Der starke Anstieg der Corona-Infektionen hat in Berlin drastische Konsequenzen für Geschäfte, Bars und Restaurants. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder sorgt sich, dass Berlin die Kontrolle der Corona-Situation entgleitet. Alle News zum Coronavirus vom 6. Oktober zum Nachlesen.

  • 19:06 Uhr: Berlin beschließt Sperrstunde für Geschäfte
  • 15:31 Uhr: Söder fordert Berlin zu mehr Entschlossenheit im Kampf gegen Corona auf
  • 12:54 Uhr: Dobrindt hält innerdeutsche Corona-Reisebeschränkungen für überzogen
  • 10:34 Uhr: Berliner Epidemiologie kritisiert Richtwert für Corona-Zahlen.
  • 08:13 Uhr: Lauterbach: "Präsenzunterricht kann zum Superspreadingevent werden"
  • 06:19 Uhr: Statistik angepasst: Fast 2.800 neue Corona-Todesfälle in Mexiko
  • 05:55 Uhr: Mehr als 2.600 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

Top-News: Berlin beschließt Sperrstunde für Geschäfte

19:06 Uhr: Wegen des starken Anstiegs der Corona-Infektionen müssen die meisten Geschäfte sowie alle Restaurants und Bars in Berlin künftig von 23.00 Uhr bis 06.00 Uhr schließen. Der Senat beschloss am Dienstag eine nächtliche Sperrstunde, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Koalitionskreisen erfuhr. Demnach sind Ausnahmen etwa für Tankstellen geplant, diese dürfen in der Nacht aber keinen Alkohol mehr verkaufen.

Zudem gelten in der Stadt bald neue Einschränkungen für private Feiern in geschlossenen Räumen. Künftig dürfen daran nur noch maximal 10 statt bisher 25 Personen teilnehmen, wie der Senat den Angaben zufolge weiter beschloss.

Zum ersten Mal zeigt das Berliner Ampelsystem zur Bewertung der Corona-Lage dem Senat Handlungsbedarf an: Die Zahl der Neuinfektionen im Verhältnis zur Einwohnerzahl in den vergangenen sieben Tagen und die Reproduktionszahl liegen inzwischen über den als kritisch definierten Grenzwerten.

Söder: Corona in Berlin "am Rande der Nicht-mehr-Kontrollierbarkeit"

15:31 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die Verantwortlichen in der Bundeshauptstadt zu einem entschiedeneren Kampf gegen die steigenden Berliner Corona-Zahlen aufgerufen.

"Mir macht die Berliner Situation ausdrücklich Sorgen. Ich befürchte, das ist am Rande der Nicht-mehr-Kontrollierbarkeit", sagte Söder am Dienstag vor einer Kabinettssitzung in München.

Er verwies darauf, dass München es mit verschärften Anti-Corona-Maßnahmen geschafft habe, den Anstieg der Infektionszahlen zu bremsen. Dazu zählten etwa eine zeitweilige Maskenpflicht in Teilen der Innenstadt und zeitweilige strengere Kontaktbeschränkungen. Man könne nur "dringend raten", solche Maßnahmen zu ergreifen, sagte Söder Richtung Berlin.

Er habe den Eindruck, die Berliner Gesundheitssenatorin kämpfe sehr. "Aber sie wird ein Stück weit allein gelassen." Angesichts des "seltsamen Systems" von Bezirksregierungen gebe es dort kaum eine einheitliche Strategie.

Man sei in Berlin an einer "gefährlichen Schwelle" - das sage er aber mit Sorge, nicht mit einem Zeigefinger. Manche Anti-Corona-Maßnahmen würden in Berlin aber entweder nicht oder kaum vollzogen - das sei der Eindruck, den viele aktuell hätten.

"Wir wollen auf keinen Fall eine Situation haben wie in Madrid, wir wollen keine Situation haben wie in Paris, dass wieder im Prinzip ein kompletter Lockdown erfolgen muss, dass wieder das öffentliche Leben auf Null gestellt wird", betonte Söder.

So etwas wolle man in Deutschland nicht wieder haben. Er warnte vor erheblichen Auswirkungen auf Schule, Kitas, Wirtschaft und Gesellschaft. "Mehr Maske, weniger Alkohol und kleinere Partys - nur so können wir die Infektionsausbreitung in den Griff bekommen", betonte Söder.

"Wir machen uns wirklich Sorgen, wie das weitergeht in Deutschland", sagte Söder und fügte hinzu: "Die Lage ist sehr unsicher." Man müsse deshalb weiter mit einem hohen Maß an Disziplin und Vernunft agieren. "Dann, glaube ich, können wir auch diesen Winter gut überstehen."

