Menschen geimpft werden, und mit dem Frühling werde es einfacher, die Infektionszahlen niedrig zu halten. "Aber diese Zurückhaltung, die wir alle an den Tag legen müssen, das wird uns auch den Januar, Februar und März begleiten und gegebenenfalls auch Beschränkungsmaßnahmen, wenn unser individuelles Verhalten nicht ausreicht", betonte Braun.

Er verteidigte die am Mittwoch zwischen Bund und Ländern verabredeten Verschärfungen der Kontaktauflagen und bekräftigte zugleich, dass Hotels und Restaurants auch über Weihnachten geschlossen bleiben. Zwar gelte die nun erzielte Vereinbarung zunächst bis zum 20. Dezember. "Aber wir gehen davon aus, dass wir das bis in den Januar hinein verlängern müssen", sagte Braun dem Sender RTL.

Der Kanzleramtsminister sieht bei deutlich sinkenden Infektionszahlen regional aber durchaus Spielraum für Lockerungen. "Ich glaube, das ist akzeptabel", sagte Braun im ARD-"Morgenmagazin" mit Blick auf den von Schleswig-Holstein angekündigten Sonderweg. Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern hätten sinkende Infektionszahlen. Da könne an der einen oder anderen Stelle gelockert werden. Wichtig sei, dass alle "bei den großen Fragen" mitziehen und dass es dort, wo die Infektionszahlen deutlich steigen, Verschärfungen gebe, sagte Braun.

Schwedischer Prinz Carl Philip positiv auf Corona getestet

10:22 Uhr: Der schwedische Prinz Carl Philip (41) und seine Frau Prinzessin Sofia (35) sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte das schwedische Königshaus am Donnerstag mit.

Der jüngere Bruder von Kronprinzessin Victoria und seine Gattin hätten sich bereits am Mittwoch mit leichteren Krankheitssymptomen gemeinsam mit ihren Kindern in häusliche Quarantäne begeben. Im Anschluss sei ihre Corona-Infektion festgestellt worden. Den beiden gehe es den Umständen entsprechend gut.

Schwedens König Carl XVI. Gustaf (74), Königin Silvia (76), Victoria (43) und ihr Gatte Prinz Daniel (47) sollten noch am Donnerstag ebenfalls getestet werden.

Lauterbach hält Corona-Lockerungen an Weihnachten und Silvester für "riskant"

10:05 Uhr: Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sagte den "Funke"-Zeitungen, die Lockerungen für Weihnachten und Silvester seien riskant. Er hoffe, dass daraus kein "Kickstarter für die Pandemie" entstehe. "Aber die Befürchtung ist, dass schärfere Regeln für diese Zeit von der Bevölkerung auch nicht akzeptiert würden."

Er räumte ein: "De facto haben wir keine Möglichkeit, die Erhaltung der Vorschriften wirksam zu kontrollieren. Daher müssen wir an die Bevölkerung appellieren - und schauen, ob es funktioniert oder nicht."

Die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna, unterstützte den Appell zum Verzicht auf das Silvesterfeuerwerk. Die Kliniken seien in der Pandemie ohnehin schon sehr belastet. "Die Ärztinnen und Ärzte in den Notaufnahmen werden es allen danken, die keine Raketen zünden und erst recht auf Chinaböller verzichten. An Silvester müssen jedes Mal schwerste Verletzungen an Händen und Augen behandelt werden, auch Knalltraumata sind häufige Folgen", sagte sie den "Funke"-Zeitungen. Hinzu komme die Belastung von Umwelt und Gesundheit durch Feinstaub. "Das alles sollten wir uns diesmal bitte sparen." In den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschlands verlangte Johna, Bund und Länder müssten endlich dafür sorgen, dass ausreichend Schnelltests für Klinikpersonal zur Verfügung stünden.

Montgomery warnt vor Weihnachtsfest "mit einem Todesrisiko"

09:41 Uhr: Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat vor einem Anstieg der Corona-Infektionszahlen nach Weihnachten gewarnt. "Medizinisch-epidemologisch ist es Wahnsinn, zu Weihnachten wieder aufzumachen und zu lockern", sagte er am Donnerstagmorgen im Radioprogramm "SWR Aktuell". Zwei bis drei Wochen später werde es mehr Todesfälle geben, prognostizierte er. "Weihnachten wird damit zu einem Fest mit einem Todesrisiko für manche Menschen."

Er verstehe, dass Lockerungen über die Feiertage aus psychologischer Sicht für die Menschen wichtig seien. Das Risiko könne man in Kauf nehmen, wenn sich die Bevölkerung danach von selbst an die Distanzregeln halte.

