In Deutschland ist ein neuer Höchstwert an Corona-Neuinfektionen erreicht worden. Die Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Donnerstagmorgen erstmals mehr als 11.287 positive Tests binnen 24 Stunden gemeldet. Alle Infos zur Pandemie im Live-Blog.

  • 05:12 Uhr: Erstmals mehr als 10.000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland
  • 05:01 Uhr: FDP fordert Regierungserklärung von Merkel zu Corona
  • 01:30 Uhr: Ärzteverband: Merkel-Szenario mit 19.200 Neuinfektionen realistisch

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Top-News: Erstmals mehr als 10.000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

05:12 Uhr: Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages in Deutschland ist erneut stark gestiegen und hat erstmals den Wert von 10.000 Fällen überschritten. Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstagmorgen 11.287 Fälle binnen 24 Stunden. Der bisherige Höchstwert war am Samstag mit 7.830 Neuinfektionen erreicht worden.

Da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden - sind die jetzigen Werte allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühling vergleichbar.

Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Mit Blick auf stetig steigende Fallzahlen will das RKI am Donnerstag in einem Presse-Briefing im Online-Format zur Entwicklung der Pandemie in Deutschland informieren.

"Aktuell ist ein beschleunigter Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten", schreibt das RKI in seinem Lagebericht. "Daher wird dringend appelliert, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert." Dazu zählt das RKI unter anderem Abstands- und Hygieneregeln auch im Freien, das Lüften von Innenräumen und - wo geboten - eine Mund-Nasen-Bedeckung.

Alle weiteren Corona-Meldungen des Tages im Überblick:

Bericht: Japan erwägt Gesichtserkennung bei Olympia-Besuchern

07:53 Uhr: Japan erwägt den Einsatz von Technologien zur Gesichtserkennung von Zuschauern bei den Olympischen Spielen 2021. Wie die Wirtschaftszeitung "Nihon Keizai Shimbun" unter Berufung auf informierte Kreise berichtete, könnte dies möglicherweise beim Schutz vor einer Ausbreitung des Coronavirus helfen. Dabei würde das Gesicht des Zuschauers beim Betreten des Austragungsortes aufgezeichnet sowie die Körperoberflächentemperatur erfasst. Durch Aufzeichnen der Bewegungsroute mit Überwachungskameras am Veranstaltungsort wäre es möglich, im Falle einer Infektion später Personen, die möglicherweise engen Kontakt hatten, leichter auszumachen und früh zu informieren.

Allerdings könnte es Bedenken wegen der Datenschutzsicherheit geben, es müssten daher sorgfältige Überlegungen bezüglich der Verwaltung solcher Daten angestellt werden, schrieb das Blatt weiter.

FDP fordert Regierungserklärung von Merkel zu Corona

05:01 Uhr: Die FDP-Bundestagsfraktion fordert von Angela Merkel eine Regierungserklärung zur Corona-Politik. Ihr Parlamentsgeschäftsführer Marco Buschmann sagte dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (RND) mit Blick auf kolportierte Aussagen Merkels bei der letzten Sitzung mit den Ministerpräsidenten: "Wenn von Unheil die Rede ist, hat die Öffentlichkeit ein Recht zu erfahren, was das heißt." Der Ort, an dem der Öffentlichkeit die Politik vermittelt werde, sei das Parlament.

Dem Bericht zufolge forderte er in einem Schreiben an das Kanzleramt die Regierungserklärung für die nächste Bundestagssitzungswoche. Merkel solle darlegen, wie sie die Lage einschätze, was sich hinter dem Bild des "Unheils" verberge, welche Maßnahmen sie für nötig halte und welche davon an den Ministerpräsidenten gescheitert seien.

Merkel hatte nach übereinstimmenden Angaben von Teilnehmern die Regierungschefs der Bundesländer gemahnt: "Die Ansagen von uns sind nicht hart genug, um das Unheil von uns abzuwenden." Mit den festgelegten Maßnahmen würden Bund und Länder "in zwei Wochen eben wieder hier" sitzen.

Ärzteverband: Merkel-Szenario mit 19.200 Neuinfektionen realistisch

01:30 Uhr: Die Verbandschefin der Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst hält das Szenario von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht für übertrieben, dass die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland auf über 19.000 steigen könnte. "Als die Bundeskanzlerin vor einigen Wochen von 19.200 Neuinfektionen an einem Tag gesprochen hat, habe ich eine solche Entwicklung zunächst für unwahrscheinlich gehalten", sagte Ute Teichert den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Aber so wie die Dinge derzeit verlaufen, halte ich das inzwischen für eine realistische Einschätzung."

Merkel hatte bei einer Videokonferenz des CDU-Präsidiums Ende September nach Angaben aus Teilnehmerkreisen vor einem deutlichen Anstieg der Corona-Neuinfektionen in Deutschland gewarnt. Wenn diese sich wöchentlich so weiterentwickelten, werde es zu Weihnachten 19.200 gemeldete Neuinfektionen am Tag geben, wurde sie zitiert.

Wenn in einer Region innerhalb kurzer Zeit die Infektionszahlen stark stiegen, wie im Landkreis Berchtesgadener Land, gerieten die Gesundheitsämter "rasch an die Grenze der Überforderung", sagte Teichert. Sie räumte ein, besonders in Regionen mit sehr vielen Ansteckungen könnten derzeit nicht mehr alle Kontaktpersonen nachverfolgt werden. Das Robert-Koch-Institut hatte von neun Städten und Landkreise gesprochen, in denen etwa die Ermittlung von Fällen und die Nachverfolgung von Kontaktpersonen nicht mehr vollständig gelinge.

Alle Corona-Meldungen vom 21. Oktober finden Sie hier.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.
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