Alle weiteren Corona-Meldungen des Tages im Überblick:

Corona-Ausbruch bei Volleyball-U20-EM - Sechs Deutsche infiziert

17:30 Uhr: Bei der U20-Europameisterschaft der Volleyballer in Tschechien ist es zu einem Coronavirus-Ausbruch gekommen. Das deutsche Team berichtete am Dienstag von mindestens sechs Fällen, die nach der Rückkehr in die Heimat erkannt worden sind.

Alle Betroffenen - die erkrankten Spieler und Betreuer wurden nicht namentlich genannt - zeigten "keine oder leichte Symptome und einen milden Verlauf", wie der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) mitteilte.

Alle Delegations-Mitglieder hätten sich nach der Heimreise am Sonntag wie vorgeschrieben in die häusliche Quarantäne begeben. In der Woche sollte bei neuen Tests überprüft werden, ob es weitere Fälle gibt.

Die Deutschen waren nicht die Einzigen, bei denen sich Spieler infizierten. Sieben italienische Teammitglieder wurden ebenfalls positiv auf das Coronavirus getestet, wie am Dienstag bekannt wurde. Italien hatte bei dem Turnier in Brünn die Silbermedaille gewonnen.

Für DVV-Sportdirektor Christian Dünnes klang das Hygienekonzept der EM zwar "schlüssig und sicher"; allerdings habe es nicht gegriffen. "Wir werden uns hierzu an den europäischen Verband CEV wenden, um in Erfahrung zu bringen, warum dies nicht konsequent umgesetzt wurde, um die Sicherheit aller Personen vor Ort zu gewährleisten", sagte er.

Boeing: Corona-Krise dürfte Flugzeugbedarf auf Jahre dämpfen

17:09 Uhr: Der US-Flugzeugriese Boeing rechnet wegen der Folgen der Corona-Pandemie in den nächsten zehn Jahren mit einem deutlich geringeren Bedarf an neuen Verkehrsflugzeugen.

Die Nachfrage dürfte sich erst der folgenden Dekade bis zum Jahr 2039 wieder erholen, schrieb der US-Konzern in seinem am Dienstag veröffentlichten Marktausblick. So gehe es im weltweiten Passagierverkehr nach dem Einbruch infolge der Corona-Krise nur langsam wieder aufwärts.

"Es dürfte etwa drei Jahre dauern, um das Niveau von 2019 wieder zu erreichen", sagte Boeings Marketing-Manager Darren Hulst. Bis die Luftfahrtbranche zu ihrem langfristigen Wachstumstrend zurückkehre, dürften fünf oder sogar mehr Jahre vergehen.

Boeing erwartet nun, dass in den Jahren 2020 bis 2029 rund 18.350 neue Passagier- und Frachtjets ausgeliefert werden. Das sind elf Prozent weniger als in der vorigen Marktprognose vom Juni 2019 vorhergesagt.

"Die kommerzielle Luftfahrt steht in diesem Jahr vor historischen Herausforderungen", konstatierte Boeing-Manager Hulst. Dies belaste kurz- und mittelfristig die Nachfrage nach neuen Flugzeugen und zugehörigen Dienstleistungen.

Vor allem in den kommenden zehn Jahren dürften Airlines ältere Maschinen durch neue Jets ersetzen, statt ihre Flotten zu erweitern. Doch obwohl die Ticketnachfrage nach Branchenschätzungen erst in einigen Jahren wieder das Vorkrisenniveau erreichen dürfte, geht Boeing längerfristig wieder von Wachstum aus.

So dürfte der Passagierverkehr bis 2039 im jährlichen Schnitt um vier Prozent zulegen, hieß es. Die weltweit eingesetzte Flugzeugflotte soll in dieser Zeit von derzeit 25.900 auf 48.400 Maschinen wachsen.

Allerdings hatte Boeing in seinem letzten Marktausblick noch eine Flotte von 50.660 Flugzeuge für das Jahr 2038 vorhergesagt. Die Coronakrise hat den internationalen Luftverkehr zeitweise nahezu zum Erliegen und viele Fluggesellschaften in schwere Finanznot gebracht.

Zwei Spieler vom MSV Duisburg mit positivem Corona-Test

15:45 Uhr: Fußball-Drittligist MSV Duisburg muss vorerst auf zwei Spieler verzichten. Nach einem zweiten positiven Corona-Test wurden beide Akteure in häusliche Quarantäne geschickt. Wie der Club am Dienstag mitteilte, sei nach Rücksprache mit Gesundheitsamt und Deutschem Fußball-Bund aufgrund der Vorsorgemaßnahmen eine Absonderung der kompletten Mannschaft nicht notwendig.

Am nächsten Freitag trifft der MSV im Heimspiel auf den Überraschungs-Tabellenführer 1. FC Saarbrücken (19.00 Uhr).