Kein Verständnis habe er dafür, dass die gelockerten Kontaktbeschränkungen auch über Silvester gelten sollen. Über den Jahreswechsel sei viel Alkohol im Spiel. Menschen würden gemeinsam feiern und sich in den Armen liegen. "Das sind wunderbare Infektionsquellen. Da freut sich das Virus und jubelt", sagte Montgomery.

Proteste in Corona-Hotspot Hildburghausen: Polizei setzt Pfefferspray ein

07:00 Uhr: Bei den Protesten gegen die neuen Infektionsschutzregeln im Corona-Hotspot-Landkreis Hildburghausen hat die Polizei am Mittwochabend Pfefferspray eingesetzt.

Mehrfache kommunikative Versuche, die Teilnehmer zum Verlassen der Demonstration zu bewegen, seien fehlgeschlagen, teilte die Polizei in der Nacht zum Donnerstag mit. Verletzte gab es den Angaben zufolge nicht, gegen 20:45 Uhr wurden die Proteste aufgelöst. Zudem sagte die Sprecherin der Landespolizeiinspektion Suhl, Julia Kohl, am Donnerstag der dpa, dass die Demo nicht von Rechtsradikalen organisiert wurde. "Aktuell gibt es keine Hinweise auf einen rechten Initiator."

Rund 400 Personen hatten sich auf dem Marktplatz in Hildburghausen entgegen der geltenden Thüringer Infektionsschutzverordnung und der Allgemeinverfügung des Landkreises Hildburghausen versammelt, teilte die Polizei mit. Die Beamten stellten zahlreiche Verstöße gegen die geltenden Infektionsschutzregelungen fest. So wurden laut Mitteilung Mindestabstände nicht eingehalten, Masken nicht getragen und die eigene Wohnung ohne triftigen Grund verlassen, hieß es. Auf Twitter postete eine Userin, die selbst nicht an dem Protest teilgenommen hatte, ein Video von der Demo.

Insgesamt seien mehr als 30 Anzeigen erstattet worden. Die Proteste fanden während der Beratungen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) statt. Der Kreis Hildburghausen hat derzeit bundesweit das größte Infektionsgeschehen bei Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Seit Mittwoch gilt dort ein regionaler Lockdown mit Ausgangsbeschränkungen sowie geschlossenen Schulen und Kindergärten.

Ramelow appelliert an Menschen im Landkreis: "Leib und Leben schützen"

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat an die Menschen im Landkreis Hildburghausen appelliert, sich an die neuen Infektionsschutzregeln zu halten. Es gebe ein großes Bemühen, mit strengeren Maßnahmen "Leib und Leben von Menschen zu schützen."

Er habe aber Bilder gesehen, die zeigten, dass sich mehrere hundert Menschen auf dem Marktplatz versammelt hätten. Diese Menschen hätten damit das Signal gegeben, dass sie das Infektionsgeschehen in ihrem Kreis nicht interessiere. "Sie sind zwar in dem Landkreis, in dem die höchste Infektionsrate in ganz Deutschland ist, aber sie signalisieren, dass sie die Maßnahmen zur Unterbindung der Infektionen wohl eher ablehnen", sagte Ramelow.

22.268 neue Corona-Infektionen in Deutschland gemeldet

06:48 Uhr: In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert-Koch-Institut (RKI) 22.268 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind rund 3.600 Fälle mehr als am Mittwoch (18.633), wie aus Angaben des RKI vom Donnerstagmorgen hervorgeht. Am Donnerstag vor einer Woche waren 22.609 Fälle gemeldet worden.

Am Mittwoch war mit 410 Todesfällen ein neuer Höchstwert erreicht worden. Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 0,87 (Vortag: 0,90). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 87 weitere Menschen anstecken.

Dritte Ansteckungswelle: Corona-Infektionen in Südkorea auf dem Vormarsch

05:19 Uhr: Die Zahl der erfassten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Südkorea ist erstmals seit mehr als acht Monaten um mehr als 500 pro Tag gestiegen.

Die Gesundheitsbehörden teilten am Donnerstag mit, dass tags zuvor 583 Fälle festgestellt wurden. Die meisten davon entfielen demnach auf den Großraum Seoul. Die Gesamtzahl kletterte auf mehr als 32.000 Infektionen. Bisher wurden in dem 52-Millionen-Einwohner-Land 515 Todesopfer in Verbindung mit dem Virus gemeldet.

Südkorea erlebt nach Angaben der Behörden derzeit die dritte Ansteckungswelle mit SARS-CoV-2. "Da die dritte Infektionswelle an Umfang und Tempo zunimmt, müssen wir die Regeln für die soziale Distanzierung streng befolgen", wurde Gesundheitsminister Park Neung Hoo von der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap zitiert. Die Regierung hatte zuletzt die Beschränkungen für soziale Kontakte wieder verschärft, nachdem die Zahl der Neuinfektionen seit Anfang November wieder dreistellig gestiegen war.