Schleswig-Holstein will bundesweite Regelung zu Risikogebieten

14:26 Uhr: Schleswig-Holstein ist grundsätzlich bereit, seine bisherige Einstufung von Corona-Risikogebieten in Deutschland zu ändern. "Wir haben im Kabinett heute intensiv beraten und es besteht eine grundsätzliche Absicht, unsere Regelungen anzupassen", sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Kiel.

Schleswig-Holstein wolle eine bundeseinheitliche Regelung. Wegen der Ausweisung inländischer Risikogebiete mit Quarantäneauflagen für Einreisende - zum Beispiel Urlauber aus vier Berliner Bezirken und aus den Städten Hamm und Remscheid in Nordrhein-Westfalen - ist Schleswig-Holstein in die Kritik geraten.

Tourismusverband kritisiert unterschiedliche Corona-Reisevorgaben

14:10 Uhr: Der Deutsche Tourismusverband (DTV) hat die in manchen Bundesländern eingeführten Quarantäne-Vorschriften für Reisende aus innerdeutschen Risikogebieten kritisiert.

"Wir brauchen dringend einen einheitlichen Rahmen für das Reisen innerhalb Deutschlands, der nachvollziehbar und praktikabel ist", sagte der Geschäftsführer des Verbandes, Norbert Kunz, am Dienstag in Berlin. "Die unterschiedlichen Quarantäneregeln der Bundesländer sind nicht hilfreich und führen zu starker Verunsicherung."

Kunz forderte eine bundesweite Task Force Tourismus, bei der Politik, Branchen- und Medizinexperten praktikable Lösungen für die anstehenden Wochen und Monate vorbereiten sollten. Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz haben Einreisebeschränkungen mit Quarantäneregeln für Reisende aus besonders betroffenen Gebieten innerhalb Deutschlands festgelegt.

Karl Lauterbach warnt vor der Corona-Gefahr im Herbst und im Winter in vollen Schulen

Die Rückkehr zum Präsenzunterricht in den deutschen Schulen wird nach Ansicht des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach in der kalten Jahreszeit zum unkalkulierten Risiko. Schüler, Lehrer und Eltern seien durch überfüllte Klassenräume und in der Folge steigende Coronazahlen gleichermaßen gefährdet.

Dobrindt hält innerdeutsche Corona-Reisebeschränkungen für überzogen

12:54 Uhr: CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat sich gegen einseitige Reisebeschränkungen angesichts steigender Corona-Infektionszahlen etwa in Berlin ausgesprochen. "Ich glaube, dass es überzogen ist, wenn wir in der jetzigen Phase, in der wir uns befinden, mit Reiseeinschränkungen arbeiten", sagte Dobrindt am Dienstag in Berlin. Er habe Verständnis dafür, dass man hier Lösungen finden wolle. "Aber sinnvoller wäre es, wenn wir uns da auf ein gemeinsames Vorgehen verständigen könnten."

Mit dem Thema müsse sehr sensibel umgegangen werden, forderte Dobrindt. Er könne verstehen, dass es Regionen in Deutschland gebe, die keine Infektionseinträge von außerhalb haben wollten. Der Eintrag an Infektionen, den es aus innerdeutschen Reisen gebe, sei aber nicht im Ansatz so ausgeprägt wie jener, den es durch die Reiserückkehrer etwa aus den Sommerferien gegeben habe. Auch in den nächsten Wochen werde das Thema, mit dem man sich beschäftigen müsse, vor allem der Reiseverkehr mit dem Ausland und dortigen Hotspots sein.

Es gebe theoretische Möglichkeiten, bei einem Hotspot in deutschen Städten oder Landkreisen Reisemöglichkeiten einzuschränken, sagte Dobrindt. Dies dürfe aber nicht zum Regelfall werden. Angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen etwa in Berlin haben Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz Einreisebeschränkungen mit Quarantäneregeln und Pflichttests für Reisende aus innerdeutschen Hotspots festgelegt.

WHO Europa warnt vor zunehmender Corona-Müdigkeit

11:49 Uhr: Das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation WHO warnt vor einer steigenden Corona-Müdigkeit. Mehrere Länder Europas berichteten davon, dass die Menschen von der Pandemie allmählich genug hätten, teilte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Dienstag in Kopenhagen mit.

In den acht Monaten seit der Ankunft des Virus in der Region hätten die Bürger riesige Opfer zur Eindämmung von Corona gebracht. Das gehe einher mit außergewöhnlichen Umständen, "die uns alle erschöpft haben, unabhängig davon, wo wir leben und was wir tun", erklärte Kluge.

Unter solchen Bedingungen sei es ganz natürlich, dass man sich demotiviert fühle und eine gewisse Müdigkeit verspüre. Dennoch glaube er, dass es möglich sei, die Bemühungen gegen die Herausforderungen wiederzubeleben, die COVID-19 mit sich bringe.

Unter anderem müssten neue, sicherere und innovative Wege gefunden werden, wie man die Bedürfnisse der Bürger insbesondere in der Festtagszeit stillen könne. Dies habe man etwa während des Ramadans gesehen, als gemeindenahe Gruppen sichere Lösungen für das Fastenbrechen gefunden hätten.

"Indem wir eine Balance zwischen Wissenschaft, sozialen und politischen Bedürfnissen finden, können wir Vorsichtsmaßnahmen entwickeln, die kulturell akzeptiert sind", so Kluge.

Söder fordert möglichst einheitliche Quarantäne-Regeln der Länder

11:36 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert möglichst einheitliche Quarantäne-Regeln aller Bundesländer für Reisende aus innerdeutschen Corona-Hotspots.

Dazu werde es am Mittwoch eine Schalte der Chefs der Staatskanzleien der Länder geben, kündigte Söder am Dienstag vor einer Kabinettssitzung in München an. Dies werde Bayern abwarten. "Ich fände eine einheitliche Regelung in Deutschland sicherlich gut", betonte Söder.

Er verwies aber darauf, dass es in den bayerischen Corona-Regularien schon jetzt die Möglichkeit gäbe, ein Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Hotspots zu erlassen - "außer man testet sich frei".

Angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen etwa in Berlin haben Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz Einreisebeschränkungen mit Quarantäneregeln und Pflichttests für Reisende aus innerdeutschen Hotspots festgelegt.

"Es spricht viel dafür, diese Regelung von Schleswig-Holstein und auch Rheinland-Pfalz auch in Bayern anzuwenden", sagte Söder. Es solle aber zunächst versucht werden, zu einer "national halbwegs verbindlichen Sprachregelung" zu kommen.

"Das wäre auch für die Bürger am Besten", betonte Söder und warnte vor einem neuen "Flickenteppich". "An der Stelle gibt es wieder unglaublich viel Verwirrung und unglaublich viel Verunsicherung."

Man brauche deshalb auf jeden Fall bis zum Beginn der Herbstferien in den anderen Bundesländern eine einheitliche Sprachregelung. Es gebe aber derzeit noch "große Diskussionen" über das weitere Vorgehen.

Zulassungsprozess für Impfstoff von Mainzer Unternehmen startet

11:17 Uhr: Der vom Mainzer Unternehmen Biontech entwickelte Corona-Impfstoffkandidat geht in den Zulassungsprozess. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA werde den Wirkstoff BNT162b2 in einem sogenannten Rolling-Review-Verfahren prüfen, teilten Biontech und das Pharma-Unternehmen Pfizer, das die Entwicklung unterstützt, am Dienstag mit.

Bei diesem Verfahren werden Daten aus der klinischen Prüfung fortlaufend eingereicht und bewertet. Die Entscheidung der EMA, das Verfahren zu beginnen, basiere auf den ermutigenden vorläufigen Daten der präklinischen sowie frühen klinischen Studien bei Erwachsenen. Biontech ist damit das erste deutsche Unternehmen und mit AstraZeneca das zweite insgesamt, das bei der EMA für diesen Prozess zugelassen wurde. Im April hatte Biontech als erstes deutsches Unternehmen vom zuständigen Paul-Ehrlich-Institut in Langen die Genehmigung für eine klinische Studie der Phase-I/II bekommen.

In dieser Phase werden Sicherheit und Verträglichkeit des Impfstoffkandidaten geprüft. Vorläufige Daten zeigten, dass der Wirkstoff gut verträglich war und nur leichte bis moderate Nebenwirkungen aufwies, berichten die Unternehmen.

Die Probanden hätten Antikörper gebildet und andere erwünschte Immunreaktionen gezeigt. Der zuständige Ausschuss der EMA habe nun begonnen, diese Daten zu prüfen. Der Impfstoff-Kandidat werde den strengen Qualitäts-, Sicherheits- und Wirksamkeitsstandards der EMA unterliegen, betonen Biontech und Pfizer in ihrer Mitteilung.

Der von Biontech entwickelte Wirkstoff gehört in die Gruppe der genbasierten Impfstoffe - es ist ein sogenannter RNA-Impfstoff. Er enthält genetische Informationen des Erregers. Im Körper wird daraus ein Eiweiß des Virus hergestellt, genauer gesagt das Oberflächenprotein, mit dessen Hilfe das Virus in Zellen eindringt.

Ziel der Impfung ist es, den Körper zur Bildung von Antikörpern gegen dieses Protein anzuregen. Sind Antikörper vorhanden, fangen sie die Viren ab, bevor sie in die Zellen eindringen und sich vermehren. Außerdem soll der Wirkstoff andere Abwehrwaffen des Immunsystems aktivieren.

Direktor von Charité-Institut will neuen Bezug für Corona-Werte

10:34 Uhr: Aus Sicht des Direktors am Institut für Epidemiologie an der Charité Berlin, Professor Stefan Willich, fehlt für die statistische Einschätzung der Corona-Zahlen ein "vernünftiger Bezugsrahmen".