Von den Neuinfizierten steckten sich den Angaben zufolge 553 Menschen im Land an, während 30 Fälle aus dem Ausland eingeschleppt wurden. Ein Grund für den Anstieg der lokalen Infektionen sind Häufungen in militärischen Stützpunkten, Fitnessstudios, Schulen, Kirchen und anderen Einrichtungen. Bisher kam Südkorea ohne großflächigen Lockdown aus.

Patientenschützer enttäuscht über Pläne für Risikogruppen

04:20 Uhr: Die von Bund und Ländern geplanten weiteren Maßnahmen in der Coronakrise schaffen aus Sicht von Patientenschützern noch keine ausreichende Sicherheit für Risikogruppen. Pflegebedürftige, Klinikpatienten, Angehörige und Personal würden weiterhin nicht mit täglichen Schnelltests zusätzlich geschützt, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Deutschen Presse-Agentur.

"Mit 30 Schnelltest pro Monat kann es nicht gelingen, das Virus dort zu stoppen, wo es am härtesten zuschlägt." Zudem werde die Wirkung des Teil-Lockdowns erheblich geschmälert.

Ab 1. Dezember sollen je Pflegebedürftigem 30 Schnelltests pro Monat möglich sein, wie aus einem Beschluss hervorgeht. Je nach Verfügbarkeit solle dieser Anspruch dann schrittweise erhöht werden. In Pflegeheimen sind bisher bis zu 20 Tests pro Monat und Bewohner möglich. Einrichtungen müssen dazu Test-Konzepte erstellen.

"Für pflegebedürftige, chronisch und schwerstkranke Menschen wird es wohl ein düsteres Weihnachtsfest", sagte Brysch. Hygienegrundschutz und klassische PCR-Tests bräuchten die Ergänzung durch Schnelltests, sonst sei Einsamkeit in Heimen und Krankenhäusern programmiert.

Ungeklärt sei auch, wie Schnelltests Schutzbedürftige und Helfer unverzüglich erreichen sollen. Angehörige, Dienste und Einrichtungen könnten die Mammutaufgabe personell und finanziell nicht aus eigener Kraft stemmen - zumal drei Millionen Pflegebedürftige daheim lebten. Nötig seien unkonventionelle Wege. "Neben der Bundeswehr stehen auch Hunderttausende Freiwillige der Sanitätsdienste bereit, um im Katastrophenfall zu unterstützen", schlug Brysch vor.

DAK-Umfrage: Lehrer fühlen sich durch Coronakrise mehr belastet

04:20 Uhr: Die große Mehrheit der Lehrer empfindet einer Umfrage zufolge ihren Job in der Coronakrise als belastender als vorher.

84 Prozent gaben in einer Befragung der Krankenkasse DAK an, sie hätten das Gefühl, dass der Schulalltag unter Corona-Bedingungen zu Mehrarbeit führe. 90 Prozent stimmten der Aussage zu, das Unterrichten sei im Vergleich zur Situation vor einem Jahr deutlich anstrengender. Meistgenannte Gründe waren das Durchsetzen der Corona-Regeln bei den Schülern, der eigene Gesundheitsschutz und der Ausfall von Kollegen.

Für die Studie, die im Auftrag der DAK vom Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in Kiel erstellt wurde, wurden im Oktober 2300 Lehrkräfte in Nordrhein-Westfalen befragt. Laut Studienleiter Reiner Hanewinkel kann sie aber auch auf andere Bundesländer und Schulen übertragen werden, da die Ausnahmesituation und Herausforderungen bundesweit größtenteils vergleichbar seien.

Zwei von drei Befragten gaben an, sich seit Corona größere Sorgen um die eigene Gesundheit zu machen. Angst sich bei Schülern anzustecken äußerten 51,5 Prozent. 48,6 sagten, sie hätten keine oder eher keine Angst davor.

"Wir erleben aktuell, wie stark die seelische Gesundheit vieler Lehrkräfte unter der Corona-Pandemie leidet", sagte DAK-Chef Andreas Storm. Die Arbeitssituation der Lehrkräfte unter Pandemie-Bedingungen gehöre verstärkt in den Fokus der Politik. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, begrüßte die vorgelegte Studie. Diese liefere eine umfassende Bestandsaufnahme über die Mehrbelastung von Lehrkräften in Corona-Zeiten und zeige konkreten Handlungsbedarf auf. "Viele Lehrkräfte machen sich Sorgen um ihre eigene Gesundheit und die der Schülerinnen und Schüler. Das ist ein Hinweis darauf, dass die gegenwärtigen Hygieneschutzmaßnahmen nicht ausreichen."