Vor fünf Monaten sei der Schwellenwert von 50 sogenannten Neuinfektionen pro Woche pro 100.000 Einwohner definiert worden. "Das schien damals präzise, war aber eigentlich immer nur ein grober Anhaltspunkt", sagte Willich am Dienstag im RBB-Inforadio.

Jetzt werde mehr getestet als im Frühjahr. "Das heißt, allein wegen der Anzahl der Testung ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass man hier diese Zahl mal überschreitet. Dann gibt es keinen vernünftigen Bezugsrahmen."

Nach den Worten Willichs müssten sich die Zahlen beziehen auf repräsentative Stichproben, die jetzt erst beginnen. "Ich denke, das wird in den nächsten Wochen auch auf der Basis von neuen Stichproben und Erhebungen noch einmal anders definiert werden müssen", sagte Willich. Damit könnten die Werte besser und realistischer eingeordnet werden.

Willich geht davon aus, dass allgemeine Schutzvorkehrungen wie Abstand halten, Tragen von Mund-Nase-Schutz und die Nachverfolgung von klinisch erkrankten Fällen und ihren Kontakten längere Zeit notwendig sind.

"Das werden die Stützpfeiler einer langfristigen Strategie sein. Wir müssen längerfristig mit diesen Maßnahmen gut leben, dann wird das Pandemiegeschehen auch im Griff bleiben." Zudem müssten Risikopatienten in Altersheime, Pflegeheime oder Krankenhäuser besonders gut geschützt werden.

Baden-Württemberg setzt nächste Corona-Alarmstufe in Kraft

10:17 Uhr: Baden-Württemberg setzt angesichts steigender Corona-Infektionszahlen erstmals die zweite Stufe im Kampf gegen die Pandemie in Kraft. Sozialminister Manne Lucha (Grüne) verkündet am Dienstag im Kabinett in Stuttgart den Eintritt in die sogenannte Anstiegsphase, wie ein Regierungssprecher der Deutschen Presse-Agentur (dpa) bestätigte.

Diese zweite von drei Stufen beinhaltet etwa eine strengere Kontrolle von Maßnahmen, Appelle an die Öffentlichkeit und das bedarfsabhängige Hochfahren von Corona-Ambulanzen und Teststellen.

Anlass sei das aktuelle Infektionsgeschehen im Land, sagte der Sprecher. In einigen Regionen und Städten gebe es ein diffuses Infektionsgeschehen, die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz liege zudem im ganzen Land bereits bei 15.

Die grün-schwarze Landesregierung hatte im September ein dreistufiges Alarm-System vorgestellt, um eine zweite Corona-Infektionswelle und einen landesweiten Lockdown unter allen Umständen zu verhindern.

Entscheidend für die Einstufung dabei ist die Sieben-Tage-Inzidenz. Sie zeigt die Zahl der Neuinfektionen innerhalb einer Woche pro 100.000 Einwohner. Aber auch andere Faktoren spielten bei der Bewertung eine Rolle, etwa die absoluten Infektionszahlen, die Zahl der Tests oder der Reproduktionswert (R-Wert), der angibt, wie viele Menschen ein Erkrankter im Schnitt mit dem Virus ansteckt.

Karl Lauterbach fordert einheitliche Regeln: "Ganz Deutschland wird Risikogebiet"

Nicht überall in Deutschland ist die Gefahr einer Infektion mit dem Coronavirus gleich hoch. Insofern legte die Politik bislang auch keine einheitlichen Schutzmaßnahmen fest. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält das für einen Fehler. Der 57-Jährige erwartet, dass "ganz Deutschland ein Risikogebiet sein wird."

Corona-Grenzwert überschritten: Wuppertal untersagt Martinsumzüge

09:09 Uhr: Die Stadt Wuppertal hat nach dem Überschreiten der ersten wichtigen Infektions-Kennzahl vorerst Martinsumzüge untersagt. Zudem werden private Feiern, Hochzeiten und Beerdigungen auf 50 Teilnehmer begrenzt, hieß es am Dienstag. Kinder und Jugendliche an weiterführenden Schulen müssen auch am Platz wieder Maske tragen.

Für Martinsumzüge - die in der Regel rund um den 11. November stattfinden - gibt es derweil aber noch Hoffnung: Die in Kraft getretene Allgemeinverfügung gilt zunächst, bis der sogenannte 7-Tage-Inzidenzwert fünf Tage lang unter 35 liegt. Laut Robert Koch-Institut lag die Zahl der binnen sieben Tagen Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner am Dienstag bei 42,6.

Die Stadtverwaltung macht eine "gewisse Sorglosigkeit, zu Teilen auch Verantwortungslosigkeit" für den Anstieg der Neuinfektionen verantwortlich. So hätten zum Beispiel Jugendliche unbekümmert eine Garagenparty gefeiert und danach das Virus an unterschiedliche Schulen im Stadtgebiet getragen, hieß es am Dienstag in einer Mitteilung.

Weitere spanische Städte werden wegen Corona abgeriegelt

09:00 Uhr: Wegen stark steigender Corona-Zahlen werden nach Madrid und neun Kommunen im Umland zwei weitere spanische Städte im Nordwesten des Landes weitgehend abgeriegelt. Betroffen ist die Provinzhauptstadt León mit 124.000 Einwohnern und die südöstlich gelegene Stadt Palencia mit 78.000 Einwohnern.

Die Maßnahmen in der autonomen Region Kastilien und in León würden am Dienstag für zunächst 14 Tage in Kraft treten, berichteten spanische Medien am Montag unter Berufung auf die regionale Gesundheitsministerin Verónica Casado. Die Bürger dürften zwar ihre Wohnungen verlassen, die Stadtgrenzen aber nur aus triftigem Grund überqueren.

In beiden Städten lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen bei mehr als 500. Das ist ein sehr hoher Wert, in Deutschland liegt er auf sieben Tage gerechnet bei nur 15,3.

Ab der Marke von 500 müssen in Spanien Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern die Bewegungsfreiheit der Bürger einschränken, wenn zugleich mehr als zehn Prozent aller Corona-Tests positiv ausfallen und mehr als 35 Prozent der Betten auf Intensivstationen mit COVID-19-Patienten belegt sind. Kleinere Städte sollten ähnlich verfahren.

Diese Grenzwerte hatte das spanische Gesundheitsministerium am Donnerstag für alle Städte landesweit verbindlich festgelegt. Ihr ging es dabei vor allem darum, die Hauptstadt Madrid auch gegen den Willen der Regionalregierung abriegeln lassen zu können. Die Hauptstadt weist mit die höchsten Corona-Zahlen Westeuropas auf.

Spanien ist eines der am schlimmsten von der Coronakrise betroffenen Länder. Besonders die sogenannte zweite Welle ist dort heftiger als in den meisten anderen Ländern Westeuropas. Seit Beginn der Pandemie wurden fast 800.000 Infektionen und mehr als 32.000 Tote mit COVID-19 registriert.

Keine Quarantäne für Reisende aus inländischen Risikogebieten in NRW

08:30 Uhr: Wer aus einem inländischen Corona-Risikogebiet nach Nordrhein-Westfalen reist, muss im bevölkerungsreichsten Bundesland nicht in Quarantäne gehen.

"Städte oder Kreise innerhalb Deutschlands, die hohe Inzidenzen aufweisen werden als "besonders betroffene Gebiete" kategorisiert. Diese Kategorisierung bedeutet primär keine Einschränkungen für Reisende aus oder in diese Städte/Regionen", sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums der "Rheinischen Post" (Dienstag) und der Deutschen Presse-Agentur.

In NRW liegen die Städte Hamm und Remscheid über dem Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann hält Schleswig-Holsteins Quarantäne-Pflicht für Einreisende aus mehreren Berliner Bezirken und anderen deutschen Städten mit hohen Corona-Infektionszahlen für "überzogen".

In ihrem Land werde derzeit nicht an ein Übernachtungsverbot für Menschen aus innerdeutschen Risikogebieten gedacht, sagte die SPD-Politikerin der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). Entsprechende Regelungen innerhalb des Bundesgebietes seien aus Sicht der niedersächsischen Landesregierung auch "praktisch nicht umsetz- oder gar kontrollierbar".

Wegen zu hoher Corona-Infektionszahlen hat Schleswig-Holstein die Berliner Bezirke Mitte, Neukölln, Tempelhof-Schöneberg und Friedrichshain-Kreuzberg sowie die NRW-Städte Hamm und Remscheid als Risikogebiete im Inland ausgewiesen.

Wer von dort einreist, muss sich sofort 14 Tage in Quarantäne begeben oder zwei negative Corona-Tests innerhalb von fünf Tagen vorweisen. Auch Rheinland-Pfalz betrachtet Berliner Bezirke als Risikogebiet.

Dort müssen Reisende aus diesen Bezirken in der Regel ebenfalls in Quarantäne, es gibt aber einige Ausnahmen, wie das Gesundheitsministerium in Mainz mitteilte. Als Grundlage für die Einstufung als Risikogebiet dient die Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Dieser Wert darf nicht höher als 50 sein.

Lauterbach: "Präsenzunterricht kann zum Superspreadingevent werden"

08:13 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach dämpft Hoffnungen auf einen schon 2021 verfügbaren Corona-Impfstoff für Kinder - und fordert angesichts steigender Infektionszahlen gestaffelte Unterrichtszeiten während der kalten Monate.