Krankenhausgesellschaft: Ausweitung der Beschränkungen notwendig

04:15 Uhr: Die Ausweitung von Beschränkungen ist aus Sicht der Deutschen Krankenhausgesellschaft ein notwendiger Schritt, damit die Kliniken nicht überlastet werden.

"Wir werden im Laufe des Dezember voraussichtlich 5.000 bis 6.000 Intensivpatienten haben, die Situation ist angespannt, aber noch beherrschbar. Deshalb begrüßen wir sehr, dass nicht vorzeitig und voreilig gelockert wird", sagte Präsident Gerald Gaß der dpa. Der Lockdown habe zwar den rasanten Anstieg der Infektionszahlen gebrochen. "Wir sind aber weiterhin auf hohem Niveau", so Gaß.

Mit Blick auf die Festtage Ende Dezember sagte Gaß: "Die Lockerungen zu Weihnachten sind sicherlich ein gutes Zeichen, um die breite Akzeptanz der Einschränkungen zu erhalten." Er glaube auch, "dass die Menschen so verantwortungsvoll handeln, dass die Feiertage nicht völlig unkontrolliert verlaufen und damit all das, was wir durch den Lockdown erreicht haben, wieder konterkarieren".

Biden ruft zur Einheit im Kampf gegen Corona auf

04:00 Uhr: Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat die Amerikaner im Kampf gegen die Corona-Pandemie zur Einheit aufgerufen. "Ich weiß, dass das Land des Kampfes überdrüssig geworden ist. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir uns im Krieg mit dem Virus befinden - nicht miteinander, nicht untereinander", sagte Biden am Mittwoch in seinem Heimatort Wilmington.

Biden wandte sich anlässlich des Feiertags Thanksgiving an diesem Donnerstag mit mahnenden Worten an die Amerikaner. An Thanksgiving kommen Familien und Freunde üblicherweise zu großen Feiern zusammen. Biden forderte die Amerikaner erneut auf, wegen der Corona-Gefahr darauf zu verzichten. Angesichts des "dramatischen Anstiegs" der Neuinfektionen forderte Biden eine "Verdoppelung" der Anstrengungen zur Eindämmung der Pandemie.

"Wir haben in diesem Kampf noch Monate vor uns", sagte Biden. Zugleich versuchte er, Zuversicht zu verbreiten. "Wenn Sie auf unsere Geschichte zurückblicken, sehen Sie, dass die Seele unserer Nation unter den schwierigsten Umständen geschmiedet wurde."

Biden warnte, dass die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen von derzeit 160.000 pro Tag schon bald auf 200.000 steigen und das Gesundheitswesen mancherorts überlasten könnte. Jeder Amerikaner müsse seinen Beitrag leisten, etwa indem Masken getragen, Abstandsregeln eingehalten und Menschenmengen gemieden werden.

Versammlung trotz Corona: Meuthen verteidigt AfD-Präsenzparteitag

03:45 Uhr: Die AfD hat ihr Vorhaben verteidigt, mitten in der Corona-Pandemie einen Bundesparteitag mit 600 Delegierten abzuhalten. "Ich bin überzeugt, dass sich Diskussionen über politische Inhalte am besten in einer Präsenzveranstaltung führen lassen", sagte der Parteivorsitzende Jörg Meuthen der dpa. Das habe auch der digitale Grünen-Parteitag am vergangenen Wochenende gezeigt.

Meuthen versicherte, die Versammlungsleitung werde strikt darauf achten, dass sich alle Delegierten an die geltenden Hygiene-Vorschriften zu Abstand und Maskenpflicht halten.

Wirtschaftsminister für mehr verkaufsoffene Sonntage 2021

00:01 Uhr: Angesichts der Umsatzeinbrüche bei vielen Einzelhändlern in der Coronakrise regt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) an, im kommenden Jahr mehr verkaufsoffene Sonntage zu gestatten. "Ich würde mir wünschen, dass das, was an Umsatzausfällen in diesem Jahr angefallen ist, über weitere verkaufsoffene Sonntage im nächsten Jahr wieder reingeholt werden kann", sagte er der "Bild"-Zeitung (Donnerstag). Er habe alle Landesregierungen und Kommunen gebeten, mit den Öffnungszeiten möglichst großzügig und flexibel umzugehen.

Altmaier sieht den Erhalt des stationären Einzelhandels als eine "nationale, ja auch eine patriotische Aufgabe", wie er sagte. "Unsere Innenstädte sind das Ergebnis eines historischen Prozesses. Bäckereien, kleine Lebensmittelgeschäfte, Buchläden, Antiquitätengeschäfte haben sich über einen langen Zeitraum entwickelt und machen unsere Innenstädte zu Orten der Begegnung und attraktiv für viele Menschen." Er möchte nach eigenen Worten nicht in einer Stadt leben, in der es nur noch Geschäfte großer Ketten gebe.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.

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