"Präsenzunterricht kann zum Superspreadingevent im Herbst und Winter werden", sagte der studierte Epidemiologe der "Rheinischen Post" (Dienstag). Um das Infektionsgeschehen einzudämmen, rät Lauterbach dazu, den Unterricht für einen Teil der Schüler morgens und für die anderen am Mittag zu beginnen.

"Dafür braucht es einen entschlackten Lehrplan für das laufende Schuljahr, in dem manche Fächer ausnahmsweise nicht unterrichtet werden müssen - oder nur noch virtuell." So würden überfüllte Klassenräume und Stoßzeiten an den Schulen verhindert und das Risiko für Ansteckungen etwa in Bussen und Bahnen verringert.

Zurzeit laute das Motto an den Schulen aufgrund fehlender Konzepte der Kultusministerien "Maske auf und durch", kritisierte Lauterbach. "So gefährden die zuständigen Behörden unter Umständen die Gesundheit der Schüler, Lehrer und Eltern und riskieren immer weiter steigende Infektionszahlen, weil Schüler das Virus genauso wie Erwachsene weitergeben können."

Der Sozialdemokrat rechnet damit, dass die Schulen noch das ganze Schuljahr 2020/2021 mit den Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen haben werden und ihre Unterrichtspraxis radikal umstellen müssen.

Das gelte umso mehr, weil junge Menschen wahrscheinlich nicht zur gleichen Zeit wie Erwachsene geimpft werden könnten. "Es ist nicht zu erwarten, dass wir im kommenden Jahr Kinder und Jugendliche impfen können", sagte Lauterbach der "Rheinischen Post". Sie seien nicht Teil laufender Studien, "weswegen ein möglicher Impfstoff für junge Menschen nicht zugelassen werden kann".

Irland verschärft landesweit Corona-Maßnahmen

07:23 Uhr: Angesichts einer zweiten Corona-Infektionswelle hat die irische Regierung die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus wieder verschärft. Landesweit dürften Restaurants und Pubs ab sofort keine Gäste mehr in Innenräumen bedienen, sagte Premierminister Micheal Martin am Montag in einer Fernsehansprache. Bereits geplante Veranstaltungen würden abgesagt. Zudem seien die Bürger aufgerufen, keine Inlandsreisen zu unternehmen.

Angestellte sollten nur dann nicht von zu Hause arbeiten, wenn sie am Arbeitsplatz dringend benötigt würden, sagte Martin. Auch Gottesdienste müssten wieder online stattfinden.

"Die jüngsten Entwicklungen in den meisten Teilen des Landes sind sehr besorgniserregend", sagte der Regierungschef. "Wenn wir diese Entwicklungen nicht umkehren, wird das ernste Folgen haben - daran besteht kein Zweifel."

In der Hauptstadt Dublin und der Grafschaft Donegal im Nordwesten der kleinen Republik galten die schärferen Beschränkungen bereits. Eine Expertenkommission hatte der Regierung am Sonntag empfohlen, wegen des rapiden Wiederanstiegs bei den Neuinfektionen einen zweiten landesweiten Lockdown zu verhängen. Dies habe die Regierung mit Blick auf die wirtschaftlichen Folgen abgelehnt, sagte Martin.

Im April hatte Irland mit durchschnittlich 77 Corona-Toten pro Tag einen Höchststand erreicht. Derzeit ist die Zahl der Todesopfer niedrig, doch nehmen die Infektionsfälle wieder deutlich zu. Am Montag meldete das Gesundheitsministerium einen Anstieg von 518 Neuinfektionen binnen 24 Stunden.

Statistik angepasst: Fast 2.800 neue Corona-Todesfälle in Mexiko

06:19 Uhr: Mexiko hat die Zählweise seiner Corona-Fälle geändert und 28.115 neue Infektionen sowie 2.789 neue Todesfälle innerhalb eines Tages registriert. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit der Krankheit COVID-19 - die vierthöchste der Welt - stieg damit am Montag (Ortszeit) auf 81.877. Am Vortag waren 3.712 Infektionen und 208 Tote hinzugekommen.

Das Gesundheitsministerium erweiterte nun die Definition eines bestätigten Falls. Es werden demnach jetzt auch Menschen als infiziert gezählt, die Symptome und Kontakt zu positiv Getesteten hatten, jedoch nicht selbst getestet worden sind.

Mexiko, mit knapp 130 Millionen Einwohnern das zehntbevölkerungsreichste Land der Erde, hat mit nun 789.780 bestätigten Corona-Infektionen laut Statistik der Johns-Hopkins-Universität die neuntmeisten weltweit. Die wahren Zahlen dürften noch deutlich höher liegen, da in dem nordamerikanischen Land sehr wenig getestet wird.

Zudem konnten nach offiziellen Angaben während der Pandemie bereits mehr als 90.000 Tests in Mexiko nicht ausgewertet werden, etwa wegen Fehlern beim Transport und der Aufbewahrung. Die endgültige Zahl der Todesfälle werde wohl erst in "ein paar Jahren" bekannt sein, sagte kürzlich der oberste Coronavirus-Experte der mexikanischen Regierung, Hugo López-Gatell.

Hin und Her bei US-Behörde: Corona-Übertragung über längere Distanz möglich

06:10 Uhr: Die US-Gesundheitsbehörde CDC stellt nun wieder offiziell fest, dass sich das Coronavirus auch über in der Luft schwebende kleine Partikel übertragen kann. Vor zwei Wochen hatte die CDC für Aufsehen gesorgt, weil sie erst einen Hinweis darauf in ihren Empfehlungen veröffentlicht hatte - und dann nach wenigen Tagen wieder zurücknahm. Zur Begründung hieß es, dass ein Entwurf fälschlicherweise zu früh veröffentlicht worden sei.

Am Montag schrieb die CDC in ihren Corona-Richtlinien wieder, das Virus könne unter bestimmten Bedingungen auch über eine längere Distanz als die bislang als maßgeblich angesehen sechs Fuß (etwa 1,8 Meter) übertragen werden. Dies sei der Fall gewesen in schlecht belüfteten Räumen. Mitunter hätten die Personen zudem schwer geatmet, etwa beim Singen oder Trainieren.

Wissenschaftler glauben nach Angaben der CDC, dass die Konzentration des Virus in der Luft durch die Umstände ansteigen konnte. Dabei seien zum Teil auch Menschen infiziert worden, die sich nicht nur zur gleichen Zeit, sondern auch kurz danach an einem Ort mit ansteckenden Personen aufgehalten hätten. Zugleich schränkte die CDC ein, dass der Großteil der Infektionen nach vorliegenden Daten in nächster Entfernung passiere.

In den USA sind nach Zahlen der Universität Johns Hopkins bereits mehr als 210.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Erst kürzlich hatte die CDC Kritik auf sich gezogen, als sie erklärte, Tests bei Menschen ohne Symptome seien nicht notwendig. In einer "Klarstellung" nahm die CDC diese Position aber wieder zurück.

Mehr als 2.600 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

05:55 Uhr: Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat zum zweiten Mal binnen weniger Tage die Schwelle von 2.600 überschritten. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 2.639 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Dienstagmorgen bekanntgab. Das sind nur knapp weniger als am Freitagmorgen, als mit 2.673 Neuinfektionen innerhalb eines Tages der höchste Wert seit der zweiten Aprilhälfte gemeldet worden war.

Seit Beginn der Coronakrise haben sich nach Angaben des RKI mindestens 303.258 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 6.10., 0:00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.546. Das sind zwölf mehr als am Vortag. Rund 265.600 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Montag bei 1,21 (Vortag: 1,23). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,08 (Vortag: 1,14). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Karl Lauterbach fordert einheitliche Regeln: "Ganz Deutschland wird Risikogebiet"

Nicht überall in Deutschland ist die Gefahr einer Infektion mit dem Coronavirus gleich hoch. Insofern legte die Politik bislang auch keine einheitlichen Schutzmaßnahmen fest. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält das für einen Fehler. Der 57-Jährige erwartet, dass "ganz Deutschland ein Risikogebiet sein wird."

Entwarnung in Österreich: Keine Regierungsmitglieder infiziert

02:41 Uhr: Nach der Entdeckung eines Corona-Falls im engen Umfeld von Österreichs Kanzler Sebastian Kurz sind der Regierungschef und seine Kabinettskollegen negativ auf das Virus getestet worden. Sie bekamen das Testergebnis in der Nacht auf Dienstag, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete. Zuvor hatten die Regierungsmitglieder am Montag vorsichtshalber alle Termine abgesagt.

Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) waren am Mittwoch vergangener Woche bei einer Kabinettssitzung letztmals mit dem später positiv getesteten Mitarbeiter in Kontakt gewesen. Bei den weiteren Untersuchungen stellte sich nun heraus, dass sich auch ein Mitarbeiter aus dem Büro eines Staatssekretärs mit dem Virus infiziert hat.

Auch zu ihm hatte Kurz in den vergangenen Tagen jedoch keinen engen Kontakt, wie das Kanzleramt der APA mitteilte. Der Regierungschef werde am Dienstag im Kanzleramt seiner Arbeit nachgehen und Termine - wie in einer solchen Situation vorgesehen - vor allem per Telefon und Video wahrnehmen. Das weitere Vorgehen werde eng mit den Gesundheitsbehörden abgestimmt.

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) und Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) wurden nicht auf das Virus getestet. Sie waren bei der Kabinettssitzung am Mittwoch verhindert und deshalb nicht mit dem erkrankten Mitarbeiter in Kontakt gekommen.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.